Sonntag, 25. Oktober 2009

Verballhornt

Menschenskinder! In der weiten Welt des Fußballs geschehen derweil interessante Ereignisse. Vor einer Woche lachten wir über den Beachball den ein Dreikäsehoch im nordenglischen Sunderland auf das Spielfeld des Stadiums of Light warf und damit die Vorlage für das Anfang vom Ende der Pleite des großen FC Liverpool in seinem Premier League-Gastspiel bei den Black Cats gab.

Gestern sah sich dann kein Geringerer als der Methusalem aller deutschen Torwächter Jens Lehmann von einem Balljungen in Hannover düpiert. Lehmanns VfB war in der zweiten Halbzeit drauf und dran bei den vor Mittelmaß zutiefst strotzenden 96er zu verlieren und noch weiter in den Krisensog abzurutschen. Um das Spiel zu beschleunigen wollte Lehmann höchstselbst in der eigenen Hälfte einen Einwurf ausführen. So mancher wird sich vergnügt auf die Schenkel geklopft haben, wie der Frechdax von Balljunge anstelle den Ball in Lehmanns Pranken zu legen diesen lässig über Lehmanns Kopf hinwegwarf.

Das brachte den verballhornten Lehmann, dem neuen T(h)or der Woche, selbst nach dem Schlusspfiff und der 0:1-Pleite noch völlig auf die Palme, so dass der 40-Jährige gar zum Kulturkritiker aufschwang und rundumschlagend die „Zeitschindekultur“ in der Bundesliga mächtig beschimpfte.

Was bleibt? Aus welchem Blickwinkel auch immer betrachtet, der hitzige Lehmann sah ganz schön alt aus. Böse Zungen könnten gut und gerne die Platte auflegen, wie günstig es für ihn sei, nicht mehr zum Kandidatenkreis für Jogi Löws Nationalkeepercasting zu gehören. Schließlich hätte er ja noch nicht einmal den Ball des Balljungen fangen können. Auch wenn sich in Lehmanns Salven vielleicht durchaus ein Fünkchen Wahrheit finden mag.

Über den T(h)or der Woche

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