Als ich gestern Abend in der Sportschau sah, wie Wolfsburgs Grafite in der 58. Minute nach seinem Treffer gegen Hoffenheim auf dem Boden liegend sein Gesicht freudetrunken in den Rasen der Hoffenheimer Arena drücke, da habe ich einen kurzen Moment in die Hände geklatscht.Diesem Grafite, dem neuen T(h)or der Woche, habe ich dieses Tor, das spätere Siegtor, durchaus gegönnt. Die Geschichte der Saison des amtierenden Schützenkönigs (28 Treffer) ist bekannt. Grafite trifft nicht mehr, wird ausgewechselt, legt sich mit dem neuen Trainer Armin Veh an, Grafite ist traurig und trifft daraus folgend nicht mehr in der Bundesliga, noch nicht einmal mehr die Wolfsburger Möbelwagen. Erst recht trifft Grafite nicht mehr in der Champions League. Dank Grafites Turbulenzen schien es bei diesem plastikhaften wie langweiligen VfL Wolfsburg ein wenig zu menscheln - wie gestern in jener 58. Spielminute in der Hoffenheimer Arena.
Nach einer Woche ihm vergönnten Heimaturlaub hat Grafite seinen Ladehemmung also besiegt, ist wieder glücklich, macht sein 3. Saisontor, lobt den neuen Trainer Armin Veh und wird vermutlich wieder regelmäßiger treffen. Erst in der Bundesliga, dann in der Königklasse. Die Möbelwagen der Autostadt lassen wir mal aus dem Spiel. Treffen, wie es öde Sat 1-Einspieler zur Champions League suggerieren, in dem Grafite den Ball bekommt und ihn ganz Tormaschine einnetzt.
Und wenn Grafites Tormotor erst wieder richtig zuckelt, dann dürfen wir uns vermutlich erneut darauf freuen, wie die Herren Kommentatoren aller Sender uns mit ihrer Interpretation der richtigen Aussprache seines Namens nerven. „Grafitsch“, „Grafitschi“ oder halt „Grafitä“. Das Gebaren gehört offenbar bei Treffern Grafites dazu, auch wenn das gar kein Grund ist, kurz zu klatschen.
Über den T(h)or der Woche






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