Mittwoch, 29. April 2009

Mr. 800

Der gute alte kicker hat mit seiner seriösen Bilanz der Bilderbuchlaufbahn des großen Ryan Giggs im Rahmen der Vorschau des Halbfinalknaller der Champions League Manchester United gegen Arsenal zweifellos recht: „Zehn Meistertitel, vier FA-Cup-Siege und zwei Triumphe in der Champions League - Giggs kann auf eine glanzvolle Karriere auf Vereinsebene zurückblicken.“

Der Anlass dieser Retrospektive war ein seltener wie ein bedeutender. Giggs, der Dribbelkünstler, dieser „Magician“, dieser bessere Best, wurde vor wenigen Minuten in die Partie eingewechselt und markiert in seinem Wohnzimmer Old Trafford gegen die Gunners seinen sage und schreibe 800. Einsatz für Manchester United. Also, einmal verneigen bitte! Zumal Mr. Giggs dieser Tage in seinem Karriereherbst doch noch zum englischen Fußballer des Jahres gekürt worden ist. Giggs is God!

Wimpel-Wednesday # 20: VfL Wolfsburg

Wimpel-Wednesday, 20. Ausgabe. April, April, er macht, was er will. Diese abgegriffene Binsenweisheit klingt einem wohl Jahr ein Jahr aus in den Ohren. In der Bundesliga erlangt das Aprilgedudel doch allmählich einen Ansatz von Wahrhaftigkeit. Allmählich, wenn man sich etwa den Titelkampf in der Bundesliga anschaut, in dem der VfL Wolfsburg in diesem Jahr im Konzert der Großen anständig mithupt und den wahrscheinlich schönsten Frühling erlebt, seitdem die Wölfe in der Bundesliga Punkten hinterhecheln. Erst recht, da sich trotz einer Pleite in Cottbus noch immer die Tabellenführung rechtfertigen lässt.

Dabei heulen Felix Magath und sein gefolgsames Rudel stets gemeinschaftlich vom fünften Rang und wie stark die Bayern doch in diesem Jahr auch wieder wären. Es sollte daher allmählich an der Zeit sein, dem Spitzenreitertum der Wölfe nicht mehr hinterherzuheulen. Wer halt in Cottbus verlieren darf, ohne gleich die Segel auf dem Platz an der Sonne streichen zu müssen. Ja, solch einen Klub wird man sich womöglich bald mit einer Schale in der Hand vorstellen müssen und VfL-Veteran Roy Präger sodann im schlimmsten Fall auf der Wolfsburgs Ehrentribüne mit Pipi in den Augen.

Welch frühlingshafter Traum, wären da bloß die bösen Schalker nicht gewesen. Warfen die ihr Netz anscheinend schon längst nach Felix Magath aus. Wie sich dem Dunst der mächtig dampfenden Gerüchteküche entnehmen lässt, soll Felix, der Filou, den Knappen sogar schon zugesagt haben. Es wäre zum Heulen. Dies sollte daher ein gebührender Anlass sein, einen VfL-Wimpel in die TW-Wimpelecke zu hängen. Der April, April, er macht...

Interesse die Wimpelromantik bei THOR WATERSCHEI mitzugestalten? Dann sende ein Foto eines Wimpels Deines Lieblingsklubs mit dem Betreff WIMPELECKE eine Mail nebst entsprechender Anlage an thor-waterschei@web.de.

Dienstag, 28. April 2009

Keine Braga-Liga

Freilich, Kaiser Franz. Das ist nicht die Braga-Liga, in der erst sämtliche Felsen gesprengt werden müssen. Chelsea gastiert in Camp Nou. Es ist Champions League, Königsklasse: Die 11 Freunde fühlen schon heute Abend im Camp Nou die Antipoden der Menotti-These des linken gegen den rechten Fußballs zum Leben erweckt, während Ronald Reng, der Freizeit-Blogger, einfach über Barca gegen Chelsea parliert. Was ihm schier barcaesk, also spielerisch einfach gelingt. Schaun mer mal, inwieweit Ballack und seine Blues heute ihre blaues Wunder erleben werden...

Montag, 27. April 2009

„Osram“ brennt wieder

Jürgen Klinsmann ist beim FC Bayern Geschichte. Das Experiment „Innovation“ damit an der Säbener Straße gescheitert. Als Nachfolger haben die Bayern-Granden einen alten Bekannten auserkoren: Jupp Heynckes. Für den Stern ist dessen Ernennung eine „Bankrotterklärung“, für viele traditionsbewusste Bayern-Anhänger vermutlich Bayerns große Hoffnung. THOR WATERSCHEI mit elf Eckpunkten aus dem langen Fußballerleben des Jupp Heynckes.

1. Weltmeister 1974, Europameister 1972 mit der deutschen Nationalelf und mit Borussia Mönchengladbach gleich viermal deutscher Meister, Pokalsieger, UEFA-Cup-Sieger sowie mit 220 Treffern drittbester Torjäger nach Gerd Müller und Klaus Fischer in der Bundesliga. Der Trophäenschrank des Rheinländers lässt sich also sehen.

2. Nur, wer kann sich bloß noch daran erinnern, dass Heynckes sich sogar mal eine dreijährige Stippvisite zu Hannover 96 nicht entgehen ließ.

3. Nebenbei darf sich Heynckes auch noch Entdecker eines gewissen Lothar Matthäus nennen, den er Ende der 70er zu Borussia Mönchengladbach holte und seinerzeit am Bökelberg groß raus brachte.

4. Das galt nicht ganz für das 80er „enfant terrible“ Wolfram Wuttke, der Heynckes angeblich den Spitznamen „Osram“ verpasst haben soll, da dieser in Momenten des derbsten Kabinenzorns stets ein leuchtend rotes Gesicht bekam.

5. Etwas mehr Gelassenheit soll Heynckes während seiner Abstecher in Spanien erfahren haben, wo er sich bei Athletic Bilbao als smarter Don Jupp großen Respekt verdiente.

6. Später in Diensten von Real Madrid gewann Don Jupp mit den „Königlichen“ gar die Champions League, sah sich angesichts der unglaublich hohen Ansprüche im Estadio Bernabeu einem beinah klinsmannesken Kampf gegen Windmühlen ausgesetzt und zog letztlich vergrämt von dannen.

7. Dass Jupp Heynckes nach seinem ersten erfolgreichen Engagement zwischen 1987 und 1991 tatsächlich zum FC Bayern zurückgekehrt ist, tat er nach eigenem Bekunden „nur für den FC Bayern und Uli Hoeneß“.

8. Schließlich bezeichnete Hoeneß anno 1991 die Entlassung von Heynckes als den größten Fehler seiner Amtszeit. Angeblich sollen beide während der Verkündung der Entscheidung geheult haben wie zwei Schlosshunde.

9. Nicht verwunderlich, duellierten sich das Duo doch einst in einem legendären Auftritt im Sportstudio mit dem frechen Christoph Daum und Udo Lattek, was selbstredend nachwirkt wie eine ewige „Blutsbrüderschaft“, die auch Old Shatterhand und Winnetou nicht inniger hätten gestalten können.

10. Fürwahr sorgt Heynckes-Rückkehr nicht überall für helle Freude, befürchtet so mancher kritische Geist Taktikspielereien aus dem angestaubten Archiv. Für 11-Freunde-Redakteur Benni Kuhlhof war der FC Bayern „unter Klinsmann so modern wie Kräuterlimonade, mit Heynckes schmeckt jetzt alles wieder wie Erdbeerjoghurt kurz vor dem Ablauf der Mindesthaltbarkeit“.

11. Erwähnte Blutsbrüderschaft als Quell der Heynckes-Rückkehr soll angeblich nach den finalen fünf Saisonspielen dieser Saison wieder versiegen. Gleichwohl, was macht denn eigentlich der FC Bayern, wenn Heynckes plötzlich über dem Marienplatz thronend die Schale in den Händen hält? Dann wird Uli Hoeneß doch etwa nicht mal wieder Sören Lerby als Nachfolger seines „Blutsbruders“ ins Spiel bringen…

Der Artikel ist auch auf Footbo.com zu finden.

Auf dem Schaffott

Sonntag, 26. April 2009

Neuer Kahnsinn

Über die mannigfaltigsten Jubelposen in der weiten Welt des Fußballs lässt sich gewiss trefflich streiten. Säger, Küsser, Hochspringer, Faustrecker, Zaunkletterer, Sambatänzer. Kurzum, wir haben sie alle schon einmal irgendwie gesehen. Sicher, den Eckfahnenrausreißer hat uns Oliver Kahn nahe gebracht. Hamburg, im Mai 2001, voller Kahnsinn rannte der blonde Titan nach Patrik Anderssons Freistoßknaller zur Meisterschale zu einer Hamburger Eckfahne, riss diese aus dem Boden, schmiss sich auf den Rasen und stemmte sie voller Wonne in den blauen Hamburger Himmel. Die unschuldige Fahne musste gar nicht wissen, wie ihr geschah.

Auf den Spuren Kahns war gestern Manuel Neuer, dem Andersson seinerzeit offenbar mitten in sein sensibles Schalker Herz getroffen hat. Völlig kahnsinnig konnte der königsblaue Torwächter jenes Eckfahnenexemplar nach Schalkes Triumph gegen die Klinsmänner nicht in der Ecke der Münchner Arena stehen sehen. Riss diese aus dem Boden, schmiss sich... den Rest kennen wir schon. Wenig später vergaß der neue T(h)or der Woche daher auch nicht, seine Wonne der Genugtuung für die 2001er Schmach in die Mikrofone zu hauchen:

„Ich habe mich so wahnsinnig über unseren Sieg gefreut. Und in diesem Augenblick kam mir die Szene von damals wieder hoch. Ich stand damals im Parkstadion und habe mitgelitten. Da habe ich ganz schlimme Minuten miterlebt. Vielleicht war das ja jetzt eine kleine Genugtuung für viele unserer Fans.“

An den armen Matthias Schober hat damals wie heute vermutlich kaum jemand einen Gedanken verschwendet, der damals in Hamburg wie gestern in München im Stadion war und die beiden Eckfahnenrausreißer insofern hautnah erleben durfte. Dass Neuer derart den Torwarttitan mit den blonden Haaren vom Podest gestoßen hatten. Dafür dürfte für so manchen Bayernemblemträger sicher ohne Umschweife Jürgen Klinsmann höchstpersönlich verantwortlich sein.

Diese Grantler könnten nun verächtlich bemerken, dass Klinsmann bei dem Rekordmeister eine ähnlich wurzellos Existenz besitze, wie jene von dem kahnsinnigen Herrn Neuer herausgerupfte unschuldige Eckfahne. Dabei hat der arme Klinsi mit Kahn doch traditionell wenig im Sinn...

Samstag, 25. April 2009

Im Epizentrum der Krise

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Der FC Bayern empfängt den ebenfalls gebeutelten FC Schalke 04 zum Topspiel des 29. Bundesligaspieltags.

Bayern gegen Schalke, bald schlägts halb vier. Spox.com richtet schon einmal die Augen auf die Münchner Arena. Im Lichte der Rückrundenturbulenzen gesehen, sollte man das Wohnzimmer des FC Bayern allerdings eher als Epizentrum der Krise paraphrasieren. Kaum auszudenken, was in Fröttmaning los wäre, wenn die Bayern von den Schalkern wie ehedem im Herbst '76 mit 0:7 ans Kreuz genagelt würden. Doch wie gut, dass Abramczik, Klaus Fischer und die ganzen anderen altgedienten Knappen schon lange in Rente sind...

Cruyff-Tag

Johan Cruyff hat heute Geburtstag und wird bereits 62. Dennoch ist der große Cruyff noch immer allgegenwärtig. Daher, bitteschön einmal Johan Cruyff:

„Die können gegen uns nicht gewinnen, aber wir können gegen sie verlieren.“

Freitag, 24. April 2009

Mit dem Charme eines Kirmesboxers

Wohl wahr, einer der letzten Vertreter einer ganz besonderen Spezies. Tumber Torhüter mit dem Charme eines Kirmesboxers. Gattungsgemäß hat Herr Wiese bekanntlich den Werder-Triumph im Elfmeterkrimi am Zaun des Werder-Gästeblocks der Hamburger Arena genüsslich Revue passieren lassen.

Unüberhörbar klopfte Wiese dort gewaltig auf die Trommel: "Ich habe es ja gesagt, Ihre Hosen voller als unsere". Ob der Bumerang mit der aufgeklebten HSV-Raute schon in Richtung des braungebrannten Tim losgeflogen ist? Was erst passiert, wenn Wiese Hunger hat?

Donnerstag, 23. April 2009

Tractor Boy

Was macht eigentlich...Roy Keane? Roy Keane, mitunter schwelgt man noch in Tagträumen von Zeiten, in denen Keano den kompromisslosen Abräumer und Taktgeber im Mittelfeld von Manchester United gab. Mit seiner Numero 16 auf dem Rücken, die der raubeinige Iren jedoch nicht zu einer niedlichen sweet sixteen verkümmern ließ. Fürwahr, Keane und seine gefürchteten Grätschen sind im Old Trafford und auf den Rasenrechtecken Britanniens schon lange Geschichte.

Zweifellos gilt dies auch für den FC Sunderland. Bei dem Keane heuerte einst, als Coach völlig unbeleckt, in einer Nacht- und Nebel-Aktion an und führte Sunderland im Eiltempo aus den Abgründen der zweitklassigen Football League zurück in die Premier League. Anfang Dezember 2008 verließ Keane jedoch freiwillig seinen Trainerstuhl im Stadium of Light und zog nach einer ungebührlichen Talfahrt seines Teams mit lediglich vier Siegen aus den ersten 15 Spieltagen selbst die Reißleine. Gemessen an den Ansprüchen der langjährigen United-Rampensau schien so mancher mittelmäßiger Sunderland-Kicker offenbar nicht mit Keane Schritt halten zu können.

Dass der erst 37-jährige Ire nicht lange vom runden Leder lassen kann, beweist sein shock-return, wie es die Sun dramatisch formulierte, auf die Trainerbank. Nicht nach Sunderland, sondern zu Ipswich. Ipswich Town, dem im tristen englischen Zweitligaalltag gestrandeten UEFA-Pokalsieger von 1981. Tractor Boys werden die Kicker des Klubs genannt, der angetrieben von Klub-Eigner Marcus Evans, schon lange darum kämpft, sich endlich ein paar Strahlen des wärmenden Rampenlichts der Premier League ergattern zu können. Es ist halt unwiderstehlich.

Da traf es sich heute ganz gut, dass Hoffnungsträger Roy Keane bei seiner Antrittspressekonferenz gleich kühn den Aufstieg innerhalb eines Jahres in Aussicht stellte. Mal sehen, wer sich demnächst eher auf etwas gefasst machen kann. Die Kicker von Ipswich um den deutschen Legionär Moritz Volz oder Raubein Keane höchstpersönlich. Schließlich erlebte dieser seinerzeit in Sunderland gleich zu Beginn seiner damaligen Amtszeit eine Art Waterloo.

Denn vor einem Punktspiel Sunderlands, ausgerechnet übrigens in Ipswich, soll Keane beinahe aus seinen Latschen gekippt sein, als er einige seiner damaligen Spieler kurz vor dem Anpfiff in der Kabine erwischte, wie sich diese ausgelassen tanzend versuchten, mit dem Abba-Schlager Dancing Queen zu motivieren und danach sang- und klanglos in Ipswich unterlagen. Wütende Wortfetzen, die angeblich ein „bloody Abba“ enthielten, wurden nachher von Keane überliefert.

Keanes Tractor Boys haben mutmaßlich einen anderen Musikgeschmack. Welch kleine Ironie wäre es daher, würde für Keano und seine neuen Schützlinge in der Ipswich-Arena an der Portman Road irgendwann einmal The winner takes it all ertönen. Nach einem Aufstieg in die Premier League zum Beispiel...

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Mittwoch, 22. April 2009

Wimpel-Wednesday # 19: AZ Alkmaar

Wimpel-Wednesday, Ausgabe Numero 19. In den Niederlanden, in dem Land der Tulpen, Kanälen, Cruyffs und Gullits steht Mitte April bereits der diesjährige Meister der Ehrendivision fest. Er heißt AZ Alkmaar. Sicher, das wirkt gewissermaßen befremdlich, da sich beim Blick auf die niederländische Abschlusstabelle schon lange gewaltige Gähner nicht unterdrücken ließen.

Frei nach dem altbewährten Gänseblümchenprinzip, sie liebt mich - sie liebt mich nicht, las man dort Jahr um Jahr: Ajax, PSV, Ajax, PSV undsoweiter. Vielleicht schlich sich dann und wann einmal Feyenoord dazwischen. Nun avancierte am vergangenen Sonntag A(lkmaar) Z(aanstreek) Alkmaar, der kleine Fußballklub aus der Käsestadt, zum Meister des niederländischen Königreichs. Im Übrigen erstmals seit 1981.

Das alles gelang am vergangenen Samstag sogar mit einer Pleite gegen Vitesse Arnheim. Die gefiel AZ-Trainerpfau Louis van Gaal natürlich überhaupt nicht, hätte doch bereits ein Remis zur vorzeitigen Krönung ausgereicht, um noch am Samstagabend prächtig feiern zu können. Entsprechend erzürnt erging sich van Gaal danach beim unvermeidlichen Interview nach der Niederlage mit einem unmotivierten Wischer an dem Objektiv eines verdutzten wie unschuldigen Kameramannes.

Doch alles war letztlich halb so wild, da Verfolger Ajax tags darauf beim PSV Eindhoven bei einem 2:6-Debakel gewaltig unter die Räder kam und den 11-Punkte-Vorsprung von AZ an den letzten drei Spieltage der regulären Saison nicht mehr einholen kann. Die Sache mit dem Kameramann war selbstredend Käse von dem eitlen van Gaal, wird von AZ und ihm selbst demnächst gewiss weggefeiert werden.

Schließlich findet die offizielle Meisterehrung von AZ bei seinem Gastspiel am kommenden Sonntag bei Ajax Amsterdam statt, wo man man den Trainerpfau pikanterweise ehedem vom Hof jagte. Vielleicht war diese Maßnahme von Ajax seinerzeit sogar Käse, ist in jedem Fall mittlerweile Schnee von gestern. Der Wimpel des neuen niederländischen Meister darf daher in der Wimpelecke nicht fehlen, auch wenn der Name der AZ-Arena auf dem stark befranstem Exemplar nicht mehr gängig ist...

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Dienstag, 21. April 2009

Nordderby

Ab morgen werden mit einem Begriff gejagt werden, der uns wahrscheinlich in gut vier Wochen längst aus dem Halse hängen wird. Das NORDDERBY wartet mit seinen vier spannenden Akten im DFB-Pokal, UEFA-Cup und in der Bundesliga auf, HSV gegen Werder Bremen, Werder gegen den HSV undsoweiter. Man stelle sich vor, Werder vermaleidet den Rothosen tatsächlich mit lediglich einem Sieg Pokal und UEFA-CUP. Das hätte wirklich was von der Weise, dass ein gutes Pferd nicht höher springt, als es muss...

Samstag, 18. April 2009

Stratege

Im Halbfinale des englischen FA Cups kommt es heute im Wembleystadion zum Londoner Schlagabtausch zwischen Chelsea und Arsenal. Chelsea-Coach Guus Hiddink ist ohnehin als Taktikfuchs bekannt bis verklärt. Jetzt hat er offensichtlich vor dem Duell mit Arsenal das passgenaue epigonale Strategie für einen Einzug ins Cupendspiel entdeckt, der er seinen Schützlingen um Michael Ballack anscheinend auf den Weg geben will. Heute ab 18.00 Uhr live im DSF wird sich zeigen, ob es klappt.

Freitag, 17. April 2009

Hommage an Horst Hrubesch?

Horst Hrubesch feiert heute seinen 58. Geburtstag. Wie man bei YouTube so sieht, wandelt ein gewisser Ronaldinho offenbar auf den Spuren des etwas angegrauten Kopfballungeheuers. Wenn das keine versteckte brasilianische Hommage als gut verpackter Glückwunsch an den einstigen Dorschangelbuchschreiber ist.



Jetzt kommt Katsche!

Da maulen und meckern die Großkopferten der großen bajuwarischen Fußballwelt gegen den Klinsmann, wo sie nur können. Der Stoiber-Edmund, der Maier-Sepp, der nervende Hartmann-Waldi und nicht zu vergessen der kaiserliche Franz. Der Rummenigge-Kalle, Hoeneß-Uli, der Breitner-Paul und sogar der Matthäus-Lothar halten sich derzeit vornehm zurück.

Aber, aber Katsche, des Kaisers einstiger Putzer. Ja, der Katsche, der ansonsten so still ist, grätscht, mit zwei zwinkernden Augen gesehen, mit einem rustikalen Kommentar auf WELT Online plötzlich wie unerwartet aus der Reihe.

Wenn da nicht da dem Lattek-Udo ob des Verrats der guten alten Zeiten nicht erneut die Tränen kommen werden. Bei THOR WATERSCHEI würde daher jedenfalls mächtig mit weißen Taschentüchern gewedelt werden. Eine Geste, die also nicht dem Klinsmann-Jürgen gewidmet wäre.

Donnerstag, 16. April 2009

Hillsborough



In stillem Gedenken an die 96 Toten der Hillsborough-Tragödie, dessen trauriger 20. Jahrestag sich gestern jährte. Eine kurze Blogschau in Erinnerung an Hillsborough:

Fernglas: 20 Jahre Hillsborough

Zum Runden Leder: You'll Never Walk Alone

Im Schatten der Tribüne: Hillsborough Memorial Day

Premiership & More: Heute vor 20 Jahren

Entscheidend is auf'm Platz: 96

Sonntag, 12. April 2009

Hamburgs nächste Perle?

Im ganzen Ballyhoo um den FC Bayern und Jürgen Klinsmann ist die Gala-Vorstellung von Piotr Trochwski im UEFA-Pokal gegen Manchester City beinah untergegangen. Einen Treffer selbst markiert, zwei Tore vorbereitet. Wie unlängst bekannt wurde, sollen englische Spitzenklubs wie Arsenal und Chelsea den filigranen Mittelfeldspieler des Bundesliga-Dinos schon länger beobachten. Nun soll sich zu dem erlauchten Kreis der Interessenten ebenfalls Juventus Turin zugesellt haben. Von einer Nedved-Nachfolgeschaft ist gar die Rede.

Was dran ist, wird sich zeigen. Doch beim HSV wächst allmählich eine neue Perle heran, die auf dem Wege zu sein scheint, ohne das nervende Sommermärchen-Päckchen auf dem Rücken, ein richtig Großer zu werden. Vor allem der stagnierende Herr Schweinsteiger dürfte sich überholt fühlen - trotz fast 70 Länderspielen. All das erkannte Uns Uwe Seeler übrigens schon im vergangenen Herbst, als Uns Uwe den neuen T(h)or der Woche huldigte:

Piotr ist ein wahres Geschenk für meinen HSV. Wenn er weiter so in Form bleibt und das Hamburger Spiel bestimmt, kann der HSV Meister werden. [...] Piotr hat nun die Entschlossenheit, die ich mir so lange von ihm gewünscht habe. Seit dem Weggang von Rafael van der Vaart zu Real Madrid scheint Trochowski seine Hemmungen abgelegt zu haben.

Nur im Piotr Trochwoski-Threads des HSV-Forums leidet man an Trochowskis vermeintlichen Künsten im Umgang mit dem ruhenden Ball, die offensichtlich nicht die helle Freude entfachen:

Wenn von 10 Standards 9 in den Strafraum nicht über die kurze Ecke hinauskommen und so niedrig reingeschlagen werden, dass sich selbst ein Erdhörnchen bücken müßte, weiß ich, aha, Trochowski hat gerade geschossen. [...] Ich gehe seit geraumer Zeit bei Freistößen und Ecken des HSV immer auf Toilette oder Bier holen. Wüßte ich von einer Eckballserie des HSV, würde ich kurz mal bei Ikea vorbeischauen.

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 11. April 2009

High Noon

Wenn der FC Bayern am heutigen Karsamstag anlässlich des 27. Bundesligaspieltags auf Eintracht Frankfurt trifft, gleicht dieses Duell für Jürgen Klinsmann eines jener Duelle, die gern in angestaubten Western-Streifen beschwört werden. „High Noon“ ist für Klinsmann angesagt, dem offenbar die gesamte Boulevard-Presse nebst bajuwarischen Traditionalisten die alleinige Schuld für die derzeitige Situation beim Rekordmeister in die Schuhe schieben will. Eines scheint klar, verlieren die Klinsmänner gegen die Hessen, wird die Ära Klinsmann beim FC Bayern vermutlich jäh beendet werden.

Für den Fall der Fälle sprießen bereits mannigfaltige Gerüchte wie Pilze aus dem Boden, wer Klinsis Nachfolger werden könnte. Da ist von Ottmar Hitzfeld die Rede, sogar Mehmet Scholl und Paul Breitner darf selbstredend nicht fehlen in der Reihe, dessen Engagement heute im Blätterwald so als wahrscheinlichste Lösung für genannten Fall der Fälle angesehen wird. Denn bei allem medialen Brimborium um die Klinsmänner mit dem Bayern-Emblem auf der Brust hat sich der sonst wortgewaltige Breitner doch ziemlich zurückgehalten. Überraschend gegensätzlich zu seinem hehren Leitmotiv, welches nach Überlieferungen aus dem Breitner-Zitatenschatz lauten soll:

„Ich habe nur immer meine Finger in Wunden gelegt, die sonst unter den Tisch gekehrt worden wären.“

Verliert Klinsmanns Elf heute, könnte Breitner demnächst für mehrere Wochen Gelegenheit erhalten, seine Finger in allerhand Wunden zu legen. Wahrscheinlich allen voran bei den Schweinsteigers, Rensings und Lells...

Donnerstag, 9. April 2009

„Ein kaiserlicher Spaziergang“

Wer die Demütigung des FC Bayern durch den FC Barcelona gestern live am Fernsehschirm verfolgt hat, möchte heute sicher nicht in der Haut des Jürgen Klinsmann, der Bayern-Oberen oder gar der gestern in unschuldigem Weiß gekleideten Spielern stecken, die von dem brillanten Messi und seinen Gefährten am Nasenring durch die Manege Camp Nou geführt worden sind.

Wie man heute so im Netz liest, soll Bayerns früherer Titelbringer und Trainer-Veteran Udo Lattek, der auf Einladung der Bayern mit nach Barcelona gereist war, gar ob der schmachvollen Darbietung der vermeintlichen Bayern-Elf geweint haben, wie Bayern-Vorstand Kalle Rummenigge der Presse mitteilen sollte: "Ich habe unseren alten Freund Udo Lattek in der Halbzeit gesehen, er hat geweint."

Das internationale Presseecho fällt für den deutschen Rekordmeister entsprechend vernichtend aus:

„Barcelonas Fußball ist von einer anderen Welt. Das Weiterkommen war bereits zur Halbzeit entschieden. Mit etwas mehr Druck in der zweiten Hälfte hätte Barça den Bayern eine Packung von skandalösen Ausmaßen verpassen können.“ [Marca]

„Ein kaiserlicher Spaziergang: Barcelona setzt seinen Triumphzug zum Finale in Rom fort. Egal was bis dahin geschieht, niemand wird Barça absprechen können, eine der besten Mannschaften in Europa zu haben.“ [El Periódico]

„Barça nahm den FC Bayern unter Maschinengewehrfeuer. Der deutsche Meister brannte lichterloh.“ [El País]

„Messi vernichtet Bayern. Er löscht Toni und Bayern aus. Barça feiert eine Fiesta. Ein Vergnügungspark an Toren. Jetzt zittert Klinsmann.“ [Gazzetta dello Sport]

„Messi schlitzt Klinsmanns Bayern mit einer blendenden Vorstellung auf. Barça erzielt alle Tore in einer sensationellen ersten Halbzeit. Messi tobt sich richtig aus. Barcelona schlägt Bayern vernichtend im Nou Camp.“ [THE SUN]

„Messis Zauber bringt Barça einen Schritt näher Richtung Rom. Man sollte vorsichtig mit dem Wort furchteinflößend sein, aber niemals vorher war es treffender als bei dieser Vorstellung.“ [THE TIMES]

Das Beste am derzeitigen Bild der Bayern stellt noch die differenzierte Abrechnung des Bloggerkollegen und Bayern-Fans Zechbauer dar, die in dessen Fernglas-Blog nachzulesen ist.

Mittwoch, 8. April 2009

Butt!

War das etwa der Anfang vom Ende für Michael Rensing? Jürgen Klinsmann und kämpft mit allen Bandagen um den Sieg im Camp Nou und damit um seinen Trainerposten. Klinsmann wird heute wahrscheinlich auf den fitten Kahn-Nachfolger im Bayern-Tor verzichten und vielmehr auf die Erfahrung von Torwart-Veteran Hans-Jörg Butt setzen, der wie wir uns erinnern, 2002 schon mit Bayer Leverkusen im Champions League-Finale stand.

Definitiv dürfte ein Champions League-Viertelfinale diesen Kalibers für den juvenil-formschwankenden Rensing kein Ort sein, um weitere internationale Erfahrung sammeln zu können. Vielleicht hätte er sich tatsichlich in Tagen von Oliver Kahn an Klubs wie den FC Brügge ausleihen lassen sollen. Schaun mer mal, wie stark Butt noch ist. Gewinnen die Bayern jedenfalls im Camp Nou und verwandelt Herr Butt zusätzlich den entscheidenden Elfmeter, dann können sich sämtliche Klinsi-Kritiker wohl auf immer und ewig in ihren Löchern eingraben...

Pep-Krankheit

Der FC Bayern gastiert heute Abend beim FC Barcelona. Beim FC Barcelona, der so stark wie seit seligen Zeiten unter Johan Cruyff gilt. Verantwortlich zeichnen sich dafür nicht allein die Messis, Henrys oder sonstige Barca-Stars. Ronald Reng beschreibt in einem wunderbaren Artikel für die taz, wie die erst 37-jährige Barca-Ikone Josep Guardiola, seines Zeichens noch Trainer-Novize, Barcas Identität wiederbelebt. Die wunderbare Pep-Krankheit...

Freitag, 3. April 2009

Höhenflieger

Die Kommentatorfunktion bei WELT Online verhilft dem auf Schalke auf dem Abstellgleis stehenden Olaf Thon, sich plötzlich in völlig unerwartete Höhen wiederzufinden. Wie gut, dass dies offensichtlich dank eines beherzten Adlers geschieht. Eloquent, progressiv, zu intellektuell. In diesem Sinne: Olé, Olaf Thon!

Hauender Lukas



Kirmes in Cardiff. Lukas haut Ballack und Trainer Baade liest dem Schabernacktreibenden unterdessen gehörig die Leviten...

Mittwoch, 1. April 2009

Ein Abend mit George Best

Von Spaziergängen lässt sich nicht unbedingt sprechen, wenn deutsche Nationalmannschaften in Wales gastieren. Dass ist freilich schon traditionell so und war auch heute Abend im Millenium Stadium zu Cardiff nicht viel anders. Selbst wenn sich wie heute in das weite Rund der walisischen Nationalarena anstelle der möglichen 74.500 Zuschauern lediglich knapp 25.000 Interessierte verloren. Die sahen ein weitgehend zähes Spielchen, in dem Michael Ballack mit seinem satten Knaller zur deutschen Führung glänzte.

Ein Spielchen, in dem der quirlige walisische Stürmer Robbie Earnshaw in dem stark aufgelegten Robert Enke seinen Meister finden sollte. Es war ebenfalls ein Spielchen, in dem der in den letzten Tagen medial arg malträtierte Mario Gomez seinem herbeigesehnten nächsten Länderspieltor durch ein von ihm erzwungenes Eigentor einer walisischen Abwehrkante ein kleines Stückchen näher kam. Ein Spielchen, welches weder auf deutsche noch auf walisischer Seite neue Helden gebar. Ein Spielchen, das Jogis Löwen jedoch ein weiteres Stückchen gen Gruppensieg auf dem Weg zur WM nach Südafrika brachte.

Last, but not least wurde sogar auf walisischer Seite jemand eingewechselt, den noch nicht einmal der scharfsinnige Steffen Simon erkannt hat. Nein, kein verkleideter Ryan Giggs. Vielmehr wechselte der walisische Trainerrammbock John Toshack an diesem lauen Abend von Cardiff im Herbst der zweiten Hälfte tatsächlich George Best ein. Das ist jetzt kein Scherz. Denn der Vater jenes Jokers Toshacks, der im englischen Zweitligaalltag den Dress von Sheffield United trägt, war offenbar großer Best-Fan und sorgte dafür, dass sein Sohn mit vollem Namen wahrhaftig David Rhys George Best Cotterill heißt. Ein 2:0-Sieg in Wales und zugleich ein Abend mit George Best, was will man mehr...