Samstag, 21. November 2009

Falscher Franz?

Es ist schier unglaublich, welch hohe Wellen der neue Wettskandal im deutschen Fußball schlägt. Manch Kicker soll sich für eine für ihn reizvolle Summe erbarmt haben, mit einem Fehler ein Spiel zugunsten eines gewünschten Ergebnisses zu beeinflussen. Beispielsweise beim VfL Osnabrück scheint sich derzeit ein wenig die lila-weiße Plattentektonik zu verschieben, seitdem von der zuständigen Bochumer Staatsanwaltschaft die Namen der Kicker Thomas Reichenberger, Marcel Schuon und Thomas Cichon in diesem Zusammenhang erwähnt wurde. Diese drei vermeintlich schwarzen Schafe sollen gemäß der WELT in der abgelaufenen Zweitligasaison, die Osnabrück den Abstieg brachte, maßgeblich an der Manipulation der VfL-Partien gegen Nürnberg und Augsburg, die jeweils zu Niederlagen führten, beteiligt gewesen sein.

Ein paar Mal hat es mich in den letzten Jahren an die Bremer Brücke in Osnabrück verschlagen. Vor allem bei Flutlichtspielen entwickelte sich bisweilen eine fast "englische" Stimmung. Die lila-weiße Elf schien zumeist technisch ein wenig limitiert, glich die Defizite, seinerzeit angetrieben von Ex-Trainer Pele Wollitz an guten Tagen durch Kampf, Biss und Leidenschaft wieder aus. Als einer der symbolhaften Hauptprotagonisten galt für mich jener Thomas Cichon. Der gab einen wenig sprintstarken Libero, dem Toni Polster zu seinen Kölner Zeiten den veritablen Spitznamen Franz verpasst haben soll, mit akzeptablen Auge und einer Affinität zu Diagonalpässen über das halbe Feld. Doch irgendwie hielt Cichon lange Zeit Osnabrücks Abwehr zusammen, auch wenn das Gestöhne auf den Tribünen der Bremer Brücke immer wieder ob seiner fehlenden Dynamik durchdrang.

Gut kann ich mich etwa erinnern, wie jener Cichon mal mehr mal weniger entscheidende Elfmeter für den VfL versenkte und sich danach stets ausgiebig auf dem Zaun vor der Osnabrücker Fankurve feiern ließ. Humba, humba, tätärä undsoweiter, das volle Programm mit Pauke undsoweiter eben. Es wäre für mich einfach unglaublich, wenn dieser langsame Libero Thomas Cichon, dieser elfmeterschießende Zaunkönig, tatsächlich jenes schwarzes Schaf, also ein falscher Franz, wäre, von dem die WELT bezugnehmend auf die Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft berichtet. So platt es klingen mag: man schaut den Leuten halt doch nur vor den Kopp.

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo.
Ich mochte mit Ihrer Website www.thor-waterschei.com Links tauschen