Sonntag, 3. Mai 2009

„Ich weiß nicht, wie lange es geht“

Es gibt Zeitgenossen, die sich beim Anblick von Thomas Schaaf an das strenge Angesicht von Marlon Brando als Paten erinnert fühlen. Noch mehr Zeitgenossen sehen in dem zumeist norddeutsch trocken auftretenden Werder-Trainer jedoch den potenziellen Nachfolger von Werder-Rekordtrainer Otto Rehhagel. Schließlich steht in der kommenden Woche Schaaf seine Jubiläumswoche als Werder-Coach bevor. Seit zehn Jahren hat das Werder-Urgestein nunmehr auf der Bremer Brücke das Sagen und wird irgendwann in der Retrospektive für sich beanspruchen dürfen, dass er den schöneren Fußball hat spielen lassen als Otto I. in seiner 14-jährigen Ära am Weserstrand.

Das Gelübde für die Ewigkeit legt Schaaf dennoch nicht ab und sprach betreffend seiner weiteren Zukunft bei Werder herrlich unaufgeregt: „Ich weiß nicht, wie lange es geht“. Der Realist kennt die Gesetze des Geschäfts. Schließlich sah so mancher Schreiberling noch im Februar, als die Endspiele im DFB-Pokal und UEFA-Cup für Werder noch nicht zum Greifen nah waren, die Sonne der Schaaf-Ära so langsam untergehen. Doch inzwischen strahlt diese wieder wie in besten Tagen.

Wie vor zehn Jahren steht Schaaf mit Werder im Pokalfinale und darf trotz der Hinspielpleite am Donnerstag im UEFA-Pokal gegen den HSV noch immer auf den Endspieleinzug dieses bald beerdigten Europapokals hoffen. Zum einen machte Werder nicht zuletzt im jüngsten DFB-Pokalhalbfinale in der Uwe Seeler-Kampfbahn eine gute Figur. Zum anderen scheint es, als wenn der neue T(h)or der Woche speziell in dieser Saison bei Pokalpartien vor auswärtigem Publikum immer irgendwie noch einen Trumpf in der Tasche hätte.

Über den T(h)or der Woche

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