Freitag, 22. Mai 2009

„Das ist sie, Freunde!“

Was macht eigentlich...Andreas Brehme? Wenn unser 1990er WM-Siegtorschütze, wir erinnern uns an das kurzweilig malade matthäus‘sche Nervenkostüm des Finales von Rom, nicht gerade ganz im Stile eines Volkstribuns im unverkennbarem hamburgischen Idiom in der Provinz Mini-Fußballplätze einweiht. Dann kümmert er sich als derzeitiger Fußballtrainer außer Dienst zeitweise um Salatschüsseln.

Gemach gemach, da ist nun kein neuer Tupper-Generalvertreter wie eine Rakete in den Himmel geschossen. Andi Brehme wurde auserkoren, morgen vielmehr seinem Ex-Verein Bayern München, sofern dieser gegen den VfB Stuttgart gewinnt und Wolfsburg gegen Bremen verliert, die Meisterschale zu überreichen. Gewiss, das wäre was, wenn die Bayern selbst nach dieser unberechenbaren Saison als Deutscher Meister in die Bundesligannalen eingingen.

Apropos Annalen. Wer wusste eigentlich, dass Brehme seine eigenen bereits anno 1998, im Doppelpass mit dem Journalisten Herbert Günther verfasst hat. „Das war’s, Freunde!“ heißt dieser literarischer Erguss, in der Brehme, wie es bei Amazon heißt, „penibel Auskunft über jede einzelne Saison und bedeutende Turniere“ gibt. In Anlehnung an seine literarische Flanke könnte Brehme den Bayern also am Samstag so gegen 17:30 Uhr im Rahmen der feierlichen Übergabe der Meisterschale zurufen: „Das ist sie, Freunde!“

Dass Brehme seinem altem Bayern-Trainer aus den 80ern, Jupp Heynckes, indes penibel über jeden einzelnen Bundesligameister Auskunft geben wird, darf wohl inständig bezweifelt werden. Vielleicht wird Brehme Heynckes dafür anerkennend Teile seines schier unermesslichen Zitatenschatzes um die Ohren fegen: „Jupp, von der Einstellung her, stimmte bei den Bayern unter Dir stets die Einstellung.