Dienstag, 30. September 2008

„Und Meppen zeigt nicht mal was!“

Was macht eigentlich...der SV Meppen? Diese Frage stellte sich THOR WATERSCHEI schon im Wonnemonat Mai (→ Die Gallier sind wieder da), als der SVM hartnäckig um die Qualifikation für die ab der Saison 2008/2009 nun viertklassige Regionalliga kämpfte. Gelungen ist den Emsländern der Sprung aber nicht, weshalb sie sich zwar noch immer in der Oberliga wiederfinden, die nach der Ligenreform nur noch fünftklassig ist.

Doch fünfte Liga kann natürlich dennoch durchaus Spaß machen. Denn die junge und spielstarke Elf des SVM mischt die Oberliga zurzeit ganz schön auf und grüßt mit stolzen 20 Zählern aus acht Partien sogar seine Nachbarn aus Oldenburg, Nordhorn oder Leer von der Tabellenspitze. Das ist für den einstigen Zweitligisten zu diesem Zeitpunkt der Saison selbstverständlich wenig vielsagend. Nach etlichen mageren Jahren besitzt der Platz an der Sonne indes selbst Ende September durchaus balsamierende Wirkung für die tiefen Wunden, die die Meppener Fußballseele im abgelaufenen Jahrzehnt erlitten hat.

Solch Balsam war da natürlich genauso der Kantersieg des SVM am vergangenen Sonntag gegen die Vertretung von Arminia Hannover. Besonders kühne Optimisten hatten im Meppener Fan-Forum im Vorfeld der Partie zwar sogar auf ein Meppener 19:0-Schützenfest getippt. Doch letztendlich gaben sich die Schützlinge von SVM-Coach Hubert Hüring, der an der Seitenlinie mit seinem Ewald Lienen-Gedächtnisziegenbärtchen als Erkennungsmerkmal aufwartet, im Verlauf des sonnigen 90 Minuten damit zufrieden, es mit einem Augenzwinkern gesagt ganze sechs Mal im Arminen-Kasten klingeln zu lassen.

Wie sich herausstellen sollte, war dies allerdings auch besser so. Denn bereits der Sechserpack, inklusive der grausamen Vorstellung ihrer Arminen, veranlasste die fleißigen Livetickerer des einzigen Arminia Hannover-Fanklubs 77 schließlich den Betrieb ihres Tickers eine halbe Stunde vor dem Abpfiff mit bitteren Worten ziemlich entnervt einzustellen:

So., 28.09.2008 16:23:00 Uhr (6:0)
Und Meppen zeigt nicht mal was! Das Stadion ist eine Ruhestation ... .

So., 28.09.2008 16:23:30 Uhr (6:0) Wir hauen ab, wir haben die Schnauze voll!! Tschuess!!!

Diktator?

Dass Frankreichs dickschädeliger wie erfolgloser Nationaltrainer Raymond Domenech ehedem auf alten Panini-Bildchen den Klischee-Portugiesen mit ebenso buschigem Schnauzer wie Theo Waigelesken Augenbrauen verkörperte, überrascht doch sehr.

Nicht dafür, dafür aber für seinen strengen Führungsstil, bekam Monsieur Domenech nun von Frankreichs Ex-Torwächter Gregory Coupet sein Fett weg. Just im Interview mit dem Fachblatt France Football schäumte der vor der Euro Null Acht von Domenech ausgebootete Coupet erregt:„Die Spieler dürfen nicht sprechen, sie werden an der Leine gehalten. Ich kann sprechen, weil ich gegangen bin. Es herrscht eine Diktatur.“

Freilich harte Worte des Monsiuer Coupet. Und dabei dachten wir doch alle, in Gedenken an Bachirou Salou, dass Felix Magath der letzte Diktator Europas ist, oder? Dass, obwohl die ollen Diktaturen ohnehin einen Bart haben, der mindestens ein so buschige Ausmaße wie jenes Achtziger-Exemplar von Monsieur Domenech, dem einstigen Klischee-Portugiesen, besitzt...

Montag, 29. September 2008

My Arsenal # 19: Last Order

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Surprise, surprise! Frau B verneigte sich in ihrem Blog The Home of Football unlängst vor Premier League-David Hull City, der am vergangenen Samstag doch ziemlich überraschend im Londoner Emirates Stadium mit Zwo zu Eins bei Arsenal triumphierte. Einen Sieg im Arsenal-Castle - das hatte seit der Eröffnung des Fußball-Tempels im Juli 2006 lediglich Nachbar West Ham zustande gebracht. Soweit so gut.

Doch belehrte die Daily Mail heute außerdem ihre Leser, dass Hulls letzter Sieg in einem Ligaspiel gegen Arsenal aus dem Jahr 1915 datierte und ergötzte sich daran, dass damals im Pub nur 3 Pence für einen Pint zu entrichten waren. In dem ganzen Datenrausch unterschlug die Daily Mail jedoch, dass im selben Jahr in Britain für rund 90 Jahre die Sperrstunde eingeführt wurde, mit der die Anhänger von Hull City wahrscheinlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag recht wenig am Hut gehabt hätten. „Last Order! Drink up, please.“

Sonntag, 28. September 2008

Letzter Cashpoint?

Frage: Was machen Ailton? Antwort: Im Glashaus sitzen und mit Steinen schmeißen. Dass es den Wandervogel vom Zuckerhut tatsächlich zum Cashpoint SC Rheindorf Altach in dessen Cashpoint-Kampfbahn in die Niederungen der österreichischen Eliteliga gezogen hat, als so genannten vorläufigen Tiefpunkt von Ailtons nicht enden wollender Odyssee durch Europa, war bereits mitleidserregend. Unlängst tummeln sich in Ailtons Vita mehr Vereine als auf der brechend vollen Klubliste von Ailtons Altacher Mannschafts- und Wandervogelkollegen Karsten Hutwelker.

Wieso Bewegungswunder Ailton nun im Glashaus sitzend und Steine schmeißend ertappt wurde? Nach seinem erst dritten Einsatz für das österreichische Schlusslicht, das sich gestern Abend ein 0:1 gegen die Fußballgötter des SV Josko Fenster Ried einfing, ließ Ailton im ORF-Interview zielsicher wie zu besten Tagen im gegnerischen Strafraum seinem Zorn freien Lauf:

„Ich bin 35 Jahre alt und habe lange Fußball gespielt. Aber ich habe noch nie ein Spiel wie heute gesehen. Für mich ist das keine Profimannschaft, das ist nicht Profifußball.“
Was den armen Ailton so zornig machte? Er erhielt von den werten Altacher Kollegen einfach keine Bälle, was er mit der Hybris eine alternden Superstars säuerlich bejammerte:

„Wenn der beste Stürmer der Welt heute hier spielt gibt es kein Tor. Nur ein langer Ball, noch ein langer Ball. Das ist kein Fußball.“
Das ist halt Ailton, der neue T(h)or der Woche. Schelmisch verschweigend, dass er sich, ganz die alte Leier, auch etwas die Händen in die Hüften drückend recht wenig bewegte. In toto mutet die Verbindung Ailton Altach jedenfalls nicht wie eine Liebesbeziehung an. Antwortete der einstige Torhamster doch auf die Frage des findigen ORF-Reporters, was demnächst besser werden müsse: „Keine Ahnung, vielleicht nach Brasilien.“

Hört sich also schon fast nach dem letzten Cashpoint Ailtons in Europa an oder auch danach, dass Herr Hutwelker Ailton die Vereinsanzahl betreffend in diesem Fußballerleben wohl nicht mehr einholen wird.

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 27. September 2008

Auf die Mütze

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Die nächste Wiesn-Watschen des FC Bayern in Hannover.

Unheilvolle Tage für den FC Bayern München. Wo früher ein Gastsspiel in Hannover mitunter ein müdes Grinsen oder Gähnen beim bajuwarischen Kickertum ausgelöst hat, bekamen die Klinsmänner heute bei der Null zu Eins-Pleite durch die 96er nach der Werder-Watschen vor einer Woche erneut auf die Mütze. Selbstverfreilich ließ es sich das Springerkampfblatt in bester erbsenzählerischer Art nicht nehmen, die Niederlage zur deftigen Klatsche für Klinsi auszuschlachten.

Wie hätte bloß die Schlagzeile gelautet, wenn die müden Klinsmänner mit dem Bayern-Wappen auf der Brust von Herrn Hanke und Konsorten ein weiteres Tor eingeschenkt bekommen hätten. Es wird offenbar Zeit, dass die Wiesn für dieses Jahr wieder ihre Tore schließt.

Freitag, 26. September 2008

Ex und Hopp

Hopp, Hopp, Hopp. Der Boss der TSG Hoffenheim ist mal wieder in aller Munde. Blogger Uwe Strootmann*, Edelfan von Eintracht Nordhorn und Rot-Weiß Essen, gibt sich zu Zeiten des Anti-Hopperitismus in der Fußballszene besonnen und mahnt im THOR WATERSCHEI-Gästeblock stattdessen zur augenzwinkernden Gelassenheit.

Nach diversen Anfeindungen in den ersten Begegnungen ist Dietmar Hopp nun im wahrsten Sinne des Wortes am letzten Spieltag zur Zielscheibe geworden.

Und natürlich ist es schwer zu verdauen, wenn ein neuer Verein die Liga aufmischt, sich einen neuen (Vor-)Namen gibt, um auch auf sein Alter und vermeintliche Tradition hinzuweisen. Zudem wird momentan noch in einem Stadion gespielt, in dem sonst ein wirklicher Traditionsverein mit gewachsenen Fanstrukturen in der Viertklassigkeit versucht, sportlich und finanziell wieder auf die Füße zu kommen. Also kein Grund um die TSG Hoffenheim zu mögen.

Aber, wieviele Vereine außer dem oder den eigenen plus wenige Sympathieträger mag man denn sonst? Doch eigentlich auch keinen. Oder wird da der Frust über das Wirtschaftsgebahren des eigenen Vereines auf eine Person projeziert, die es offensichtlich sehr gut versteht, auch sportlich auf der Habenseite zu agieren. Von daher würde ich mir wünschen, dass man dem Verein 1899 Hoffenheim neidvoll ironisch im Rahmen sportlicher Rivalität begegnet.

Die persönliche Verbundenheit eines Dietmar Hopp zu seinem Verein ist definitiv nicht wegzudiskutieren und somit ist sein Wirken für mich legitim. Würde sich Herr Hopp morgen zum Beispiel den SV Waldhof unter den Nagel reißen, ihn in SAP Sinsheim-Mannheim umbenennen und den Spielort verpflanzen, dann sähe die Sache ganz anders aus. Aber dem ist nicht so.

Rot-Weiß Essen wäre ohne Georg Melches nie deutscher Meister geworden und die Verehrung seiner Person gegenüber drückt sich in der Namensgebung des Stadions aus. Lassen wir Fans des traditionellen Fußballs also den Dietmar Hopp außen vor und nehmen lieber den Verein auf die Schippe. A`la: Tradition in Hoffenheim ist so sicher wie der nächste Titel von Rot-Weiß Essen.

Weitere „Kabinenpredigten“ von Uwe Strootmann sind in seinem Blog „Im Schatten der Tribüne“ zu finden.

Donnerstag, 25. September 2008

„They don’ t play in blue, they don’t play in green”

Im sagenumwobenen Co-operative Insurance Cup, dem schottischen Ligapokal, kam es last night zum Glasgower Derby. Nein, nicht zum Old Firm. Vielmehr zwang beinah Glasgows dritte Geige, Partick Thistle, die ollen Glasgow Rangers in die Knie. In der extra time, britische Vokabel für Verlängerung, zogen die Rangers dank eines Treffers vier Minuten vor dem Abpfiff gerade so eben den Kopf aus der Blamagenschlinge. Nach diesem großen Pokalfight will THOR WATERSCHEI dem dritten Rad des Glasgower Fußballwagens nun mit einem eigenen Beitrag kondolieren.

Partick Thistle, nie gehört? Dabei stellen die „Jags“ (die Dornen) die Namensfolklore im britischen Fußball doch ziemlich auf den Kopf. Denn der 1876 gegründete Klub ist nach einer Distel benannt hat, was daher stammt, dass diese in Schottland eine besondere Bedeutung besitzt. Ist die so genannte „Eselsdistel“, mit Hilfe deren Stacheln der Sage nach die Schotten einen nächtlichen Invasionsversuch barfüßiger Wikinger entdeckt und abgewehrt haben sollen, doch bereits seit dem 13. Jahrhundert schottische Wappenpflanze. Was liegt da schließlich näher als dem Klub als Hommage an die Dornen der Distel den entsprechenden Spitznamen zu verpassen.

Dornen, ja freilich gar dornenreich ist Partick Thistles Geschichte. Nach Jahren im Fahrstuhl zwischen Schottlands Premier League und der dritten Division sowie einem Beinahe-Konkurs anno 1998, als die eigenen Fans die Kampagne „Save the Jags“ ins Leben riefen und ihre Lieblinge in den gelb-rot gestreiften Hemd dank dieser sozusagen am Leben hielten. Mittlerweile kicken die „Jags“ im schottischen Fußballunterhaus, stehen mit einem bescheiden gefüllten Trophäenschrank und jeweils einem Pokal- und Ligapokalsieg aber ziemlich unter dem Scheffel der beiden untereinander verfeindeten und titelhamsternden Old Firm-Klubs.

Mit deren so genanntem Religions- und Klassenkampf hat man im Firhill Park freilich wenig am Hut. Fast ein bißchen like nicht Fisch, nicht Fleisch. Sprich: man konzentriert sich auf sich selbst. „They don’ t play in blue, they don’t play in green”, spricht dabei Partick Thistles Vereinsjargon Bände über die Eigenschaft als Neutrum zwischen den beiden gegensätzlichen Polen in Glasgows Fußballmikrokosmos. Diese recht neutrale Positionierung soll gleichwohl nicht bedeuten, dass es bei Partick Thistle nicht auch hitzig zugehen kann.

Existiert doch die Anekdote , dass Partick-Trainerlegende und Taubenliebhaber John Lambie dereinst eine Schachtel voller toter Vögel in sein Büro brachte, um ihnen eine würdige Beerdigung zu bescheren. Doch anstatt eine angemessene Trauerzeremonie zu erhalten, wurde eine der toten Taube vielmehr zu einem unfreiwilligen Erfüllungsgehilfen in einem handfest von Lambie ausgetragenen Zwist mit einem seiner Spieler instrumentalisiert. Hitzig streitend nahm Lambie nämlich, wie er später reuig gestand, ein totes Täubchen aus besagter Schachtel, um seinen damalig widerspenstigen Schützling Declan Roche mit dieser schottisch-deftig „rechts und links“ zu ohrfeigen.

Vielleicht war es dieses handfeste Trauerspiel, was Jahre später Ur-Bond Sean Connery abschrecken sollte, den Vorschlag seines Kumpels Bill Connolly ablehnend Partick zu erwerben. Vielmehr ließ Mister Connery, ganz Schotte, verlauten, dass „ihm dafür das nötige Kleingeld“ fehle. Aber wie hieß es Connerys letztem Bond-Streifen: „Sag niemals nie“. Was nicht ist, kann daher ja noch werden. Auch wenn Celtic und die Rangers bis dahin die schottischen Trophäen wohl weiter unter sich aufteilen werden...

Mittwoch, 24. September 2008

Sag's wie Wolfgang N.

Herr Niersbach von der Deutschen Fußballbehörde mystifiziert im FAZ-Gespräch pünktlich zur zweiten Pokalrunde das deutsche Wembley. Der Pokal hat halt seine eigenen Sätze.

Bild: FAZ.de

Wimpel-Wednesday # 5: FC Barcelona

Wimpel-Wednesday, Ausgabe 5. Heute wirds hochkarätig im THOR WATERSCHEI-Klubhaus. Das Wohnzimmer des FC Barcelona feiert seinen 51. Geburtstag. Camp Nou? Nou Camp? Ist ja auch egal. Ein Barca-Wimpel, bleibt ein Barca-Wimpel.

Für potenzielle Unterstützer der Wimpelromantik bei THOR WATERSCHEI: Mail nebst entsprechender Anlage mit dem Betreff WIMPELECKE an thor-waterschei@web.de schreiben.

Dienstag, 23. September 2008

Von wegen Fenomeno

Was macht eigentlich....Ronaldo? Auf dem Rasenrechteck macht die 90er-Legende (→Reif für die Insel) jedenfalls nicht mehr viel her. Irrlichtert bisweilen durch Rios Nachtleben, bekam von Milan den Laufpass und von Robinho City, pardon, von Manchester City einen Korb. Die abgewandelte Ronaldo-Ausgabe Ronaldinho gibt es ja bereits länger, auch wenn der Sufergrüßenden sich bereits auf den absteigenden Ast gedribbelt hat. Mit dem Ronaldo aus Portugal, der in Manchester sein Glück gefunden zu haben scheint und auf den Vornamen Cristiano hört, kann der richtige Ronaldo schon gar nicht mehr mithalten.

Wie dem auch sei, der richtige Ronaldo wurde gestern 32 Jahre alt und könnte vielleicht so altersweise sein und nach Usbekistan übersiedeln, wo Rivaldo und ein gewisser Zico als Rivaldos neuer Trainer sich aufgemacht haben, bei Bunjodkor Taschkent (→ Durchs wilde Usbekistan) eine kleine brasiliansche Kolonie zu gründen. Was waren das noch für Zeiten, als der richtige Ronaldo zügellos und schnell wie ein Blitz durch die Abwehrreihen der weiten Welt des Fußballs gestürmt ist. Von wegen also FENOMENO...

Sonntag, 21. September 2008

Betreff Bundesliga

Liest man heute die Schlagzeilen, die Felix Magath, der dank ja eigentlich Wolfgang heißt, nicht nur im ehrwürdigen Videotext hinterließ, musste man sich zunächst einmal festhalten. Zum Betreff Bundesliga hat die HSV-Legende nämlich seine ganz eigene Meinung. Wer die gute alte Bundesliga schlecht reden und die Premier League, Primera Division oder gar Serie A über den grünen Klee loben möchte, ist beim derzeitigen Coach der VW-Betriebsmannschaft an der völlig falschen Stelle.

Denn durchaus nachvollziehbar, getreu dem Motto, dass der Prophet im eigenen Lande nichts zählt, blies Magath für die Bundesliga recht kühn ins Lanzenbrecherhorn:
„Wir haben nicht die besten Spieler der Welt, aber die Bundesliga ist für mich die stärkste Liga der Welt. Wenn die Vereine in der Champions League ohne Ausländer antreten würden, dann würden deutsche Mannschaften gewinnen."
Ein Mann, ein Wort. Für THOR WATERSCHEI erst einmal Grund genug, Herrn Magath zum neuen T(h)or der Woche zu ernennen und Magaths Botschaft, die so überraschend rüberkommt wie seine 83er Bogenlampe von Athen, gelinde gesagt, erst einmal sacken zu lassen.

Über den T(h)or der Woche

My Arsenal # 18: Britische Hand

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Wie Arsenal-Boss Peter Hill-Wood bedeutungsschwer bekräftigt, können es sich russische Mogule, Scheichs und sonstige amerikanische Kaufleute wohl abschminken. Mr. Hill-Wood bevorzugt es löblicherweise „aus Traditionsgründen, dass Arsenal in britischer Hand bleibt“.

„Ich denke, wir haben ein tieferes Verständnis für Arsenal als jemand, der aus Timbuktu kommt und für den Verein eine Milliarde Pfund auf den Tisch legt. Ein reicher Investor kann schnell die Lust verlieren und sich dazu entscheiden, lieber eine neue Yacht zu kaufen oder in Pferdewetten einzusteigen.“

Samstag, 20. September 2008

Urknall

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Bayern Münchens 2:5-Heimblamage gegen Werder Bremen.

Au, au, au! Da entpuppte sich in der Blogosphäre unlängst das gelungene Fernglas-Blog, das die hehre Absicht hat, das muntere Treiben beim FC Bayern fleißig ins Visier zu nehmen. Und dann folgte heute Nachmittag zwischen fünfzehndreißig und siebzehnfünfzehn der erste Urknall im Klinsi-Kosmos. Bayern München zwei, Werder Bremen fünf.

Genau, fünf Mal machte es Patsch im Kasten des armen Michael Rensing oder wie heißt es passend zum Wiesn-Auftakt, fünf Tore schenkten die Bremer Rensing ein. Hatte der gute Fernglas-Blogger, Herr Zechbauer, noch gen Mittag sozusagen auf ein souveränes vier zu eins seines FCB getippt, blieb ihm nach dem Heimdebakel nur noch übrig, etwas bitter zu konstatieren: „Tja, was soll man dazu sagen schreiben? Am besten nichts.“

Gewisse Herren aus der Stammbesetzung des sonntäglichen Wontorra-Stammtisches werden die erste Klinsi-Pleite sicher zum Anlass nehmen, um auf die typische Samstagabendunterhaltung zu verzichten und für den morgigen Auftritt beim ollen Wonti schon mal genüßlich ihre Messer wetzen. Frei nach Herrn Zechbauer, der vorab treffend prophezeite: „2 zu 5. Das wird wieder das Krisen-Geschwafel anstochern.“

Franz Beckenbauer zauberte für Herrn Klinsmann nach dem Abpfiff im Übrigen noch einen besonderen Ratschlag aus der kaiserlichen Sakkotasche, empfahl väterlich und vor Beckstein'schen Auswüchsen warnend: „Jürgen, fahr auf das Oktoberfest und trinke ein paar Wiesnmaß, aber fahr nicht mit dem Auto nach Hause.“

Verkappter Vorstopper?

Herr Gomez, der ehemalige Ex-Überflieger, ist nach seiner wenig tollen Euro wieder in en Vogue und wurde von der WELT interviewt. Frei nach der Weisheit „Angriff ist die beste Verteidigung“ gibt Gomez dort löblich den antizipierenden Perspektivenwechsler:
Wir müssen viel mannschaftsdienlicher agieren, sind quasi der erste Abwehrspieler.“
Bild: WELT.de

Freitag, 19. September 2008

Flieger

Wer heute BILD liest, erfährt, dass Herr Lehmann mitunter zum Hubschrauberpendler avanciert. Pendlerpauschale hin oder her. Wie dem auch sei , THOR WATERSCHEI wähnt den fliegenden Tormann auf den Spuren von Stringfellow "Huckleberry" Hawke, auch wenn sich Herr Lehmann zum Unmut gewisser Anwohner in seinem bayrischen Domizil lediglich zur Arbeit chauffieren lässt.

Donnerstag, 18. September 2008

Großer

Jaja. Da kann man nur happy birthday rufen. Peter Shilton , immerhin Rekordinternationaler des so genannten Mutterland des Fußballs, feiert heute bereits seinen 59. Geburtstag. Die Vita bewegend: 125 Einsätze für England, elf Klubs von Leicester City über Nottingham Forest bis Leyton Orient mit 1005 absolvierten Partien, etliche Titel und Gegentore, inklusive eines holprigen Karriereendes mit 47. Bei allem Tribut für Mr. Shilton kann THOR WATERSCHEI jedoch das Hand of God goal als fußballerische Reliquie aus Shiltons Laufbahn nicht unbeachtet in der Erinnerungskiste liegen lassen.

Aztekenstadion in Mexiko-City am 22. Juni 1986. England mühte sich bei der 86er WM bis ins Viertelfinale und trifft bei Temperaturen wie in der Mikrowelle auf Argentinien. 51. Spielminute: Maradona und Valdanos Doppelpass mißglückt, Englands Hodge befördert den Ball hilflos in die Luft. Das Leder fliegt gen englischen Strafraum. Und dann folgt das wohlbekannte Drama: Die rechte Faust Maradonas berührt den Ball schneller als die linke des heraneilenden Peter Shilton, der Ball trudelt schließlich zum vorentscheidenden 1:0 für den späteren Weltmeister hinter die englische Linie.

Welch Filou der Maradona, der damals nach dem 2:1-Sieg zudem unschuldig mit den Schultern zu zucken begann: „Es war ein bisschen die Hand Gottes und ein bisschen Maradonas Kopf.“ Aber heute wissen wir spätestens alle, dass eigentlich Mr. Shilton an dem Tor indirekt schuld war, als Maradona weiland wie ein reumütiger Hund gestand: „Es kam aus meinem innersten Selbst. Ich bin sehr klein und Peter Shilton mit 1,86 Meter sehr groß. Ich wäre niemals mit meinem Kopf an den Ball gekommen, also habe ich die linke Faust genommen.“ Der arme Peter Shilton, halt ein zu Großer.

Mittwoch, 17. September 2008

Cluj

Cluj. [ˈkluːʒ]. Kaum zu glauben. Schwafelte Francesco Totti, die olle Galionsfigur des Rom, vor dem Champions League-Auftakt seiner Roma gegen die rumänischen Nobodys des CFR Cluj davon, das kommende Finale der Champions League erreichen zu wollen. Liegt ja nahe, findet dieses 2009 doch in Roms Stadio Olimpico und damit in Tottis Wohnzimmer statt.

So müsste Signore Totti der Name Cluj nach dem gestrigen 1:2-Debakel im Olimpico mittlerweile überaus unangenehm aufstoßen, ähnlich wie ein ärgerliches Sodbrennenleiden.

Kaum zu glauben: Cluj. Cluj. Cluj.


Wimpel-Wednesday # 4: MSV Duisburg

Es ist Mittwoch! In Ausgabe vier des „Wimpel-Wednesdays“ wird anlässlich des heutigen 106. Geburtstages des MSV Duisburg ein entsprechender Wimpel mit Kordel in die Wimpelecke des Klubhauses von THOR WATERSCHEI gehängt. Als altehrwürdig, darf man die „Zebras“, die ja inzwischen wieder in Liga Zwo wiehern und bis 1967 noch Meidericher Spielverein von 1902 hießen, wohl durchaus verorten - eigentlich schon fast ebenso altehrwürdig wie MSV-Legende Enatz Dietz (→ Echter Sechziger).


Für potenzielle Unterstützer der Wimpelromantik bei THOR WATERSCHEI: Mail nebst entsprechender Anlage mit dem Betreff WIMPELECKE an thor-waterschei@web.de schreiben.

Dienstag, 16. September 2008

Knochen-Jochen alias Joe Ibiza

THOR WATERSCHEI präsentiert in seiner Eisenfuß-Galerie die „Eisenfüße“ aus der weiten Welt des Fußballs. Heute: Jochen Kientz.

Schon mal von Joe Ibiza gehört? Anders als in manchen Fanforen von 1860 München mitunter vermutet , handelt es sich hier nicht um einen Pornostar. Vielmehr blinzelt der frühere Abwehrspieler Jochen Kientzunter diesem Namen firmierend als Fotomodell in die Objektive jener Kameras, die einen Schnappschuss von ihm machen wollen.

In vorgenannten Sechzigerforen verfügt Kientz allerdings nicht über den besten Leumund. Wie erinnerte sich dort ein kritischer 1860-Edelfan unlängst:
„Na hoffentlich macht der als Joe Ibiza eine etwas bessere Figur als im Fußballtrikot. Soweit ich mich erinnere war der Werner Lorant-Günstling Kie(n)z eher mit bescheidenen technischen Fähigkeiten gesegnet.Dagegen war der Thomas Miller fast schon ein begnadeter Balljongleur.“
Doch, nachdem Kientz irgendwann in seiner weiteren Laufbahnden knüppelharten Spitznamen „Knochen-Jochen“ sozusagen wie einen Schlag in den Nacken mitbekam, erlaubt sich THOR WATERSCHEI „Knochen-Jochen“, der morgen 36 Jahre alt wird, schon allein wegen seines Spitznamens in seine „Galerie der Eisenfüße“ aufzunehmen. Aus diesem Anlass sollen natürlich auch nicht die beiden Höhepunkte in dem Fußballerleben des „Knochen-Jochen“ , das ihn unter anderem über Eintracht Frankfurt, die 1860, den HSV, St. Pauli und auch in spanische und griechische Gefilde führte, verschwiegen werden.

Gehörte Kientz doch einerseits an dem ominösen sechsten Februartag anno 2002 zu jener St. Pauli-Truppe, die nach ihrem 2:0-Triumph über den FC Bayern als „Weltpokalsiegerbesieger“ in die Millerntor-Annalen einging. Andererseits übte ein gewisser Zinédine Zidane, damals noch im Dress von Juventus Turin, bei Juves Champions League-Gastspiel im November 2000 an Kientz' Köpfchen seine Fähigkeiten als Freistil-Kopfstoßer für noch folgende WM-Endspiele...

Sonntag, 14. September 2008

Matchwinner de Lux

Für die Ernennung zum T(h)or der Woche haben sich im Wochenrückblick ja so einige Protagonisten aus den Mittwochspartien der WM-Quali angeboten. Die Herren Misimovic, Walcott oder Klose etwa, die an jenem Mittwoch für ihre Heimatländer gleich dreimal trafen. Jaja, vor allem Herr Klose, der ehemalige Extorjäger, wäre in diesem Trio sicher favorisiert gewesen. Gleichwohl geht nun ein gewisser Fons, Kurzform von Alphonse, Leweck als neuer T(h)or der Woche in die THOR WATERSCHEI-Annalen ein.

Fons Leweck kickt bei Etzella Ettelbrück in der sagenumwobenen luxemburgischen Nationaldivision, einem Klub, der wohl auch Anwärter für Trainer Baades Alliteration der Woche sein könnte. Wer Fons Leweck näher betrachten möchte, kann ihn auch auf dem seiner Wikipedia-Page bewundern, auf dem er in der Haltung eines ganz ungezwungenen Sympaths lächelnd mit einer Bierflasche bewaffnet grüßt. Auf der Wiki-Seite müsste eigentlich unlängst die Schilderhebung zum Fußballgott Luxemburgs erfolgt sein und bei Ebay zu Wucherpreisen angegriffene Autogrammkarten feilgeboten werden.

War dieser Blondschopf doch beim 2:1-Triumph in der Schweiz für die zweite Sensation des Fußballzwerges innerhalb eines Jahres nach dem grandiosen 1:0-Sieges der Roten Löwen wie weiland im Oktober Nullsieben im weißrussischen Minsk (→ Mir wëlle bleiwe wat mir sinn) verantwortlich. Nach gezinktem Freistoß des anderen luxemburgischen Fußballobermackers Jeff Strasser in den Rücken der Schweizer Abwehr avancierte der gute Fons, kaltschnäuzig wie er halt ist, in Zürich erneut zum Matchwinner de Lux.

Ottmar Hitzfeld kam dagegen auf seiner Trainerbank aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Die eidgenössische Presse sortierte das Debakel gleich mal in die Schublade „Jahrhundert-Pleite“ ein und Herr Hitzfeld wird wahrscheinlich noch immer einen dicken Hals haben. Sowas dauert nach einem solchen Debakel ja bekanntlich auch etwas länger.



Über den T(h)or der Woche

Samstag, 13. September 2008

My Arsenal # 18: Fußball ist kein Supermarkt

Wie heißt es so schön: Wenger knows. Arsenal-Coach Arsene Wenger räuspert sich besorgt zum Zeitgeist im Fußball (→ Roll with it):

Es ist beunruhigend, dass ein Spieler irgendwo unterschreibt und am nächsten Tag nicht einmal mehr weiß, wo er unterschrieben hat. Man kann nicht sagen, dass das eine gute Entwicklung ist. Fußball ist kein Supermarkt.

Mittwoch, 10. September 2008

Wimpel-Wednesday # 3: Genua 1893

Es ist Mittwoch! In der dritten Ausgabe des „Wimpel-Wednesdays“ wird heute ein Wimpel des ältesten italienischen Fußballklubs und ersten Meister des Stiefellandes, Genua 1893, gehängt. Der offiziell unter englischem Nanen firmierende Genoa Cricket and Football Club 1893 feierte am 7. September seinen 115. Geburtstag und durfte sich in den langen Jahren bereits über den Gewinn von neun Scudettos freuen.

Doch der letzte Scudettosieg anno 1924 ist immerhin schon ein Weilchen her. Diesen Umstand konnte bei dem Verein, dem anfangs lediglich Engländer beitreten durfen, übrigens auch nicht dadurch geändert werden, dass der olle bayrische Linksverteidigersnob Markus Münch Ende der Neunziger mal ein kurzes Gastsspiel in Genuas rot-blauem Dress gab...

Für potenzielle Unterstützer der Wimpelromantik bei THOR WATERSCHEI: Mail nebst entsprechender Anlage mit dem Betreff WIMPELECKE an thor-waterschei@web.de schreiben.

Dienstag, 9. September 2008

Walsallian

Was macht eigentlich...Marco Reich? Gewisse Volksmusikbarden würden jetzt sicher in Ansätzen recht morbide trällern, „er lebt noch“. Und? Sie hätten Recht. Marco Reich, der Colt Sievers des Fußballs, hat bislang jeden seiner zahlreichen Crashs in seiner langen Karriere überlebt. Und?

Man mag es kaum glauben, turnt er mit seiner Zwoundzwanzig auf dem Rücken nach früheren Stippvisiten bei Derby County und Crystal Palace doch erneut im Mutterland des Fußballs herum, das den Gestrandeten wieder an ihren mächtigen Busen drückte. Das heißt: vor den Toren von Birmingham hechelt Reich mit seinen 30 Lenzen beim FC Walsall über dessen linken Flügel und darf sich nun mit Fug und Recht als richtiger Walsallian bezeichnen lassen.

Sein neues fußballerische Wohnzimmer heißt übrigens Bank's Stadium, bietet 11.300 Interessierten Unterschlupf, wenn sie mal fußballerische Feinkost der League One, der dritten englischen Profiliga, geniessen wollen und trägt nebenbei gesagt trotz phonetischer Ähnlichkeiten rein gar keine Würdigung für Englands Torwartikone Gordon Banks (→ Siebziger) in sich. Marco Reich fühlt sich jedenfalls offensichtlich pudelwohl, hat als Stammspieler alle bisherigen fünf Punktspiele bestritten und bei Walsall sogar ganz gute Gesellschaft.

Denn zum einen pflügt mit Anthony Gerrard, der irische Cousin von Steven Gerrard, in der Defensive den Rasen nebst gegnerischen Angreifern wie weiland der bissige Terry Butcher um. Zum anderen traf Reich in Walsall auf so etwas wie sein englisches Pendant. Die Rede ist von Walsalls Zehner Michael Ricketts. Der zählt ebenso wie Reich zum Genre der Länderspiel-One-Hit-Wonder und kann sich außerdem seine bisherigen Profistationen nicht mehr an zwei Händen abzählen.

Derart viele Kerben besitzt der gebürtige Pfälzer, der sich einst unvergesslich über die Einführung des Euros freute, um nur noch als 3 Millionen Euro-Fehleinkauf zu gelten, zwar noch nicht in seinem Karrieregürtel. Nur, hat Mr. Ricketts Mr. Reich voraus, inzwischen in Walsall, wohin Mr. Ricketts zum zweiten Mal in seiner Laufbahn zurückkehrte, offenbar sein Fußballerglück gefunden. Mal sehen, ob Reich, der zuletzt bei den Offenbacher Kickers aussortiert worden war, das auch mal von sich sagen kann.

Ablöse hat er ja nicht mehr gekostet und kann sich mit bislang zwei Törchen gegen Scunthorpe und Southend, die beide als United firmieren, inzwischen auch sehen lassen. Auch wenn Michael Ballack, mit dem Reich vor geraumer Zeit, in der Erich Ribbeck sein Unwesen als deutscher Bundestrainer trieb, der Ruf der größten deutschen Talente vereinigte, sich mit seinem FC Chelsea anschickt, Uniteds ganz anderer englischer Ligen nass zu machen.

Montag, 8. September 2008

Von alten Ehepaaren

Hört, hört! Welch kühne Vergleiche doch in der WELT nach einem soliden Sechserpack in Liechtenstein zu finden sind, die sich sogar offensichtlich in die tiefsten Räume der Gedankenwelt des Herrn Delling beamen kann. Dem armen Miro Klose bleibt derweil wohl nichts erspart. Ganz zu schweigen von kleinen stammtischesken Wortspielereien , die selbst der selige Udo Lattek nicht besser hätte kredenzen können:

„Das lange Warten tut langsam weh. Erfolgslos erscheint alle Mühe und Hilfe. Bei den Bayern lassen ihn Tore-Toni und Schweini vor Mitleid jetzt schon Elfmeter schießen, in Liechtenstein kriegt er frei vor dem Tor den Ball serviert und von Jogi sogar die Binde – doch vielversprechender als die Binde am Arm wäre es, glauben verstärkt die Skeptiker, wenn sich Klose stattdessen einmal ordentlich einen hinter dieselbe gießen würde, beispielsweise in Form der drei Weizenbiere, mit denen der Waldi am Samstag den Rudi begrüßt hat, zur Feier des fünften Jahrestags der unvergessenen völlerschen Wutrede.“

Bild: WELT.de

Sonntag, 7. September 2008

Rückkehrer

Wenn Andreas Hinkel irgendwann einmal seine Treter und seinen Dress mit der Numero Zwo an den Nagel hängen wird, kann ihm nach kurzer Lektüre seiner Hompage nur bescheinigen, dass er sich auch als Weisheitenonkel eine durchaus ansprechende Reputation sichern könnte:„Aller Anfang ist schwer, wer aufgibt gewinnt nie, wer nie aufgibt, gewinnt." Wenn man so will, hat der gebürte Schwabe bereits gewonnen. Zunächst, als er im vergangenen Winter ein Angebot von Celtic Glasgow annahm, sich dadurch von den seine Karriere lähmenden Fesseln der harten Ersatzbank des FC Sevilla befreite.

Dass Hinkel die rechten Abwehrseite von Celtic in der Zwischenzeit ganz gut beackerte, brachte ihm nun nach dreijähriger Abstinenz in der Nationalmannschaft durch Herrn Löw wieder eine überaus überraschende Berufung ein, für die die Frankfurter Rundschau treffend die Schlagzeile „Die Rückkehr des Abgeschriebenen" in die Tasten hämmerte. Hinkel selbst orientierte sich dagegen beim pflichtbewussten Notieren des erfreulichen Ereignisses weniger an abgegriffenen Titeln alter Westernstreifen und sollte nüchtern, wie hinten rechts bei Celtic, in das Tagebuch seiner Homepage notieren :
Die Enttäuschung nach der 4 zu 2 Niederlage gegen die Glasgow Rangers am Wochenende hielt nicht lange an. Als am Montag Vormittag das Handy klingelte und Hansi Flick Andreas einlud zur deutschen Nationalmannschaft zu kommen, überwog die Freude über die unverhoffte Nominierung.
Den soliden Sechserpack für Liechtenstein verfolgte Hinkel zwar gestern im Rheinpark-Stadion zu Vaduz über die gesamten 90 Minuten als Ersatzspieler. Die Ernennung zum neuen T(h)or der Woche ist Hinkel dennoch gewiss , auch wenn im THOR WATERSCHEI-Klubhaus etwas geschmunzelt wurde. Denn Herr Hinkel spricht offenbar in Gefolgschaft eines gewissen Lothar Matthäus ebenfalls von sich ganz gern in der dritten Person . TW hat daher schon eine Ahnung, wie der nächste Eintrag auf dem Hinkelportal klingen könnte:

Jogi Löw hat Andreas in Vaduz geschont.

Über den T(h)or der Woche
BILD: Andreas-Hinkel.de

Wertvoller Skalp

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Den schockierenden 3:1-Triumph Österreichs gegen Vizeweltmeister Frankreich zum Auftakt der WM-Quali für Südafrika, teilweise angereichert durch einige reichlich meckernde Stimmen aus dem französischen Blätterwald.

Österreich - Frankreich 3:1 (2:0)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 48.000 (ausverkauft)
SR Claus Bo Larsen/DEN.
Gelbe Karten: Janko, Aufhauser

Österreich: Manninger - Garics, Prödl, Stranzl, Pogatetz – Scharner - Harnik (90. Standfest), Aufhauser, Ivanschitz (82. Leitgeb), Fuchs - Janko (89. Maierhofer)
Frankreich: Mandanda - Sagna (71. Gourcuff), Gallas, Mexes, Evra - Govou, L. Diarra, Toulalan, Nasri (80. Anelka)- Benzema, Henry

Tore: 1:0 ( 8.) Janko, 2:0 (41.) Aufhauser, 2:1 (61.) Govou, 3:1 (72.) Ivanschitz

„Die Ruinen rauchen noch. Die Tricolores haben nur eine Erklärung für ihre Niederlage: Nachlässigkeiten bei Standardsituationen und allgemein in den Zweikämpfen. Raymond Domenech würde eine fehlende Reaktion am Mittwoch gegen Serbien nicht überleben. Es gibt das, was die Geschichte lehrt: Frankreich hat sich niemals für eine Weltmeisterschaft qualifiziert, nachdem es das erste Ausscheidungsspiel verloren hat, weder 1968 (0:1 gegen Norwegen) noch 1992 (0:2 gegen Bulgarien).“ (L'EQUIPE)

„Brennende Niederlage für die Franzosen. Das erste Qualifikationsspiel für die WM 2010 endet mit einem völligen Zusammenbruch der Franzosen. Raymond Domenech muss sich Sorgen machen. Diese Niederlage schwächt natürlich die Position Domenechs nach dem Fiasko bei der EURO.“ (LIBERATION)

„Die Bleus ohne Verteidigung. Während dieses Spiel die Bleus eigentlich auf den Weg der Qualifikation für die WM 2010 bringen sollte, haben schwer zu entschuldigende Fehler in der Verteidigung am Samstag in Wien die Niederlage der Tricolore verursacht.“ (LE JOURNAL DU DIMANCHE)

„Es konnte nicht schlechter für die Franzosen beginnen. Beim ersten offiziellen Spiel seit dem Fiasko bei der EURO haben die Franzosen einen Alptraum erlebt. Die Affäre ist gewiss erst in ihren Anfängen, aber sie zeichnet sich sehr schlecht ab. Um eine Dynamik zu erwecken, die Polemiken des Sommers zu beenden, hätte es gewiss etwas anderes gebraucht als diese unwürdige Niederlage gegen Österreich.“ (LE PARISIEN)

„Die schöne blaue Donau färbte sich schwarz für die Bleus. Es ist sehr wohl die 15. Mannschaft der EURO, die im Ernst-Happel-Stadion gespielt hat und nicht der Vize-Weltmeister von 2006, den Wien mit Freude erwartete. Die Österreicher, angeblich mit quadratischen Füßen, haben die äußerst blassen Bleus ohne Schwierigkeiten genarrt. Ihre kleine Nachtmusik hatte
nichts von einem schimmernden Konzert und kein Mozart war im Orchester. Aber kräftige Burschen und Realismus haben gereicht.“ (OUEST-FRANCE)


„1998 qualifizierte sich Österreich letztmals für eine WM-Endrunde. Jetzt sind zwar erst 90 von 900 Minuten gespielt, doch in Österreich träumen sie von der nächsten WM-Teilnahme. In Wien bodigte die ÖFB-Auswahl mit dem neuen Trainer Karel Brückner Frankreich 3:1. Die Österreicher waren da stark, wo im internationalen Fussball oft die Differenz liegt: bei den Standardsituationen.“ (BLICK.CH)

„Unwirklich! Brückners Burschen radierten die Franzosen aus. Dieser Trainer soll zum alten Eisen gehören? Ganz falsch, der alte Fuchs hat wieder allen die Augen geöffnet. Mit den unterschätzten Österreichern ist er angetreten, eine Position zu erobern, die er mit den Tschechen einmal verlassen hat. Und dass er seinen Weg verdammt ernst nimmt, bestätigt schon das erste Qualifikationsspiel um die Weltmeisterschaft 2010, in dem Brückners Schäfchen das favorisierte Frankreich mit 3:1 schlugen.“ (Tschechien: TV NOVA/ONLINE)

„Karel Brückner hat die ganze Welt schockiert. Obwohl ihn die Österreicher nach dem sensationellen Samstag-Sieg von 3:1 gegen die Franzosen als Held feiern, behielt der tschechische Trainer Karel Brückner seine legendäre Ruhe. (...) Brückner hat jene Vorgangsweisen in das österreichische Team gebracht, die sich für ihn auch schon während seines Wirkens bei der tschechischen Reprezentace bewährt haben.“ (Tschechien: SPORT/ONLINE)

„Brückner begann hervorragend. Prachtvoll hat der Kampf um die Weltmeisterschaft 2010 für den tschechischen Trainer Karel Brückner begonnen. (...) Brückner hat bei der Wettbewerbspremiere auf der österreichischen Bank einen wertvollen Skalp geholt, umgekehrt wird sein Kollege Raymond Domenech kritisiert werden wie bei der Europameisterschaft im Juni. Die Österreicher begannen gegen die Favoriten von Anfang an aktiver, griffen gut an und gaben den Franzosen kaum Raum. Und der Erfolg stellte sich unmittelbar darauf ein.“ (Tschechien: MLADA FRONTA DNES/ONLINE)

Samstag, 6. September 2008

Von Rudi Emotionale

Am 6. September, da war doch was? Richtig! Am 6. September 2003 blamierte sich die deutsche Nationalelf in der EM-Quali in Reykjavik bei der Nullnummer gegen Island bis auf die Knochen. Die Herren Delling und Netzer legten gnadenlos den Finger in die Rumpelwunde.

Rudi Völler gab sodann beim unschuldigen Waldi Hartmann mit seiner so genannten „Wutrede“ den Rächer seiner „Rumpelkicker“, die im bestem Völler-Sprech, nach exemplarischer Subsumtion auf Olli Bierhoff, heute als „Malta-Füße“ bezeichnet würden. Meine Herren, ist das Ganze also auch schon wieder fünf Jahre her, TW protokolliert die „Wutrede“ nochmals:

„Delling, das ist eine Sauerei, was der sagt. Die Geschichte mit dem Tiefpunkt, und nochmal ein Tiefpunkt. Da gibt's nochmal einen niedrigen Tiefpunkt. Ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören. Das muß ich ganz ehrlich sagen. Da stelle ich mich vor die Mannschaft.“ [Waldi reibt sich gedanklich die Hände, Rudis Augenbraue zuckt jedoch bereits verdächtig.]

„Natürlich war das heute nicht in Ordnung. Aber ich weiß nicht, woher die das Recht nehmen, so etwas zu sagen. Das verstehe ich nicht. Dann soll er doch Samstagabend Unterhaltung machen und keinen Sport, keinen Fußball. Dann soll er 'Wetten dass' machen und den Gottschalk ablösen.“ [Rudi kommt bei der Abgabe von findigen Beschäftigungstipps immer mehr in Fahrt, Waldi klammert sich unterdessen erschrocken an sein Mikro.]

„Der Scheiß, der da immer gelabert wird. Da sollten sich alle wirklich mal Gedanken machen, ob wir in der Zukunft so weiter machen können. Immer diese Geschichte, alles in den Dreck ziehen, alles runter ziehen. Das ist das Allerletzte - und ich lasse mir das nicht mehr so lange gefallen, das sage ich euch ganz ehrlich.“ [Rudis dicker Hals steht kurz vor der Explosion, Waldi rutscht in seinem Sessel immer tiefer - sein Puls beginnt ungesund zu puckern.]

„Der Günter, was die früher für einen Scheiß gespielt haben, da konntest du doch früher überhaupt nicht hingehen, die haben doch früher Standfußball gespielt.“ [Rudi bewirft seine Idole mit faulen Eiern.]

„Aber Rudi, ich kann jetzt nicht verstehen, warum du Schärfe reinbringst.“ [Waldi, ungewöhnlich nonchalant, lässt nichts auf Jünter kommen.]

„Die Schärfe bringt ihr doch rein, müssen wir uns denn alles gefallen lassen?“ [Rudi lässt sich nicht in die Suppe spucken.]

„Aber ich bringe doch keine Schärfe rein.“ [Waldi rutscht auf seinem Sessel hin und her und bangt winselnd um die spätere „Blaue Stunde“ mit Völler und Konsorten.]

„Ja, du nicht. Du sitzt hier bequem auf deinem Stuhl, hast drei Weizen getrunken und bist schön locker.“ [Rudi, der Marketingfuchs, kaltschnäuzig wie früher vor dem Tor verschafft Waldi lukrative Werbeverträge und hat später fertig.]

Freitag, 5. September 2008

„Liechtenstein ist nicht San Marino!“

Im Rheinpark-Stadion zu Vaduz duellieren sich morgen Jogis Löwen zum WM-Quali-Auftakt mit den Kickern aus Liechtenstein. Damit es in Vaduz keine Schmach wie einst 1990 der Österreicher gegen die Faröer-Inseln im schwedischen Landskrona gibt, erhob Jogi bereits altväterlich-warnend den Zeigefinger und stellte mit geographischer wie politischer Finesse fest: „Liechtenstein ist nicht San Marino!“ Halt, nicht dass jemand annehmen könnte, es schlägt wieder Dreizehn. Auch wenn sich das Dreizehnnull von Serravelle zufällig auf den Tag genau zum zweiten Mal jährt...

Donnerstag, 4. September 2008

Roll with it

Britpop-Lordsiegelbewahrer Noel Gallagher (→ Kein Gitarrengott) hat gegen die montägliche Übernahme seines Lieblingsklubs Manchester City durch arabische Ölscheichs überraschend wenig einzuwenden. Das lässt sich dem vom kicker in seiner heutigen Ausgabe aufgeschnappten Gallagher-Zitat entnehmen, in dem der OASIS-Klampfer gar mikroökonomische Feinsinnigkeiten offenbart:
„Immer wenn ein United-Fan in Zukunft tankt, finanziert er unsere Transfers.“
Dass Mr. Gallagher, ganz Geschäftsmann, ähnlich wie ein gewisser Robinho natürlich auch an sein eigenes Portemonnaie denkt und sich den Scheichs sozusagen als Absacker für die dritte Halbzeit anbietet, kann man ihm daher beinahe nicht verübeln:

„Wenn die so mit dem Geld um sich schmeißen, stehe ich für jede After-Show-Party zur Verfügung.“
Doch wer hätte gedacht, dass Noel sich vor ein paar Jahren für seine „Skyblues“ laut im Netz kursierenden Gerüchten fast selbst seinen finanziellen Garaus herbeigeredet hat. Soll Noel nach ein paar Pints zuviel auf einer Party, Scherzkeks, der er erst, versucht haben den braven Paolo Maldini, für gute 150.000 Euro per week zu City zu locken. Der gute Noel hatte die Rechnung aber offensichtlich ohne den anscheinend etwas leichtgläubigen Signore Maldini gemacht.

Denn der konnte sich angeblich für einen solch stolzen Wochenlohn einen Abschied von seiner Lebenslangromantik in San Siro durchaus vorstellen. Man hat wahrscheinlich nicht vermutet, dass Gallagher und Maldini schon mal auf derselben Party rumhingen. Aber wohl ebenso nicht, dass Mr. Gallagher den Schneid hatte, sein großzügiges Angebot kurz darauf fernmündlich wieder etwas kleinlaut zurückzuziehen. Citys Scheichs hätten mit dem Wochenlohn des ollen Maldini dagegen wohl keine Probleme gehabt...

Mittwoch, 3. September 2008

Wimpel-Wednesday # 2: Aalborg BK

Es ist Mittwoch! In der zweiten Ausgabe des „Wimpel-Wednesdays“ hängt sich THOR WATERSCHEI heute einen Wimpel des amtierenden dänischen Meisters und Aalborg BK in seine neueingerichtete Wimpelecke.

Nachdem jüngst von TW elf Anekdoten über den Champions League-Underdog (→ Über AaB, Casino-Jimmy und den Co-Trainer des Assistenten) aus den Weiten des Netzes gekramt wurden, darf der Wimpel, auch wenn es sich um ein Exemplar der bescheideneren Sorte handelt, natürlich der Vollständigkeit halber nicht fehlen.

Für potenzielle Unterstützer der Wimpelromantik bei THOR WATERSCHEI: Mail nebst entsprechender Anlage mit dem Betreff WIMPELECKE an thor-waterschei@web.de schreiben.

Dienstag, 2. September 2008

„Plymouth“

Was macht eigentlich...Emile Mpenza? Emile Mpenza? Mpenza? Achja, bei THOR WATERSCHEI erinnert man sich noch an den inzwischen 30-jährigen Belgier, der in jungen Jahren um die Jahrtausendwende noch das Torungeheuer bei Standard Lüttich gab, dann bei Schalke 04 'ne durchaus große Nummer war. „Ebbe Sand und Emile Mpenza - das ist das beste Sturm-Duo in Europa und das beste, das Schalke je hatte“, besang dereinst sogar Schalkes Stürmerlegende Klaus Fischer die Qualitäten seiner S04-Erben.

Doch der stets schnelle Mpenza startete in seinem weiteren Karriereverlauf nicht wirklich durch, sondern verannte sich vielmehr bei mehr oder weniger amourösen Geschichtchen mit schönen Frauen und kaputten Sportwagen ebenso wie bei seinen wenig torreichen Stationen beim HSV, in Katar und jüngst bei Manchester City. Als alterndes Auslaufmodell kam Mpenza nach Vertragsende bei ManCity und kurzer Klublosigkeit nun beim englischen Zweitligisten Plymouth Argyle unter.

Plymouth ist ein Küstenstädtchen im Südwesten Englands, genauer gesagt in der Grafschaft Devon, das, wie Wikipedia erklärt, „einerseits für seine pittoresken Küstenstädte und andererseits für die Dartmoor- und Exmoor-Nationalparks bekannt ist“. Das hört sich alles nicht gerade nach dem Nabel der weiten Welt des Fußballs an und wird durch den derzeitigen viertletzten Rang von Plymouth Argyle, im Volksmund the Pilgrims (die Pilger) genannt, in Englands Fußballunterhaus nochmals unterstrichen.

Eine kleine Anekdote aus der Geschichte von Plymouth Argyle will TW dennoch nicht vorenthalten, die ihren Ursprung im Frühling 1984 hat. Plymouth hatte sich durch die Mühlen des FA Cups bis ins Halbfinale gekämpft, was bis heute den größten Erfolg der Pilgrims in deren Historie darstellt. In diesem Halbfinale scheiterte Plymouth als Drittligist seinerzeit im Villa Park in Birmingham am FC Watford, dem Elton John dieser Tage gern ein paar Pfund zusteckte. Ein gewisser George Reilly hatte für Watford das „goldenen Tor“ für den umjubelten Finaleinzug erzielt - lange her wird man annehmen.

Doch dieser gewisse George Reilly musste erkennen, dass ein spezieller und besonders bissiger Anhänger der Pilgrims offenbar ein Erinnerungsvermögen wie ein Elefant besaß sich als erwies und Reilly noch 19 Jahre nach dessen Siegtreffer von Birmingham im wahrsten Sinne des Wortes für diesen „bluten“ ließ. Wie? Reilly arbeitete 2003 mittlerweile als Maurer und wurde auf einer Baustelle von diesem unbekannten Plymouth-Fan zunächst erkannt, sodann „nur“ angefallen und zu Boden gerissen.

Bei dem anschließenden Gerangel im Schlamm kam es für Reilly gleichwohl noch schlimmer. Denn der Unbekannte biss ihm das rechte Ohr ab und sollte sich von Reilly mit einem gehauchten „Plymouth“ in dessen linkes unversehrtes Ohr verabschieden . Die Ohrmuschel Reillys konnte zwar später glücklicherweise im Krankenhaus wieder angenäht werden. Der Attentäter entkam jedoch und ist bis heute unerkannt. Daher kann Herrn Mpenza diese kleine Schauergeschichte, mit einem zwinkernden Auge gesagt, wohl nur lehren, für Plymouth Argyle schnell das richtige Tor zu treffen...

Montag, 1. September 2008

Ende des Kahnsinns

Oliver Kahn ist beim FC Bayern eigentlich bereits Geschichte. Morgen packt der Titan in seinem Abschiedsspiel jedoch noch einmal die Handschuhe aus, um in der Allianz Arena hoffentlich ohne Ohrengebeiße oder sonstige Kalamitäten „Servus“ zu sagen. THOR WATERSCHEI lässt es sich daher nicht nehmen in seiner Rubrik ELEVEN, anlässlich des Kahn-Abschieds elf Erfolgsformeln des mitunter schier „kahnsinnig“ erscheinenden Torstehers (→ Ich und Ich) mit den semmelblonden Haaren aufzulisten:

1. „Weiter, immer weiter.“
2. „Ich habe kein Problem damit, der Arsch zu sein.“
3. „Es ist schon verrückt, was der Fußball aus mir macht.“
4. „Eier, wir brauchen Eier.“
5. „Die gegnerischen Fans hätten mich mal bejubeln müssen, um mich mal zu verunsichern.“
6. „Ich rotiere höchstens, wenn ich Opfer des Rotationsprinzips werde.“
7. „Der Wille versetzt Berge – aber nur, wenn die Leidenschaft stimmt...“
8. „Der Wille treibt mich an, mich zu disziplinieren und zu perfektionieren...“
9. „Wer besser sein will als der Durchschnitt, braucht dazu ein gewisses Maß an Besessenheit.“
10. „Wo es keine Angst gibt, da gibt es auch keine Herausforderung.“
11. „Ich werde bald 40 Jahre, und da wird es langsam Zeit, mal was anderes in seinem Leben zu machen, als sich die Bälle um die Ohren schießen zu lassen.“
Einem gewissen Nico Patschinski dankt TW für seine dereinst als Handlungsanweisung gesprochenen weisen Worte an seine Stürmerkollegen in der weiten Welt des Fußballs, die das liebenswerte Tier (Thomas Brdaric) mittlerweile nicht mehr zu fürchten brauchen: „Es gibt Schöneres, als auf Oliver Kahn zuzulaufen. Auf jeden Fall sollte man nicht versuchen, ihn zu verarschen. Am besten ist: Einfach reinschieben und schnell wegrennen beim Torjubel. Das ist die sicherste Variante.“ In diesem Sinne, auf Wiedersehen Herr Kahn!