Samstag, 11. April 2009

High Noon

Wenn der FC Bayern am heutigen Karsamstag anlässlich des 27. Bundesligaspieltags auf Eintracht Frankfurt trifft, gleicht dieses Duell für Jürgen Klinsmann eines jener Duelle, die gern in angestaubten Western-Streifen beschwört werden. „High Noon“ ist für Klinsmann angesagt, dem offenbar die gesamte Boulevard-Presse nebst bajuwarischen Traditionalisten die alleinige Schuld für die derzeitige Situation beim Rekordmeister in die Schuhe schieben will. Eines scheint klar, verlieren die Klinsmänner gegen die Hessen, wird die Ära Klinsmann beim FC Bayern vermutlich jäh beendet werden.

Für den Fall der Fälle sprießen bereits mannigfaltige Gerüchte wie Pilze aus dem Boden, wer Klinsis Nachfolger werden könnte. Da ist von Ottmar Hitzfeld die Rede, sogar Mehmet Scholl und Paul Breitner darf selbstredend nicht fehlen in der Reihe, dessen Engagement heute im Blätterwald so als wahrscheinlichste Lösung für genannten Fall der Fälle angesehen wird. Denn bei allem medialen Brimborium um die Klinsmänner mit dem Bayern-Emblem auf der Brust hat sich der sonst wortgewaltige Breitner doch ziemlich zurückgehalten. Überraschend gegensätzlich zu seinem hehren Leitmotiv, welches nach Überlieferungen aus dem Breitner-Zitatenschatz lauten soll:

„Ich habe nur immer meine Finger in Wunden gelegt, die sonst unter den Tisch gekehrt worden wären.“

Verliert Klinsmanns Elf heute, könnte Breitner demnächst für mehrere Wochen Gelegenheit erhalten, seine Finger in allerhand Wunden zu legen. Wahrscheinlich allen voran bei den Schweinsteigers, Rensings und Lells...