Freitag, 29. Mai 2009

Berlin, Berlin...

Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. Als Vorgeschmack auf das morgige Pokalfinale in Berlin, hat gestern bereits Werder-Edelfan Tobias Singer darüber philosophiert, wieso sein SVW den DFB-Pokal holen wird. Heute gibt sich Leverkusen-„Fan aus Mitleid“ Jens Peters im Gästeblock die Ehre und erklärt, warum bei einer Finalpleite seiner Werkself unterm Bayer-Kreuz Holland in Not wäre.

Was hängt bei der Werkself aus Leverkusen nicht alles von diesem Finale ab? Jedenfalls, wenn man der Presse Glauben schenken darf. Verliert das Team von Bruno Labbadia das DFB-Pokalfinale gegen Werder Bremen, ist Holland in Not. Zunächst einmal würde es keinen internationalen Fußball in Leverkusen geben. Schlimm genug, wenn da nicht noch das neue Stadion wäre. Die Einnahmen aus der Europaliga würden fehlen, um finanzielle Verbindlichkeiten zurück zu zahlen.

Dann ist da ja noch der Trainer. Während die Presse bereits drei von vier Stuhlbeinen Labbadias mächtig angesägt hat, arbeitet die Mannschaft angeblich kräftig an des Trainers letzter Standfestigkeit. Noch legen aber Rudi Völler und Wolfgang Holzhäuser weiche Matten aus, für den Fall, dass der Trainer vom Stuhl kippt. Geht das Finale verloren, darf der braungebrannte Mann an der Seitenlinie wohl die Koffer packen.

Und noch einige mehr, werden wohl Sack und Pack zusammenraufen, sofern dies möglich ist. Zwei Jahre kein internationaler Fußball unterm Bayer-Kreuz, ein Mittelfeldplatz in der Bundesliga sind nicht gerade Gründe für potenzielle Stars, bei einer Mannschaft zu verbleiben. Rene Adler, Patrick Helmes, Tranquillo Barnetta und Co. würden es sich zwei Mal überlegen, wenn ein attraktives Angebot aus dem Süden der Republik, bzw. aus dem Ausland kommt.

Soweit die Bedeutung des Finales für die Leverkusener. Die Frage ist nun, reichen diese Punkte aus, um zu sagen, Bayer gewinnt das Finale? Will man nächstes Jahr internationalen Fußball in der neuen BayArena spielen? Will man gar den Posten des Trainers retten? Will man gemeinsam in der nächsten Saison oben mitspielen? Sicherlich alles Überlegungen, die man treffen kann, aber das wichtigste ist doch der Pokal!

Den Pokal würde ich nach Hause holen wollen. Den Pott. Heim in die Vitrine. Den Gegner an die Wand spielen, in Berlin, vor 80.000 Zuschauern, die Trophäe in die Hand nehmen, mit Sekt füllen, daraus trinken, feiern bis zum nächsten Tag. Das würde ich wollen. Und die Chance könnte kaum größer sein. Ein Match zum ultimativen Erfolg. Das wäre für mich Grund genug, zu gewinnen.

Dass Bayer gewinnen kann, daran zweifeln die wenigsten. Das Team hatte theoretisch Potenzial, ganz vorne mitzuspielen, doch irgendjemand, hat vergessen in der Bundesliga den Schalter umzulegen. Im Pokal ging es. Wenn es darauf ankam. Gegen die Bayern. Gegen Mainz in der Verlängerung. Also warum auch nicht gegen die Bremer? Dann könnte der Norden der Republik, personifiziert durch Hamburg und Bremen Vizekusen, im Nichterreichen von Erfolgen ablösen. Ich würde mich freuen.

Ich würde auch Fan bleiben, dieses Mal auch nicht aus Mitleid.

Jens Peters ist der Kopf des äußerst erfrischenden Bayer 04-Blogs „Catenaccio“.

1 Kommentar:

nedfuller hat gesagt…

Am Samstag sind alle HSV Fans auf jeden Fall auf der Seite der Werkself.