Dienstag, 9. Juni 2009

Ende der Seifenoper

Jetzt ist die Seifenoper vorbei“, soll ein gewisser Kaká erleichtert aufgestöhnt haben, nachdem ihn der AC Mailand überredet hat, seine Zelte künftig in Real Madrids Estadio Bernabeu aufzubauen.

Kolportierte galaktische 65 Millionen Euro, mithin die zweithöchste Ablösesumme der Fußballgeschichte, sollen sich die Königlichen den Brasilianer kosten lassen. Angeblich habe er nicht unbedingt „sein“ Milan verlassen wollen. Das Kaká versuchte noch vor Tagen der nervigen Gazzetta dello Sport zischend zu verklickern: „Ich will bleiben, also lasst mich in Ruhe.“

Mittlerweile erwies Kaká „seinem“ Milan allerdings, ganz im Stile eines umsichtigen Märtyrers, mit dem Wechsel im Übrigen einen letzten Dienst, tat er nun doch säuselnd kund:

„Aber die internationale Wirtschaftskrise hat die Klubs hart getroffen, vor allem jene, die Unternehmen sind, wie der AC Mailand. Das wurde mir erklärt, ich habe die Situation verstanden, und meine Zustimmung zum Wechsel war der beste Weg, dem Klub zu helfen.“

Diese Worte des brasilianischen Fußballgottes dürften so manchem Zeitgenossen wie Öl den Rücken hintergelaufen sein. Aber, da wird doch nicht etwa der Hauch von Bigotterie verkannt werden, mit dem Kaká seine Silben ein wenig gewürzt hat? Hätte nicht ein Transfer seinerseits im Februar zu dem mit Scheichmillionen aufgepumpten Manchester City, wie es österreichische Gazette Die Presse heute auf den Nenner bringt, „seinem“ Milan ganze 100 Millionen Euro in die Kasse gespült?

Der Weg eines Märtyrer verspricht, offensichtlich ein steiniger zu sein. Vielleicht bietet es sich daher an, Kaká nach Auslaufen seines 6-Jahreskontraktes in Madrid, einen Wechsel zu dem walisischen Klübchen Merthyr Tydfil, der in der siebten englischen Liga herumgeistert, ans Herz zu legen. Schließlich wird die Attitüde des Märtyrers bei den Walisern sowohl in ihrem ehrfurchterregendem Vereinsemblem überaus groß geschrieben und lässt sich selbstredend aus ihrem stilbildendem Spitznamen The Martyrs ohne Umschweife heraushören.

Kommentare:

GeordieRamon hat gesagt…

Der Transfer war ja schon praktisch in trockenen Tüchern, aber nun haben wir endlich die Bestätigung. Das Transfertheater um Real Madrid wird aber noch längst nicht ein Ende nehmen...

Ach ja, und bezüglich Seifenoper fällt mir spontan ein Verein ein. Ja, DEN meine ich!

wetten hat gesagt…

Ende? Noch längst nicht...