Samstag, 30. Mai 2009

Finalfieber

Im Mikrokosmos von THOR WATERSCHEI herrscht heute gewissermaßen Finalfieber. Zum einen heißt es in England „Vorhang auf“ für das 128. Endspiel des FA Cups, in dem Michael Ballacks FC Chelsea und der FC Everton um den Sieg im bedeutensten englischen Pokalwettbewerb ringen. Die Litanei über Ballacks unglückselige Finalpleiten wird sich einfach erspart. Schließlich sitzt bei den Blues noch immer Guus Hiddink, auch wenn heute zum letzten Mal, auf der Bank, dem man mitunter nachsagt, über sogenannte Midas-Hände zu verfügen.

Inwiefern dieser Samstag für Chelsea ein goldener wird, bleibt abzuwarten. Denn wenn es nach Englands Ausgabe von Udo Lattek geht, die Terry Venables heißt, dann dürfte das FA Cup-Finale für Chelsea keine Spaziergang über das satte Wembley-Green werden. Wie sich auf der Onlineseite der Sun nachlesen lässt, gab „El Tel “dem zuständigen Redakteur zu Protokoll, dass er eine Überraschung durch Everton für nicht unwahrscheinlich halte und garnierte seine Prognose mit dem Sahnehäubchen „Toffees are like Barcelona“. Behält er Recht, hängen für Ballack und seine Blues heute in Wembley die Trauben recht hoch.

Der andere wichtige Vorhang wird sich heute in Berlin heben. Bayer Leverkusen trifft im DFB-Pokalendspiel auf Werder Bremen und hofft auf den zweiten Pokalsieg nach 1993, in dem die Amateurmannschaft von Hertha BSC dank eines Kirsten-Tores bezwungen wurde. Doch die Erinnerung an diesen Triumph und das wenig spektakuläre Finale ist schon reichlich verblasst. Bei mir klingelts nur noch im Bezug darauf, dass Bayer-Coach Dragoslav Stepanovic damals im Sportstudio ständig damit genervt hat, nicht den Pokal anfassen zu wollen, weil Vorgänger Reinhard Saftig kurz vor dem Finale geschasst worden war.

Weniger geziert hat sich da Werders Trainerikone Thomas Schaaf vor zehn Jahren, der Bremen selbst vor dem siegreichen Pokalfinale '99 übernahm und letztmals im Bremer Doublejahr 2004 den Pott an den Weser geholt hat. Als Appetitmacher auf dieses Finale gaben sich dieser Tage übrigens die beiden Blogger Tobias Singer (Meine Saison mit dem SVW) und Jens Peters (Catenaccio) im TW-Gästeblock die Ehre und orakelten dort wortgewandt, warum gerade ihr Lieblingsklub heute den DFB-Pokal in den Berliner Abendhimmel stemmen wird.

Ein umfassender Blick in den Gästeblock lohnt sich also, zumal, Gott sei Dank, in keinem der beiden Gastbeiträge die wenig betörende Floskel „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“ zu finden ist. Es darf also ein hochklassiges Finale erwartet werden.

1 Kommentar:

Kid Klappergass hat gesagt…

Es war ja auch Saftigs Pokal, da htten Steppis Fingerchen nichts dran verloren. :-)
Als Trainer der Eintracht flog Stepanovic mit seiner Elf im Halbfinale gegen Leverkusen trotz HeImspiel mit 0:3 'raus, um dann im Finale den Pokal zu gewinnen.

Das hatte für mich einen ähnlich bitteren Beigeschmack wie die Entlassung von Rehhagel bei den Bayern, nachdem er sie im UEFA-Cup ins Finale geführt hatte. In der Liga standen die Bayern in der gesamten Saison nie schlechter als Platz 2, Rehhagels Vorgänger Trapattoni war im Vorjahr nur 6. geworden ...

Diesen Titel, diesen UEFA-Cup-Sieg, haben die Bayern dem Otto geklaut. Na ja, war ja laut Franz Beckenbauer ohnehin nur "der Cup der Verlierer".

Es ist der "Lichtgestalt" nicht hoch genug anzurechnen, dass sie sich dennoch im Hinspiel des Finales geopfert und sich auf die Bank gesetzt hat ... Selbstlos, wirklich.

Gruß vom Kid