Montag, 23. März 2009

„Der Bätmän bin i“

Was macht eigentlich...Hans Krankl? Hans Krankl, der Cordoba-Held, kehrt nach fast vierjähriger Abstinenz zurück in den österreichischen Fußball und soll den Traditionsverein LASK Linz vor dem drohenden Abstieg aus der österreichischen Bundesliga retten. Es besteht somit die gesteigerte Gefahr, dass man in Fußball-Österreich mal wieder „narrisch“ werden könnte. THOR WATERSCHEI hat daher elf Highlights aus dem ereignisreichen Leben des Hans Krankl gesammelt.

1. Johann „Hans“ Krankl ist wohl Österreichs größter Torjäger aller Zeiten, auch wenn Toni Polster mit 44 Treffern Rekordschütze der rot-weiß-roten Auswahl ist.

2. Beim 9:0-Kantersieg gegen Malta anno 1977, dem bis heute höchsten österreichischen Länderspielsieg, gelangen Krankl alleine sechs der neun Treffer.

3. Viel berühmter als für seinen Malta-Sechserpack ist der heute 56-Jährige natürlich dank seiner beiden Treffer bei der 78er WM in Argentinien gegen Deutschland und avancierte hierdurch zum „Helden von Cordoba“.

4. Edi Fingers nervtötenden Torschrei „I werd narrisch“ kann vermutlich spätestens seit der abgelaufenen Euro 2008 und dem Geplänkel um das österreichisch-deutsche Duell kaum noch ein deutscher Fußballanhänger hören.

5. Doch nicht nur für die österreichische Auswahl traf Krankl das gegnerische Tor. Für Rapid Wien, Krankls Leib- und Magen-Klub, gelangen ihm bei seinen drei Stippvisiten (1970/71, 1972-1978, 1981 -1986) über 250 Tore.

6. 1978 stellt dabei nicht nur wegen seines Doppelpacks von Cordoba eines der besten in Karrierejahre Krankls dar. Zuvor war Österreichs seinerzeit schnauzbärtiger Stürmer-Star mit 41 Treffern in dem Alpenland zum Torschützenkönig avanciert und sicherte sich obendrein mit dieser Tormarke den Goldenen Schuh. FC Barcelona sah sich jedenfalls veranlasst, Krankl schnellstens unter Vertrag zu nehmen.

7. Auch in Katalonien büßte Krankl nichts von seiner Torgefährlichkeit ein. Vielmehr traf er in seiner ersten Saison 78/79 bei Barca gleich am häufigsten in die gegnerischen Netze und gewann den Pichichi, jene Trophäe, die dem spanischen Torschützenkönig verliehen wird. Selbstredend schoss er sich hiermit ebenso in die Herzen der Barca-Fans, die ihn Goleador taufen sollten.

8. Krankl weiß übrigens nicht nur, wie man Tore schießt. Ebenso kennt er sich in der (Austro-)Musikbranche aus und brachte insgesamt drei durchaus erfolgreiche Alben heraus. Dank seines wahrhaftig geheimnisvollen Pseudonyms erfreute „Johann K.“ österreichische Musikliebhaber mit bluesartigen Schlagern wie dem offenbar selbstbeschreibenden Titel „Der Bätmän bin i“.

9. Bei seinen ersten musischen Gehversuchen in den Siebzigern hielten sich die potenziellen Käufer aber mit dem Erwerb von Krankl-Scheiben zurück. Nicht verwunderlich angesichts gerdmülleresker Refrains seiner Debüt-Singles „Vor, vor, noch ein Tor“oder „Ohne Ball'n und ohne Netz”, die Krankl später als „musikalische Todsünde“ geißeln sollte.

10. Im Gegensatz zu Krankls Torjäger- und Musikerkarriere verlief seine Trainerlaufbahn weitgehend unspektakulär, trotz einem längeren Abstecher auf die Rapid-Bank und einem längst verjährten wie verziehenem Ausflug an die Seitenlinie von Fortuna Köln. Vor allem Krankls Amtszeit als Teamchef der österreichischen Nationalelf lässt sich als glücklos bezeichnen, vergönnte es der österreichische Fußballbund seinem Cordoba-Helden nicht, die rot-weiß-rote Elf bei der letztjährigen Heim-EM coachen zu lassen.

11. Nichtsdestotrotz hat sich Krankl dank einzelner Engagements bei österreichischen Abstiegskandidaten immerhin den Ruf eines Feuerwehrmannes erarbeitet. Den befeuerte die Kleine Zeitung in Anbetracht von Krankls neuem Job beim LASK Linz nochmals und lobte heute auf ihrem Web-Portal den einstigen Goleador sogar „als den Motivator schlechthin“. Diese Reputation ist nicht verwunderlich angesichts des schon legendären Krankl'schen Schlachtrufs: „wir müssen gewinnen, alles andere ist primär”.

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