Freitag, 6. März 2009

Ostfriesen-Alemão

THOR WATERSCHEI präsentiert in seiner Eisenfuß-Galerie die „Eisenfüße“ aus der weiten Welt des Fußballs. Heute: Dieter Eilts.

Dieter Eilts ist gewiss eine tragische Figur. Nach der 2:3-Pleite am heutigen Freitagabend beim FC St. Pauli ging für Eilts als Trainer von Hansa Rostock der Daumen geradewegs nach unten. Hansas Managernovize Rene Rydlewicz hatte in einer seiner ersten Amtshandlungen der Bremer Mittelfeld-Legende mit einem unmissverständlichen „Siegen oder Fliegen“ die Pistole auf die Brust gesetzt. Tja, jetzt ist der einst gefürchtete Eisen-Dieter erst einmal beurlaubt und wird vermutlich künftig Urlaub von der Ostsee machen.

Dennoch lässt es sich THOR WATERSCHEI nicht nehmen, Eilts in seine Galerie der Eisenfüße aufzunehmen. Denn eigentlich kann Eilts unglücklicher Abstecher auf die bereits sinkende Hansa-Kogge doch nur als Anheuern auf dem falschen Kahn gewertet werden, nachdem er beim DFB irrwitzigerweise trotz durchaus erfolgreicher Amtszeit als Juniorentrainer vom Hof gejagt wurde.

Ja, spröde ist er. So wie zu seinen besten Tagen auf dem Rasenrechteck, als Otto Rehhagel den 96er Europameister in Anlehnung an diesen ungewöhnlichen Brasilianer, der Mitte der Achtziger die strategische Rampensau in der Selecao gab, zum Ostfriesen-Alemão adelte. Nüchtern und kompromisslos im Umgang mit Ball und Gegner und wahrlich kein technischer Torpedo.

„Siegen oder Fliegen“, welch emphatische Schwafelei. Im Nachhinein verbunden mit der unnötigen Frage, was gewesen wäre, wenn Hansa bei Pauli gesiegt hätte. Dieter Eilts, dem Ostfriesen-Alemão, fiel jedoch bereits in früheren Semestern eine verbal schnörkeloser Haken um den unvermeidlichen Fußballkonjunktiv herum ein; indem er sprach: „Wenn meine Oma ein Bus wäre, dann könnte sie hupen!“

1 Kommentar:

DFB Trikot 2010 hat gesagt…

Legendär ist sein Gruß im EM Halbfinale 96 an Englands Mittelfeld-Star Paul Gascoigne mit "Moin, Moin Gascoigne".