Mittwoch, 30. April 2008

Verpufft

Rote Laterne oder Rote Karte für Ronaldo? Der lange nicht mehr so ungestüme Milan-Angreifer hat sich jedenfalls bei einem Genesungsgastspiel in Rio de Janeiro Ärger mit Transvestiten eingehandelt, nachdem der WM-Rekordtorschütze nach seinem Menage a Quatre in einem Stundenhotel mit diesen offenbar die Zeche prellen wollte. Ronaldos Glanz früherer glorreicher Tage scheint nach der "delikaten Angelegenheit" (taz) endgültig verpufft zu sein...

Dienstag, 29. April 2008

Torhagel

Der 29. April ist ein ganz besonderer Tag in der Geschichte der deutschen Bundesliga. Es war der letzte Spieltag der Saison 1977/78, die WM in Argentina stand schon unmittelbar vor der Tür. Titelverteidiger Borussia Mönchengladbach und der von dem großen Hennes Weisweiler gecoachte 1. FC Köln balgten sich damals um die silberne Schale. Köln war die Schale eigentlich kaum noch zu nehmen. Doch im Düsseldorfer Rheinstadion empfing Gladbach die andere Borussia aus Dortmund zu seinem höchstpersönlichen Schützenfest, dem Dortmunds damaliger Trainer Otto Rehhagel seinen kurzweiligen Spitznamen "Torhagel" verdanken sollte.

Trotz des ein Dutzend Treffern der von Udo Lattek trainierten Gladbacher um Berti Vogts und ihren fünfmaligen Torschützen Jupp Heynckes, von manch irritiertem Zeitgenossen noch heute empört als dreckiges Dutzend bemeckert, reichte der bis heute höchste Sieg der Bundesliga-Historie nicht mehr, um den 1. FC Köln noch vom Bundesliga-Thron zu stoßen. Denn der Geißbock-Klub versohlte im alten Hamburger Volksparkstadion Absteiger St. Pauli mit 5:0 ebenfalls recht heftig den Hintern, was für den letzten Meistertitel bis heute reichen sollte. Gereicht hat es im Übrigen nach dem denkwürdigen Debakel auch dem BVB. Der gab seinem Otto Torhagel nochmals eins auf die Zwölf und drückte diesem seine Papiere in die Hand.

Montag, 28. April 2008

Ballacktisch

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Die Ballack-Show vom vergangenen Samstag gegen Manchester United.

Englands Fußballschreiber können ihre Kritikschablonen für Michael Ballack (→ Skipper) getrost in ihre Schubladen kramen. Am vergangenen Samstag erledigte Ballack mit seinem Doppelpack, einem wuchtigen Kopfballtor und einem verwandeltem Strafstoß sechs Minuten vor dem Schlusspfiff, im Premier League-Spitzenspiel für seine Blues an der heimischen Stamford Bridge Meisterschaftsrivale Manchester United quasi im Alleingang.

Damit drückte Ballack seinem FC Chelsea das Tor zur englischen Meisterschaft drei Spieltage vor Saisonschluss doch wieder gewaltig auf. Didier Drogba wird es mittlerweile verdaut haben, dass Ballack ihn nicht den entscheidenden Elfmeter schießen ließ und den Ball erfolgreich und vehement gegen den Ivorer verteidigte.

Das war schon wirklich ballacktisch, was der nervenstarke und oft kritisierte deutsche Nationalmannschaftskapitän (→ Falscher Deckel) da an jenem Samstag zustande brachte. Das sah im Übrigen auch die englische Presse so. Die Mail on Sunday beschrieb Ballack etwa als „personifizierte Coolness“. Die ansonsten gnadenlose News of the World titelte: „Die sicherste Wette im Fußball: Ein Elfmeter, ein Deutscher, eine Formalität.

Die Zeilen der Sunday Times trieften gar etwas vor Wehmut: „Ballack hat das Spiel mit dieser Art von Elfmeter entschieden, mit der seine Landsleute über die Jahre schon so viele englische Herzen gebrochen haben.“ Last, but not least klopfte auch die Daily Mail Ballack anerkennend auf die Schulter und meinte: „Ballack bringt den Glauben zurück.“ Und dass ausgerechnet ins Mutterland des Fußballs...

Bergtour'08 # 4: Luftschloss?

Es ist schon eine kleine Crux mit David Odonkor, dem kleinen Flügelflitzer. Bei der WM Nullsechs war „Odo“ bekanntlich geraderücks in die Herzen der deutschen Fußball-Fans gestürmt. Die Zeiten des Sturm und Drang waren danach bei dem WM-Helden trotz seines Wechsels nach Spanien zu Betis Sevilla jedoch recht fix wieder vorbei.

Kurzum: mit Odonkor war lange Zeit in etwa ebenso viel los, wie heutzutage mit der Zigarrenindustrie in seinem ostwestfälischen Heimatstädtchen Bünde, der Zigarrenstadt. Dass führte auch dazu, dass ihn Jogi Löw kaum noch auf seinem Zettel hatte. Schließlich ist Odonkor weder für Bananenflanken à la Manni Kaltz bekannt noch für seinen ausgeprägten Torinstinkt. Nichtsdestotrotz blies der 24-Jährige in der gestrigen Ausgabe der BAMS kräftig ins Euro-Nominierungshorn.

Wie Odonkors Intimus Schweini einst für einen pikanten Salami-Snack tapfer „Bifi muss mit“ in Werbekameras trällerte, personifizierte Odonkor nun Schweinis Reklame-Slogan und warb in Anbetracht der demnächst bevorstehenden Kaderproklamtion durch den Bundes-Jogi für die Euro Null Acht forsch in eigener Sache. Doch nicht nur dass, „Odo“, der bei Betis im Niemandsland der Primera Division den Joker vom Dienst gibt, illusionierte sich sogar schon selbst zurück in Jogis 23-köpfigen Löwen-Rudel für die EM.

O weh, o weh, klang es daher gestern schon etwas mitleidig im THOR WATERSCHEI-Klubhaus durch, könnte „Odos“ Luftschloss doch bald zerstört sein. Denn Odonkor scheint also nicht nur sehr schnell zu sein, von der vorschnellen Sorte ist er dem Anschein nach somit auch noch...

Sonntag, 27. April 2008

Nebenkaiser

THOR WATERSCHEI präsentiert in seiner Eisenfuß-Galerie die "Eisenfüße" aus der weiten Welt des Fußballs. Heute: Bayern-Legende Bulle Roth...

Gewiss. Die ganz große Zeit des FC Bayern München in den goldenen Siebzigern prägte vor allem die Achse Maier - Beckenbauer - Müller. Doch stets mittendrin und nicht nur dabei waren bekanntlich auch dem Kaiser sein Putzer, Katsche Schwarzenbeck, und insbesondere Franz Roth, das unermüdliche Kraftpaket wie dem Kaiser sein Putzer ebenso wohl im Laufe seiner tollen Laufbahn ohne sämtliche Außenristschmankerl ausgekommen.

Infolge seiner körperbetonte Spielweise und Schussstärke hatte Roth schnell den Spitznamen Bulle weg und kann sich noch heute dafür rühmen durchaus nervenstark gleich in drei Europapokal-Endspielen des FC Bayern entscheidende Treffer erzielt zu haben. Wegen seiner Bedeutung an der Seite des filigranen wie eleganten Beckenbauer war Roth somit eine Art Nebenkaiser im Bayern-Spiel. Das waren jedoch nicht Roths einzige Qualitäten.

Denn weiter trug der Mittelfeld-Bulle dem Anschein nach ebenfalls maßgeblich an der Entwicklung der Karriere eines gewissen und Anfang der Siebziger noch juvenilen Uli Hoeneß bei, der dereinst über den Trainingsalltag mit Roth überliefern ließ:„Ich habe mir früher im Training Schienbeinschützer angezogen, weil ich wußte: Wenn der Franz 'Bulle' Roth sauer auf mich ist, dann fegt der mich auf die Aschenbahn. Das Training war für mich Überlebenskampf - und ich habe mich dabei wunderbar entwickelt.“

Heute vollendet Franz Roth sein 62. Lebensjahr, wozu THOR WATERSCHEI natürlich seine Glückwünsche ausspricht und der kernigen Bayern-Legende schon einen Platz in seiner Galerie der Eisenfüße reserviert hat. Sein verdientes Ende seiner Profikarriere hat Roth übrigens bei Casino Salzburg anno 1979 genommen. Zumindest aus wortspielerischer Perspektive wohl gut 20 Jahre zu früh - Nomen est omen.

Denn ein Bulle Roth würde Casino Salzburgs gesichtslosem Nachfolgeklub Red Bull heute wohl nicht nur auf dem Papier ziemlich gut zu Gesicht stehen. Äh pardon, in korrekter Red Bull-Schreibart heißt es ja heuer Flügel verleihen...

Kalter Kaffee

Basta! Der italienische Medienmogul, zugleich Politik-Stehaufmännschen und Presidente des AC Milan Silvio Berlusconi haute in der abgelaufenen Woche in einem Radio-Interview ordentlich auf die Pauke und forderte nachdrücklich eine Meisterschaft nur für die Top-Vereine Europas.

„Wenn man eine so teure Mannschaft aufbaut, kann man nicht in der Provinz vor weniger als 20 000 Zuschauern spielen“, so Berlusconi, der als Vertreter der fußballdarwinistischen Schule nicht vergaß hinzuzufügen: „Wenn zwei große Clubs gegeneinander spielen, füllen sich die Stadien und die TV-Sender melden hohe Einschaltquoten.“

Schon zu Anfang der Neunziger war Signore Silvio Vorreiter einer Liga der europäischen Spitzenvereine. Das sei sein „altes Steckenpferd“, gähnte daher die Gazetta dello Sport in schwarzen Lettern auf ihren rosafarbenen Seiten am Tag nach Signore Silvios kühnem Interview. Tenor für Kaffeesatzleser: Berlusconi wollte wohl wieder kalten Kaffee aufwärmen.

Genau schmeckte auch speziell Fabrizio Corsi nicht, der versuchte Signore Silvio in seiner Funktion Präsident des „kleinen“ FC Empoli schnell den Wind aus den Segeln zu nehmen: „Im Fußball, wie bei anderen Sportarten, müssen die Leistungen zählen. Wenn ich gut bin, habe ich das Recht, in der Serie A zu spielen. Viele Spieler größerer Clubs sind in kleinen Vereinen aufgewachsen.“

Da kalter Kaffee im Übrigen im THOR WATERSCHEI-Klubhaus ebenfalls nicht sonderlich beliebt ist und dort ohnehin nach dem Motto „Pro Provinz“ das Herz eher für die Kleinen aus der weiten Welt des Fußballs schlägt, also den Merthyr Tydfils, Valur Reykjaviks und Twente Enschedes, ernennt THOR WATERSCHEI Signore Silvio nun infolge seiner antiquierten Einlassungen zum neuen T(h)or der Woche.

Welch Treppenwitz übrigens, dass ausgerechnet Signore Silvios heiß geliebter AC Milan wenige Spieltage vor dem italienischen Saisonende in der heimischen Serie A zielgenau auf den UEFA-Pokal zusteuert...

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 26. April 2008

Keine Scharnerisierung

Die Euro Null Acht steht quasi vor der Tür und bei Euro-Gastgeber Österreich rappelte es in der abgelaufenen Woche im Karton. Grund der Aufregung: Teamchef Josef Hickersberger gab im Wiener Hilton Hotel seinen vorläufigen EM-Kader bekannt. Mit dabei in der jungen 31-köpfigen Auswahl, der noch eine kleine Reduktion um acht Spieler bevorsteht, ist übrigens u. a. der 38-jährige Oldie Ivica Vastic.

Nicht in dem erlauchten Kreis befand sich allerdings Österreichs „enfant terrible“ und England-Legionär Paul Scharner (→ Ohne Geparden), den Hickersberger nach eigenen Angaben „aus Prinzip“ nicht ins rot-weiß-rote Team berief. Der eigenwillige Scharner, der sich ehedem selbst, warum auch immer, zum Geparden ernannt hat, hatte einst etwas zu forsch in Richtung Hickersberger seinen Rücktritt aus der Austria-Eleven erklärt und sich damit bei diesem fahrlässig aufs sogenannte Gepardenabstellgleis gebrüllt.

Gut gebrüllt und vornehmlich kondoliert wurde daher dieser Tage auch im Gästebuch auf Scharners Homepage. Indessen nicht nur zu Gunsten des Kickers von Wigan Athletic. THOR WATERSCHEI mit einigen Impressionen aus dem multimedialen Reich des selbsternannten Geparden:

1. Patrick meint:
Hallo Pauli. Die Entscheidung vom Hicke war (leider) richtig und das hast du sicher auch schon realisiert. Unser Land hätte dich echt gut brauchen können! Aber was solls. Kopf hoch, du spielst in einer der besten Ligen der Welt, bist verheiratet und hast drei Kinder - was will man mehr!Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute für deinen weiteren Weg. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann mal wieder.

2. Tiroler meint:
Hallo Paul!Wir hier finden's alle schade und eine persönliche Eitelkeit von diesem Ignoranten Hickersberger, den hier in Tirol wirklich keiner haben will (zumindest hab ich noch keinen getroffen)! Der Mannschaft wünschen wir für die EURO alles Gute - und mit der Euphorie der einzelnen Spieler und der Fans ist vielleicht was möglich. Subtrahieren muß man die Schlaftablettenwirkung eines Josef Hickersberger. Dh, egal was Österreich schafft, OHNE IHN würden wir mehr schaffen!Geh deinen Weg weiter! Du bist Super-Kicker und die Zeit wird kommen, wo du wieder im Nationalteam kicken wirst. Und die Sensibelchen, die dich nicht haben wollen, haben nur Angst, dass du ihnen die Show stiehlst! Schade ...

3. Joe meint:
s.g. hr. scharner!sie selbst haben hrn. hickersberger gebeten , „meinen Rücktritt aus dem Team anzunehmen. Und zwar für immer. Wer mich kennt, weiß, dass ich keine halben Sachen mache.“ Ich wünsche ihnen alles gute im Klubfussball. Im National T E A M haben sie nichts verloren.

4. Walter meint:
Sehr geehrter Herr Scharner, die 'wichtigsten' nicht die 'besten' österreichischen Fussballer sind im sogenannten erweiterten EM Kader. Es ist objektiv gesehen eine blamable Aussage von Hicke. Hicke ist bald Geschichte und der neue Bundestrainer kann nicht 'aus Prinzip' über Ihre Woche für Woche sehr guten bis überragenden Leistungen in einer, wenn nicht der besten, Liga der Welt hinwegsehen. Ihre Arbeit wird belohnt werden, bleiben Sie am Ball. Mit den allerbesten Wünschen für Ihre Zukunft, Ein Fan!!!

5. Fifty meint:
Ich hoffe, dass Sie die Nichteinberufung nicht zu ernst nehmen. Sie spielen in der besten Liga der Welt und präsentieren dabei unser aller Österreich. Nicht viele können das von sich behaupten. Außerdem hören die Großturniere nach der EM nicht auf. 2010 2012 2014 usw.Kopf hoch - stay your way

6. Darcy meint:
S.g. Hr. Scharner,Fussball ist Teamsport und nach den Aussagen bei Ihrem Rücktritt wären Sie aus jedem Team der Welt geflogen. Im Vereinsfussball gibt es in diesem Fall die Möglichkeit des Wechsels, in einem Nationalteam ist dies nicht möglich. Insofern ist es durchaus konsequent, Sie nicht für die EM einzuberufen. Ich habe von Ihnen kein einziges Wort der Entschuldigung ggü. der Mannschaft vernommen, die Sie direkt und indirekt als für Sie damals leistungshemmend angegriffen haben. Ich wünsche Ihnen noch eine erfolgreiche Karriere im Vereinsfussball aber für das einzige Team für das man ausschließlich aus Patriotismus und Ehre und nicht wegen des Geldes spielt haben Sie sich disqualifiziert. Falls das Nationalteam deswegen bei der EM Schaden nimmt, dann ist dies halt so und nicht zu ändern. Nur entweder hat man ein Herz für Österreich oder man hat es nicht. In ihrem Fall habe ich es damals vermisst und ich bin mir nicht sicher ob Sie inzwischen ernsthaft eines entwickelt haben.

7. Bernard meint:
Du bist zur zeit sicher einer der besten österreichischen Fußballspieler. Dass du nicht zur EM mitgenommen wirst, finde ich sehr schade. Allerdings verstehe ich die Argumentation des Teamchefs. Das Team steht im Vordergrund, nicht Paul Scharner.

8. Klex meint:
Scheiß aufs team. bringt ja sowieso nix.

9. Konrad meint:
Hallo Paul! Dieser Kader ist der größte Skandal der österreichsichen Fußballgeschichte. Obwohl unser Team einen wie dich wie einen bissen Brot braucht, ignoriert dich der alte, senile Opa. Aber mach dir keinen Kopf. Spätestens nach derm EM ist diser unfähigste Teamchef aller Zeiten Geschichte und es kommt ein neuer der weiß, dass du unserem team helfen kannst. Also, Kopf hoch. Denn nichts währt ewig und schon ganz bestimmt nicht dieser Teamchef. Viel Glück noch in Wigan.

10. PM meint:
Das ist einer der größten Skandale der österreichischen Fußballgeschichte, dass Sie nicht bei der EM dabei sind. Die Herrn Hickersberger, Ivanschitz und Stranzl werden während der EM noch nach Ihnen weinen...Zum Glück kommt die WM 2010 mit einem anderen Coach und hoffentlich anderen Mitspielern!

11. Hans-Peter meint.
Das du in unser Team gehörst versteht sich von selbst !! Fragt sich nur wer unser Team zusammenstellt , Ivanschitz oder Hicke ? anscheinend beides Idioten !!! keine Ahnung aber blöd reden. Kann nur hoffen das sich unser all beliebter Teamchef nach der Euro verabschiedet.Im Gegensatz zu dir können Ivanschitz und Co nur 50 min. Tempofussball spielen , dafür immer diese Niederlagen. auf bessere (Team) zeiten in Zukunft mit dir !!


[Quelle: http://www.paulscharner.at/]

Freitag, 25. April 2008

Bergtour' 08 # 3: Verschnixt und zugenäht

So ein Pech! Da schickte Jogi Löw seinem weißem Brasilianer Bernd Schneider zuletzt quasi per Einschreiben einen Freifahrtsschein für die Euro Nullacht in Austria und der Schwyz, doch das Kuvert ging dann doch irgendwie retour, garniert mit nem gelben Schein. Ausgestellt bis Juli. Im Klartext: der Mann mit den Zauberfüßen, den sie schon in Jena „Schnix“ nannten - was sich von schnicken herleitet und übrigens so etwas wie das thüringische Idiom für bolzen darstellt - fällt für die Euro aus.

Denn der 34-Jährige wurde gestern in Hannover wegen eines Bandscheibenvorfalls an der Halswirbelsäule operiert. Zweifellos das wenig ruhmreiche Ende eines Seuchenjahres für den Leverkusener, der in dieser Saison schon wegen so einiger Blessuren nicht so wirklich auf die Beine kam. Jaja, es ist verschnixt und zugenäht. Nachher rennt sich noch Eigentor-Arne (Friedrich) auf der rechten deutschen Offensivseite an irgendwelchen Eckfahnen fest oder Odo Odonkor mit dem Ball gleich aus dem Stadion...

Ohren zu

Als in dieser Woche eine Ausgabe der BILD-Zeitung ins THOR WATERSCHEI-Klubhaus hineinflatterte, da durfte man Beachtliches bestaunen. Trotz, dass sich eine Postille wie BILD eher zum Lesen oder sich zumindest Bilder betrachten eignet, ward ein kollektives Ohren zuhalten zu beobachten. Diese etwas eigentümliche Regung war eine Reaktion auf das kleine Scharmützel, welches sich der angehende Praktikant Lothar Matthäus (→ Lothars Loge) und good old Berti Vogts lieferten.

„Ich hatte Pech, dass mich Berti Vogts aus mysteriösen Gründen drei Jahre nicht berücksichtigt hat. Er hat mir drei Jahre geraubt. Sonst wäre ich auf 180 oder mehr Länderspiele gekommen, dann wäre es vielleicht ein Rekord für die Ewigkeit gewesen“, spielte „LM“ wehklagend in einem dpa-Interview auf seinen Stubenarrest in der deutschen Elf Mitte der Neunziger an - zufälligerweise die erfolgreichste Etappe in der Vogtsschen Ära.

Via Springers Boulevard-Guillotine ließ sich Vogts (→ Auf nach Aserbaidschan) nicht lange zu der nicht gerade überraschenden an „LM“ gerichteten verbalen Retourgrätsche bitten: „Lothar hat eher 50 Länderspiele zuviel gemacht. Matthäus hat offensichtlich vergessen, dass ich ihn trotz härtesten Widerstandes zurück in die Nationalelf geholt habe.“ Damit der gemeine BILD-Leser nicht den Eindruck erhielt, dass es Vogts bei einem schnöden wie schnippischen Sliding Tackling beließ, setzte der Terrier noch eine mittlere Blutgrätsche hinterher: „Ich hätte gedacht, dass er im DFB-Sonderlehrgang dazugelernt hat. Doch Matthäus leidet an Selbstüberschätzung.“

Das saß freilich. Im THOR WATERSCHEI-Klubhaus freut man sich aber nun darauf, wenn es demnächst Meldungen von Triumphen aus Aserbaidschan und Israel hagelt. Sich derart die Ohren zuhalten zu müssen, kann ja schließlich kein Dauerzustand werden. Wäre ja beinah so, als wenn sich eine Scooter-Scheibe in einen CD-Player verirrt...

Donnerstag, 24. April 2008

Da lach ich mir doch den Arsch ab!

Der BVB mogelt sich als Vize-Pokalsieger in den UEFA-Cup und Thomas Doll macht den Trapattoni.

Dienstag, 22. April 2008

Toröffner?

Dass Ralf Rangnick einen gewissen akademischen Habitus ausstrahlt und daher nicht von ungefähr seit einem Sportstudio-Auftritt, bei dem er die Tiefe des Raumes an der Taktiktafel erläuterte, gern als Fußball-Professor betitelt, ist ja gemeinhin bekannt. Im Interview mit dem Online-Portal der 11 FREUNDE kratzte sich der kluge Professor aus dem Schwäbischen jetzt übrigens am Kinn, rückte sich die Nickelbrille zurecht und sinnierte nun treffend darüber, dass wenn man die Tore vergrößere zwangsläufig auch mehr Treffer fielen.

Durch die Entwicklung der Defensivstrategien und der athletischen Fähigkeiten der Spieler würden weniger Treffer fallen. Ebenso sei laut Rangnick die durchschnittliche Größe der Torhüter vergangenen hundert Jahren von 1,70 auf 1,90 Meter gestiegen. Aus alledem folgert der Trainer der TSG Hoffenheim: „Daraus ergäben sich dann Tore, die etwa einen Meter breiter und 30 Zentimeter höher sind. Das bedeutet zumindest, dass jeder Pfosten und Lattenschuss dann ein Treffer wäre.“ Nicht bekannt oder empirisch nachgewiesen ist allerdings, ob in Hoffenheim die Tore schon bereits etwas größer als anderswo sind und damit etwa der Durchmarsch der TSG auf einen Aufstiegsrang im deutschen Unterhaus erklärbar wäre...

Montag, 21. April 2008

Rapido

Das ging für Österreichs Rekordmeister Rapid Wien dann doch ganz schön rapido. Einen Spieltag vor Ende der Saison in der Liga in dem Land des Ausrichters der EM Nullacht bezwangen die Hütteldorfer den SC Altach mit 3:0 und durfte danach gestern Nachmittag im heimischen Hanappi-Stadion unter der Sonne Wiens die 32. Meisterschaft der Vereinsgeschichte feiern. Den Trapattonis Salzburger Bullen waren damit im Meisterschaftsendspurt doch keine Flügel gewachsen. Frei nach dem Rapid-Jargon heißt das nun: Mission 32 ist erfüllt.

Kein Wunder, dass die Schützlinge von Peter Pacult auf der Rapid-Homepage heute gebührend gefeiert wurden: "Was war das für eine unglaubliche Saison: In Runde 17 noch Tabellensechster, im Februar diesen Jahres von den Medien wenig Meisterchancen eingeräumt, hat sich das grün-weiße Blatt gewendet. Spätestens der furiose 7:0-Kantersieg in Salzburg bedeutete gleich zwei Dinge: Ein Sieg über den modernen Fußball und eine Wende in der Meisterschaft. 13 Spiele in der Rückrunde, elf davon gewonnen: DAS macht einen Meister aus, zeichnet ein gutes Bild unserer funktionierenden, euphorischen und stets siegeshungrigen Rapid-Elf. [...] Meistertitel, du gehörst RAPID!!!"

Sonntag, 20. April 2008

Derbi de la depresión

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Das gestrige Lokalderby zwischen dem FC Barcelona und Stadtrivale Espanyol.

Wenn sich in Barcelona, im Herzen Kataloniens, die beiden großen Fußballklubs Barca und Espanyol (→ Périco bis ins Grab) zum Derby treffen, hält dort verständlicherweise die Metropole mindestens für 90 Minuten den Atem an. Nach den parallel verlaufenen und teilweise beängstigenden sportlichen Talfahrten der beiden Rivalen in den letzten Wochen wurde das mit Spannung erwartete Stadtduell jedoch von den spanischen Medien zum Derbi de la depresión erklärt.

Damit bewiesen die spanischen Schreiberlinge im Nachhinein sogar prophetische Fähigkeiten. Denn den 75.451 Zuschauern im Nou Camp (→ Bolzen in der Kathedrale) blieb nach der deprimierenden Darbietung von Barca und Espanyol kaum etwas anders übrig, als sich die Enttäuschung über das torloses Remis mit Inbrunst aus der Seele zu pfeifen. Kein Wunder, verspielte Barca im Titelduell der Primera Division mit seinem ewigen Konkurrenten Real Madrid die letzte Titelchance.

Einziger Lichtblick in der Equipe des Champions League-Siegers von Nullsechs war übrigens der Argentinier Lionel Messi (→ Es gibt nur ein Maradona), der nach seiner Einwechslung etwas Bewegung in das statische katalanische Duell brachte, was vor dem bevorstehenden Halbfinale in Europas Königsklasse gegen Manchester United auch die gnadenlose Gazette Sport so sah: „Für die Partie gegen ManU benötigt Barça elf Messis.“ Mit Messis Kollegen ging Sport unterdessen hart ins Gericht: „Der Argentinier lässt die Fans träumen, die anderen Spieler verursachen nur Alpträume.“

Il Bomber

Als Phänomen oder Phantom werden bekanntlich in der weiten Welt des Fußballs eine Vielzahl von Stürmer betitelt.

Ein wahrhaftes Phänomen ist aber sicherlich Luca Toni, den Uli Hoeneß und Ottmar Hitzfeld im Sommer 2007 aus Florenz an die Isar lotsten und sich dessen Dienste bekanntlich einiges kosten ließen.

Dienste, das bedeutet bei Luca Toni, dem großgewachsenen italienischen Weltmeister von 2006, bekanntermaßen, dass dieser seinen großartigen Torriecher unter Beweis stellt. Tonis unglaubliche Bilanz von 20 Treffern in 27 Bundespartien, zehn Toren in zehn UEFA-Cup-Spielen sowie bis zum heutigen DFB-Pokalfinale drei Treffer in drei Pokalspielen sprach ohnehin für sich und damit seine Qualitäten.

Doch auch diesem intensiven und teilweise dramatischen Pokalfinale von Berlin drückte der 30-Jährige, den man in seiner Heimat unter anderem in Anlehnung an den großen Gerd Müller il Bomber nennt, seinen Stempel auf. Weniger freilich dadurch wie Franck Ribery im Umgang mit dem Ball zu brillieren oder Mark van Bommel die Mitspieler mitzureißen. Wie der echte Bomber trumpfte Toni insbesondere vor dem gegnerischen Tor auf, heute dem Gehäuse des guten Dortmunder Schlussmannes Marc Ziegler, auf.

So wie in der 10. Minute, als Toni nach einer guten Kombination über Ribery genau richtig am Fünfmeterraum stand und zum Führungstreffer einschob. Ebenso gute 93 Spielminuten später, von Toni war bis auf sein Tor wenig zu sehen gewesen. Podolski brach in einer von Dortmund völlig dominierten Phase durch, ließ einen nicht allzu harten Schuss in Richtung des Ziegler-Tores ab und fand den goldrichtig stehenden Luca Toni, der unnachahmlich derart den Ball verlängerte, dass dieser über die Torlinie des BVB trudelte.

Es war der Siegtreffer für den FC Bayern, gleichbedeutend mit dem 14. DFB-Pokalsieg. Il Bomber hatte mit seinem 35. Pflichtspieltor seinem guten Ruf wieder alle Ehre gemacht und zweimal zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle gestanden. Ein wahrhaftiges Phänomen halt, dieser Signore Toni! THOR WATERSCHEI bleibt da nichts anderes übrig, als den italienischen Bomber zum neuen T(h)or der Woche zu ernennen.

Über den T(h)or der Woche

Der Artikel ist ebenfalls auf Goal.com zu finden.

Samstag, 19. April 2008

Pott in den Pott?

Im Berliner Olympiastadion steigt heute das deutsche Pokalfinale zwischen Rekordpokalsieger Bayern München und Borussia Dortmund, in das die Westfalen allerdings als krasser Außenseiter hineingehen. Letztmals holte der BVB übrigens anno 1989 den Pokalpott in den Pott. In einem offenen Brief fordern nun die einstigen Pokalhelden um den heutigen Sportdirektor Michael Zorc eine Wiederholung des damaligen Coups...

Freitag, 18. April 2008

Kobra übernehmen sie!

Was macht eigentlich...Jürgen „ Kobra“ Wegmann. „Giftigster als die giftigste Kobra.“ Das war einst der Leitspruch des Ex-Torjägers, der in den Achtzigern und Neunzigern den Dress von Schalke 04, Borussia Dortmund und Bayern München trug und die weite Welt des Fußballs phasenweise mit denkwürdigen Weisheiten à la „erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech hinzu“ bereicherte. So richtig angebissen hat die aus Essen stammende „Kobra“ nach ihre Karriereende als Profikicker nicht mehr so richtig. Sukzessive erlitt Wegmann in seiner Post-Profikarriere, inklusive fast aller Spirenzien, Schiffbruch, verlor seine Beschäftigung als Lagerist im BVB-Fanshop und ward zuletzt fast mittellos.

In seiner Not fand Wegmann mit Bayern-Manager Uli Hoeneß nun einen Helfer, der ihm wieder etwas Boden unter die Füße schob und seinen Ex-Stürmer, der anno 1988 bekanntlich von Uli Stein eine legendäre Backpfeife erhielt, eine Anstellung im Bayern-Fanshop im CentrO in Oberhausen verschaffte. „Ich lebe, weil die Bayern mich ins Leben zurückgeholt haben“, so Wegmann, der Hoeneß per Telefon um Hilfe gebeten hatte: „Nehmen Sie mich bitte wieder mit ins Boot.“ Wenn man sich also demnächst im Centro tatsächlich nen Bayern-Schal leisten will, könnte es also heißen: Kobra übernehmen sie.

Mit Gewehr

Johan Cruyff hat in dieser Woche ein überraschendes Bekenntnis abgelegt. Der niederländische Fußballkönig erklärte dem spanischen Radiosender Catalunya Ràdio, warum er auf dem Zenit seines fußballerischen Könnens 1978 nicht an der im selben Jahr stattfindenden WM in Argentinien teilgenommen hat.

„Man hielt mir ein Gewehr an den Kopf, meine Frau war gefesselt, und unsere Kinder mussten all das miterleben“, erklärte Cruyff, der sich seinerzeit in seinem letzten Vertragsjahr beim FC Barcelona befand.

Seine Kinder seien auf dem Weg zur Schule von Leibwächtern bewacht worden. „In solchen Momenten zählen andere Werte im Leben“, sagte Cruyff. Ohne Cruyff wurden die Niederlande anno 1978 Vize-Weltmeister und unterlagen im Endspiel von Buenos Aires den argentinischen Gastgebern mit 1:3 nach Verlängerung.

Mittwoch, 16. April 2008

Hargreaves startet durch

Dass Owen Hargreaves anfangs das englische Nationaltrikot mit den drei Löwen auf der Brust trug, war für Englands gemeinen Fußballfan lange Zeit schon ein recht kurioses Bild.

Hargreaves am Pranger

Der aus Kanada stammende Mittelfeldspieler mit der braunen Lockenpracht, der aufgrund der Herkunft seiner Mutter auch für den in England nicht sonderlich beliebten Nachbarn Wales hätte auflaufen können, musste als sogenannter „Legionär“, der zwar Länderspiele für das Mutterland des Fußballs bestritt, aber bis August 2007 kein einziges Profispiel für einen englischen Klub absolviert hatte und darüber hinaus noch beim ebenfalls ungeliebten deutschen Rekordmeister Bayern München seine Brötchen verdiente, einiges durchmachen.

Beispielsweise als Hargreaves im englischen Auftaktspiel bei der WM 2006 in Deutschland in der Frankfurter Commerzbank gegen Paraguay eingewechselt wurde, begrüßten die aus allen Ecken Englands angereisten Fans den Mittelfeldspieler gar nicht gentlemenlike mit nicht zu überhörenden Buhrufen. Der kaum geachtete Hargreaves im englischen „World Cup Squad“ musste sich sogar vom gnadenlosen Boulevardblatt Daily Mirror bezüglich seiner Nominierung für jene WM ernsthaft fragen lassen, ob er wohl nur im Kader sei, weil er ein schmutziges Geheimnis von Englands damaligen Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson kenne.

„Hunt the Hargreaves“

Das andere große englische Revolverblatt „The Sun“ blies im Zuge der medialen Hargreaves-Hetze ins gleiche Horn und stellte den Hargreaves, dessen Eltern Anfang der 80er Jahre aus Großbritannien nach Kanada ausgewandert waren, ebenso an den öffentlichen Pranger. „Hunt the Hargreaves“ nannte die „Sun“ ihren Artikel, in dem sie von ihren Lesern wissen wollte, ob es tatsächlich auf der Insel Anhänger des damaligen Münchners existierten.

Spätestens seit dieser für England unglücklich verlaufenen Weltmeisterschaft wird allerdings zahlreiche Sympathisanten des mittlerweile 27-Jährigen geben. Denn Hargreaves befreite sich in einer englischen Truppe um ausgelaugt auftretende Stars wie jene Gerrards, Terrys, Lampards und auch Beckhams mit seinen mitreißenden Auftritten von jenem Pranger, spielte sich sozusagen ins Fußballherz des fußballerischen Mutterlandes und avancierte letztlich gar zum englischen Fußballer des Jahres 2006.

WM 2006 weckt Begehrlichkeiten

Das weckte in der englischen Premier League freilich Begehrlichkeiten, so dass kein Geringerer als Sir Alex Ferguson Hargreaves schließlich im Sommer 2007 für stolze 25 Millionen Euro nach Manchester lotste. „Fergie“ hatte anscheinend an dem zweikampfstarken Energiebündel mit der technischen Raffinesse, die ehedem ein gewisser „Kaiser“ Franz Beckenbauer mit dem Satz adelte, dass wenn er Hargreaves am Ball sehe, ihm sein Herz aufgehe. Ähnlich wie im englischen Nationalteam benötigte Hargreaves, der bei ManU die Rückennummer vier vom Argentinier Gabriel Heinze erhielt, in Manchester indes eine gewisse Anlaufzeit.

Es können ihm zwar inzwischen skeptische Zeitgenossen nicht mehr nachsagen, dass er für einen englischen Klub noch kein Profispiel bestritten habe. Jedoch neigt sich, Hargreaves‘ Debütsaison allmählich dem Ende zu. ManU steht in dieser wenige Spieltage vor Toreschluß in der Premier League vor der Titelverteidigung und hat ebenso in der Champions League beste Chancen den begehrten silbernen Landesmeisterpott Mitte Mai in Moskau hochzustemmen.

Jene skeptische Zeitgenossen dürften nun jedoch mäkeln, dass Hargreaves mit rund 20 Ligaeinsätzen für ManU bestritten und ebenso mit seinen fünf Partien in Europas Königsklasse noch keine Bäume im roten United-Dress ausgerissen habe. Gleichwohl hat der zu Anfang lange Zeit von Verletzungsproblemen geplagte „Kämpfer“ Hargreaves nun sozusagen rechtzeitig zum Saisonfinish anscheinend den Weg in Sir Alex Fergusons erste Eleven gefunden.

Hargreaves startet durch

Der Schotte staunte nicht schlecht, als er einen wie aufgedreht wirkenden Hargreaves im Viertelfinalrückspiel in der Champions League gegen den AS Rom auf der Position des geschonten Ronaldo wirbeln sah und sich neben einigen spektakulären Aktionen auch über dessen Maßflanke zum Siegtreffer von Tevez freuen durfte. Die Fahrkarte ins anvisierte Halbfinale war hiernach endgültig für die „Red Devils“ gelöst. Im vorentscheidenden Spitzenspiel der 34. Premier League-Runde legte Hargreaves sogar noch sehenswert nach.

Arsenal London gastierte am vergangenen Samstag im Old Trafford, lieferte sich mit der Ferguson-Elf ein wahrliches Topspiel und kämpfte verzweifelt um seine letzte Meisterschaftschance. Adebayor hatte Arsenal in Führung gebracht, Ronaldo per verwandelten Handelfmeter ausgeglichen. Es sollte schließlich bis zur 72. Minute dauern, ehe sich Hargreaves den Ball bei einem Freistoß sorgsam zurecht legte, diesen sodann filigran über Arsenals Mauer zirkelte, damit den machtlosen Jens Lehmann in Arsenals Gehäuse überwand und für Manchesters Siegtreffer sorgte.

Manchesters Chancen auf die Titelverteidigung sind mit einem satten 5-Punkte-Polster auf seinen letzten Verfolger Chelsea wie schon zuvor erwähnt größer denn je und der gute Owen Hargreaves hat somit spätestens seit vergangenem Samstag sogar seinen eigenen kleinen Anteil daran und seine Kritiker wohl abermals Lügen gestraft zu haben. Hargreaves scheint spät im Old Trafford angekommen zu sein, startet aber scheinbar noch im richtigen Moment durch.

Der Artikel ist ebenso auf Goal.com zu finden.

Sonntag, 13. April 2008

Starkes Bürschchen

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Das gestrige Topspiel in der Serie A zwischen Juventus Turin und dem AC Mailand...

Was macht eigentlich...Hasan Salihamidzic? Von der bosnischen Pferdelunge, die lange Jahre gefühlt fast jeden Sommer mit dem FC Bayern die olle Meisterschale hochheben durfte, hat man ja zuletzt nicht mehr viele Neuigkeiten vernommen. Zunächst ist natürlich klarzustellen, dass Salihamidzic, bekanntlich wegen seiner schmalen Körperstatur liebevoll „Brazzo“ (Bürschchen) genannt, nicht in der österreichischen Pension für verdiente Ex-Bayern-Kicker Red Bull Salzburg untergekommen ist.

Vielmehr landete der Bosnier bei einem italienischen Erstligaaufsteiger. Keinem Geringeren übrigens als Juventus Turin. Am gestrigen Samstag hatte „Brazzo“ im schwarz-weiß gestreiften Dress der ehrwürdigen „Alten Dame“ seinen bisher größten Tag. Denn immerhin erlegte er den großen AC Mailand sozusagen im Alleingang, indem er bei dem 3:2-Triumph Juves nicht nur kurz vor der Halbzeit den Ausgleich erzielte. Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff köpfte der bislang nicht als Kopfballungeheuer bekannte „Brazzo“ sogar gegen Milans alte Garde den Siegtreffer und heimste sich sofort danach das Lob von Juve-Torwartikone Buffon ein.

Hasan habe laut Buffon Juve den wichtigsten Sieg der Saison beschert. Denn auf Rang drei liegend, wird die „Alte Dame“ aus Turin wohl bald elegant durch das Tor der Champions League spazieren....

Maccabi Matthäus

Die Frage, die sich nach der abgelaufenen Woche eindeutig stellt, ist nunmehr: wie sollen die deutschen Gazetten in ihren Sportressorts bloß an manchmal etwas maueren Tagen ihre Zeilen füllen, wenn Lothar Matthäus tatsächlich ab Juni für zwei Jahre beim israelischen Erstligaklub Maccabi Netanya anheuert. Beziehungsweise die Onlineseite der Tageszeitung Die WELT ihren Onlinecontent sicherstellen, wenn sie den Klinsi-phoben Franken nicht mehr in regelmäßigen symbiotischen Plauderstunden gegen seinen schwäbischen Lieblingsfeind hetzen und „LM“ außerdem auch noch seine bislang nicht enden wollende Stellenakquise betreiben lässt.

Jedenfalls wird der deutsche Rekordinternationale demnächst bei dem aktuellen Zweiten der israelischen Ligat Ha'al seine Kommandos über den Platz schreien und dort versuchen, sein Trainerprofil weiter zu stärken. Lothars Lieblingsphiloshie kommt nach eigener Aussage im heute veröffentlichtem WELT Online-Interview übrigens der von Arsenal-Coach Arsene Wenger am nächsten. Ihm gefalle, was Wenger in London aufgebaut habe und die offensive und attraktive Art, wie Arsenal spiele. Mal sehen, ob Maccabi Netanya demnächst tatsächlich unter der Anleitung von Matthäus ein von Wenger inspiriertes High Up, wie Arsenals flottes Kombinationsspiel im Fachjargon heißt, die Rasenrechtecke Israels bereichert.

Schon jetzt erlaubt sich THOR WATERSCHEI daher die kleine Chuzpe den im THOR WATERSCHEI-Klubhaus bisher noch nicht so bekannten israelischen Klub in Maccabi Matthäus umzubenennen und „LM“, der im vorgenannten Interview Klinsmann die Trainerkompetenz absprach und sich zurzeit in seinem Trainersonderlehrgang des DFB verdingt, zugleich anerkennend zum neuen T(h)or der Woche zu küren. Schon zum zweiten Mal übrigens. Aber ein Lothar Matthäus lässt THOR WATERSCHEI da nun mal keine andere Wahl...

Über den T(h)or der Woche

Freitag, 11. April 2008

My Arsenal # 16: Pulver verschossen

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Als am Mittwochabend an der Liverpooler Anfield Road in roten Ziffern und Lettern das Endergebnis des dritten Duells des FC Liverpool und Arsenal London innerhalb von einer Woche aufleuchtete, konnten die „Reds“ um ihre Superstars Steve Gerrard und Fernando Torres kräftig jubeln.

Vor dem „Scherbenhaufen“ einer Saison

Englands Rekordmeister hatte über die in dieser Saison oftmals so hochgelobten „Gunners“ aus dem Londoner Norden nach einem wahren Thriller mit 4:2 triumphiert und steht nun in Europas Königsklasse in der Runde der letzten vier. Arsenal hingegen steht nun sozusagen vor dem „Scherbenhaufen“ einer so furios begonnenen Spielzeit. So mancher Beobachter und Bewunderer des so attraktiven wie schnellen Kombinationsspiels Arsenals hatte die Wenger-Eleven eindeutig auf dem Zettel im Hinblick auf die zu vergebenden vier nationalen und internationalen Titel.

Pulver zu früh verschossen

Speziell nach dem überzeugenden Achtelfinalsieg in San Siro bei Champions League-Titelverteidiger AC Mailand. Doch die „Gunners“ hatten vor der entscheidenden Phase dieser Saison ihr Pulver offensichtlich schon verschossen. Besonders bei Eintritt des Frühlings schien sich bei den jungen Wenger-Schützlingen zum ungünstigsten Zeitpunkt der Spielzeit eine Art „Frühjahrslethargie“ breit zu machen.

In der Premier League, die die Londoner noch bis zum Ende des 29. Spieltags vor Meister Manchester United angeführt hatte, rutschte Arsenal inzwischen auf den dritten Rang ab und muss bei noch fünf ausstehenden Partien bis zum englischen Saisonende auf einige Patzer von Spitzenreiter ManU, das über ein stolzes Punktepolster von fünf Zählern verfügt, und Nachbar Chelsea hoffen.

Angesichts der derzeitigen Verfassung Arsenals in der Liga dürfte sich ein Last-Minute-Titelgewinn nach der Talfahrt in den vergangenen Wochen mit lediglich einem Sieg in den letzten sieben Spielen auch im Hinblick auf die derzeitige Konstanz der „Red Devils“ aus Manchester und Chelseas bei aller Zuversicht bei allem Wohlwollen wahrscheinlich kaum realisieren lassen.

Fehlende Reife?

Vielleicht zahlen die „Kanoniere“ nun dafür den Preis, als mannschaftliches Gesamtkunstwerk zwar über die wohl größte spielerische Finesse der so genannten „Fabulous Four“ der Premier League zu verfügen, dem es aber im Vergleich zu ManU, Chelsea und Liverpool an der erforderlichen Reife und Konstanz für den ganz großen Erfolg fehlt.

Wenn man so will, benötigt Arsenal in gewissen Momenten möglicherweise, auch gegen die Wengersche Spielphilosophie, von vielen Champions League-Schlachten gestählte Figuren wie Liverpool-Ikone Gerrard oder Chelseas Ballack oder Lampard, die auch weniger spektakulär das Ruder herumreißen können.

Im Resümee lässt sich diese Spielzeit Arsenal daher bislang recht vereinfacht zusammenfassen: stark begonnen und zuweilen auch stark nachgelassen. Auch wenn am Ende in der Premier League aller Voraussicht der überaus respektable dritte Rang und damit die neuerliche Champions League-Qualifikation herausspringt. Gleichwohl, Arsenals hochbegabter Equipe gehört natürlich weiter die Zukunft. Auch wenn sich der Umbruch nach dem eingeleiteten Generationswechsel noch lange nicht als abgeschlossen erweist.

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Träne

Erich Laaser, der stets höflich und zurückhaltend auftretende SAT 1-Kommentator, wusste gestern Abend beim UEFA-Pokal-Drama des großen FC Bayern beim kleinen FC Getafe (→ Kaiserschmarrn) ja kaum, wie ihm geschah. Einerseits ließ die Leistung des bajuwarischen Großklubs wirklich gegen die dezimierten und überaus konterstarken Spanier zu wünschen übrig.

Da gelang den Bayern, angeführt von dem unermüdlichen van Bommel, noch in der Schlussminute der Ausgleich, damit sie sich schließlich wenige Minuten nach Beginn der Verlängerung von den Madrider Vorortkickern zwei weitere schnelle Tore einfingen. Aber die Bayern wären halt nicht die Bayern, wenn sie gegen die Aberdeens, Anderlechts und Getafes nicht zurückschlagen könnten. So speziell durch ihren Tore-Toni, der Ottmar Hitzfeld und Olli Kahn davor bewahrte in dem kleinen Stadion Getafes ihre so glorreiche Europapokalkarriere beenden zu müssen.

Besonders schön anzuschauen war dabei vor allem in der letzten Minute der Verlängerung, wie Olli Kahn mit nach vorn sprintete, den Ball vor dem Tor zum drei zu drei eroberte, Luca Toni anjubelte, um letztlich ausgepumpt von der Anspannung dieses kleinen Dramas, sich eine Träne zu verdrücken. Da erhielt der einstige kühle blonde Titan doch wahrlich sympathische menschliche Züge und darf sich ja nun auf zwei weitere Europapokalabende gegen St. Petersburg freuen.

Donnerstag, 10. April 2008

Auf nach Aserbaidschan

Berti Vogts ist neuer Nationaltrainer von Fußball-Zwerg Aserbaidschan und leistet am kommenden Sonntag in der Kaukasus-Republik seinen Antrittsbesuch ab. Aus diesem Anlass lässt THOR WATERSCHEI Revue passieren, wie der bodenständige Vogts unerwarteterweise zum Weltenbummler avancierte…

Dass Hans-Hubert Vogts, der zumeist einfach nonchalant Berti genannt wird, irgendwann einmal in seiner Spielerkarriere, geschweige denn in seiner sich anschießenden Trainerlaufbahn, einmal zum Weltenbummler avancieren könnte, hätte man wohl kaum vermutet.

Vom Bundes-Berti zum McBerti

Ein Kickerleben lang als bissiger „Terrier“ auf der rechten Abwehrseite und überaus erfolgreich stets brav im Dienste von Borussia Mönchengladbach sowie fast einhundert Mal im Dress des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unterwegs – da schienen eigentlich Bodenständigkeit und Kontinuität die richtigen Etiketten für den gelernten Werkzeugmacher aus dem niederrheinischen Büttgen zu sein.

Seitdem der von den deutschen Medien oft sehr kritisch beäugte Vogts allerdings vor etwa zehn Jahren nach einem Ende mit Schrecken aus dem aktiven Trainerdienst des DFB schied, tauchte der Weltnationaltrainer von 1996, der Deutschland im selben Jahr zum Europameistertitel führte, in die weite Welt des Fußballs ein. Über wenig erfolgreiche Stippvisiten als Bundesligacoach bei Bayer Leverkusen und als Nationaltrainer Kuwaits, avancierte Vogts Anfang 2002 in Schottland zum „McBerti“.

Nennenswert erfolgreich war er dort nicht, verpasste er mit den wenig spielfreudigen Schotten speziell die Qualifikation für die Euro 2004 und musste diese vor allem erst einmal bekehren, die eigene Nachwuchsarbeit voranzutreiben, damit auch in späteren Jahren schlagkräftig fightende „Bravehearts“ über die Spielfelder Europas rennen. Richtig gute Resultate blieben sodann freilich auch in der beginnenden Qualifikation für die WM 2006 aus, was so langsam die schottischen Fans auf die Palme trieb, die ihn laut Vogts wegen ständiger Schmähungen, die auch seine Privatsphäre betrafen, sozusagen aus dem Amt geekelt hätten.

„Nagelprobe Nigeria“ misslingt

Dass die Schotten inzwischen zumindest in Europa wieder eine Rolle spielen, darf sich Vogts aber durchaus auf die Fahnen schreiben, warf er in seiner Amtszeit doch eine Vielzahl der schottischen Talenten wie etwa Manchester United-Star Darren Fletcher, die ihrem Heimatland zuletzt so viel Freude bereitet haben, ins kalte Wasser und so legte das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft der schottischen Nationalelf.

Nach dem schottischen Abenteuer absolvierte Vogts ab Januar 2007 seine sogenannte „Nagelprobe Nigeria“, bei der er die hochbegabten „Super Eagles“ zu neuen Höhenflügen führen sollte. Auf die sollten er und seine drei Assistenten Uli Stein, Icke Häßler und Steffen Freund aber lange warten.

Nicht nur, dass Nigerias Kicker offenbar nicht so wie ihr stark auf Disziplin setzender Trainer aus Deutschland wollten, was wohl zum frühen Aus im Viertelfinale des Afrika-Cups im abgelaufenem Februar in Ghana bedeutete. Ebenso stand Vogts auch mit der nigerianischen Presse auf Kriegsfuß, die dem einstigen Bundes-Berti offensichtlich nach etlichen Scharmützeln nicht mehr die Butter auf dem Brot gönnte. Letztlich ließ er sich diese aber nicht mehr vom Brot nehmen und schmiss hin.

Nun wird Vogts also die Nationalmannschaft von Fußball-Zwerg Aserbaidschan übernehmen und darf sich in der anstehenden WM-Qualifikation auf ein Wiedersehen mit Deutschland freuen. Große Hoffnungen auf eine Teilnahme an der WM-Endrunde trotz großer Euphorie in der Kaukasus-Republik nach Bekanntwerden der Vogts-Zusage, machte sich der Realist aber nicht gerade. Was die WM-Chancen angehe, solle man lieber Lotto spielen, so Vogts.

Vielmehr stehe er davor, im aserbaidschanischen Fußball Basisarbeit zu leisten und neue Strukturen zu installieren. „Wir werden in erster Linie lernen und nebenbei versuchen, die anderen etwas zu ärgern“, kündigte er dabei vorsichtig an. Nicht verwunderlich diese Haltung angesichts des derzeitigen Zustands in der aserbaidschanischen Fußball-Landschaft. Denn speziell eigene fußballerische Helden besitzt Aserbaidschan, der aktuelle 119. der FIFA-Weltrangliste, weder noch wurden welche in der ehemaligen Sowjet-Republik bislang hervorgebracht.

Auf den Spuren Tofik Bahramovs...

Der bekannteste Protagonist aus dem Land vom Kaspischen Meer ist da noch wohl ein gewisser Tofik Bahramov, der als Linienrichter des WM-Finales von 1966 England gegen Deutschland das legendäre Wembley-Tor zusprach, und nach dem in Aserbaidschans Hauptstadt Baku mangels weiterer „Heroen“ das Nationalstadion benannt wurde. Die erhofften Wunder dürfen von Vogts, der am kommenden Sonntag, den 13. April, seinen Antrittsbesuch in Baku ableistet, daher wohl nicht wirklich erwartet werden.

Aber die haben ja schon früher auf dem Spielfeld ohnehin stets andere vollbracht. Vielleicht schon eher einen Aufbau einer schlagkräftigen Truppe wie in Schottland. Nimmt das zunächst für 20 Monate geplante Gastspiel jedenfalls für Vogts ein ebenso jähes Ende wie in Nigeria und Schottland, darf die Frage wohl sicher erlaubt sein, wo es den „Globetrotter“ dann noch in der weiten Welt des Fußballs hinziehen wird.

Englands dritte Liga wäre, mit einem Augenzwinkern gesagt, möglicherweise eine Option, ist dort doch der aus der nordenglischen Grafschaft stammende Traditionsklub Huddersfield Town zu Hause, der zufälligerweise auf den Spitznamen „The Terriers“ hört. Würde ja gewissermaßen zu dem einst gefürchteten „Terrier“ vom Niederrhein passen. Aber zunächst heißt es für ihn: Auf nach Aserbaidschan!

Dieser Artikel ist ebenso in der Globetrotter-Serie auf Goal.com veröffentlicht.

Dienstag, 8. April 2008

Lanze

In der unsäglichen Posse um den Besuch von Nachfolger Jürgen Klinsmann beim UEFA-Pokalspiel des FC Bayern gegen den FC Getafe, dem mittlerweile auch Kaiser Franz etwas bekannter sein sollte, brach Ottmar Hitzfeld jüngst öffentlich eine Lanze für seinen schwäbischen Erben des Platzes auf der Bayern-Bank neben Uli Hoeneß und verteidigte dessen Stippvisite. Wäre ja auch ansonsten etwas ungerechnet gegen Klinsi gewesen, hatte der seinen kleinen Abstecher ja schließlich mit dem "General" abgestimmt.

Eine Lanze will THOR WATERSCHEI nun mal eben selbst für den künftigen Nationaltrainer der Schweiz brechen, darf der sich jetzt Rekordtabellenführer in der Bundesliga nennen. Denn nach dem 3:1-Heimsieg gegen den VfL Bochum am Sonntag stand Hitzfeld zum 192. Mal in seiner Trainerkarriere an der Spitze und überholte damit den altehrwürdigen Udo Lattek, der ja vielleicht am kommenden Sonntag bei Wonti am Fußball-Stammtisch nen Pils zu Ehren des "Generals" zischen wird.

Montag, 7. April 2008

Walisische Wildcard?

Très bien! Dass sich Monsieur Platini in Europas Fußball für die Kleinen einsetzen möchte, hat der frühere französische Ballzauberer seinerzeit vor seiner Wahl zum UEFA-Präsidenten im walisischen Cardiff nicht nur einmal betont. Ausgerechnet Cardiff City, der in Englands zweiter Liga kickende Fußballklub aus der walisischen Metropole, kann nun von Platinis Engagement profitieren.

Die Bluebirds (Hüttensänger) hatten gestern durch ihren 1:0-Sieg im englischen FA Cup-Halbfinale über den ebenfalls zweitklassigen Favoritenschreck der diesjährigen FA Cup-Ausgabe, FC Barnsley, das englische Pokalfinale erreicht, in dem Premier League-Vertreter Portsmouth auf Cardiff wartet. Sofern die Waliser dort allerdings am 17. Mai triumphieren würden, könnten sie nach den derzeitigen Statuten der FA, des englischen Fußball-Verbandes, nicht am UEFA-Pokal teilnehmen, da dies einzig aus England stammenden Klubs vorbehalten wäre.

Das rief nun Monsieur Platini auf den Plan, der sich dafür einsetzt, dass Cardiff City im Falle des zweiten Pokalsieges in England nach 1927 eine Wildcard für den UEFA-Cup erhält und diesbezüglich schon beim gestrengen Exekutivkomitee der UEFA charmant angefragt haben soll. Ganz ohne Erfahrung ist der Klub auf europäischen Parkett aber für den Fall der Fälle freilich nicht, flatterten die Hüttensänger aus der walisischen Hauptstadt als walisischer Pokalsieger schon mehrmals in ihrer Historie durch die Runden des leider nicht mehr unter uns weilenden Europapokals der Pokalsieger. Anno 1968 flogen die Hüttensänger dabei sogar bis ins Halbfinale des Pokalsiegercups, schieden dort allerdings gegen den HSV unglücklich aus.

Das ist zwar inzwischen schon 40 Jahre her. Aber vielleicht würde Cardiffs niederländischer Sturmhaudegen Jimmy-Floyd Hasselbaink ja die zuweilen bestehende internationale Unerfahrenheit seiner Kollegen, gestählt durch unzählige Europapokalschlachten, ja wieder aufwiegen. Von Liverpool-Legende Robbie Fowler, der sich ebenfalls mittlerweile in Cardiff niedergelassen hat, natürlich ganz zu schweigen. Doch Fowler müsste sich wohl erst von seinen derzeitigen Gebrechen erholen, genauso wie Cardiff erst einmal 81 Jahre nach ihrem ersten FA Cup-Gewinn das Endspiel gegen „Pompey“ für sich entscheiden müsste...

Sonntag, 6. April 2008

Kaiserschmarrn

Zugegeben: so sanft und charmant die Einlassungen des gewiss ehrwürdigen Franz Beckenbauer auch sonst sein mögen, unabhängig von der Relevanz der kaiserlichen Worte an den Folgetagen. Mitunter muten dessen Verlautbarungen an, wie ehedem ein zwar technisch feiner Beckenbauerscher Außenristpass, der allerdings unglücklich in Richtung Tribüne abdriftet.

Einen so genannten verbalen Pass in den freien Raum spielte Beckenbauer auch kürzlich nach der Auslosung des UEFA-Pokalviertelfinales, als er in einer ersten Einschätzung die Spieler des FC Getafe, den Viertelfinalgegner des FC Bayern, aus einem leichten Gemisch aus Unkenntnis und „Mir san mir"-Gehabe als namenlose Kicker abstempelte: „Ich kenne keinen einzigen Spieler von Getafe. Das sind für mich Nobodies.“ Dass Dänemarks Fußballidol Michael Laudrup (→ Händchen) zudem Trainer des erst 25 Jahre alten Vorortklubs aus Madrid ist, hinterließ beim „Kaiser“ offensichtlich nur Staunen: „Und Michael Laudrup ist ihr Coach? Das wusste ich nicht.“

Die stolzen Spanier jedenfalls fühlten sich daher ob der geringen kaiserlichen Wertschätzung etwas auf die Hörner genommen und ließen insbesondere durch ihr Sprachrohr, Präsident Àngel Torres Sánchez, ihrem Verdruss freien Lauf. „Wir haben immerhin neun Nationalspieler. Vielleicht bescheren wir Beckenbauer beim Rückspiel eine schlechte Erinnerung und geben ihm noch ein Autogramm“, sprach der erboste Senor Sánchez, der nach dem späten Ausgleichstreffer seiner Schützlinge am Donnerstag in der Allianz Arena sicher ins Fäustchen gelacht hat.

Das tat im Übrigen auch die spanische Tageszeitung MARCA, die vergnügt nach dem Achtungserfolg Getafes in Richtung des Bayern-Präsidenten feixte: „Die blaue Welle erobert München. Getafe ist ein Kaiser des Fußballs.“ Franz Beckenbauer, den THOR WATERSCHEI für seinen verbalen Fehlpass zum neuen T(h)or der Woche ernennt, hat Getafe in jedem Fall nun kennengelernt und darf sich also auf Autogramme der Laudrup-Elf freuen. Obschon ihm sicher, ein Einzug ins Halbfinale des UEFA-Cups viel lieber wäre. Auch wenn dieser laut einer legendären Stilblüte Beckenbauers ja lediglich den Cup der Verlierer darstellt...

Über den T(h)or der Woche

My Arsenal # 15: Scherbenhaufen?

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Es wurde in der letzten Zeit viel geschrieben über die drei Duelle, die Arsenal mit dem großen FC Liverpool innerhalb von sieben Tagen auszufechten hat. Angesetzt sind die beiden Viertelfinalpartien in der Champions League sowie eine schnöde Premier League-Begegnung, welches von den beiden Königsklassenschlagabtauschen quasi gesandwicht wird. Zwei Drittel dieser schon zur Trilogie emporgehobenen Paarungen sind nun absolviert. Speziell die Gunners stehen nun vor den Scherben einer ganzen Saison.

Führte das Wengersche Hochgeschwindigkeitsspiel mit Spielmacher Fabregas und Goalgetter Adebayor als offensiver Doppelspeerspitze Arsenal noch vor Woche mit einem Punktepolster auf den Spitzenrang der Premier League, hat die Gunners scheinbar inzwischen eine Art Frühjahrslethargie ergriffen. Denn in den beiden Partien im Emirates Stadium am vergangenen Mittwoch und am gestrigen Samstag, die jeweils eins zu eins endeten, wurde die Arsenal-Kanone zwar jeweils einmal abgeschossen. So richtig in Gang kamen die Gunners jedoch nicht. Für den Meisterkampf im englischen Fußball-Oberhaus bedeutet das Remis nach zuvor fünf sieglosen Spilen vornehmlich, dass die Gunners ihre Titelhoffnungen wohl ad acta legen können angesichts des stolzen Rückstands von schon fünf Punkten auf Spitzenreiter ManU.

In der Königsklasse haben die Reds, für die die Champions League ebenso der Rettungsanker einer möglicherweise erneuten titellosen Saison ist, nach ihrem Auswärtstor in der Beatles-Stadt die besseren Karten. Hoffnung könnte aber insbesondere deshalb für Arsenal bestehen, weil in der vergangenen Saison das Gastspiel an der altehrwürdigen Anfield Road, inklusive des romantischen Evergreens You' ll never walk alone, durchaus beschwingende Wirkung hatte. Damals gelangen Arsenal ja immerhin mit 3:1 und 6:3 in den beiden Pokalwettbewerben zwei ziemlich deutliche Triumphe...

Samstag, 5. April 2008

Fortuna-Meter

Bei Fortuna Köln könnten ganz nach dem englischen Vorbild Ebbsfleet United bekanntermaßen demnächst die Fans zu einem Großteil das Sagen haben (→ My Fortuna Köln). Um stets den Überblick zu behalten, ob die anvisierte Marke von 30.000 registrierten Mitgliedern, nach deren Erreichen die Mitglieder dann per Mausklick Stimmgewalt bei der Fortuna haben werden, auf der Seite deinfussballclub.de schon erreicht wurde, zählt THOR WATERSCHEI ab sofort mit dem sogenannten Fortuna-Meter einfach mit. Das taucht ab sofort links in der Navi-Leiste auf und wird täglich aktualisiert. Stand 16:50 Uhr haben sich im Übrigen bereits stolze 1.870 Interessierte und Fans angemeldet, nachdem am Donnerstag erst der Startschuss für das ambitionierte Projekt gegeben worden war.

An den Pranger

Wie es einem hochverehrten Ehrenspielführer wie Lothar Matthäus gebührt, hat THOR WATERSCHEI „LM“ in seinem Klubhaus eine gemütliche Loge eingerichtet und lässt den einstigen Weltmeister und Weltfußballer dort seine Bonmots zum Besten geben...

In München schlagen die Wellen zurzeit mal wieder überaus hoch. Denn das schlappe 1:1-Unentschieden im Viertelfinalhinspiel gegen die nicht nur dem Kaiser unbekannten Kicker des FC Getafe war nicht wirklich ein Eintrag im Fußball-Almanach wert. Doch, dass die Tonis und Podolskis nicht bei ihren vielen Torchancen das Tor des spanischen Außenseiter getroffen haben, ist scheinbar nicht ihnen anzulasten. Vielmehr wurde jetzt Bayerns Neu-Coach Jürgen Klinsmann als Schuldiger entdeckt und von Olli Kahn und Lothar Matthäus an den Pranger gestellt.

So etwas habe ich in meiner gesamten Karriere noch nie gehört oder erlebt, dass ein Trainer, der erst ab der kommenden Saison in der Verantwortung steht, schon in der laufenden Saison auf der Tribüne sitzt“, echauffierte sich der ehemalige Torwart-Titan , der in der Schlussminute den vermeidbaren wie ärgerlichen spanischen Gegentreffer hinnehmen musste, in der Abendzeitung und stimmte einen gewaltigen medialen Paukenschlag gegen Klinsi ein: „Jeder muss das mit sich selbst ausmachen, was er in solch einer Situation für richtig hält. Aber ich halte das für keinen guten Stil. Das macht man nicht.“ Dem schloß sich im Übrigen ganz nicht unerwartet mit Lothar Matthäus ein weiterer traditioneller Klinsmann-Dissident an, der gar einen Ehrenkodex von dem eigenwilligen Schwaben verletzt sah.

Ich würde so etwas unter Kollegen nicht machen. Damit hat er gegen einen Ehrenkodex verstoßen. Er hätte ja auch zu einem Spiel kommen können, wenn die Meisterschaft schon entschieden ist. Ich halte das für respektlos“, so der erboste Matthäus, der sich laut neuesten Gerüchten im THOR WATERSCHEI-Klubhaus nun sogar gänzlich Stadionbesuche verkneifen will...

Freitag, 4. April 2008

Aserbertischan

Durch den wilden Kaukasus. Der unverwüstliche Berti Vogts versucht sich nach seinem wilden Nigeria-Abenteuer nun für zwei Jahre als Nationaltrainer Aserbaidschans und trifft in der WM-Quali sogar auf Jogis Löwen. Den Berti-Adlatus gibt im Übrigen Ex-Nationaltorwart Uli Stein. Ob Icke Häßler, wie in Nigeria, am Kaspischen Meer erneut zum Technik-Trainer avanciert, steht noch nicht fest. Durchs THOR WATERSCHEI-Klubhaus schwirren jedoch derweil etwas unhöfliche Gerüchte, dass Häßler zunächst die geographische Lage der ehemaligen sowjetischen Republik im guten Diercke-Atlas inspezieren wollte...

Donnerstag, 3. April 2008

Kein Biss

HSV-Legende Horst Hrubesch hat sich öffentlich zu Wort gemeldet und moniert etwas die Einstellung seiner Nachfahren. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, redete das einstige Kopfballungeheuer van der Vaart und Konsorten bei einer Sponsorenveranstaltung in Hamburg-Buxtehude ins Gewissen und bescheinigt ihr zu wenig Biss.

Letztendlich entscheide laut Hrubesch nicht der Trainer über einen Titelgewinn, das sei ausschließlich eine Sache des Willens der Mannschaft. Wenn sich die heutige Mannschaft entschieden hätte, Deutscher Meister werden zu wollen, dann hätte sie ein Spiel wie gegen Bielefeld gewonnen und nicht 1:1 gespielt, meinte Hrubesch, der es schließlich wissen muss.

Hielt der mittlerweile 56-jährige Blondschopf als HSV-Kapitän doch dreimal die Meisterschale in der Hand und zudem anno 83 den Europapokal der Landesmeister. Ferner kennt sich der passionierte Angler und Dorschangelbuchautor auch ganz gut mit dem richtigen (An)Biss aus...

Mittwoch, 2. April 2008

My Fortuna Köln

Der deutsche Traditionsverein Fortuna Köln galt lange als der „Ewige Zweitligist“. Mittlerweile ist der Pokalfinalist von 1983 jedoch nur noch fünftklassig, soll aber künftig dank der Mitbestimmung seiner Fans zu neuen Höhepunkten in seiner Vereinsgeschichte geführt werden. THOR WATERSCHEI über die deutsche Abwandlung des englischen Fünftligisten Ebbsfleet United, der bekanntlich via Internet schon von seinen Fans regiert wird.

Sich einmal wie der bereits verstorbene Jean Löring als Chef von Fortuna Köln fühlen? In Zukunft dank der Errungenschaft des Mitmachinternets Web 2.0 dem Anschein nach kein Problem mehr. Man muss dann ja nicht gleich den großen Toni Schumacher als Trainer verpflichten und irgendwann einmal in der Halbzeitpause wieder vor die Tür setzen. Aber Spaß beiseite, auch der normale Fußball-Fan kann demnächst möglicherweise über Wohl und Wehe von Lörings ehedemen Lieblingsklub Fortuna Köln, bei dem sich einst auch mit Bernd Schuster (Foto) der heutige Trainer von Real Madrid als Trainer versucht hat, via Internet mitbestimmen.

Wortmann Initiator des deutschen Ebbsfleet United

Vornehmlich verantwortlich dafür ist der Regisseur Sönke Wortmann, der bekanntlich unter anderem den deutschen WM-Film „Deutschland - Ein Sommermärchen“ oder „Das Wunder von Bern“ drehte und mit der Fortuna, die stets im Schatten des großen FC stand, offenbar selbst Großes vor hat. Denn der mittlerweile in die fünfte Liga, die Verbandsliga Mittelrhein, abgerutschte „Ewige Zweitligist“, der noch immer Tabellenführer der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga ist, steht dank der Initiative von Wortmann vor einer Metamorphose zur deutschen Ausgabe von Ebbsfleet United (→ My Ebbsfleet United). Dies ist jener englischer Fünftlist, der von seinen Anhänger über das World Wide Web regiert wird.

„Fortuna hat eine Seele, eine riesige Jugendabteilung und ein gutes Umfeld“, beschrieb im Übrigen Initiator und Ex-Kicker Wortmann, dessen Idee bei seinem Ex-Klub SpVgg Erkenschwick auf taube Ohren gestoßen war, die Wahl zugunsten des Traditionsvereins aus der Kölner Südstadt.

Mitbestimmung für jährlich 39,95 Euro

Bei Fortuna Köln können nun künftig neben Wortmann, der Mitglied Nummer eins sein wird, potenzielle Interessenten und Fans für die jährlich zu entrichtende Gebühr von 39,95 Euro ein Mitbestimmungsrecht an dem Pokalfinalisten von 1983 erwerben. Registrieren müssen sie sich dafür auf der Internetseite deinfussballclub.de. Bislang wurde dabei die Marke von insgesamt etwa 30.000 Anteilseignern angepeilt, um die gute alte Fortuna, die Anfang der siebziger Jahre für ein Jahr Bundesligaluft schnupperte und sich derzeit mit Hennef 05 oder den Sportfreunden Troisdorf misst, auch nach dem Ableben von Mäzen Löring zu neuem Leben erwecken.

Nach Angaben der Tageszeitung Die WELT wird übrigens, so lange die Marke nicht erreicht ist, keine Gebühr eingezogen, die Teilnehmer bekommen aber schon mal den Newsletter und eine Mitgliedsurkunde. Ab dem 30.000. Mitglied soll dann eine Spielbetriebs-GmbH gegründet werden, an der der Verein 51 Prozent Anteile hält, die Fans 49 Prozent, die dann überdies ab diesem Zeitpunkt in die Entscheidungen des Vereins eingebunden werden.

Die User sollen weiter im Gegensatz zum englischen Vorbild die Funktion eines Assistenten von Fortuna-Trainer Matthias Mink ausüben, dem die endgültige Entscheidung über die Mannschaftsaufstellung vorbehalten bleibt. Allerdings sind sie einflussreicher in Bezug auf die Stadionmusik, etwaige Testspielgegner und dürfen überdies innovative Transfervorschläge machen. Wenn man so will, könnten Fortunas prominente Ex-Trainer wie jener Bernd Schuster oder Toni Schumacher also bei der Fortuna nochmals zum Co-Trainer avancieren.

Fortuna Köln: neu und stark?

Inwiefern indes die von Fortuna Kölns langfristig anvisierte Rückkehr in das deutsche Unterhaus mit diesem multimedialen Mitbestimmungssystem beschleunigt wird, lässt sich hier sich schwerlich beurteilen. Nicht bekannt ist natürlich ebenfalls, ob sich, mit einem zwinkernden Auge gesagt, der früher bei der Fortuna schier allmächtige Löring, in Kölner Mundart einfach De Schaeng genannt, wegen der zu seinen Lebzeiten revolutionären Vorgänge hinsichtlich der Mitbestimmung in seinem Grabe auf dem Südfriedhof im Kölner Stadtteil Zollstock umdrehen wird.

Aber immerhin scheint man es ja gut mit seiner Fortuna zu meinen. Lörings legendärer Satz nach dem unvergessenen Halbzeit-Rauswurf von Toni Schumacher im Dezember 1999, dass Löring als Verein reagieren musste, dürfte nach der überstandenen Metamorphose seiner Fortuna von der Bedeutung her sicher eine ganz andere Dimension erlangen. Glaubt man dem derzeitigen Slogan von Fortuna Kölns Homepage haben die besseren Zeiten für den aktuellen Tabellenfünften der Verbandsliga Mittelrhein schon angefangen. Dort heißt es ebenso kurz und knackig wie selbstbewusst: Fortuna Köln - neu und stark...

Der Artikel ist ebenfalls in der Globetrotter-Serie auf Goal.com veröffentlicht.