Donnerstag, 31. Juli 2008

Gezinkte Karten

Na, hat da jemand Verlustängste? Angesprochen auf eine Rückkehr von Bayern-Kicker Mark van Bommel in den Kreis der niederländischen Elftal meckerte Real Madrids Wesley Sneijder nun im Interview mit dem kicker wie ein Rohrspatz in Richtung des Lockenkopfes, der sich zuletzt noch unter Bondscoach Marco van Basten (→ Rinus van Basten) geweigert hatte, in Oranje aufzulaufen.
„Diejenigen, die jetzt nicht dabei waren, brauchen wir auch nicht. Bei allem Respekt vor Mark van Bommel, der ein großer Spieler ist. Aber er war lange nicht dabei, und die Mannschaft steht.“
Van Bommel selbst hatte stets den Fuß in der Tür der Oranje-Elf gehalten, jüngst aber leicht durchtrieben die gezinkte Schwiegervater-Karte gespielt, als er verkündete:

„Ich habe immer gesagt, dass ich zurück will, wenn Marco van Basten weg ist. Jetzt ist er weg, und zufälligerweise ist mein Schwiegervater auch noch der neue Bondscoach. Wenn er mich braucht, bin ich da.“
Bei allen gezinkten Karten will THOR WATERSCHEI den Satz von Herrn Sneijder so nicht stehen lassen und kann sich nicht verkneifen, stellvertretend für van Bommel die so gefürchtete Stinkefaust (→ Immer Ärger mit der Stinkefaust) nach bester van Bommelscher Art zu zücken...

Dienstag, 29. Juli 2008

Letzter Salut

Über das vergangene Wochenende wurden mittlerweile einige Nächte geschlafen. Doch, ist es etwa schon allen bewusst? Der UI-Cup ist mit dem Ausklang der dritten Runde endgültig beerdigt. Für den einstigen „Cup der guten Hoffnung“ gibt es keine mehr. Daher Trauer oder gar Oden in Moll? Eindeutig Fehlanzeige! Ganze Spielergenerationen werden aufatmen. Am letzten Spieltag einer Saison noch einmal bissig dem letzten Ball hinterherlaufen, damit der hochverdiente Sommerurlaub für eine Stippvisite auf einem Bolzplatz irgendwo auf Islands verkürzt wird? „Von wegen“, wird wohl mancher Balltreter schon trotzig vor sich hingedacht haben.

THOR WATERSCHEI will daher jenen unglückseligen elf Klubs gedenken, die in der finalen dritten UI-Cup-Runde dieser noch jungen Zweiachtzweineunersaison keinen Strohhalm zogen:
1. FK Riga: Die lettischen Fußballfreunde mit den beiden beängstigend züngelnden Löwen im Wappen verschluckten sich an den Schwedenhappen von Elfsborg Borås und können sich nun wieder ganz auf ihre heimische Virsliga konzentrieren.

2. Saturn Ramenskoje: Jaja, beinahe hätten die selbsternannten „Außerirdischen“ aus dem Greater Moskau den VfB Stuttgart rausgekegelt, zeigten sich aber vor allem im Rückspiel in Stuttgart schwäbisch-sparsam im Toreschießen.

3. Chernomorets Burgas: Burgas? Spanisch? Nicht ganz. Dafür an der schönen Schwarzmeerküste Bulgariens gelegen. Die interessierte die pflichtbewussten Grasshoppers aus Zürich nicht so wirklich und machten kurzen Prozess.

4. Neftchi Baku: Ob Berti Vogts etwa gemeinsam mit dem Vizemeister Aserbaidschans gegen Vaslui im Tofik-Bachramov-Stadion zu Baku Europapokalluft geschnuppert hat? Doch selbst der weitgereiste Terrier hätte den Neftçiler (Ölarbeitern) wohl keinen Schwank über die später siegreichen Rumänen erzählen können.

5. Honved Budapest: Honved Budapest, da war doch was. UI-Cup-Aus vor eigenem Publikum gegen Sturm Graz nebst randalierenden Ordnern? Auch. Achja, Puskas-Klub. Naja, lange her.

6. Hapoel Bnei Sachnin: An diesen Namen darf sich bald Lothar Matthäus gewöhnen. Heißt laut Wiki-Nachschlage etwa soviel wie „Vereinigte Söhne von Sachnin“, trotz vereinigter Kräfte war La Coruna doch ne Nummer zu groß für die Israelis.

7. Tafrija Simferopol: Hier geht's selbst im UI-Cup-Kosmos ans Eingemachte. Simferopol? Na, Atlas schon parat liegen? Krim-Halbinsel, autonome Republik in der Ukraine, richtig. Ausgeschieden im Elfer-KRIMi gegen die Franzosen von Stade Rennes? Ebenfalls korrekt.

8. NAC Breda: Die Niederländer mussten es mit dem offenbar 2007 verhinderten norwegischen Serienmeister Rosenborg Trondheim (→ Trondheim) aufnehmen und strichen gegen diese erwartungsgemäß die Segel. Mit dem rührigen Leitmotiv „Niemals aufhören; immer weitermachen“ Bredas nervte TW an anderer Stelle zwar schon mal, aber das macht ja nichts.

9. Odense BK: Dass Odenses altgedienter Abwehrrecke Thomas Helveg noch einmal im UI-Cup seine Knochen gegen Aston Villa hinhalten könnte, hätte der Oldie wohl selbst nicht gedacht. Nützte jedenfalls nicht viel. Helveg humpelte im Rückspiel zur Halbzeit vom Feld und Villa letztlich mit nem entscheidenden Zittersieg in die UEFA-Cup-Quali.

10. Panonios Athen: Auch Ewald Lienen (→ Legende vom heiligen Ewald) mit der kleinen Enklave seiner Lieblingsspieler gehört zu den elf Vereinen, denen kondolierten werden soll. Übrigens zu zwei Pleiten gegen den SSC Neapel, der zu Maradonas Tagen wohl nie zu diesem Strohhalm hätte greifen müssen.

11. Sivasspor: Wieso die Kicker des letztjährigen Vierten der türkischen Süper Lig auf der Homepage des Klubs dem geneigten Besucher beinah formvollendet entgegensalutieren, werden nur sie selbst wissen. Vielleicht bog es ihnen einst ein gewisser Werner Lorant mit kasernenhofartigen Intonierungen bei. Oder nach zwei deutlichen Pleiten gegen Braga ist dies tatsächlich ein letzter so genannter Salut für den UI-Cup.
Freilich werden einige dieser Unglückseligen in künftigen Jahren in der sicher im Vergleich zum UI-Cup nicht minder attraktiven wie nervenaufreibenden UEFA-Cup-Quali von der Mattscheibe in unsere Wohnzimmer grüßen. Zum Schluß gibt es übrigens noch einen kostenfreien Zusatz für Erbsenzähler:

Nein, die elf siegreichen „UI-Cup-Finalisten“ dürfen sich noch nicht in die Galerie der schier unendlich vielen UI-Cup-Gewinner einreihen. Schließlich darf sich erst jener Verein aufs Siegerschild erheben lassen, der später im UEFA-Cup am weitesten kommt. Und da fasel jetzt jemand noch etwas vom „Cup der Verlierer“...

Sonntag, 27. Juli 2008

Auf die Baskenmütze

Für so manchen feurigen Sympathisanten von Athletic Bilbao (→ Baskisches Déjà-vu) ist nachfolgende Neuigkeit sicher ein gewaltiger Schlag auf die Baskenmütze. Denn die Schlagzeilen dieses heißen Sonntages verrieten den Fall der letzten Bastion der Primera Division. Athletic hatte sich lange beinahe wie Asterix und Konsorten gegen die Einführung der Trikotwerbung gewehrt.

Doch der baskische Stolz ließ sich nun von einem für Bilbao offenbar lukrativem Angebot eines brasilianischen Mineralkonzerns, dessen Schriftzug demnächst für drei Jahre bei garantierten zwei Millionen Euro pro Saison Bilbaos rot-weißen Dress zieren wird, aufweichen. Ob das baskische Bollwerk demnächst ebenso bei der Rekrutierung nicht aus dem Baskenland stammender Spieler brüchig wird?

Brav wie ein Balljunge

Bisweilen kann man sich wahrlich wundern. Da schenkte die UEFA uns Fußballfreunden die allerletzte Runde im zuvor nicht endenwollenden UI-Cup-Desaster und zwei kritische Zeitgenossen aus der kleinen fußballlastigen Ecke der Blogosphäre sinnieren vereinfacht gesagt über die Arne Friedrich'risierung der Sommerpause. Stein des Anstoßes? Der gute Arne, Herthaner, einer von vier Nutella-Boys und seines Zeichens nun Vize-Europameister, hatte offenbar jüngst in irgendeinen Notizblock diktiert, eine „starke EM“ gespielt zu haben.

Dieses kühne Resümee brachte jedoch Herrn Steudel von der Sport-Bild , mitunter Diskutant in der sonntäglichen Wonti-Runde, ziemlich in Wallung. In seinem Blog ließ dieser jedenfalls kein gutes Haar an Friedrich:„ Das bringt mich auf die Palme, weil wirklich jeder weiß, dass Friedrich keine starke EM gespielt, sondern dafür gesorgt hat, dass Deutschland nicht Europameister geworden ist, indem er eine Rück- und Querpass-Orgie feierte.“ Es sei schlimm, Friedrich lüge.

Eine Reaktion auf Steudels Friedrich-Bashing ließ unterdessen nicht lange auf sich warten. Wie notierte Steudel später: „Mein Eintrag war noch nicht kalt, da hatte ein Kollege von spox.com schon reagiert und in seinem Blog heftig Einspruch gegen meinen erhoben.“ Gemeint war Oliver Kucharsky, der seinen „Power-Arnie“ vor den Kadi gezogen sah, sich zu dessen Anwalt aufschwang und sodann emphatisch plädoyierte: „Power-Arnie hat Ronaldo ausgeschaltet. Ganz allein. Mit allem, was er hat. Dafür verdient er ein Denkmal. Das Power-Arnie-Denkmal.“

Herr Steudel beharrte hingegen tags darauf auf seine Meinung, sprach Friedrich erneut ab, eine gute EM gespielt zu haben und zählte noch einmal Erbsen: „Streng genommen, hat er gar keine EM gespielt. Er hat ein bisschen den anderen zugeschaut.“ Gleichwohl rang sich Steudel eine kleine deeskalierende Geste in Richtung Kucharsky ab und bescheinigte Friedrich immerhin, dass er ab und zu „brav wie ein Balljunge“ den anderen den Ball zurückgegeben habe. Kucharsky wiederum nahm den Handshake dankend an und relativierte seine Thesen wie folgt:
1. Arne Friedrich hat bei der EM mehrfach mitgewirkt.

2. Der natürliche Lebensraum des Arne Friedrich ist die eigene Hälfte.

3. In dieser hat Arne Friedrich gegeben, was er hatte. Dies war: überschaubar.

4. Arne Friedrich hat Hotpants-Ronaldo ausgeschaltet. Dafür gebührt ihm Dank.

5. Die Bezeichnung "Power-Arnie" war womöglich, nun ja: überstürzt.
Letztlich konstatierte Kucharsky in Richtung Steudel: „Ich bin mir sicher, dass hiermit nun sämtliche Irritationen aus der Welt sind. Dass ein Mittelweg gefunden wurde. Ein für beide Seiten akzeptabler Kompromiss.“ Gewiss, ein versöhnlicher Querpass, den Arne Friedrich nicht besser hätte spielen können. Kein Wunder, dass ihn Bundes-Jogi Löw vor der EM so stark sah wie noch nie.

THOR WATERSCHEI ist im Übrigen ganz einer Meinung mit (Ex-)Blogger kurtspaeter, der Arne Friedrich für „den Prototypen des biederen, technisch limitierten Aussenverteidigers“ hält, „der es bei seinem eigenen, mittelmäßigen, Verein nicht schafft, seine Traumposition Innenverteidiger für sich zu akquirieren“. Doch nicht zuletzt wegen seiner offenbarten Terrierqualitäten gegen Cristiano Ronaldo wird Arne Friedrich nun zum neuen T(h)or der Woche ernannt, dem TW zugleich kräftig die Daumen für eine „starke“ Bundesligasaison drückt.

Samstag, 26. Juli 2008

Verewigt

Verewigt: Dynamo Dresden geht als Premieren-Sieger der neuen dritten Liga in die Fußball-Geschichtsbücher ein. Dynamo trug gestern Abend am Freitagabend aus dem Auftaktduell der neu geschaffenen Spielklasse bei Rot-Weiß Erfurt einen 1:0-Sieg davon, den übrigens Halil Savran zu verantworten hatte, der mit seinem historischen ersten Treffer sich ebenfalls ein Plätzchen in den Geschichtsbüchern sicherte. Savran, nicht zu verwechseln mit Safran, jener Blume, die laut Safran.de den Orient mit dem Okzident verbindet und aus der die „Königin der Gewürze“ gewonnen wird...

Donnerstag, 24. Juli 2008

Hungriger Kannibale

THOR WATERSCHEI präsentiert in seiner Eisenfuß-Galerie die „Eisenfüße“ aus der weiten Welt des Fußballs. Heute: Khalid Boulahrouz, den „Kannibalen“.

Zähneklappern in der Bundesliga. Der „Kannibale“ ist zurück. Khalid Boulahrouz hat beim VfB Stuttgart angeheuert und trägt bekanntlich beim VauEffBeh demnächst die legendäre Karl-Heinz Förster-Nummer 4 . Auch wenn Boulahrouz in den letzten Jahren nach seinem HSV-Abschied eine kleine Europaodyssee über die Ersatzbänke von Chelsea und dem FC Sevilla hinter sich hat. Für den stets bissigen Niederländer mit den marokkanischen Wurzeln hat die alte Vorstopperweise „halb Mensch, halb Tier - die Nummer vier“ nach seinen beachtlichen EM-Auftritten kaum etwas an ihrem Glanz verloren.

Fast wäre der 26-Jährige ja sogar erneut beim HSV gelandet. Denn Boulahrouz' Lieblingstrainer Martin Jol gibt an der Elbe mittlerweile den Ton an und hatte offenbar die Fangnetze nach dem „Kannibalen“ schon ausgeworfen. Doch der HSV verfügte anscheinend nicht über das nötige Kleingeld, um seinem alten Bekannten die monatliche Heuer in der gewünschten Höhe überweisen zu können. Wie nannte es Boulahrouz im Interview mit der Hamburger Morgenpost, der VfB habe ihm „ein sehr gutes Gefühl“ gegeben. Blabla undsoweiter, bei aller Chuzpe wurde Boulahrouz allerdings gegenüber der MOPO richtig heimelig und hauchte noch wehmütig wie ein alter Seebär:

„Der HSV bleibt mein Zuhause!“

Fürwahr ne clevere Dialektik von Boula zu Lottos „Hamburg, meine Perle“, was vielleicht einige entrückte HSV-Anhänger dazu verleiten haben könnte, heute Morgen vor lauter Euphorie ihre handliche MOPO verträumt in der U-Bahn derart stolz zu schwenken wie ansonsten ihren blau-schwarzen Balkenschal mit der Raute in der Uwe-Seeler-Kampfbahn. Der einstige Publikumsliebling des Bundesliga-Dinos soll hier trotz seiner rührenden „Zuhausedudelei“ angesichts seiner geheimnisvollen Wechselspiele aus den Sommertagen 2006 nicht ganz ungeschoren davonkommen.

Geheimnisvolle Wechselspiele? Immerhin ließ sich die Frage nie restlos aufklären, warum Boulahrouz vor einem Champions League-Qualifikationsspiel seiner ach so heißgeliebten Rothosen gegen Osasuna sich wie vom Blitz getroffen mit einer vermeintlichen Bänderverletzung vom Feld hat führen lassen müssen. Die Teilnahme an der Königsklasse mit Chelsea sowie eine fürstliche Gage winkten damals bekanntlich. Das ganze Geplänkel schlug somit seinerzeit an der Elbe jedenfalls hohe Wellen, soll dem HSV aber angeblich rund 13 Millionen Euro in die Kassen gespült haben.

Eine ähnliche finanzielle Entschädigung blieb den Hanseaten nach Boulahrouz' Transfer zum VfB Stuttgart zwar verwehrt, aber irgendwann wird der „Kannibale“, dem vornehmlich für seine grandiosen Grätschen ein Platz in THOR WATERSCHEIS Galerie der Eisenfüße reserviert wird, sicher wieder hungrig auf sein „Zuhause“ an der Elbe werden.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Herr der Hängesocken

Hömma, Franky Mill wird heut Fuffzich“, könnte es heute bisweilen beim Blick in die Zeitungen geklungen haben. Genau richtig, der gute Herr Mill feiert die Vollendung eines halben Jahrhunderts. Er sei mit allen „Abwässern“ gewaschen, sinnierte Norbert Dickel, Mills Sturmpartner aus Dortmunder Tagen, einst über die Schlitzohrigkeit des gebürtigen Esseners, der für seinen unvergessenen Pfosten„treffer“ nach tollem Solotanz gegen Jean-Marie Pfaff anno 1986 wohl stets in Erinnerung bleiben wird.

Diese kleine „Trottelei“ tat Mills Popularität jedoch keinen Abbruch. Bei seinen Vereinen Rot-Weiß Essen, den Borussenklubs aus Mönchengladbach und Dortmund und der Düsseldorfer Fortuna, bei der er in späten Jahren sogar mit der „kaiserlichen“ Nummer fünf noch etwas wirbelte, stürmte Mill stets leidenschaftlich und damit in die Fanherzen. Kein Wunder bei gut 200 erzielten Treffern in etwas über 500 Profispielen, in denen der wegen seiner lässig herabgelassenen Socken „Hängesocke“ genannte Mill auch ohne Schienbeinschutz gegen Schlindwein & Kollegen seinen Mann stand. Das vernahm übrigens auch Teamchef Kaiser Franz wohlwollend, der den seinerzeit 32-jährigen Mill in seinen 90er-Kader berief und Mill schließlich zum Weltmeister machte.

Auch wenn es „Hängesocke“Mill dort ebenso wie der Kölner Libero Paule Steiner, die beiden Ersatzkeeper Raimond Aumann und Andy Köpke oder ein gewisser Günter Hermann auf keine einzige WM-Minute bei der so erfolgreichen Italia 90 brachte, ordnete man Mill wohl am wenigsten in die stilbildende Hermann'sche WM-Reservistenschublade ein. Lag einerseits vielleicht daran, dass Mill als Kapitän anno '88 die deutsche Olympiaelf in Seoul zu Bronze geführt hatte. Andererseits hatte man vielleicht das Gefühl, dass Franky Mill doch irgendwie stets mit von der Partie war. Wie bereits erwähnt, der „Herr der Hängesocken“ war halt mit allen Wasser gewaschen.

Der Eintrag findet sich ebenfalls als Gastbeitrag „Im Schatten der Tribüne“ wieder.

Dienstag, 22. Juli 2008

Von ewigen Parolibietern

Zwei historische Daten werden Nostalgiker mit einem Herzen für den AS Rom, jenem Verein aus der Ewigen Stadt mit den rot-gelben Trikots, der sich derweil anschickt im Stiefelland Jahr ein Jahr aus Vizemeister zu werden, wenig kalt lassen. Heute vor 81 Jahren wurde der Associazione Sportiva Roma aus der Taufe gehoben. Angeblich um den starken Klubs aus dem Norden Italien Paroli zu bieten. Dieses hehre Ziel wurde freilich nur bedingt erreicht, heimsten der AC und Inter Mailänd sowie die Alte Dame aus Turin im Laufe der Jahre doch die meisten Scudettos ein.

Einzig als gemeinsame Rekordsieger der Coppa Italia mit der vorgenannten betagten und mit allen Wassern gewaschenen Turiner Dame dürfen sich die Giallorossi als vollkommene Parolibieter fühlen. Das mit dem Parolibieten, was laut Meyers Konversationslexikon von 1908 so viel bedeutet wie „jemandes Pläne durch unvermutete Maßnahmen zu vereiteln versuchen“, gelang bekanntlich auch nicht an jenem 10. April 2007 so ganz, als die gelbroten römischen Wölfe an einem regnerischen Frühlingsabend im nordenglischen Manchester gleich siebenfach derbe aufheulten.

Montag, 21. Juli 2008

Über den „Klömpchensclub“

Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. Dirk „Klenkes“ Förmer hat sich etwa ganz Alemannia Aachen verschrieben und gibt einige Episoden aus seinem Dasein als Fan des „Klömpchensclubs“ zum Besten.

Man nennt mich Klenkes, und ich bin 37 Jahre alt. Ein richtiger Fan von Alemannia Aachen wurde ich 1989, jenem Jahr, als mein Club den bitteren Gang in die Amateur Oberliga Nordrhein antreten musste. Das erste Spiel war gegen Preußen Münster und ich weiß eigentlich gar nicht mehr so richtig, warum ich eigentlich dort hinging. War es Magie? Vorher hatte ich hier und da mal ein Spiel besucht, aber das Spiel gegen Preußen Münster sollte der Startschuss sein. Hatte ich als Kind noch das FC Bayern-Fähnchen gewedelt, trug ich nun schwarzgelb.

Höhepunkt meiner Einstiegssaison war, dass bei Alemannia mit Mustafa Denizli erstmals ein türkischer Trainer anheuerte. Es ging im Abstiegskampf für Alemannia gerade etwas bergauf, da gab es weitere Rückschläge - nach einer erneuten Niederlagenserie und dem Rücktritt des „türkischen Kaisers“ stieg Alemannia ab, in die Amateur-Oberliga. Dumm gelaufen für mich als neuen Fan, kann man da eigentlich nur sagen. Das wäre wohl der Zeitpunkt gewesen, sich einem anderen Club anzuschließen, vielleicht einen, der in der Bundesliga spielt?

Aber nein. Denn ist man erst einmal mit dem Alemannia-Virus infiziert, dann gibt es kein Entrinnen mehr. So also hielt ich weiter die Treue und lernte Fußballplätze kennen, , deren Namen mir nicht mal im Traum eingefallen wären. Stadien konnte man diese bei besten Willen nicht nennen. Da ich bis dahin in meinem Fanleben, DFB-Pokal-Spiele ich noch nie erlebt hatte, lernte ich nun, was eine so genannte „Bereinigungsrunde“ ist, in der man sich zuerst einmal für den Mittelrhein-Pokal qualifizieren musste.

Das Schöne war aber, dass man alle Auswärtsspiele locker und leicht per Bus erreichen konnte. Auch wenn die Alemannia nur noch Amateur-Status besaß, freute sich die Aachener Region, wenn die große Alemannia ihre Visitenkarte abgab. So manche Vereine, die nun anstatt 500 auf einmal 5000 Zuschauer begrüßen durften, wurden nebenbei saniert. Folgerichtig gab es jede Menge Lokalderbys, wie gegen Jülich 1910, TuS Langerwehe oder auch Germania Teveren.

Der Wiederaufstieg wurde nur denkbar knapp verpasst. Es hatte daher den Anschein, als wenn meine Alemannia endgültig von der Fussballkarte verschwinden würde. Erst nach 10 Jahren sollte es dann soweit sein. 1999 gelang die Rückkehr in die zweite Bundesliga. Und es war wohl der grausamste Aufstieg, den man als Fan erleben kann. Unser damaliger Trainer „Mister Alemannia“ Werner Fuchs verstarb beim gemeinsamen Waldlauf mit der Mannschaft. Und das kurz vor dem wichtigen Spiel in Erkenschwick. Eine ganze Region war in tiefer Trauer und man wusste erst einmal nicht, wie es weitergehen sollte.

So wurde das „Aufstiegsspiel“ ein ganz persönliches Erlebnis, als 8.000 Aachener in Erkenschwick ihre Emotionen nur teilweise unterdrücken konnten. Wie konnte man feiern bei solch einer Tragik? Die Aufstiegsfeier verlief dennoch überschwänglich. Die Sehnsucht nach der Rückkehr und den Dank an den Mann, der dieses ermöglicht hatte, ließ sich nicht mehr unterdrücken. Alemannia war schon immer ein Club, in Aachener Mundart „Klömpchensclub“ genannt, der hoch hinaus wollte. So dachte man 2001 über ein neues Stadion nach und war dabei schon am Rande des Bankrotts. Die so genannte „Kofferaffäre“ machte die Runde, Geldverschiebungen am Finanzamt vorbei und vieles weiteres mehr. So musste etwa der neue Präsident samt Gefolgschaft mit der Sammelbüchse durch Aachen ziehen, um die drohende Insolvenz abzuwenden. Hätte man da als Fan nicht schon die Nase voll gehabt?

Alemannia durchschritt jedoch auch dieses Tal und sollte fortan goldene Zeiten entgegen sehen. Mit Jörg Berger als Trainer und Jörg Schmadtke als Sportdirektor wurde quasi mit nichts in der Hand ein neues Team geformt. Nach drei Jahren der Konsolidierung erreichte man 2004 das DFB-Pokal-Finale gegen Werder Bremen und spielte in der Saison als erster deutscher Zweitligist überhaupt sogar im UEFA Cup, in dem man überraschenderweise erst in der dritten Runde gegen AZ Alkmaar ausschied. Als einer von wenigen deutschen Vereinen war Alemannia nun schuldenfrei und 2006 folgte dann nach 36 Jahren der langersehnte Bundesliga-Aufstieg.

Leider stieg man aufgrund hausgemachter Probleme direkt wieder ab. Zwar war man gemeinhin der Meinung, dass die Mannschaft das Zeug gehabt hätte, die Klasse zu halten. Dass man es fast doch geschafft hätte, interessierte nur niemanden mehr. Aus den letzten acht Spielen hätte man nur noch zwei Siege gebraucht. Doch dies sollte nicht passieren. Nun also war man wieder zurück, wo man sich am wohlsten fühlt, in der zweiten Liga.

Mit Guido Buchwald als Trainer wurde daher im Sommer 2007 das „Unternehmen Wiederaufstieg“ gestartet. Doch auch dies endete im sportlichen Fiasko. Mit Jürgen Seeberger wurde ein bis dato unbekannter Trainer geholt, der erstmal richtig aufräumte und der Mannschaft neue Impulse gab. In dieser Saison soll nun alles besser werden, aber Aufstieg? Das will keinem über die Lippen kommen. Dieses Jahr erfreuen wir uns an dem Bau des neuen Stadions. Denn der alte Tivoli wird nach 80 Jahren in Rente gehen, und erlebt die Saison 2008/2009 als seine letzte.Wie man sieht ging es mit dem Verein bergauf und bergab. Hier ein Skandälchen, dort ein bißchen Mauschelei.

Man erinnert sich wie auf Klein-Schalke zu ihren besten Zeiten. Und gerade das ist es wohl, was die Liebe zu diesem, meinem Verein ausmacht. Er ist noch etwas anrüchig, hier und da immer noch amateurhaft und die Fans nicht gerade das was man die Creme de la Creme nennt. Aber sie sind treu ergeben, können Party machen und den Tivoli in einem Hexenkessel verwandeln, wo selbst ein FC Bayern mit seinen ganzen Stars in Ehrfurcht erstarrt.

Hier in Aachen erlebt man eben alles, von total bekloppt bis ausgelassen. So sind wir zwar nicht alle, aber einige eben schon. Und dafür liebe ich diesen Club, der hoffentlich doch noch mal den Sprung zurück in die erste Liga schafft. Dann mit neuen Stadion und anderen finanziellen Voraussetzungen. Heute stehe ich im Block M und erinnere mich manchmal daran zurück, was wohl gewesen wäre, wenn ich 1989 doch etwas anderes gemacht hätte.

Ich war in Berlin beim Pokalfinale, ich konnte meine Alemannia auf der internationalen Bühne bestaunen und den Bundesliga Aufstieg mitfeiern.Das hätte ich mir selbst in meinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt und bin froh, dass ich das alles miterleben durfte. Das Schicksal wollte es wohl so und so genieße ich die letzte Saison im alten Tivoli und freue mich auf unsere neue Arena.

Seit Juni 2006 betreibt Klenkes übrigens den Alemannia-Fanblog „Die Kartoffelkäfer“, in dem er kenntnisreich über seine Alemannia mit all ihren positiven und negativen Eigenschaften berichtet.

Sonntag, 20. Juli 2008

Russischer Strohhalm

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Die gestrige UI-Cup-Stippvisite des VfB Stuttgart bei Saturn Ramenskoje.

Добрый дeнь! Dobryj den' in Ramenskoje. Der Strohhalm-Cup atmet in seinen letzten Zügen und der gute alte VfB Stuttgart hat bei der Auslosung richtig in die Vollen gegriffen. Ramenskoje, für leidenschaftliche Groundhopper sicher ein ehrwürdiger Pin auf der Landkarte. Für den VfB war die verpflichtende Stippvisite bei dem russischen Klub wohl die eher die Strafe für die mittelmäßige Saison.

Ramenskoje, gut 50 Kilometer vor den Toren Moskaus liegend, Industriestadt Punkt. Zudem noch der Vereinsname in voller Länge gefällig? Wikipedia sei Dank wissen wir nun über auch noch über die Besitzverhältnisse Bescheid:

Государственное учреждение Московской области Футбольный клуб «Сатурн» Московская область; Gossudarstwennoje utschreschdenije Moskowskoi oblasti Futbolny klub „Saturn“ Moskowskaja oblast = Staatliche Institution der Oblast Moskau, Fußballklub „Saturn“ Oblast Moskau.

Nach dieser einladenden Einleitung soll nicht lange darüber schwadroniert werden, dass der ehemalige Cottbusser Zungenjubler Marko Topic im Saturn-Stadion nun sein Unwesen treibt und daher ebenso wie seine Saturn-Mannschaftskollegen auf den beangstigenden Spitznamen „Außerirdischer“ hören darf. Außerirdisches boten die Saturn-Kicker gestern gegen den Gast aus dem fernen Schwabenland, der sich unlängst ja noch in den Weiten der Champions League-Galaxie verdingen durfte, freilich nicht.

Doch gegenüber dem Veh-VfB stand Saturn wohl voll im Saft und schaukelten die knappe nach drei Minuten herausgeschossene 1:0-Führung sicher nach Hause.In bester Europapokalrückspielvorhersagen-Diktion kann man trotz des „Sandes im Getriebe“ jedoch befinden, dass der VauEffBeh noch alle Möglichkeiten zum Weiterkommen besitzt. Weiterkommen? Ja, in die zweite Runde der UEFA-Cup-Qualifikation.

Dick im Geschäft

Meine Güte, vor lauter Euphorie bogen sich im Mailänder San Siro in der letzten Woche geradezu die Balken. Wenn man den Zeilen der Gazzetta dello Sport glaubte, dann war das „Wunder in Mailand“ angekommen. Wunder? Ja klar, geht um Ronaldinho, der beim FC Barcelona seine Koffern packen durfte und dort frei nach der Süddeutschen zuletzt stets den „Dicken König der Nacht“ gab denn Zauberhaftes wie in früheren Tagen feilbot.

Die Frage ist hier wohl, was überhaupt das eigentliche Wunder ist. Ronaldinhos wundersamer Mutation zu einem Partyhengst, dessen Gebaren auch Bukowski nicht besser hätte beschreiben können. Oder dass der einstige Ausnahmekicker überhaupt wieder auf die Beine gekommen ist. Ronaldinho sei „nur noch ein Wrack“ hatte sich der Stern noch Anfang Mai besorgt gezeigt und orakelte seinerzeit schon von einem vorzeitigen Karriereende.

Mittlerweile wurden aber in Mailand bezüglich der Dienste des früheren Weltfußballers Nägel mit Köpfen gemacht und der namhafte Zugang gleich mal in die Schublade „Super-Coup“ gepackt. Drei Jahre lang bekommen die Milanisti jetzt Ronaldinho, inklusive Surfergruß und Überbiss, zu sehen, der übrigens seine ersten Meriten schon eingeheimst hat.

Nicht nur verkaufte Milan innerhalb von einer Stunde 3.000 Dauerkarten und predigte Milan-Coach Ancelotti, wie sehr Ronaldinho den Klub motiviere. Das gilt aber offenbar nicht für alle Rossonieri. Denn der Ronaldinho-Rausch scheint Landsmann Kaka eher aus San Siro zu vertreiben als zu motivieren. Wie der englische Guardian am Samstag verkündigte, ist Kaka nicht gewillt, Seite an Seite mit Ronaldinho zu spielen und steht offenbar davor, beim FC Chelsea seine Zelte aufzuschlagen.

Wie dem auch sei. Auch wenn noch kein Pass geradeaus gespielt oder Haken geschlagen wurde, Ronaldinho ist wieder dick im Geschäft.Dafür ernennt ihn THOR WATERSCHEI zum neuen T(hor) der Woche und ist übrigens gespannt, ob Ronaldinho jenes Horror-Szenario einholen wird, was der leidenschaftliche Kommentator Mersin unverblümt auf Goal.com der weiten Welt des Fußballs nicht vorenthalten konnte:

„...guckt euch doch mal die fette qualle ronaldinho an der wird genau so wie ronaldo!!!“

Über den T(h)or der Woche

Freitag, 18. Juli 2008

Strahlend schön

Oh, oh, Otaci. Die Alte Dame endlich einmal strahlend schön. Oh, oh, Odense BK is jetzt wohl endgültig Geschichte...

Donnerstag, 17. Juli 2008

Mit dem Fahrrad nach Madrid?

The same procedure as every Transferperiode? Das Hamburgische Wechseltheater, Ausgabe Sommer 2008, um Rafael van der Vaart geht gemeinhin regelrecht auf den Senkel (→ Hamburgisches Wechseltheater). Mal geht er, mal geht er nicht. Dann buhlt mal wieder Atletico um ihn, dann Chelsea und schließlich ist es Real, das nach VdV seine Netze auswirft. VdV könnte glatt Erfinder des Gänseblümchenprinzips sein.

Dass die Sache mit Real offembar recht heiß ist, hat jetzt VdV-Landsmann Wesley Sneijder in einem Interview mit der spanischen Gazette As gepetzt: „Ich habe mit ihm zuletzt häufig telefoniert. Rafael hat mir gesagt, dass er jetzt zu Real kommen will, er wisse nur nicht, ob sich der Wechsel realisieren ließe. Es ist nur offen, ob es nächste oder diese Saison sein wird.“

Mit dem Habitus eines Chefunterhändlers gibt Spielmacher Sneijder zudem derweil den Real-Ratgeber: „Rafael ist ein großer Fußballer, ich finde ihn sehr gut. Wir haben vier Jahre in Amsterdam und bei der Nationalmannschaft im Mittelfeld zusammen gespielt. Er ist ein intelligenter Typ, auf und abseits des Platzes. Wenn ich Sportchef in Madrid wäre, würde ich ihn jetzt verpflichten.“ Und selbst der kicker titelte, dass laut der nächsten offenbar glänzend informierten spanischen Gazette Marca Bernd Schuster VdV sogar „sofort“ wolle. Auch wenn man sich inzwischen fragt, wann denn nun?

Das ganze Schlagzeilengemisch wurde jedenfalls speziell einem Welt Online-Artikelkommentator mit dem klangvollen Namen HRUBESCH zuviel, der nun dem begehrten Offensivallrounder aus dem Land der Tulpen entnervt seine Transitdienste anbot:

„Oh man,vdV soll endlich den fliegenden Holländer machen!Diese Posse dauert doch schon viel zu lang.Es war immer mein Traum...bla bla bla...habe ich immer gesagt...bla bla bla...usw.Ich kann es nicht mehr hören! Bitte Real,schickt jetzt das verdammte Fax. Für 20 Mio. bringe ich ihn Euch mit dem Fahrrad rum!“

Dienstag, 15. Juli 2008

Taschkent, Taschkent, Taschkent

Bei Barca weiß man aber angeblich von nichts. Aber Kuruwtschi Taschkent hat die 40 Mio. Euro Ablöse für einen gewissen Samuel Eto'o offenbar schon angewiesen. Zudem machte der usbeskische Tabellenführer auf seiner Homepage bereits Nägeln mit Köpfen: „Eto'o kommt am 17. Juli nach Taschkent, um eine sportmedizinische Untersuchung zu absolvieren und einen Vertrag über ein Jahr mit einer Option für ein weiteres zu unterzeichnen.“

Auch Taschkents ambitionierter Coach Mirjalol Kassimow wollte von einer klassischen Presseente nicht wissen und ließ den Blick schon in die nahe Zukunft schweifen:„Es ist wahr. Ich hoffe, dass Eto'o uns in der asiatischen Champions-League helfen wird.“ Eben gerade hat übrigens das Gerücht das THOR WATERSCHEI-Klubhaus erreicht, dass ein gewisser Johan Cruyff sich spontan unter Verzicht auf sämtliche Fußballrentnerprivilegien als Ersatz für den geschmeidigen Kameruner angeboten haben soll. Bei Barca weiß man aber angeblich von nichts.

Sonntag, 13. Juli 2008

Auf den Spuren von Teddy Sheringham

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Das Gastspiel von Schwedens Rekordmeister IFK Göteborg bei Djurgårdens IF in Stockholm.

Zu Gast bei Djurgårdens IF. Laut Svenskfotboll.de, der informativen deutschen Internetseite über den schwedischen Fußball, „ist Djurgårdens IF das derzeit beste schwedische Team im neuen Jahrtausend, obwohl Djurgårdens IF eigentlich jahrelang eine Fahrstuhl-Mannschaft zwischen 1. und 2. Liga mit einem desaströsen Schuldenberg war“.

Wagt man unterdessen einen kurzen Blick auf die offizielle Webseite von Djurgårdens IF, kurz DIF, da fällt einem doch überraschenderweise der gute alte Teddy Sheringham als Muntermacher ins Auge, der in jungen Jahren Mitte der Achtziger mit 13 Treffern in 21 Partien ein ziemlich ansprechendes Intermezzo bei dem Klub aus der schwedischen Kapitale gab. Von solch einer Torquote ist der aktuell in Diensten von DIF stehende deutscher Verteidiger Jan Tauer natürlich recht weit entfernt.

Tauer? Einstiger Normalo-Zweitligakicker in Braunschweig, gibt Signore Nesta als Vorbild an und könnte von der Frisur ein entfernter Vetter von Herr der Ringe-Aragorn Viggo Mortensen sein. Tauer trägt seit März 2007 die Nummer Acht auf dem blau-schwarzen DIF-Dress, welches dem Trikot des FC Brügge doch zum Verwechseln ähnelt und kann sich schon nach nur einer Kalenderjahrsaison über ein kleines You Tube-Denkmal der DIF-Fans freuen. Wenn Tauer übrigens das Tor trifft, dann in Schwedens Allsvenskan übrigens vorzugsweise gegen Rekordmeister IFK Göteborg.

Gegen den früheren schwedischen Vorzeigeklub, den Sven-Göran Eriksson Anfang der Achtziger zu europäischen Höhenflügen geführt hatte, durfte sich Tauer übrigens schon beim 2:1-Sieg von DIF während des letztjährigen IFK-Gastsspiels in Stockholm eintragen. Als so genannter „Wiederholungstäter“ ließ sich der kräftige Verteidiger mit der langen Mähne auch gestern gegen IFK nicht lumpen, als er von der Strafraumgrenze fulminant die DIF-Führung markierte.

IFK-Veteran Niclas Alexandersson, der bereits über 100 Länderspiele auf dem Buckel hat und vor wenigen Wochen noch trotz seiner 36 Jahre im schwedischen EM-Kader stand, freute sich wenig später über den Ausgleich noch vor dem Pausentee und jubelte nach Erklingen des Schlusspfiffs übrigens noch einmal heftig, was schlicht und einfach daran lag, dass kurz zuvor sein IFK-Kollege Söder aus abseitsverdächtiger Position Last-Minute zum späten 2:1 den Ball ins Netz der Gastgeber befördert hatte.

Tauer und DIF dümpeln nach der Pleite nunmehr auf dem achten Rang, mitten im Tabellenniemandsland, der Allsvenskan herum und freuen sich sicher auf ihre Reise am nächsten Spieltag zu Henrik Larssons Helsingborg IF (Alter Schwede Reloaded), auch wenn dort ein Tauer-Tor weniger zu erwarten ist.

Realer Unsinn

Die Euro Null Acht ist lange vorbei. Da tat sich schnell ein kleines Sommerloch auf. Doch siehe da, dies wurde schnell gestopft.

Möchte Manchester Uniteds Mittelfeld-Beau Cristiano R. doch trotz laufenden Vertrags einfach bei Real Madrid anheuern. TW protokolliert reichlich realen Unsinn und ernennt Cristiano Ronaldo ohne Umschweife zum neuen T(h)or der Woche:

Bernd Schuster fordert vor der Euro: „Cristiano ist der stärkste Spieler, und wir wollen ihn deshalb haben.

Cristiano R. stöhnend unterdessen während der Euro: „Ich habe die Anrufe von Sir Alex Ferguson noch nicht beantwortet. Die EM hatte Vorrang. Aber es ist ein Traum von mir und auch meiner Familie.

Fergie prustet in seinem Urlaub mit hochrotem Kopf:„Er bleibt!

Ronaldos Schwester mischt sich ein:„Cristiano wird in Manchester bleiben.

Rafael Nadal (großer Real-Fan) nach seinem Wimbledon-Sieg zu Real-Präsident Calderon: „O.k. Was ist jetzt mit Ronaldo, kommt er zu Real?

Calderon beschwichtigt daraufhin: „Entspann dich, Rafa und leg erst einmal dein Racket zur Seite. Alles ist unter Kontrolle. Er hat schon unterschrieben.

Fergie, erneut mit hochrotem Kopf, gerade von den neuesten Gerüchten informiert:„Er bleibt!“

Der Blatter-Sepp dazu via Sky News ganz unverhohlen: „Wenn der Spieler woanders spielen möchte, sollte man eine Lösung finden. Ich bin stets dafür, Spieler zu schützen. Und wenn ein Spieler gehen will, dann soll man ihn gehen lassen. Es herrscht im heutigen Fußball wegen langfristigen Verträgen ohnehin moderne Sklaverei.

Der Blatter-Sepp , seines Zeichens Real-Ehrenmitglied, danach per SMS an Senor Calderon: „ Habt Ihr meine Dauerkarte schon losgeschickt? Einen höflichen Gruß an die werte Frau Gemahlin.

Der eigentlich unbeteiligte Dave Whelan, mithin Präsident von Wigan Athletic, mit entwaffnender Entrüstung:„ Der Mann ist ein kompletter Idiot. Man fragt sich, ob Blatter nach dieser Aussage noch zurechnungsfähig ist.

Karren Brady, Manager von Birmingham City, ebenfalls ganz auf Fergies Seite versucht zu differenzieren: „Sklaven? Das ist nicht das Wort, das ich benutzen würde. Ich glaube, man muss in Bezug auf die Spieler eher von Söldnern sprechen. Wir reden von Akteuren, die sechsstellige Summen pro Woche verdienen, ihre Verträge aber nicht einhalten wollen.


David Beckham zieht väterlich wie verständnisvoll Parallelen zur eigenen Vita:„ Für Manchester United zu spielen, war mein Traum, aber ebenso für Real zu spielen. Es war eine unglaublich schwierige Entscheidung und ich bin mir sicher für Cristiano auch. In Madrid zu leben und zu spielen – abgesehen von Manchester United gibt es nicht viele bessere Klubs. Diese beiden Möglichkeiten zu haben, ist gut für ihn.

Cristiano R. springt in Blatters verbales Fahrwasser:„ Was der FIFA-Präsident sagt, ist richtig. Ich weiß, was ich will und was mir gefallen würde. Wir müssen nun abwarten, was passiert.

Pele läßt sich nicht zweimal zu einem Statement bitten:„ Ein Sklave ist man nur, wenn man ohne Vertrag arbeiten muss und dafür nicht einmal bezahlt wird. Wenn man einen Vertrag unterschreibt, egal in welchem Beruf, dann muss man ihn auch erfüllen. Erst wenn sein Vertrag ausläuft, dann kann er gehen, wohin er möchte.

Cristiano R. resümiert im Flüsterton zur Sun, damit Fergie nichts hört: „Ich bereue nichts.


Über den T(h)or der Woche

Samstag, 12. Juli 2008

„Und ewig fällt das Wembley-Tor“

Der heutige 12. Juli darf sich durchaus als besonderer Tag in der weiten Welt des Fußballs bezeichnen lassen. Denn kein Geringerer als Hans Tilkowski feiert heute seinen 73. Geburtstag. Niemand anderer als Tilkowski war an jenem 30. Juli anno 1966 im WM-Finale zwischen England und Deutschland wohl näher dran am Wembley-Tor, in der unglückseligen 98. Spielminute beim Stand von zwei zu zwei. Geoff Hurst von West Ham United drosch den Ball an die Unterkante der Latte, der von dort senkrecht nach unten prallte, der deutsche Torsteher Tilkowski wäre chancenlos gewesen. Der Kölner Wolfgang Weber köpfte den ins Feld zurückspringenden Ball gleich ins Toraus.

Die Gefahr schien gebannt, soweit so gut. Doch der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst sah das anders und entschied nach Rücksprache mit seinem aus Aserbaidschan stammenden Linienrichter Tofiq Bachramov, der zuvor via Zeichengebärden heftig auf sich aufmerksam gemacht hatte, auf Tor für England, welches schließlich vorentscheidend für Englands späteren 4:2-Triumph war.

Das Wembley-Tor, frei definiert nach der Wikipedia:

„Als Wembley-Tor wird im Fußball ein Lattentreffer bezeichnet, bei dem der Ball von der Unterkante der Torlatte nach unten springt und dabei die Torlinie möglicherweise nicht überschreitet und anschließend wieder ins Spielfeld springt.“
Der weitere Lauf der Geschichte ist hinlänglich bekannt. England, das gute alte Mutterland, gelang in den nachfolgenden mehr als vier Jahrzehnten mit seinen Three Lions keinen Blumentopf mehr. Die eigenen Torwächter und Elferschützen scheinen seither verflucht. Wenn man so will, läßt der Fußball-Gott die Engländer lange an ihrem siegbringenden Wembley-Tor knabbern.

Offenbar wirkt sich der Fluch des Tores nunmehr noch weitergehend und erreichte Anfang Mai sogar die englischen Musik-Charts. Dort hatte die deutsche Techno-Truppe Scooter in Britannien mit ihrer traditionellen Tinktur „einfache Beats, wenig Text, Musik ist nicht so wichtig “einen Hyper-Hyper-Hype ausgelöst und die unermüdliche Madonna von Platz eins verdrängt. Jener Maxgreen, findiger User in einem der zahllosen Internetforen des Netzes, erkannte da sofort die Zeichen der Zeit und notierte ob der Scooter'schen Chartstürmermeldung genüsslich: „Rache für das Wembletor“.

Den guten Hans Tilkowski wird dieses alles wohl kaum interessieren. Sicher wird er auch nicht dezent mit seinen Füßen unter seinem Wohnzimmertisch vergnügt zur Scooter-Mukke wippen. Er behielt jedoch in seiner Biographie recht, in der er einst resümierte: „Und ewig fällt das Wembley-Tor“. Nur, hätte er es, augenzwinkernd gesagt, bei aller Weisheit wohl kaum für möglich gehalten, dass selbst Scooter einmal dem Fußball-Gott im weiteren Sinne zur Hand gehen könnten. Aber gut, konträr zu ihren Torwart- und Elfmeterqualitäten wollten es die Engländer hinsichtlich Scooter ja selbst so...

Puh

Puh! Macht Rudi Bommer gemäß der guten alten Aschaffenburger Schule den Medizinball-Magath?
Seine Zebras wiehern jedenfalls im Trainingslager, schnaufen ein und aus und bolzen Kondition für den erneuten Sprung in den Bundesligafahrstuhl...

Freitag, 11. Juli 2008

In Vodka Veritas?

Erste weißrussische Liga. Vitebsk fordert Naftan Novopolotsk. Beim Klang dieser Namen läuft das Spiel eigentlich von allein. Bei Referee Sergej Schmolik, immerhin im erlauchten Kreis der FIFA-Pfeifen, lief es offenbar schon vor dieser Begegnung recht heftig. Bei Spatzen von Vitebsk pfiffen es von dem Stadiondach: ob da jemand im Vodka ein bißchen nach Wahrheit gesucht hat?

Mittwoch, 9. Juli 2008

Kafkaesk

Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. Wie zum Beispiel Carsten Pilger , der trotz jeglicher sportlicher Talfahrten seinem 1. FC Saarbrücken unentwegt die Treue hält und hofft, dass der „schlafende Riese“ FCS sich doch irgendwann noch einmal wecken lässt.

Früher oder später stößt man, egal was man liest, hört oder sieht, über das Wort „kafkaesk“, welches laut Wikipedia „ein unheimliches Gefühl dunkler Ungewissheit, ..., eines Ausgeliefertseins gegenüber schemenhaften dunklen Mächten“ beschreibt und sich auf den guten alten Franz Kafka bezieht. Wäre der jetzige 1. FC Saarbrücken etwas häufiger Gegenstand medialer Berichterstattung, über den Tellerrand der saarländischen Medien herausgehend, könnte man dieses Adjektiv häufiger antreten. Kafkaesk!

Die Fankarriere beim Aushängeschild des saarländischen Fußballs, laut Präsident Hinschberger sogar „Leuchtturm des Saarfußballs“ beginnt unspektakulär wie der Werdegang in jedem anderen Verein. Entweder man bekommt die Leidenschaft vererbt oder man entdeckt irgendwo das Wappen des lokalen Spitzenvereins in der Zeitschrift oder auf einem Wimpel an der Seitenscheibe eines parkenden Autos. Man stellt fest, dass es ja sowas wie höherklassigen Fußball direkt vor der Haustür gibt. Man ist euphorisch, begeistert und die Sucht beginnt zu greifen.

Schnell begreift man aber selbst, dass es nicht immer bergauf gehen wird. Argwöhnisch betrachtet man schon diesen Ludwigspark: Zerfallene Stehtraversen, veraltete Sitzbänke, die Toilette direkt neben der Würstchenbude und Wände anstelle von Pissiors... und doch zieht eine bedrohliche, unsichtbare Macht einen Woche für Woche immer wieder in diesen Kulttempel. Als ich zu Regionalligazeiten zum ersten Mal ein Spiel aus dem Fanblock D1 heraus verfolgen wollte, stellte ich mich natürlich an einen Wellenbrecher.

Als ein älterer Herr etwas verdutzt den Platz als seinen „Stammplatz“ beanspruchte, konnte ich das Ausmaß dieser Kraft erst viel später erkennen: diese armen Seelen waren Gefangene des 1. FC Saarbrücken! Ihre Sucht ließ sie jedes zweite Wochenende zum selben Platz zurückkehren, wie ein Täter stets zum Ort des Verbrechens zurückkehrt. Verbrecher waren in den Augen der meisten Fans dann aber die Herren „da oben“, die klanghafte Positionen wie den Aufsichtsrat, den Sportdirektorposten oder gar ein Amt im Präsidium besetzten.

Um nicht unnötig hier mit einer Wertung ansetzen zu wollen (objektiv könnte diese wohl kaum ausfallen), kann man feststellen, dass die Bürokratie im Staate FCS auf ihre Weise stark kafkaesk geprägt ist. Über eine ehrenamtliche Tätigkeit (Moderator im offiziellen Internetforum des FCS) kam ich mit Geschäftsstelle und Fanarbeit in Berührung. Viele Wünsche, Vorstellungen, Visionen für einen besseren, ja optimalen Internetauftritt wurden gefertigt, die warscheinlich niemals „die richtigen Leute“ erreichte.

„Die richtigen Leute“ waren eine ominöse Personengruppe, von welcher der damalige Fanbeauftragte GG mir damals immer mit einem Leuchten in den Augen erzählte. Ja, wenn diese „richtigen Leute“ endlich aus ihrem wohlverdienten Urlaub kämen, würden sie einem alle Wünsche erfüllen. Sei es eine kreative Idee oder eine berechtigte Beschwerde. Ob diese „richtigen Leute“ letztendlich eine Erfindung von GG waren oder ob ihre Machenschaften doch über die Erfüllung einfacher Fanwünsche hin in den konspirativen Bereich gingen, ist leider nicht überliefert. Von meiner ehrenamtlichen Tätigkeit wurde ich nach zwei Abstiegen und zu vielen kritischen Tönen gegenüber der Vereinsführungen entbunden.

Mit einer Ungewissheit ging man in die erste Saison der Viertklassigkeit. Trotz personeller Umbesetzungen blieb man doch dem Gefühl treu, einer dunklen Macht ausgeliefert zu sein. Vielleicht lag das einfach daran, dass im Vorstand ledeglich drei Umbesetzungen nach jahrelangem Misserfolg vorgenommen wurden und man zum neuen Präsidenten keinerlei Bezugspunkt hatte, außer dass er dasselbe Parteibuch wie sein Vorgänger besaß. Mittlerweile hatte ich im Block E2, der frankophilen „Virage Est“ eine neue Heimat gefunden.

Hier sammelten sich die Kritischen, die Verschmähten, die „Nörgler“, die den Hauptsponsor, in Augen vieler Lebensspender des FC, verschmähten und eben kritisierten. Doch das war nur eine Gruppe von verschiedenen Gruppierungen, die sich im Ludwigspark tummelten und den Verein in seinem schwierigsten Jahr beistanden. Getrennt in der Meinung, vereint in den Farben blau-schwarz erlebten sie das Verpassen der Regionalliga und somit den tiefen Sturz in die Fünftklassigkeit. Ein größeres Horrorszenario hätte sich wohl niemand im Jahr 2005, als gerade „Weltstar“ Mustapha Hadji verpflichtet wurde, ausdenken können.

Nun stehen klanghafte Gegner wie Niederauerbach oder Betzdorf bevor. Der geneigte FCS-Fan sieht sein altes Leben vor sich Revue passieren: Torwart-Idol Dieter Ferner, langjähriger Trainer der Reserve, kommt zurück als Cheftrainer und bringt dazu alles, was mal für den FCS über den Platz sprang zurück: Marina, Rozgonyi, Weißmann, Hallé. Man fühlt sich wie in einer Zeitschleife gefangen, die niemals ihr Ende finden wird und in zahllosen Wiederholungen der „guten alten Zeiten“ endet. Zur Not auch mit dem 50-jährigen Jubiläum des 6:1-Erfolges über die glorreichen Bayern aus München, welches am 16.04.2027 zelebiert werden darf.

Vielleicht dürfen wir bis dahin alte Helden wie Wynalda, Hutwelker, Hadji oder Magath in verschiedensten Funktionen wiedergrüßen, immer wieder mit der unerfüllbaren Weisung, jüngeren FCS-Fans einen Teil nieerlebter Erfolge zu bescheren. Am Ende triumphiert immer die Ungewissheit, vielleicht irgendwann doch einmal den „schlafenden Riesen“ (K. Toppmöller, Ex-Trainer) aus seinem Schlafe zu wecken. Franz Kafka sagte übrigens einst: „Von einem gewissen Punkt an gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu erreichen.“ Er wird dabei hoffentlich nicht an den 1. FC Saarbrücken gedacht haben.

Carsten Pilger lässt in seinem sehenswerten FCS-Blog (→ Non) seine Leser an seiner Leidenschaft für den „Leuchtturm des Saarfußballs“ teilhaben.

Dienstag, 8. Juli 2008

Wie ein Schlosshund

Ein blonder Hamburger Jung fasste sich an diesem 8. Juli '90 vom römischen Elfmeterpunkt ein Herz, als jenes von Lothar Matthäus besonders stark zu klopfen begann. Der große Diego M. machte sich nach unsäglichen 90 WM-Finalminuten, den das Ru-Ru-Gespann* unaufhörlich ihre Kommentare aufgezwungen hatte, dünne.

Dazu heulte er frei nach Michael Holm wie ein argentinischer Schlosshund,während der Kaiser unterdessen einsam über den römischen Rasen promenierte und sich offenbar innig freute , auch Günter Herrmann zum Weltmeister gemacht zu haben.

Argentinien - Deutschland 0:1 (0:0)
Stadion: Olympiastadion Rom 73.600 Zuschauer
Schiedsrichter: Edgardo Codesal Mendez (Mexiko)

Tor: 0:1 Brehme (85./FE)
Rote Karten: Pedró Monzón (64., grobes Foulspiel an Jürgen Klinsmann), Gustavo Dezotti (86., Tätlichkeit an Jürgen Kohler)

Argentinien: Goycochea – Simón - Sensini, Serrizuela, Ruggeri (ab 46. Monzón) – Troglio, Burruchaga (ab 53. Calderón), Basualdo, Lorenzo – Dezotti, Maradona

Deutschland: Illgner – Augenthaler - Buchwald, Kohler, Brehme - Berthold (ab 74. Reuter), Häßler, Matthäus, Littbarski – Klinsmann, Völler

*Ru-Ru = Rubenbauer-Rummenigge

Welch ein Jammer

Wie es einem hochverehrten Ehrenspielführer wie Lothar Matthäus gebührt, hat THOR WATERSCHEI „LM“ in seinem Klubhaus eine gemütliche Loge eingerichtet und lässt den einstigen Weltmeister und Weltfußballer dort seine Bonmots zum Besten geben...

Welch ein Jammer! Frei nach der WELT ist Daniel Jammer 41 Jahre alt und, abgesehen von seinem schütteren Haar, eine sehr jugendliche Erscheinung. Nicht gerade unwichtigerweise Millionär und wohl daher dafür hauptverantwortlich, dass „LM“ sich hat nach Israel zu Maccabi Netanya lotsen lassen. Kosmopolit Matthäus will uns zwar auf seiner Homepage bereits seit Mitte April unter die Nase reiben, schon lange eine Affinität zu Israel zu besitzen und loddart weiter etwas davon, dass der Wechsel nach Netanya nicht nur sportlich, sondern auch privat eine gute Sache für ihn sei.

Diese Schablone wäre aber wahrscheinlich auch dann zum Einsatz gekommen, wenn auf den Faröern die Pudelmütze des Trainers von Skála ÍF zu verteilen gewesen wäre. Nun denn, die Israelis trugen Matthäus jedenfalls wie nach einer Schilderhebung verzückt durch die Gegend. Insgeheim wäre dem Gefeierten jedoch möglicherweise lieber gewesen, an der guten alten Säbener Straße sich auf Schultern tragen zu lassen. Derlei Glücksgefühle versagten ihm bekanntlich die Herren Rummenigge und Hoeneß, die einfach Herrn Klinsmann als neuen Bayern-Coach installierten.

Dass hinderte „LM“ gleichwohl nicht, diesem per Interview-Seitenhieb mal wieder kräftig reinen Wein einzuschenken und entsprechend entgegenzusäuseln, dass beim FC Bayern schließlich jeder Trainer Erfolg haben könne. Bei diesem Spielermaterial, diesen fantastischen Fans, hätte in der Vergangenheit ja quasi auch jeder Trainer Erfolg gehabt. Welch ein Jammer also, dass „LM“ nunmehr den Maccabi-Matthäus geben muss.

Montag, 7. Juli 2008

Losglück und eine rote Nase

Pokalpaukenschlag in Nordhorn. Dank Glücksfee Steffi Jones empfängt die in der deutsch-niederländischen Grenzstadt ansässige fünftklassige Eintracht in Runde eins des ehrwürdigen DFB-Pokals das große Werder Bremen. Grund genug für Eintracht-Edelfan Uwe Strootmann die während des Eintracht-Sommerfestes verfolgte Pokal-Auslosung im TW-Gästeblock noch einmal kurz Revue passieren zu lassen.

Losglück und eine rote Nase. Das sind die Erkenntnisse der gestrigen Pokalauslosung am Nordhorner Heideweg. Das TV-Gerät stand oben auf der Empore zum Clubhaus, so dass die ca. 200 interessierten Beobachter mit Blick auf den Bildschirm auch in die gleissende Sonne schauen mussten.

Aber diese „Qualen“ nahmen wir doch gern auf uns. Tontechnisch eher suboptimal begann die Auslosung mit der ersten Kugel, die da gleich hieß „SV Eintracht Nordhorn“....banges Warten, der Blick auf das zweite Vereinsenblem und die Kugel hieß „SV Werder Bremen “. Der Rest ging dann im Jubel unter. Der SV Werder Bremen ist ein schönes Los.

Das Stadion wird voll, es entsteht nicht ganz der Hype, den die Bayern verursachen würden und für einen kurzen Moment waren wir alle wieder unter dem aufstrebenden „E“ vereint. Mit Blick auf die ganzen „Baustellen“ beim SV Eintracht ein verdienter Moment für alle, denen der Verein noch etwas bedeutet. Stunden zuvor beim Sommerfest wirkte das nämlich noch anders: So wenig Besucher waren da, das tat mir schon in der Seele weh.

Ob Uwe Strootmanns Eintracht der Schaaf-Herde ein Schnippchen hat schlagen können, lässt sich Anfang August sicherlich in seinem Blog „Im Schatten der Tribüne“ nachlesen.

In die Waden gebissen

Dieser niederländische Herr hatte am 7. Juli des Jahres 1974 recht wenig zu lachen. Warum? Als eine Grund hierfür machte der Guardian einen gewissen Berti Vogts aus und hatte offenbar Mitleid mit den Cruyff'schen Waden (→ Über den Blinddarm des Beines). Der andere ließ sich unterdessen auf der Anzeigetafel des Münchner Olympiastadions ablesen, nachdem Mr. Taylor den Feierabendpfiff dieses WM-Finales ertönen ließ.

Deutschland - Niederlande 2:1 (2:1)
Stadion: Olympiastadion, München 75.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Mr. John Taylor (England)
Tore: 0:1 Neeskens (2.) 1:1 Breitner (26.) 2:1 Müller (43.)

Deutschland: Maier – Vogts , Beckenbauer , Schwarzenbeck, Breitner – Bonhof, Hoeneß, Overath – Grabowski, G. Müller , Hölzenbein -Trainer: Helmut Schön

Niederlande: Jongbloed – Suurbier, Rijsbergen (68. de Jong), Haan, Krol – Jansen, Neeskens , Van Hanegem – Rep, Cruyff , Rensenbrink (46. R. van de Kerkhof) - Trainer: Rinus Michels

Die internationale Presse* kannte jedoch tags darauf noch weitere Gründe für die Tränen in Orange:

„Wenn die Mannschaft das Anfangstempo durchgehalten hätte, wäre sie Weltmeister geworden.“ (De Telegraaf, NL)

„Die Holländer mussten letztlich für ihren Mangel an Disziplin bezahlen.“ (Algemeen Dagblad, NL)

„Holland mußte teuer bezahlen für Arroganz und Dummheit.“ (Daily Telegraph, ENG)

„…es gewann die Mannschaft, die den größeren Kampfgeist und Siegeswillen zeigte.“ (L'Equipe, F)

„Der Pokal ging nach Deutschland, der Ruhm jedoch an die holländische Mannschaft.“ (Corriere dello Sport, ITA)

*Quelle: Wikipedia

Sonntag, 6. Juli 2008

Taking the Bisch

In diesen Tagen und Wochen nach der Euro Null Acht füllt landauf landab gerne das Transfergeplänkel die Gazetten. Die Gerüchteküche brodelt beständig. Und das Wörtchen „Königstransfer“ erhält wenige Wochen vor dem Saisonbeginn wieder Hochkonjunktur. Ein Königstransfer, jener Spielerwechsel, der den gemeinen mitfiebernden Fan von Quantensprüngen in der Tabelle seines Lieblingsklubs oder gar von Titeln träumen lässt. Dass Arsenal London beispielsweise vor einer guten Woche bekanntgab, Amaury Bischoff von der Zwoten von Werder Bremen an die Themse gelotst zu haben, riecht allerdings nicht gerade nach einem Königstransfer für die „Gunners“.

Daher ist der Wechsel des drahtigen Mittelfeldkickers, der es ehedem im Werder-Dress lediglich auf einen Profieinsatz brachte, wohl nur für ihn selbst ein solcher. Am Tag nach dem Euro-Endspiel, als sich die Fußball-Welt noch im spanischen Europameisterglanz suhlte, schoss bei der Sun daher etwas von einem „dream move“ für den ebenso wie Monsieur Wenger aus dem Elsass stammenden Portugiesen aus der Feder. Bischoff ließ sich natürlich im Sun-Interview nicht zweimal bitten seine Freude über seine Arsenalisierung kund zu tun und schwärmte, dass Arsenal für ihn eine große Chance sei, Arsene Wenger ihn noch aus seiner Zeit in Straßburg kenne, an seine Qualitäten glaube und ihm sogar den Sprung in die erste Arsenal-Eleven zutraue.

Darüber hinaus setze Wenger ihn nicht nicht unter Druck und gebe ihm geduldig alle Zeit der Welt, sich zu entfalten. Damit Bischoff irgendwann wirklich einmal ein richtiger in der Champions League umjubelter Kanonier wird, ernennt THOR WATERSCHEI Bischoff der Aufmunterung und nachhaltigen Motivation halber zum neuen T(h)or der Woche und hofft, dass Bischoff nicht zu einer Arsenal-Neuauflage der blassen Kanonier-Modelle Malz, Volz und Mendez avanciert, bei denen die Wenger'sche Geduld irgendwann dann doch einmal erschöpft war.

Über den T(h)or der Woche

Non

Als leidenschaftlicher Daumendrücker des 1. FC Saarbrücken muss man dieser Tage wahrlich leidensfähig sein. Nach drei Abstiegen in Folge dümpelt „de FC“ in der kommenden Saison nur noch in der mittlerweile fünftklassigen Oberliga Südwest herum. Anstatt zunächst das Viertligamagerfleisch namens Regionalliga Süd zu verköstigen mit der Aussicht bald am neuen dicken Drittligaspeck knabbern zu können darf sich das Gründungsmitglied der Bundesliga nun im Futterkampf um die besten Ränge jener Oberliga mit seinen Nachbarn Homburg, Neuenkirchen und Pirmasens oder Aspiranten wie Alemannia Waldalgesheim herumplagen.

Der lesenswerte FCS-Blog stellte daher schwer atmend fest, dass die Rehabilitation des FCS in die Kreise der "Vereine, über die man spricht" einer Sisyphusarbeit anmute, hat bei aller wehmütigen Beschwer aber einen augenzwinkernden Gegenvorschlag in seiner Schublade liegen und schwang sich daher zum Wohle des FCS zu einem „Plädoyer gegen die Seriosität“ auf.

„Immer dann, wenn man sich einmal in die Medien gebracht hat, ist es eine desolate Leistung der ersten Mannschaft, verbunden mit dem dritten Abstieg in Folge, der zum letzten Aufflackern des FCS in den Medien vor dem Tod des einstigen Stars des Saarfußballs führt. Und wieder einmal berichtet die Presse lieber über den zwanzigsten Neuzugang in Elversberg oder einen weiteren Mietnachlass für das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern als ein Sterbenswörtchen über die Blau-Schwarzen zu verlieren.

Der einzig wirksame Gegenschlag, der dem FCS wieder die mediale Vormachtstellung bescheren kann, besteht in der Abschaffung jeglicher Seriosität. Raus mit Ernsthaftigkeit,weg mit einem guten Image, ja zu Skandalen und Skandälchen, Klatschseiten und Tagesgespräch!“
Im THOR WATERSCHEI-Klubhaus wurde das obige Plädoyer übrigens dankend aufgenommen. Sofort wurde sich dort fragend am Kopf gekratzt, ob der FCS dann in Kürze zunächst in einer Pressenote proklamieren würde, dass ein gewisser Monsieur Zidane zugunsten des FCS von seinem Rücktritt zurückgetreten ist. Um dann tags darauf wiederum enttäuscht zurückzudern, dass Zizou doch pikiert „Non“ zu einem Engagement im Ludwigspark gezischt habe, nachdem er zuvor bei den seine Gage betreffenden Mammutverhandlungen mit den FCS-Verantwortlichen vergeblich mit dem Kopf durch die Wand gewollt habe...

Samstag, 5. Juli 2008

Aufgewachsen in Block 32

Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. So wie Christian Dülpers, der dort unter anderem über seine Sozialisation im Block 32 am legendären Gladbacher Bökelberg und den leidvollen Erfahrungen als Anhänger der Borussia berichtet.

Ich bin aufgewachsen in Block 32. Dem Anti-Block. Dem Block genau gegenüber der Fankurve, direkt neben den gegnerischen Fans. Dort, wo sich die Gladbacher Rentner trafen, in Erinnerungen an die 70er schwelgten und personellen Änderungen entweder ignorierten, tatsächlich nicht mitbekamen oder nicht mitbekommen wollten. Sie forderten noch 1984 ernsthaft die Einwechslung von Christian Kulik, der bereits seit zwei Jahren nicht mehr für die Borussia spielte.

Unter diesen Umständen wurde ich sozialisiert. Nicht, dass ich eine Wahl gehabt hätte. Ich wurde 2 Kilometer vom Stadion entfernt geboren, und wenn ich nicht in der Südkurve stand, saß ich auf der Bank im Garten meiner Eltern und wartete darauf, dass der Wind den Torjubel aus dem Stadion herübertragen würde. Meine große Schwester ging zu jedem Heimspiel, und meistens nahm sie mich mit. Ich weiß nicht mehr, wann ich das erste Mal am Bökelberg war, ich konnte wahrscheinlich noch kaum laufen.

Meine Erinnerung setzt ein eben 1984. Es war das Jahr, in dem mich meine Schwester in „Rückkehr der Jedi-Ritter" geschmuggelt hatte. Und es war das Jahr, in dem die Borussia mit einem Paukenschlag die Liga schockierte. 10:0. Gegen Eintracht Braunschweig. Dreimal Criens, dreimal Rahn, an einem Freitagabend unter Flutlicht. Gab es bis dahin eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass ich trotz massiver familiärer Einflussnahme nicht Borussia-Fan werden würde, so wurde sie mit diesem Sturmlauf hinweggefegt wie von einem Tornado. Dies war der Abend, nachdem es niemals eine andere Mannschaft mehr geben würde.

Ich wusste nicht viel, aber ich wusste, dass dieser Verein in Zukunft zu allem fähig sein wird. Ich wusste, dass die Borussia das 6-Millionen-DM-Angebot, das PSV Eindhoven für Uwe Rahn unterbreitet hatte, unter allen Umständen ablehnen musste, denn er war der heißeste Stürmer Deutschlands und natürlich Weltklasse. Ich hatte ein Panini-Album und kannte das Gewicht und die Größe aller Spieler und alle Vereine, in denen sie gespielt hatten, bevor sie zur Borussia kamen (Uwe Kamps z.B. nur beim VfR Neuss).

Ein einziges Mal sollte ich noch bestätigt werden, in meinem naiven Glauben. Es war ein lauer Abend im Düsseldorfer Rheinstadion 1985, den ich nur vor dem Fernseher erleben durfte, als die Borussia Real Madrid mit 5:1 nach Hause schickte.
Meine wahre Fan-Karriere begann zwei Wochen später. Als Borussia das Rückspiel im Madrid 4:0 verlor, Uli Sude das entscheidende Tor durch die Beine bekam und Gladbach ausgeschieden war. Anschließend ging es nur noch abwärts, unterbrochen von einem kurzen Zwischenspiel 1993 bis 1995, als am Niederrhein die Viererkette in Deutschland etabliert wurde und Effenberg den Pokal in den Berliner Himmel recken durfte.

Und immer wenn man glaubt, Gladbach hätte die Kurve wieder bekommen, folgt der Frontal-Tritt mitten ins Gemächt, so wie vor zwei Jahren, als selbst der Kicker den Verein als Uefa-Cup-Kandidat handelte, am Ende der Abstieg stand. Die letzte Meisterschaft feierte Mönchengladbach beinahe pünktlich zu meinen 1. Geburtstag. und mich soll der Teufel holen, wenn das meine letzte gewesen sein soll. Statistisch habe ich noch 50 Jahre Zeit. Und eventuell noch ein paar Jahrhunderte in der kryogenischen Froststarre.

In seinem Bolzplatz-Blog bloggt Christian Dülpers übrigens seine Meinung nicht nur zu Borussia Mönchengladbach, sondern auch zum weiteren Geschehen in der Welt des Fußballs.

Freitag, 4. Juli 2008

Generationswechsel

Es war zu erwarten. Jogi Löw stellt wieder einmal die T-Frage:„Sicherlich wird es bald einen Generationenwechsel im Tor geben.“

THOR WATERSCHEI listet aus diesem Grund alle bisherigen 61 Lehmann'schen Länderspiele auf:

18.02.1998 Oman - Deutschland 0:2

05.06.1998 Deutschland - Luxemburg 7:0

09.02.1999 Deutschland - Kolumbien 3:3

28.04.1999 Deutschland - Schottland 0:1

24.07.1999 Brasilien - Deutschland 4:0

28.07.1999 Deutschland - Neuseeland 2:0

30.07.1999 USA - Deutschland 2:0

04.09.1999 Finnland - Deutschland 1:2

08.09.1999 Deutschland - Nordirland 4:0

14.11.1999 Norwegen - Deutschland 0:1

26.04.2000 Deutschland - Schweiz 1:1

07.06.2000 Deutschland - Liechtenstein 8:2

29.05.2001 Deutschland - Slowakei 2:0

17.04.2002 Deutschland - Argentinien 0:1

21.08.2002 Bulgarien - Deutschland 2:2

11.10.2002 Bosnien-Herzegowina - Deutschland 1:1

31.03.2004 Deutschland - Belgien 3:0

27.05.2004 Deutschland - Malta 7:0

18.08.2004 Österreich - Deutschland 1:3

09.10.2004 Iran - Deutschland 0:2

17.11.2004 Deutschland - Kamerun 3:0

09.02.2005 Deutschland - Argentinien 2:2

04.06.2005 Nordirland - Deutschland 1:4

18.06.2005 Tunesien - Deutschland 0:3

25.06.2005 Deutschland - Brasilien 2:3

03.09.2005 Slowakei - Deutschland 2:0

07.09.2005 Deutschland - Südafrika 4:2

12.11.2005 Frankreich - Deutschland 0:0

01.03.2006 Italien - Deutschland 4:1

27.05.2006 Deutschland - Luxemburg 7:0

30.05.2006 Deutschland - Japan 2:2

02.06.2006 Deutschland - Kolumbien 3:0

09.06.2006 Deutschland - Costa Rica 4:2

14.06.2006 Deutschland - Polen 1:0

20.06.2006 Ecuador - Deutschland 0:3

24.06.2006 Deutschland - Schweden 2:0

30.06.2006 Deutschland - Argentinien 5:3

04.07.2006 Deutschland - Italien 0:2

16.08.2006 Deutschland - Schweden 3:0

02.09.2006 Deutschland - Irland 1:0

06.09.2006 San Marino - Deutschland 0:13

11.10.2006 Slowakei - Deutschland 1:4

07.02.2007 Deutschland - Schweiz 3:1

24.03.2007 Tschechische Republik - Deutschland 1:2

02.06.2007 Deutschland - San Marino 6:0

06.06.2007 Deutschland - Slowakei 2:1

22.08.2007 England - Deutschland 1:2

08.09.2007 Wales - Deutschland 0:2

13.10.2007 Irland - Deutschland 0:0

17.11.2007 Deutschland - Zypern 4:0

21.11.2007 Deutschland - Wales 0:0

06.02.2008 Österreich - Deutschland 0:3

26.03.2008 Schweiz - Deutschland 0:4

27.05.2008 Deutschland - Weißrussland 2:2

31.05.2008 Deutschland - Serbien 2:1

08.06.2008 Deutschland - Polen 2:0

12.06.2008 Kroatien - Deutschland 2:1

16.06.2008 Österreich - Deutschland 0:1

19.06.2008 Portugal - Deutschland 2:3

25.06.2008 Deutschland - Türkei 3:2

29.06.2008 Deutschland - Spanien 0:1

Dienstag, 1. Juli 2008

Reif für die Insel?

Welch ein Phänomen. „Ich habe gehofft, dass sie sich einmal gemeldet hätten“, sinnierte Ronaldo jüngst mit herabgesenktem Haupt über den bösen AC Milan, der den einstigen Star vom Zuckerhut einfach ohne Rückmeldung in die Arbeitslosigkeit hat abgleiten lassen. Ronaldos Beine waren zwar meistens irgendwie malade und und „Il Fenomeno“ persönlich sorgte eher durch seine letzten nächtlichen Eskapaden für Aufschreie denn durch seine Tore im San Siro.

Aber eigentlich besaß der zweimalige Weltmeister schon immer einen gewaltigen Torriecher. Der gute Ruf früherer glanzvoller brachte Ronaldo nach seinem Vertragsablauf Ende Juni dennoch bislang keine nennenswerte Angebote ein. Vielleicht ist der inzwischen 31-Jährige daher inzwischen reif für die Insel. Bereits vor zwei Jahren, kurz nach der WM in Deutschland, bei der Ronaldo einmal mehr das Sturm-Schwergewicht gab und zum WM-Rekordtorschützen avancierte hatten sich die Fans des englischen Drittligisten Leyton Orient überlegt, dass ihren „O’s“ der echte Ronaldo ganz gut zu Gesicht stehen würde.

Ronaldo sollte dabei allerdings weder der tägliche Gang an die Fish & Chips-Bude nahe der Brisbane Road, wo die „O’s“ ihre Heimspiele austragen, gesponsert werden noch sollte er regelmäßig mit irgendwelchen ausladenenen Page 3-Girls bekannt gemacht werden. Vielmehr zeigten sich die innovativen Fans des zweitältesten Londoner Fußball-Klubs überaus findig, um den von ihnen seit langer Zeit erträumten Gang in die englische Premier League zu realisieren. Zunächst rechneten sie zusammen, dass der damals noch für Real Madrid stürmende Ronaldo rund 20 Millionen englische Pfund kosten würde.

Infolge der realistischen Annahme, dass diese erhebliche Summe von ihrem Lieblingsklub nur schwerlich hätte gestemmt werden können, wollten Orients Fans dank einer glorreichen Idee den Transfer ausschließlich durch Spenden aus dem eigenen Lager finanzieren. Letztendlich war gleichwohl auf dem seinerzeit eigens auf der Internetseite leytonorient.co.uk eingerichteten „Ron-O-Meter“ abzulesen, dass die Opferbereitsschaft nicht vorhanden war, mehr als die stolzen 500.000 Pfund an Kollekte für den dreimaligen Weltfußballer zu sammeln.

Inzwischen ist freilich schon wieder eine Menge Gras auf dem Rasen von Orients Matchroom-Stadiums über die Sache gewachsen. Doch möglicherweise könnte für die Orient-Fans wegen der für Orient günstigen Ablösefreiheit Ronaldos dieser erneut ein Thema werden. Der letztjährige Tabellenvierzehnte aus der drittklassigen League One könnte, sofern Orient-Coach Martin Ling dem Transfer zustimmen sollte, Ronaldo Luís Nazário de Lima sogar mit einem zwinkernden Auge gesagt in zweifacher Hinsicht Unterschlupf bieten.

Zum einen könnte Ronaldo sogar in dem mitten im Londoner East End gelegenen Matchroom-Stadium wohnen, da man offensichtlich aufgrund des mißlichen Londoner Wohnungsdefizits in den Stadionecken einfach Mietwohnungen gebaut hat. Weiter wären dann Tore wie am Fließband für Ronaldo sozusagen unter seinem Wohnzimmer gegen Klubs wie die Tranmere Rovers oder Colchester United eine verheißungsvolle Empfehlung für die großen Vereine aus der Londoner Nachbarschaft, durch die er Orient nebenbei etwas näher an Arsenal & Co. heranschießen würde.

Der Eintritt letzterer Konstellation wäre dann eindeutig sowohl für Ronaldo als auch für Leyton Orient eine regelrechte Win-Win-Situation. Der letzte Haken? Jetzt müssten die Orient-Anhänger im Hinblick auf die Finanzierung von Ronaldos Gage lediglich ihre finanzielle Opferbereitschaft erhöhen...

Bergtour' 08 # 33: Campeones

Campeones! Spanien verführt Europa! Es war herrlich, gerecht und notwendig. Gracias, Nino (Torres), Du bist bereits Geschichte!“ (AS)