Donnerstag, 25. Juni 2009

Dukaten-Didi darf Däumchendrehen

Machtmensch gewinnt gegen Fußballfachmann“ kommentierte ZEIT.de messerscharf zum Abschied von Didi Beiersdorfer. Die HSV-Granden um Zampano Hoffmann beabsichtigen doch nicht wirklich, den ollen Sergej Barbarez zum neuen HSV-Manager zu machen. Der soll Hoffmann laut der WELT eifrig bei Transfers beraten. Die Frage ist hier, bei welchen?

Bis auf einen eleganten neuen Dress ward im Volkspark dieser Tage recht wenig Neues präsentiert.

HSV-Ikone Manni Kaltz befürchtete etwa in der Hamburger Morgenpost eine Abnickerentscheidung:

„Eine solche Situation hat es beim HSV noch nie gegeben. Früher waren die Kompetenzen klar abgesteckt - und wir hatten Erfolg. Ich weiß nicht, was man beim HSV heute will. Man muss befürchten, dass der neue Manager ein Abnicker wird. Denn wenn er Rückgrat hat, dürfte es neue Probleme geben. Er sollte sich seine Kompetenzen in den Vertrag schreiben lassen.“

Beim HSV scheint dieser Tage jedenfalls alles möglich zu sein. Womöglich wiegt das Ende der Beiersdorfer-Ära schwerer als die ganzen Pleiten im Frühling gegen Werder Bremen. Allmählich bekommt man Angst um Uwe Seeler.

Sonntag, 21. Juni 2009

Tonangeber

Um den neuen T(h)or der Woche wird derweil beim Confed-Cup in Südafrika viel Lärm gemacht. Die Vuvuzelas seien ein Ärgernis und trügen nichts zur Atmosphäre bei, echauffierte sich etwa Spaniens Star Xabi Alonso, der von der Liverpooler Anfield derlei Folklorehörner nicht gewohnt ist. Selbst FIFA-Boss Sepp Blatter hat das Getröte um die Tröte bereits mitbekommen und trompetete gegen die Tonangeber: „Sie machen ziemlich viel Lärm. Die Fifa ist durchaus besorgt über den Lärm, der auch im Fernsehen dauernd zu hören ist.“

Ob die beiden Herren das nachfolgende alte afrikanische Sprichwort kennen, nach dessen Interpretation die WM-Organisatoren bereits für das nächste Jahr die lauteste aller Weltmeisterschaften angekündigt haben. Dies klingt nämlich so: „Der Affe wird durch viel Krach erlegt.“ Wen es im Übrigen interessiert, Neuseeland vollbrachte gestern Abend eine historische Tat, trotzte bei einem wenig historischen 0:0 dem Irak und dem Getröte von den Rängen und heimste erstmals in der Geschichte des Konföderationenpokals einen Punkt ein. Nicht mehr als ein Gerücht ist allerdings , dass die Kiwis mit Ohrstöpseln angetreten sein sollen.

Über den neuen T(h)or der Woche

Donnerstag, 18. Juni 2009

The Kaiser

Was macht eigentlich...Dietmar Hamann? Besser gesagt, good old Dietmar Hamann. Wie sich im Springer-Kampfblatt so lesen ließ, soll Dietmar Hamann angeblich Spielschulden in Höhe von 701.548 Euro haben. Aber so what, olle Kamellen. Der Schütze des allerletzten Tores im alten Wembley-Stadion wird vielmehr für seine Bereitschaft gewürdigt, offenbar noch zwei Jahre bei den Münchner Löwen kicken zu wollen, nachdem er zumindest gefühlt fast sein gesamtes Fußballerleben im Fußball-Mutterland verbracht hat.

Wir erinnern uns vielmehr an schönere Dinge. Newcastle, lange Jahre mit vielen Pokalen in Liverpool sowie eine abschließende Episode bei Manchester City. Sogar den schmissigen Spitznamen „The Kaiser“ hat Hamann auf der Insel mitbekommen. Seine Jahre der fußballerischen Adoleszenz bei Bayern München muten dagegen an, als wenn diese wahrlich in einem anderen Jahrhundert liegen. Und freilich, der Didi Hamann konnte die Bälle schon immer recht zünftig in die Netze der weiten Welt des Fußball dreschen. Nicht nur die Platzwarte der zwoten Bundesliga werden sich darüber freuen...

Sonntag, 14. Juni 2009

So einfach ist das

Er wollte uns verlassen, so einfach ist das“, vertraute Manchester United-Legende Sir Alex Ferguson im Interview der Mail on Sunday über den Wechsel von Cristiano Ronaldo zu Real Madrid an. Shocking!

Der neue T(h)or der Woche ist also sage und schreibe vierundneunzig Millionen Euro wert. Zuviel?

„Vor zehn Jahren ist ein Picasso für über 100 Millionen bei Sothebys in London verkauft worden. Und was ist mit dem Bild passiert? Sie haben es irgendwo versteckt. Keiner kann es sehen. Ein Fußballer ist ein-, zweimal die Woche zu sehen. Man kann sagen, die Summe für Ronaldo ist zu hoch. Man muss aber auch den Wert des Fußballs in unserer Gesellschaft beachten.“

Das vorgenannte picassolastige Geplärre des Blatter-Sepp über den portugiesischen Pfau, den der Beckenbauer-Franz mal als „Zirkuspferd“ verballhornte, lasse ich daher einfach einmal emotionslos durch den Äther rauschen. Schließlich hat uns Ansgar Brinkmann doch auch glücklich gemacht, auch wenn es einige Zeit lang nur einmal pro Woche in der Sportschau war. So einfach ist das...

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 13. Juni 2009

Super Saver

Das derzeitige fußballerische Gegähne der Sommerpause wird, Gott sei Dank, bisweilen von den täglichen Meldungen über die von Real Madrid verursachten Verschiebungen der Transferplattentektonik unterbrochen . Wie erfreulich, dass das holde DSF zusätzlich 50 Stunden Live-Fußball feilbietet, schließlich stehen der Confed-Cup in Südafrika sowie die U 21-EM in Schweden vor der Tür.

Dem soll nicht genug sein. Jetzt scheint ein gewisser Gerhard Tremmel davor zu stehen, offenbar den zweiten Gang seiner Karriere einzulegen. Wie die WELT heute zu berichten weiß, haben die kühnen Statistiker der DFL errechnet, dass ausgerechnet Tremmel Europas bester Torhüter ist. Trotz Abstiegs in die zwote Liga, trotz 57 Gegentoren (die viertmeisten der Bundesliga), trotz Torwächterdasein bei Energie Cottbus. Dennoch den Titel "European Super Saver" darf sich Tremmel nun in sein Stammbuch schreiben.

Derlei Superlative hätte sich vermutlich selbst Tremmel nicht träumen lassen. Vor allem, da die diese formidable Super Saver-Reputation erster europäischer Güte recht zügig über den Ärmelkanal nach England geschwappt ist, wo solche Super-Saver der Legende nach nicht auf den Bäumen wachsen. Angeblich sollen sich die Blackburn Rovers schon die Finger nach dem rotbeschopften Tremmel lecken. Traumhaft, oder? Premier League statt Paderborn.

Hoffentlich haben Blackburns Bosse nur keinen Blick auf Goal.com gewagt, wo nicht alle Kommentatoren des einschlägigen Artikels Tremmel tatsächlich für einen Super Saver halten:

K. ....
23:03 12.06.2009
Da hat sich das Wegloben durch Medienvertreter und Vereinsseite wohl gelohnt.... Hauptsache er streicht die Segel, kaum einen dickeren Torhüter im Kasten gesehn. Null Reflexe, keine Strafraumbeherrschung und von den Abschlägen und der Kommunikation mit seinen Vorderleuten ganz zu schweigen... Hauptsache WEG!


HdH hier halt
20:49 12.06.2009
egal wohin, blos weg aus CB...selten sonen blinden Torwart gesehen. Liniensteher hoch 3.....Strafraumbeherschung nicht vorhanden. Jeder Fernschuss ein Tor. Ich bete jeden abend zu Gott, dass Tremmel endlich nem Torwart im Cottbuser Tor Platz macht.

Dienstag, 9. Juni 2009

Ende der Seifenoper

Jetzt ist die Seifenoper vorbei“, soll ein gewisser Kaká erleichtert aufgestöhnt haben, nachdem ihn der AC Mailand überredet hat, seine Zelte künftig in Real Madrids Estadio Bernabeu aufzubauen.

Kolportierte galaktische 65 Millionen Euro, mithin die zweithöchste Ablösesumme der Fußballgeschichte, sollen sich die Königlichen den Brasilianer kosten lassen. Angeblich habe er nicht unbedingt „sein“ Milan verlassen wollen. Das Kaká versuchte noch vor Tagen der nervigen Gazzetta dello Sport zischend zu verklickern: „Ich will bleiben, also lasst mich in Ruhe.“

Mittlerweile erwies Kaká „seinem“ Milan allerdings, ganz im Stile eines umsichtigen Märtyrers, mit dem Wechsel im Übrigen einen letzten Dienst, tat er nun doch säuselnd kund:

„Aber die internationale Wirtschaftskrise hat die Klubs hart getroffen, vor allem jene, die Unternehmen sind, wie der AC Mailand. Das wurde mir erklärt, ich habe die Situation verstanden, und meine Zustimmung zum Wechsel war der beste Weg, dem Klub zu helfen.“

Diese Worte des brasilianischen Fußballgottes dürften so manchem Zeitgenossen wie Öl den Rücken hintergelaufen sein. Aber, da wird doch nicht etwa der Hauch von Bigotterie verkannt werden, mit dem Kaká seine Silben ein wenig gewürzt hat? Hätte nicht ein Transfer seinerseits im Februar zu dem mit Scheichmillionen aufgepumpten Manchester City, wie es österreichische Gazette Die Presse heute auf den Nenner bringt, „seinem“ Milan ganze 100 Millionen Euro in die Kasse gespült?

Der Weg eines Märtyrer verspricht, offensichtlich ein steiniger zu sein. Vielleicht bietet es sich daher an, Kaká nach Auslaufen seines 6-Jahreskontraktes in Madrid, einen Wechsel zu dem walisischen Klübchen Merthyr Tydfil, der in der siebten englischen Liga herumgeistert, ans Herz zu legen. Schließlich wird die Attitüde des Märtyrers bei den Walisern sowohl in ihrem ehrfurchterregendem Vereinsemblem überaus groß geschrieben und lässt sich selbstredend aus ihrem stilbildendem Spitznamen The Martyrs ohne Umschweife heraushören.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Thomas von Heesen

Die gefühlt halbe Bundesliga ist derzeit auf der Suche nach einem Trainer, dem bekanntlich allerlei Synonyme wie Übungsleiter, Fußball-Lehrer, Feuerwehrmann, Bankdrücker, Sündenbock oder Projektleiter hinterhergeworfen werden. Hierzu gehört freilich auch der altehrwürdige HSV. Nachdem Martin Jol dort bei Nacht und Nebel tot ziens in Amsterdam gesagt hat, sind die Hanseaten auf der Suche nach einem Nachfolger für den knorrigen Holländer.

Wie schon im November 2007, als der HSV seinerzeit begann, eine Trainercastingodyssee zu starten, hat sich THOR WATERSCHEI nun Gedanken über einen adäquaten Jol-Erben gemacht. Dabei wird heute, wie damals, ganz klar ein Engagement des Hamburger Idols Thomas von Heesen befürwortet.

Der hat nach langen und erfolgreichen Jahren bei Arminia Bielefeld zwar schon lange von der Alm Abschied genommen, auf der er qua Funktion als Manager und Trainer vorübergehend die Bremse des guten alten Arminia-Fahrstuhl fand. Allerdings gelang ihm nicht nur das, der blonde Tommy, ein Schüler von Branko Zebec und Ernst Happel, ließ außerdem in Ostwestfalen fein das Bällchen laufen und sorgte dafür, dass die Arminia trotz knapper Kasse kurzzeitig zu einer recht attraktiven Adresse in der Bundesliga avancierte.

Seine unglückliche Stippvisite in Nürnberg wird an dieser Stelle zwar geflissentlich ignoriert, von Heesens aktuelle Station auf Zypern, Apollon Limassol, freundlich gesagt als Sprungbrett angesehen. Bedenkt man allerdings abschließend , dass von Heesen eine HSV-Ikone etwas beträchtlicheren Ausmaßes darstellt, die bei allen großen HSV-Triumphen der großen Achtziger zugegen war und der Uwe-Seeler-Kampfbahn erfolgreicher Fußball der Happel-Schule ganz gut zu Gesicht stehen würde.

Ja, da könnte dort diese Lösung wohl nicht nur dem Kuchenblock schmecken. Unter anderem natürlich auch, wenn mit von Heesens Inthronisierung womöglich sogar Didi Beiersdorfers alljährliches Trainercasting endlich ad acta gelegt würde.

Montag, 1. Juni 2009