Donnerstag, 23. April 2009

Tractor Boy

Was macht eigentlich...Roy Keane? Roy Keane, mitunter schwelgt man noch in Tagträumen von Zeiten, in denen Keano den kompromisslosen Abräumer und Taktgeber im Mittelfeld von Manchester United gab. Mit seiner Numero 16 auf dem Rücken, die der raubeinige Iren jedoch nicht zu einer niedlichen sweet sixteen verkümmern ließ. Fürwahr, Keane und seine gefürchteten Grätschen sind im Old Trafford und auf den Rasenrechtecken Britanniens schon lange Geschichte.

Zweifellos gilt dies auch für den FC Sunderland. Bei dem Keane heuerte einst, als Coach völlig unbeleckt, in einer Nacht- und Nebel-Aktion an und führte Sunderland im Eiltempo aus den Abgründen der zweitklassigen Football League zurück in die Premier League. Anfang Dezember 2008 verließ Keane jedoch freiwillig seinen Trainerstuhl im Stadium of Light und zog nach einer ungebührlichen Talfahrt seines Teams mit lediglich vier Siegen aus den ersten 15 Spieltagen selbst die Reißleine. Gemessen an den Ansprüchen der langjährigen United-Rampensau schien so mancher mittelmäßiger Sunderland-Kicker offenbar nicht mit Keane Schritt halten zu können.

Dass der erst 37-jährige Ire nicht lange vom runden Leder lassen kann, beweist sein shock-return, wie es die Sun dramatisch formulierte, auf die Trainerbank. Nicht nach Sunderland, sondern zu Ipswich. Ipswich Town, dem im tristen englischen Zweitligaalltag gestrandeten UEFA-Pokalsieger von 1981. Tractor Boys werden die Kicker des Klubs genannt, der angetrieben von Klub-Eigner Marcus Evans, schon lange darum kämpft, sich endlich ein paar Strahlen des wärmenden Rampenlichts der Premier League ergattern zu können. Es ist halt unwiderstehlich.

Da traf es sich heute ganz gut, dass Hoffnungsträger Roy Keane bei seiner Antrittspressekonferenz gleich kühn den Aufstieg innerhalb eines Jahres in Aussicht stellte. Mal sehen, wer sich demnächst eher auf etwas gefasst machen kann. Die Kicker von Ipswich um den deutschen Legionär Moritz Volz oder Raubein Keane höchstpersönlich. Schließlich erlebte dieser seinerzeit in Sunderland gleich zu Beginn seiner damaligen Amtszeit eine Art Waterloo.

Denn vor einem Punktspiel Sunderlands, ausgerechnet übrigens in Ipswich, soll Keane beinahe aus seinen Latschen gekippt sein, als er einige seiner damaligen Spieler kurz vor dem Anpfiff in der Kabine erwischte, wie sich diese ausgelassen tanzend versuchten, mit dem Abba-Schlager Dancing Queen zu motivieren und danach sang- und klanglos in Ipswich unterlagen. Wütende Wortfetzen, die angeblich ein „bloody Abba“ enthielten, wurden nachher von Keane überliefert.

Keanes Tractor Boys haben mutmaßlich einen anderen Musikgeschmack. Welch kleine Ironie wäre es daher, würde für Keano und seine neuen Schützlinge in der Ipswich-Arena an der Portman Road irgendwann einmal The winner takes it all ertönen. Nach einem Aufstieg in die Premier League zum Beispiel...

Der Artikel ist auch bei Footbo.com zu finden.

Kommentare:

Zechbauer hat gesagt…

Wo ich gerade den Wimpel sehe, und wo gerade von Ipswich Town die Rede ist - ein langweiligeres Heimpublikum habe ich auf der Insel (hier schon) noch nicht erlebt. Dank dem Anhang aus Sheffield, war es dennoch keine triste Angelegenheit. Vermutlich hören die Fans von Ipswich auch die ABBA-Schlager (nix gegen ABBA, aber beim Fußball?).

Breitner hat gesagt…

Aber dass doch vermutlich nur wegen den beiden (einst hübschen) Damen auf den Plattencovern...