Mittwoch, 30. September 2009

Wimpel-Wednesday # 22: Hertha BSC

Wimpel-Wednesday, Ausgabe 22. Was ist denn beim Hauptstadtklub los? Während der VfL Wolfsburg heute Abend im Old Trafford, dem Wohnzimmer von Manchester United, gastiert und dem gemeinen United-Supporter beibiegt, dass der deutsche Meister nicht zwangsläufig Bayern München heißen muss, gönnt sich die alte Dame Hertha BSC nach dem „au revoir“ für Lucien Favre eine ausgewachsene Trainerdiskussion.

Ausgewachsen, da nicht nur unvermeidliche Verdächtige wie Matthäus, Funkel, Hecking, Slomka und Hans Meyer im Rennen um den Berliner Trainerthron sind. Die alte Dame soll sogar drauf und dran sein, dem deutschen Rekordnationalspieler überraschend abzusagen und den Nationaltrainer Aserbaidschans an die Spree zu lotsen. Schließlich soll Berti Vogts, von den Reizen der alten Dame durchaus angetan, dieser über den Äther geschickt haben, welch „schlafender Riese“ die Hertha doch sei.

Die Berliner Zeitung bewertet ein Amusement mit dem Terrier im Wartestand sogar wohlwollend: „Vogts wäre für Berlin mehr als ein Feuerwehrmann, könnte neben der Trainerarbeit auch als Sportdirektor tätig sein.“ Thor Waterschei hängt daher schnell einen Hertha-Wimpel in den Wind bzw. in die Wimpelecke und ist auf eine Rückkehr Bertis in die Bundesliga mehr als gespannt.


Wer übrigens Interesse daran hat, die Wimpelromantik bei THOR WATERSCHEI aktiv mitzugestalten und z. B. möchte, dass ein Foto eines Wimpels seines Lieblingsklubs veröffentlicht wird, der möge mit dem Betreff WIMPELECKE eine Mail nebst entsprechender Anlage an thor-waterschei@web.de schreiben.

Sonntag, 27. September 2009

Maradonanitis?

Die Qualifikation Argentiniens für die WM in Südafrika hängt derzeit am seidenen Faden, aktuell müssten die Gauchos in die Relegation, um im kommenden Sommer die Vuvuzelas tröten hören zu können. Das alles trotz der Inthronisierung von Diego Maradona als Verantwortlicher der Albiceleste. Oder etwa doch, weil Maradona den Taktstock an der argentinischen Seitenlinie schwingt?

Wenn man jüngst veröffentlichten Umfragen glaubt, wollen 67 Prozent der Argentinier Maradona nicht mehr im Amt sehen. Das ist natürlich kein Wunder, nachdem es für Maradonas Mannen gegen Ecuador, Brasilien und Paraguay zuletzt drei Niederlagen in Folge setzte und selbst auf den hochgelobten Lionel Messi nicht mehr Verlass war. Von sich reden machte Diego eher durch einen Wellness-Kurztrip nach Italien, wo ihm die italienischen Steuerbehörden ob seiner horrenden Steuerschulden mal eben seine Diamantohrringe abgeknöpft haben. Eine Krisensitzung mit seinem Verband soll er deshalb gar verschwitzt haben.

Argentiniens Fußball scheint also einer ausgewachsenen Maradonanitis ausgesetzt zu sein. Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass der neue T(h)or der Woche zu seiner Ehrenrettung in den womöglich entscheidenden Qualipartien Anfang Oktober gegen Peru und Uruguay selbst noch einmal die Stiefel herausholt.

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 26. September 2009

Uns Uwe sacht mal: 2:1 für den HSV

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Der schwächelnde HSV hat den FC Bayern zu Gast.

Uwe Seeler hat lang nichts von sich hören lassen. Habe ihn jüngst beim Zappen im Großstadtrevier erblickt. Weiter wäre da noch der fast identische Gleichklang seines Namens mit der nervigen südafrikanischen Tröte, Vuvuzela. Aber das war es schon. Wie gut, dass daher gleich das hochgelobte Nord-Süd-Derby zwischen dem HSV und den Bayern in der Hamburger Arena steigt. Wie diese Arena mit aktuellem Namen heißt, kann ich mir schon lange nicht mehr merken. Nur weiss ich, dass sie an der Autobahnausfahrt Stellingen liegt und bin dafür, dass die Hanseaten sich aufraffen, sie doch endlich nach Uns Uwe zu benennen.

Wie dem auch sei, in einem Interview mit der Münchner Tageszeitung tz hat das HSV-Idol natürlich für seinen HSV getippt: „Ich sach mal: 2:1 für den HSV“. Nen Schnack über die Spitzenpartie des 8. Bundesligaspieltages hat auch Franz Beckenbauer in der BILD gehalten. Einen Sieg traut der Kaiser seinen Bayern an seiner alten Wirkungsstätte an der Elbe aber offenkundig nicht zu und tippte 1:1. Ganz im Gegenteil zum FC Bayern-Edelblogger Zechbauer vom Fernglas-Blog, der seine Roten bei den Rothosen erneut auf dem Weg zu einem opulenten 5:1-Auswärtssieg wähnt.

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo zwischen den Weissagungen von Herrn Seeler und Zechbauer. Ich halte mich da ganz an den Kaiser, laut meines Oddset-Tipps wäre das wohl ein Remis. Der FC Bayern ist halt nicht der VfL Osnabrück. Oder, doch...?

Mittwoch, 23. September 2009

Eintracht Basler

Was macht eigentlich...Mario Basler? Etwa im Unterhemd mit der Fluppe im Mundwinkel, nem Pott Kaffee in der Hand auf seinem Sofas flätzend dem Ghostwriter seines Vetrauens tacheleseske Kommentare für seine BILD-Kolumne ins Handy flöten? Ja bitte, mitnichten! Super Mario macht Karriere als Cheftrainer. Schließlich ist doch Pokal und der, ja der Pokal, hat doch spätestens seit Heribert Faßbenders Ansagezeiten seine eigenen Gesetze.

Oder schwingt Super Mario etwa nicht bei dem Traditionsklub Eintracht Trier mächtig das Zepter und hat mit seiner Trierer Truppe einträchtig in Runde eins Hannover 96 aus dem Pokal geworfen? Doch, doch. Wer hier an zufällige Ereignisse glauben mag, der darf sich getrost kneifen. Gestern sollten nämlich die guten alten Arminen aus Bielefeld zu den viertklassigen Trierern in deren Trutzburg Moselstadion reisen und durften heute auf kicker.de nachlesen, wie dort nach der grämlichen 2:4-Pleite des Bundesligaabsteigers getitelt wurde: „Pokalmärchen, Teil II - Basler und Trier machens nochmal“.

Die Schlagzeile wird auch Basler gefallen haben. Der schoss im Übrigen gleich einen potenziellen attraktiven Gegner ins Visier nehmend „Die Bayern wären ein richtiger Kracher und wir hätten nichts dagegen, wenn der FC kommt“ wie in besten Zeiten scharf und teilte mit, dass er im Fall der Fälle sogar einen Spielerpass beantragen wolle. Reichlich schulterlopfend kann sich TW die gewünschte nächste Headline der Menschen vom kicker schon ausmalen: „Pokalmärchen, Teil III - Eintracht Basler kanns nicht lassen“.

Hoffentlich lässt Basler dann zumindest in dem Sinne den Titel seiner eigenen Biografie Super Mario in Frieden. Denn ein wenig schnödes „Super Super Mario“ würde auf dem Cover sein Konterfei doch völlig überdecken.

Sonntag, 20. September 2009

Gerd Müller reloaded?

Der neue T(h)or der Woche heißt Gerd Müller. Ganz genau, der große Gerd Müller, der am weiten Horizont endlich so etwas wie einen Nachfolger in der noch unbesetzten müllerschen Ahnenreihe erblicken darf.

Er heißt Thomas Müller, galt im Kader von Louis van Gaal eigentlich als so etwas wie ein Sturmnovize, schießt aber derzeit wie eine Rakete in den bajuwarischen Stürmerhimmel. Selbst Spiegel Online schreibt schon von einem „Bömberchen der Nation“. Ja mei, und das alles pünktlich zur Wiesn-Zeit.

Selbst Paul Breitner schmeckt da die Maß offensichtlich gleich viel besser:

„Er lässt sich für die Medien wunderbar verkaufen. Besser Müller als Huber. Dieser Name hat doch beim FC Bayern eine wunderbare Geschichte. Wenn der Thomas diesen Bogen zum Gerd irgendwann als zu große Bürde verspürt hätte, hätte er sehr früh schon Probleme bekommen. Aber das hat er nicht! Thomas hat alles, um ein großer Müller zu werden.“

Der Bogen zum Gerd ließe sich für den jungen Thomas sicher auch verbal schlagen. Mal sehen, wann er stilsicher und prägnant allerorten vor Anpfiffen „gleich macht es Bumm“ in Mikrofone zischt. Der Gerd kann sich also zurücklehnen und entspannt Müller schauen. Vielleicht schon am Dienstag im Pokal gegen Rot-Weiß Oberhausen.

Über den neuen T(h)or der Woche

Samstag, 19. September 2009

Tottenham Crazy

Englands Ex-Nationalcoach Terry Venables ist nach wie vor eine schillernde Persönlichkeit, mit einem Hang zu breit gestreuten Interessenfeldern. Dereinst schwang er etwa als Co-Autor gemeinsam mit dem Journalisten Gordon Williams die Feder für vier Detektiv-Romane. Zudem ließ es El Tel sich unter anderem nicht nehmen, einen Ausflug in musikalische Klangwelten zu unternehmen. Mit der ansonsten nicht wesentlich in Erscheinung getretenen Pop-Combo Rider trällerte er England mit dem Liedchen „England Crazy“ zur WM 2002 nach Japan und Südkorea. Der Swinggehalt des Stückes lässt sich vorzüglich auf Youtube überprüfen. Venables schlittert auf einem für London typischen Doppeldeckerbus mit allerhand Bass in der Stimme zwischen Big Ben und Trafalgar Square herumfahrend in den viel zu großen Spuren Frank Sinatras.

Hauptsächlich bleibt Venables dem britischen Fußball verbunden, auch wenn der mittlerweile 66-Jährige sich den nervenzehrenden Job auf einer der Trainerbänke der 92 englischen Profiklubs freilich nicht mehr antut. Schließlich hat El Tel hier in den achtziger und neunziger Jahren bei den Queens Park Rangers, dem FC Barcelona, bei Tottenham und als Coach der Three Lions genügend Meriten gesammelt. Die überdecken gar unglückliche Stationen in späteren Trainerjahren, wie in Middlesbrough, Leeds oder als Assistent des unglückseligen Steve McClaren auf der Bank der Three Lions.

Anstelle am Seitenrand im Anzug Kommandos abzufeuern, hört Venables indessen als Kolumnist der Sun unweigerlich jeden Samstag das Gras wachsen. So prophezeite er etwa am Tag des Premier League-Starts Tottenham einen fünften Rang. Getreu dem Motto „Alte Liebe rostet nicht“ sah er bei seinen oft mittelmäßigen „Spurs“ beste Chancen, der Top Four um Chelsea, Manchester United, Liverpool und Arsenal ordentlich einheizen könnten. Vielleicht hatte ihn beeindruckts, dass Tottenhams Trainerfuchs Harry Redknapp schon in der Wintertransferperiode üppig eingekauft hatte und mit Robbie Keane und Jermain Defoe namhafte Ex-Spurs zurück an die White Hart Lane gelotst hat, zu den sich im Sommer Englands Sturmlulatsch Peter Crouch hinzugesellen durfte.

Eine Woche und zwei Saisonsiege später, inklusive eines überzeugenden Heimsiegs gegen Liverpool und einem 5:1-Kantersieg bei Hull City, sollte Venables dann nicht zögern, seine Prophezeiung über den Haufen zu werfen und ließ seine Sun-Kollegen vielsagend titeln: „Harry can crash into top four.“

Vollendet wurde dieser glänzende Auftakt durch den dritten Triumph in Folge im stets schwierigen Nachbarschaftsduell bei West Ham. Der rief selbst bei der sachlichen Online-Redaktion der BBC weitreichende Erinnerungen hervor. Die folgerte, dass Tottenham letztmals vor 49 Jahren einen vergleichbaren Traumstart hinlegte und nach diesem im Frühjahr 1961 seinen letzten Meistertitel, damals noch in der First Division, feierte.

Nach einem mageren Jahr lehrt Tottenham der Englands Fußball-Oberhaus also wieder das Fürchten. Sieg Numero four gegen Aufsteiger Birmingham gelang beinah mit links. Die jüngste 1:3-Heimniederlage der „Spurs“ an der White Hart Lane gegen Manchester United brachte Tottenhams leicht verschobene Plattentektonik allerdings wieder ein wenig ins Lot. Der Boden der Tatsachen wird im Londoner Norden vermutlich erst wieder erreicht werden, nachdem Tottenham morgen an Chelseas Stamford Bridge bei Ballacks heimstarken Blues gastiert haben wird.

Dieses Gastspiel soll anlassgebend sein, auf den kauzigen Harry Redknapp hinzuweisen. Denn der mit allen Abwässern gewaschene Trainerfuchs palaverte doch neulich, mit seiner Vorliebe kokettierend ehemalige Tottenham-Kicker zurück an die White Hart Lane zu eisen, selbst Tottenhams Legendenduo Pat Jennings und Glenn Hoddle reaktivieren zu wollen. Wohlgemerkt, beiden Herren haben die Fünzig weit überschritten.

Chelsea-Coach Ancelotti wird rasch durchgeatmet haben, als Redknapp schnell väterlich einschränkte, dass Jennings und Hoddle dafür natürlich zwanzig Jahre jünger sein müssten. Einem anzunehmenden Heimsieg Chelseas steht nun vermutlich nichts mehr im Wege, womit Tottenhams Höhenflug wohl verpufft wäre. Hoddle im Mittelfeld und Jennings im Kasten, da hätte für Mr. Venables der Platz in seiner Sun-Kolumnenspalte vermutlich nicht mehr ausgereicht. Wenn er nicht gar seinen WM-Song für die alte Liebe von der White Hart Lane mit abgewandeltem Titel erneut auflegt hätte: „Tottenham Crazy“…

Der Artikel ist auch auf FOOTBO.com zu finden.

Verfolgt von Lothar Matthäus

Jetzt muss ich mich erst einmal strecken und darf verkünden, dass die Sommerpause bei Thor Waterschei beendet ist. Hat doch recht lang gedauert. Und die Saison hat einfach ohne TW angefangen. Welch Pein, doch sei es drum!

Allerdings wurde es mit der Rückkehr allmählich Zeit. Denn Thor Waterschei wird, so kokettierend es auch klingen mag, verfolgt. Im Übrigen, von keinem Geringerem als Lothar Matthäus, nachdem sich bei Twitter unsere Wege, natürlich des Zufalls geschuldet, gekreuzt haben. Gewiss, es gibt spannendere Mitteilungen. Doch Lothar sei hiermit gesagt, dass der Klub Thor Waterschei seit 1988 nicht mehr existiert.

Lothars eingeschlagene Verfolgung führt somit ins Leere. Zumindest nicht zu einem vermeintlich attraktiven Trainerjob im belgischen Königreich, allenfalls in die Wände dieses kleinen Fußball-Blogs.

Der Vorhang für die neue Saison sei damit gelüftet...