Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. Als Vorgeschmack auf das Pokalfinale am Samstag in Berlin, werden heute und morgen mit Tobias Singer und Jens Peters gleich zwei Edelfans der beiden Finalisten ihre Visitenkarte im Gästeblock abgeben und uns davon berichten, wieso gerade ihr Lieblingsklub den DFB-Pokal holen wird. Den Anfang macht heute Werder-Anhänger Tobias, der offenbar genau weiß, wie Werder Bayer Leverkusen den Pokal wird wegschnappen können.Warum wird Werder Bremen Pokalsieger? Ich könnte es mir einfach machen und auf unseren Gegner verweisen. Bayer Leverkusen ist nicht gerade bekannt für den nötigen Killerinstinkt am Ende einer Saison. So ist die Titelsammlung der Rheinländer wenig beeindruckend. Immerhin den DFB-Pokal haben sie schon einmal gewonnen. Nicht wenige Fans freuten sich daher sehr über „Vizekusen“ als Finalgegner.
Ich könnte es mir auch einfach machen und auf Werders Pokalgeschichte verweisen. Reisen nach Berlin gehörten schon immer zu den Bremer Lieblingsbeschäftigungen, was sicher nicht an unserer Auswärtsbilanz gegen die Hertha liegt. In den 22 Jahren meines bewussten Fan-Daseins stand Werder bislang siebenmal im Finale und ging dabei viermal als Sieger vom Platz. Der letzte Pokalsieg ist bereits fünf Jahre her. Es wird also höchste Zeit, mal wieder einen Pott an die Weser zu holen.
Doch der wahre Grund, warum Werder am Samstag als Sieger vom Platz gehen wird, ist genauso einfach wie traurig und eigentlich jedem Fußballfan bekannt: Der Fußballgott ist ein Arschloch!
Kaum eine Mannschaft hat sich in den letzten Monaten derart unbeliebt gemacht, wie Werder. Bestechungsskandale, Wettbewerbsverzerrung und unsportliches Verhalten sind nur einige der Vorwürfe, die gegen den Verein erhoben wurden. Werder spielte 2009 in einer Liga für sich, spulte in der Bundesliga bis auf wenige Ausnahmen ein Pflichtprogramm runter und zeigte nur in den Pokalwettbewerben, was eigentlich in der Mannschaft steckt. Ging es nicht ums direkte Weiterkommen, spielte man oft uninspiriert und wenig ansehnlich. Am Ausgang der Bundesliga wollte sich Werder lieber nicht beteiligen. Zu dumm, dass die letzten Spiele ausgerechnet gegen Absteiger Karlsruhe und Meister Wolfsburg stattfanden.
Als es darum ging, dem Nordrivalen aus Hamburg die tolle Saison zu vermiesen, war Werder plötzlich wieder voll da. „Kein Finale, keine Schale, HSV“, sangen die Fans und so muss wohl auch die Mannschaft gedacht haben. Nun liegt der HSV am Boden (sprich: Europaliga) und Werder hat beruhigt ein paar Gänge zurückgeschaltet. Wer wäre also besser geeignet, den nach Titeln lechzenden Leverkusenern den Pokal vor der Nase wegzuschnappen? Irgendwie werden der fallsüchtige Diego und der geldgeile Pizarro den Ball schon im Tor unterbringen. Und falls gar nichts mehr geht, liegt bestimmt irgendwo eine Papierkugel, die ins Spiel eingreift.
Jubeln werden am Ende also wir unsympathischen grünweißen Fischköppe. Doch es ist nicht so, als hätte der Fußballgott kein Herz: Nach der Meisterschaft auch den Pokal an einen Werksverein zu vergeben, das wäre selbst für ihn zu gemein.
Tobias Singer bloggt ansonsten leidenschaftlich über Werder und den Fußballgott in seinem Werder-Tagebuch Meine Saison mit dem SVW .






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