Sonntag, 17. Mai 2009

Man nannte ihn „Hot Shot“

39 Jahre ist Michael Tarnat mittlerweile alt. Tanne Tarnat, der alte Haudegen, als der in Duisburg noch als Talent galt, hetzte dort sogar noch Zettel-Ewald Lienen in Zebra-Kluft über den Rasen. Tanne Tarnat, der alte Haudegen, als der sich in Karlsruhe allmählich einen Namen machte, fegte dort noch Winnie Schäfer mit seiner wallenden roten Haarpracht wie ein Irrwisch vor der KSC-Bank her.

Tanne Tarnat, der alte Haudegen, als der in München bei den Bayern viele titelreiche Jahre verlebte, war auch jenes ominöse Jahr vor zehn Jahren dabei, als die Bayern in Barcelona gegen Manchester United ihren legendären Minuten-Tod starben. Tanne Tarnat, der alte Haudegen, als es den auf die Insel zu Manchester City verschlug, eroberte er schnell die Herzen der Fans. In Deutschland kannte man ja Tarnats riesigen Bumms bereits, in England machte sich Tarnat damit ebenfalls einen Namen: man nannte man ihn „Hot Shot“.

Tanne Tarnat, der alte Haudegen und passionierte Trikotsammler, als der vor fünf Jahren in Hannover bei 96 anheuerte, klopfte man sich dort noch gefällig auf die Schenkel, tatsächlich einen Oldtimer solchen Kalibers zu 96 gelockt zu haben. Allmählich kann Tanne Tarnat, der alte Haudegen, jedoch von Hannover aus dem Sonnenuntergang seiner Laufbahn entgegenreiten. Wie man über Tanne Tarnat, den alten Haudegen, so hört und liest, bekam dieser Stunden vor dem letzten 96-Heimspiel dieser Saison gegen Wolfsburg wenig aufrichtig mitgeteilt, bei 96 für das nächste Jahr keinen neuen Vertrag mehr zu erhalten. Mit einem Blumenstrauß zum Abschied soll übrigens auch gegeizt worden sein.

Wie sich vernehmen lässt, hat Uli Hoeneß Tarnat zwar seinerzeit zum Abschied einen Job als Bayern-Scout in die Tasche gesteckt. Doch angeblich will der derzeit älteste Feldspieler der Bundesliga nach dieser für ihn so verletzungsreichen Spielzeit nicht einfach so abtreten und noch ein allerletztes finales Jahr die Stiefel schnüren. Es wäre doch was, wenn man Tanne Tarnat, den alten Haudegen und neuen T(h)or der Woche, nach ein oder zwei knackigen Freistoßknallern noch ein paar Mal „Hot Shot“ nennen könnte.

Kommentare:

Kid Klappergass hat gesagt…

Dieser "Hot Shot" hat einst - nachdem den Bayern beide Torhüter im Spiel wegen Verletzungen abhanden gekommen waren - die Stürmer der Frankfurter Eintracht zur Verzweiflung gebracht und den Bayern den Sieg gerettet.

Ob das nicht - anstelle des Posten eines Scouts - eine Option für die nächste Saison wäre? Einen guten Torwart könnten die an der Säbener Straße doch sicher brauchen. ;-)

Gruß vom Kid

Thor Waterschei hat gesagt…

Lol! Du eigenst Dich offensichtlich auch für die Funktion des Scouts. Vielleicht passt Tarnat ja der Kahn-Dress...