Montag, 31. März 2008

Hymnische Nachhilfe

Wie fein können doch englische Fußballfans ihre Nationalhymne God Save the Queen schmettern. Bisweilen wird im THOR WATERSCHEI-Klubhaus gern an die vergangenen Euros und WM-Endrunden zurückgedacht, als die Fans von der Insel ihre Hymne mit großer Passion in den Stadien dieser Fußballwelt intonierten. Gut 40 Mal dabei war übrigens auch schon ein gewisser Wayne Rooney, seines Zeichens einer der besten englischen Kicker und verhinderter Klampfenspieler (→ Kein Gitarrengott) , der nun am Schlagzeug seine musischen Neigungen ausspielt und sich sogar angeblich bei der gleichnamigen US-Band Rooney als Drummer ins Gespräch gebracht hat.

Naja, nur mit dem Singen hats der gute Wayne scheinbar nicht so. Neuerdings schockte der Sohn eines Preisboxers aus Liverpool das Mutterland des Fußballs damit, dass er bei englischen Länderspielen die Hymne nicht mitsingen kann, weil er sich diese einfach nicht merken könne. Das rief im Vereinten Königsreich nun die patriotisch gesinnte Royal Society of St. George auf den Plan, die Rooney umgehend Nachhilfe anbot und bemerkbar not amused dem 22-Jährigen verbal einen Klapps in den Nacken gab: „Er sollte die Hymne nicht nur lernen, weil er den englischen Fußball repräsentiert, sondern weil jeder Engländer in der Lage sein muss, sie zu singen.“ Könne er die Hymne nicht singen, gebe er der Jugend ein schlechtes Vorbild. Punkt.

Damit Rooney nicht allzu überfordert oder gar verschämt bei seiner ersten Nachhilfestundenden strengen und naserümpfenden Herrschaften der Royal Society of St. George gegenübertritt, hat sich THOR WATERSCHEI kurz die Mühe gemacht, dem guten Wayne einen kleinen Spicker mit den Zeilen von God save the Queen zusammenzukritzeln:


God save our gracious Queen,
Long live our noble Queen,
God save the Queen!
Send her victorious,
Happy and glorious,
Long to reign over us;
God save the Queen!

O Lord, our God arise,
Scatter her enemies
And make them fall;
Confound their politics,
Frustrate their knavish tricks,
On Thee our hopes we fix,
God save us all!

Thy choicest gifts in store
On her be pleased to pour;
Long may she reign;
May she defend our laws,
And ever give us cause
To sing with heart and voice,
God save the Queen!

Not in this land alone,
But be God's mercies known,
From shore to shore!
Lord make the nations see,
That men should brothers be,
And form one family,
The wide world over.

Sonntag, 30. März 2008

Super Mario

Die WELT am Sonntag sinnierte heute bereits darüber, dass Fußball-Deutschland nach längerer Zeit endlich wieder einen Super Mario habe. Der alte hockt mittlerweile im Pfälzischen auf seinem Sessel, heckt Max Merkeleske Kolumne für die BILD-Zeitung aus und geniesst nach ner Menge Toren und Sprints sowie ebenso vielen Fluppen in seinen besten Jahren den Fußballer-Ruhestand. Diese besten Jahre des alten Super Mario, erläutert die WAMS, würden aber schließlich auch im vorigen Jahrhundert liegen.

Nun denn. Der neue Super Mario versorgt die Stammtische landauf landab allerdings ebenso mit Stoff, wie die alte Ausgabe. Gleichwohl mehr durch seine Tore als verbal Saures zu geben. Denn Mario Gomez in seinem Kader zu haben, ist für den lange schwächelnden deutschen Meister VfB Stuttgart schier ein Volltreffer, lotsten Gomez-Tore den VauEffBee doch erst wieder in Richtung Bundesliga-Spitzengruppe. Und da es bekanntlich bei dem Halb-Spanier (→ Torero), auch im deutschen Nationaldress mächtig vor dem gegnerischen Tor, wie am letzten Mittwoch in der Schweiz, gefluppt hat, ist man sich in Schwaben sicher den Super Mario Gomez nicht mehr allzu lange im Ländle halten zu können.

Die Gerüchteküche brodelte in den vergangenen Wochen verdächtig. Milan-Coach Ancelotti erklärte, sich Gomez gut neben seinem Shooting-Star Pato vorstellen zu können. Und laut der der spanischen Sportzeitung Marca steht der 22-jährige schwäbische Torero auch auf einer Wunschliste mit sieben Kickern, die Bernd Schuster seinem Real-Präsidenten Calderon (→ Persilschein) vorgelegt haben soll. Überdies gibt die WELT an, dass Gomez bereits einen Vorvertrag mit seinem einstigen Traumverein FC Barcelona unterzeichnet habe. Wo der neue Super Mario irgendwann im Sommer auch immer landen wird, er darf sich in jedem Fall schon heute geehrt fühlen. THOR WATERSCHEI ernennt ihn anerkennend zum neuen T(h)or der Woche...

Über den T(h)or der Woche

Freitag, 28. März 2008

Persilschein

Im Januar winkte Bernd Schuster bei Real Madrid angeblich bereits ein Rentenvertrag, nun musste Real-Präsident Calderon seinem engelsblonden Trainer aus Augsburg bereits einen Persilschein ausstellen. Mal sehen, was in der Realen Seifenoper als Nächstes passiert...

Torfestival der „Spice Boyz“

In Nord- und Mittelamerika ist die Qualifikation für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika bereits in vollem Gange. Dank eines fulminanten 10:0-Kantersieges über die Amerikanischen Jungferninseln gelang den Karibik-Kickern von der Antillen-Insel Grenada, „Spice Boyz“ genannt, mit ihrem Superstar Jason Roberts ein erster wichtiger Schritt in Richtung Südafrika . THOR WATERSCHEI wagt einen Blick auf die „Gewürzinsel“...

Das Etikett „Spice Boy“ haftet gemeinhin in Anlehnung an die Girlie-Band-Vergangenheit seiner Gattin Victoria David Beckham an. Dieser feierte gestern sein Länderspieljubiläum für die englische Nationalmannschaft und absolvierte im Prestigeduell mit Frankreich bekanntlich sein 100. Länderspiel für das Mutterland des Fußballs.

Beckham nicht der einzige „Spice Boy“ in der Fußballwelt

Jubilar Beckham ist allerdings nicht der einzige „Spice Boy“ in der weiten Welt des Fußballs. Denn auf den Spitznamen „Spice Boyz“ hören speziell die stolzen Nationalspieler von der karibischen Antillen-Insel Grenada, deren Staatsoberhaupt die britische Königin Elisabeth II. ist und die im Volksmund übrigens „Gewürzinsel“ genannt wird .

Wie der englische „Namensvetter“ waren die „Spice Boyz“ am gestrigen Mittwoch ebenfalls im Einsatz. Während sich in Europa indes vornehmlich die 16 Teilnehmer der bevorstehenden EM-Endrunde in einer Vielzahl von Testspielen für die diesjährige Euro eingespielten, ging es für die weithin unbekannten Karibik-Kicker gestern weniger ums Prestige oder die sogenannte „Goldene Ananas“.

Vielmehr sah der Spielplan der Nord- und Mittelamerika-Konföderation (CONCACAF) die 1. Runde der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika vor, in der die Auswahl der Amerikanischen Jungferninseln in der grenadischen Hauptstadt St. George's im Erstrunden-Showdown gastierte. Denn derjenige der beiden Kontrahenten, der im Grenada National Stadium unterlag, musste bereits in dieser im K.O.-Verfahren ausgespielten 1. Runde dieser WM-Quali die Segel streichen.

Jason Roberts ist Grenadas Superstar...

Sozusagen der Superstar der „Spice Boyz“, die zumeist in gelben Dress, grüner Hose und roten Stutzen antreten, ist übrigens im Mutterland des Fußballs kein Unbekannter. Es ist mit Jason Roberts (Foto) der in Englands oberen Profiligen durchaus schon etwas herumgekomme bullige Mittelstürmer des Premier League-Klubs Blackburn Rovers, der im Vorfeld des Duells mit den Amerikanischen Jungferninseln schon verbal einmal etwas die Muskeln spielen ließ.

Grenada sei bereit, teilte der 30-jährige in London geborene Sohn eines Vaters aus Grenadas und einer Mutter aus Guyana der richtungsweisenden Partie und pries sogleich die Vorzüge seiner Mitstreiter: „Ich denke, eine Menge Leute wären überrascht, welche Qualität der Fußball hier bei uns in der Karibik hat.“ Und dass Roberts nicht allein ein Mann der Worte blieb, bewies er schließlich ungefährdeten 10:0-Kantersieg des 157. der FIFA-Weltrangliste gegen den in jeglicher Hinsicht unterlegenen Gast, der den 202. und letzten Rang des FIFA-Rankings gemeinsam mit Amerikanisch-Samoa, Aruba, Osttimor und Montserrat einnimmt.

...sowie wortstark und treffsicher

Roberts ließ ebenso Taten beim Torfestival der „Spice Boyz“ folgen, indem er in seinem 26. Länderspiel gleich die wegweisenden Auftakttreffer Grenadas in der dritten und achten Minute markierte und die Kicker von der Gewürzinsel damit auf die überaus früh auf die Siegerstraße brachte. Danach geriet die Begegnung für Roberts und seine Mitstreiter quasi zum Selbstgänger, indem ihn Mitspieler Ricky Charles mit stolzen drei Treffern sogar noch übertrumpfen sollte.

In der zweiten von insgesamt vier Qualifikationsrunden haben es Grenada und sein bekanntester Spieler dann im Juni 2008, inklusive Hin- und Rückspiel, mit dem mehrmaligen WM-Teilnehmer Costa Rica zu tun, der gegen die „Spice Boyz“ trotz Roberts der klare Favorit sein wird. Grenadas Nationaltrainer Norris Wilson hatte sich im Übrigen schon vor dem Schützenfest über die Amerikanischen Jungferninseln auf eine Begegnung mit Costa Rica gefreut. Dies werde „ein historisches Ereignis“ für Grenada werden, hatte er kühn prophezeit.

Riesensensation gegen Costa Rica?

Denn laut Norris Wilson sei dann „alles möglich“: „ Fußball ist ein aufregendes Spiel, in dem jede Mannschaft einen guten Tag erwischen und Geschichte schreiben kann. Wir könnten für eine Riesensensation sorgen.“ Betrachtet man das durchaus beträchliche Selbstvertrauen der Karibik-Kicker, die scheinbar auf den Spuren Trinidad-Tobagos und Jamaika wandeln, scheint der WM-Zug somit auch gegen Costa Riva noch lange nicht abgefahren zu sein. Frei nach ihrem Superstar Jason Roberts: Grenada ist bereit!

Der Artikel ist ebenfalls in der Globetrotter-Serie auf Goal.com veröffentlicht.

Mittwoch, 26. März 2008

Kreuzunglücklich

Es ist schon ein Weilchen her, dass THOR WATERSCHEI über die Verschwörungstheorien eines türkischen Advokaten namens Kaska (→ Abgetempelt?) berichtete, der sich erregt über das Auswärtstrikot von Inter Mailand echauffierte, welches mit seinem roten Kreuz auf weißem Dress an die Rüstungen der Tempelritter erinnere, die diese bei ihren Kreuzzügen in der Türkei trugen. Gerade um solche kritischen Bemerkungen zu vermeiden, zog jetzt Eintracht Frankfurt das bei einer löblichen Trikotabstimmung im Internet (→ Pro Plebiszit) von den eigenen Fans favorisierte Exemplar aus dem Verkehr.

Entgegen dieser eingegangenen Dress-Demokratie wurde inzwischen das bei der Abstimmung zweitplatzierte Trikot als Auswärtsdress für die kommende Saison festgelegt. Der Grund hierfür: die erste Wahl der Anhänger zeigt auf dem weißen Dress ein schwarzes nach unten angespitztes Kreuz. "Wir haben uns für das Trikot entschieden, das die zweitmeisten Stimmen erhielt, weil wir sicher waren, dass uns das andere erhebliche Kritik einbringen würde", rechtfertigte sich Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen und befürchtete offenbar gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen befürchteten, das Trikot könne als gezielte christliche Symbolik missverstanden und von Muslimen als Provokation empfunden werden.

Die Frankfurter Fans, die das Kreuz-Design bevorzugen, sind nun sozusagen kreuzunglücklich, rügen verständlicherweise ziemlich erregt die sogenannte Pseudo-Abstimmung des UEFA-Pokalsiegers von 1980 und fühlen sich ihrem Lieblingsklub arg hinters Licht geführt. Aber eines, liebe Eintracht-Fans, sollte ihr natürlich nicht vergessen. Es gab Zeiten, da wärt ihr sicher froh gewesen, Euch nur über ein nicht ausgewähltes Trikot ärgern zu müssen.

Wie atmete der gute Friedhelm Funkel noch im heute abgedruckten Interview mit der Frankfurter Rundschau durch, es sei schön, nicht immer nach unten schauen zu müssen. Außerdem sieht der Alternativdress mit den angedeuteten Adlerkrallen gar nicht so schlecht aus, vergleicht man es mal mit dem gelb-blauen Tetra Pack-Fummel, den Anfang der 90er Mauri, Toni und Jay Jay undsoweiter tragen mussten...

Centurion

Für David Beckham könnte es heute im Stade de France ein ziemlicher feiner Abend werden. Becks wird bekanntlich gegen Frankreich sein 100. Länderspiel für seine Three Lions bestreiten. Chelsea-Abwehrrecke John Terry forderte bereits unlängst, Englands Jubilar und ehemaligem Skipper zumindest für diesen historischen Mittwochabend nochmals die Binde überzustreifen. Sollte Englands gestrenger neuer Trainer Fabio Capello Beckham tatsächlich im Klassiker einsetzen, wäre Becks das fünfte Mitglied im englischen Hunderterklub und dürfte sich dann dem englischen Fußball-Idiom entsprechend "Centurion" nennen.

In dieser illustren Runde der "England Centurions" sind neben Rekordnationalspieler Peter Shilton (125 Einsätze) ebenso die beiden 66er-Weltmeister Bobby Moore (108 Einsätze) und Bobby Charlton (106 Einsätze) sowie Billy Wright, der anno 1959 im Länderspiel gegen Schottlands als erster englischer Kicker die Hundertermarke überschritt und insgesamt 105 Mal für das Mutterland des Fußballs auflief, zu finden.

Dienstag, 25. März 2008

Könige von Schweden

"Heja, heja Sverige!", hallte es anno 1958, von unermüdlichen schwedischen Einpeitschern angetrieben, während der in Schweden stattfindenden Weltmeisterschaftsendrunde '58 durch die Arenen des skandinavischen Königsreichs. Die Gastgeber um ihre Topspieler Gunnar Gren, Kurt Hamrin und Kapitän Nils Liedholm "surften" auf dieser Euphoriewelle bis ins WM-Finale am 29. Juni 1958, in dem die schwedischen Kicker auf Brasilien mit ihrem neuen Superstar Pele trafen.

Im Endspiel im RåsundaStadion in Solna, nahe der schwedischen Kapitale Stockholm, waren die Ballzauberer vom Zuckerhut in ihren blauen Trikots indes für die Drei-Kronen-Eleven eine Nummer zu groß, eroberten das Råsunda gegen die Gastgeber klar mit 5:2 und avancierten somit zu den Könige von Schweden. Es war Brasiliens erster Gewinn einer Weltmeisterschaft und die Geburt des damals 17-jährigen Pele zum Weltstar.

Morgen findet übrigens im neuen Londoner Wembley-Stadion, 50 Jahre später, die Neuauflage dieses 58er-Finales statt. Vielleicht gelingt den Schwedenhappen ja die späte Revanche. Nur, mit "Heja, heja Sverige!"-Schlachtrufen wird aber wohl im neuen schmucken Wembley nicht zu rechnen sein.

Montag, 24. März 2008

Kein Lotterleben

Markus Lotter kickte früher als technisch durchaus versierter Mittelfeldspieler vornehmlich in der 2. Bundesliga unter anderem der SpVgg Greuther Fürth und dem FC St. Pauli und verdingt sich derweil als Journalist unter anderem für die Tageszeit „Die Welt“, auf deren Onlineseite Lotter in seiner wöchentlichen Kolumne „Sterne des Südens“ die Besonderheiten des FC Bayern erklärt. Dort fristet Lotter aber wahrlich kein Lotterleben und sieht sich dort mitunter ziemlich harter verbaler Grätschen einiger Kommentatoren seiner Kolumnen ausgesetzt.

Seine aktuelle Kolumne zu Ostern strickte der polarisierende 37-jährige Ex-Profi nun zu einer Art Dankesbrief an jene, die ihm mit viel Herzblut penibel auf die Finger schauen. Lotters augenzwinkernde Bitte an seine Kritiker für die Zukunft: „Gebt mir weiter Saures!“
THOR WATERSCHEI will daher in seiner Rubrik Eleven nicht verborgen lassen, wie so mancher offensichtlich überaus treuer Leser der Lotter-Kolumnen gewaltig in Richtung des Kolumnisten auf die Pauke haut und dank des Web Zwo Null zum hartnäckigen Gegenspieler Lotters avanciert ist. Ein Blick in die Pöbelecke:

1. Crusader meint:
23.03.2008, 15:34 Uhr
Eigentlich sollte man nie so tief sinken, von dem Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken. Aber Superstarfussballer und Pulitzer-Preis Kandidat Lotter ist sich einfach für nix zu schade! Na denn Prost, und trotzdem schöne Ostern.


PS: Ach Lotter, nimm dich mal nicht so wichtig, keiner bibbert hier auf den Freitag hin, um Dein Geschreibsel zu lesen.

2. Crusader meint:
14.03.2008, 12:36 Uhr
Herr Lotter, es gibt Leute, die waren fussballerisch Lichtjahre von Mehmet Scholl entfernt, sind heute Lichtjahre von gutem Journalismus entfernt, und dürfen trotzdem weiter dumme Kolumnen in der Welt schreiben, ja sie werden sogar dafür bezahlt, nicht wahr!? Nach der Karriere ist bei denen genauso schlecht wie während der Karriere....

3. Lotterdulusche meint:
11.03.2008, 11:10 Uhr
meine fresse, wie schlecht sind sie herr lotter, ist das alles, ihre kolumnen sind so schlecht, die könnte besser ein 6 jähriger schreiben, am schlimmsten war der russen unfall von ihnen, bitte lassen sie es bleiben und putzen sie autos oder irgendwas sonst.


4. Bosmario meint:
07.03.2008, 11:24 Uhr
Für den Schmarrn, den Herr Lotter regelmäßig von sich gibt, wäre die Anschaffung eines Containers eine viel zu hohe Investition von Seiten der Welt.


5. Crusader meint:
14.12.2007, 11:37 Uhr
Mensch Lotter, man hält es ja kaum für möglich, aber Du bist ja als Schreiberling noch schlechter als als Fussballer. Probiers mal bei der Müllabfuhr, vielleicht reicht Dein Potential dafür ja aus.


6. Welt-Leser meint:
24.08.2007, 21:30 Uhr
Da sitzt der Herr Lotter eine ganze Woche rum und überlegt sich, was er in seiner neuen "Kolumne" schreiben könnte. Und nun das! Dafür sollen die WELT-Abonnenten auch noch bezahlen. Lächerlich! Die Online-Kommentare spiegeln das Niveau des Artikels wider. Irgendwelche Dumpfbacken, fernab jeglicher Realität, die ihre Ab- oder Zuneigung zu irgendwelchen Vereinen in primitivster Weise kund tun.


7. Tom Tom meint:
05.10.2007, 15:38 Uhr
Ich bin weit davon entfernt, Bayern-Fan zu sein. Allerdings scheint Herr Lottner auch weit davon entfernt, Journalist zu sein. Vielleicht sollte er es einmal Co-Autor von Rosamunde Pilcher versuchen ...lediglich die dramatische Geigenuntermalung fehlt noch.


8. Klarer Kopf meint:
06.10.2007, 02:44 Uhr
herr lotter ist bayern fan und wird von denen für die artikel bezahlt. er kann nicht schreiben sondern bekommt die artikel von markus hörwick gesendet. daher darf man den quatsch auch gar nicht ernst nehmen. wer das liest hat genauso einen an der waffel.


9. Bosmario meint:
09.11.2007, 12:36 Uhr
Ich kann diesem Artikel überhaupt nichts Positives abgewinnen. Leider war Herr Lotter nur ein Durchschnittskicker , der nie in den "Genuss" gekommen ist , zwei Spiele in 44 Stunden bestreiten zu müssen.


10. Crusader meint:
16.11.2007, 23:31 Uhr
Mescch Markus, Du warst doch fussballerisch so ein kleines Würstchen, dass Du Namen wie Toni oder Ribery gar nicht in den Mund nehmen oder gar zu Papier bringen darfst. Arme Frucht!


11. Bosmario meint:
22.02.2008, 13:05 Uhr
Die Artikel von Herrn Lotter erinnern schon seit geraumer Zeit an seine fussballerischen Fähigkeiten: Maximal zweitklassig.


Zu den Lotter-Kolumnen auf WELT Online.

Was erlaube Bullen?

Was erlaube Bullen? Was mache Abwehr? Warum dieser Rapid so bene? Diese oder ähnliche Fragen wird sich Giovanni Trapattoni am gestrigen Ostersonntag gestellt haben als Österreichs Rekordmeister Rapid Wien in Salzburg Traps Bullen im absoluten Spitzenspiel der österreichischen Bundesliga gleich sieben Ostereier ins Netz legte und diese damit gewaltig auf die Hörner nahm. Nachdem die Rapidler schon kürzlich das Wiener Derby gegen die Austria (→ Kamera Viola) gewannen, nahmen sie nun in der österreichischen Bundesliga, die bald womöglich auf den äußerst klangvollen Namen tipp3-Bundesliga hören wird, wieder den Platz an der Sonne ein. Meistertitel Numero 32 ruft....

Sonntag, 23. März 2008

Huth Reloaded

Im THOR WATERSCHEI-Klubhaus schwelgte man in der abgelaufenen Karwoche schnell in Erinnerungen, als Jogi Löw den guten Robert Huth wieder aus der englischen Versenkung kramte und in den deutschen Länderspielkader für den Euro-Test in Basel gegen die Schweiz berief. Der alte Schlachtruf für den mitunter ungelenk, aber unermüdlich fightenden Innenverteidiger ward noch nicht vergessen.

„HUUUTH! HUUUTH! HUUUTH!“, hallte es da schnell und recht laut durchs Klubhaus. Ebenso hatten auch die schönsten Robert Huth-Wortspiele Hochkonjunktur. So nach dem Motto: Jogi wirft mal wieder den Huth in den Ring oder die Schweizer müssen ja jetzt ganz schön auf der Huth sein...aber gut, lassen wir die Spielereien.

Jedenfalls ist der gebürtige Berliner, der sich einst vergeblich in der Millionentruppe des FC Chelsea um einen Stammplatz bemüht hatte, mittlerweile beim englischen Middle-Class-Klub FC Middlesbrough eine feste Größe, steht dort im Abwehrzentrum nach langer Verletzung kontinuierlich seinen Mann und treibt die einzelnen Mister Striker der Premier League mit seinem teilweise unkonventionellen Spiel mitunter bis in die Verzweiflung. Nen guten Lehrmeister hat der inzwischen 23-Jährige ja ebenfalls. Denn mit Gareth Southgate trainiert schließlich einer der besseren früheren englischen Eisenfüße Boro.

Naja, wie man Elfmeter schießt sollte sich Huth von Mr. Southgate zwar nicht unbedingt beibringen lassen. Aber, dass Huth jetzt etwas paradox mit der Cruyffschen Nummer 14 die Premier League aufmischt, hat er auch wohl etwas dem Vertrauen seines geduldigen Trainers zu verdanken. Da Huth also somit erstmals seit der WM Null Sechs wieder vor einem Länderspiel steht und womöglich sogar noch auf den Zug zur Euro Null Acht aufspringen kann, ernennt THOR WATERSCHEI „the Berlin Wall“ aufmunternd zum neuen T(h)or der Woche und kann sich ein erneutes „HUUUTH! HUUUTH! HUUUTH!“ irgendwie nicht ganz verkneifen.

Über den T(h)or der Woche...

Samstag, 22. März 2008

Echter Sechziger

THOR WATERSCHEI präsentiert in seiner Eisenfuß-Galerie die "Eisenfüße" aus der weiten Welt des Fußballs. Heute: Die Duisburger Fußball-Legende Bernard Dietz, der heute seinen 60. Geburtstag feiert.

Mit dem deutschen Triumph im EM-Finale 1980 verbindet man in erster Linie den Doppelpack von Kopfballungeheuer Horst Hrubesch, der gleich zweimal den Ball seinem Spitznamen entsprechend gegen Jean-Marie Pfaff in Rom ins belgische Tor wuchtete. Den Coupe Henri Delaunay stemmte aber damals Bernard, genannt "Enatz", Dietz als deutscher Kapitän in den römischen Abendhimmel.

Nachdem der Verteidiger jahrelang für seinen MSV Duisburg die Knochen hingehalten hatte, wechselte Enatz Anfang der Achtziger für fünf Jahre zu Schalke 04. Der bodenständige gelernte Schmied, der als Abwehrspieler stolze 77 Treffer in 394 Bundesligapartien erzielt hatte, hatte seinen größten Tag in der Bundesliga wohl an jenem 5. November 1977, als er Sepp Meier und dem FC Bayern, als direkter Gegenspieler von Kalle Rummenigge wohlgemerkt, beim 6:3-Triumph der Zebras gleich vier Tore einschenkte. Kein Wunder, dass man den Traditionsverein aus Meiderich im Volksmund auch gern als "MSV Dietzburg" bezeichnete.

Heute wird Dietz übrigens 60 Jahre alt, zu dem THOR WATERSCHEI herzliche Glückwünsche ausspricht. Mitglied im Trainergeschäft ist Dietz zwar nicht mehr, aber seit heute in der Galerie der Eisenfüße von THOR WATERSCHEI zu finden.

Endstation Clyde

Letzte „Hammer-Time“: Beim abstiegsbedrohten schottischen Zweitligisten Clyde Football Club hat man sich an Jörg Albertz, früher bei den Glasgow Rangers eine große Nummer, zurückerinnert. Jenen früheren deutschen Nationalspieler mit dem unvergleichlich harten Schuss, der seine Stiefel eigentlich schon vor acht Monaten an den berühmten Nagel gehängt hatte.

„It’s Hammer-Time“, frohlockte der Clyde Football Club, jener 1877 gegründete schottische Traditionsverein, der mittlerweile in der Retortenstadt Cumbernauld vor den Toren Glasgows residiert, kürzlich auf seiner Homepage .

Eigentlich hat der ursprünglich aus dem Glasgower Südosten stammende Vorletzte der zweitklassigen schottischen First Division zwar derweil angesichts seines Tabellenplatzes und auch ansonsten im großen Schatten der beiden Glasgower Hegemonialmächte im schottischen Fußball, den Glasgow Rangers und Celtic, recht wenig zu lachen.

Albertz bei den Rangers eine große Nummer

Die Anspielung mit der „Hammer-Time“ bezog sich allerdings auf den kurzfristig zu verkündenden Neuzugang, der seine recht geruhsame Fußball-Rente in Deutschland für ein Intermezzo im beinharten Abstiegskampf der zweiten schottischen Liga aufgegeben hat. Es geht um Jörg Albertz, der sich in den neunziger Jahren eine halbe Dekade lang mit seiner Schussstärke, seiner Kampfkraft und seinem unermüdlichen Einsatzwillen bei den Rangers einen großen Namen gemacht hat und im Ibrox Park trotz Stars wie Paul Gascoigne oder Brian Laudrup zum Liebling der „Gers“-Anhänger avanciert war.

Die Spitznamen „Big George“ und schlicht und einfach „The Hammer“ verpassten diese ihrem beliebten Import aus Deutschland daher, der den schottischen Habitus Fußball zu spielen derart zu verinnerlicht haben schien, dass er beinah schottischer spielte als die Schotten selbst.

An Albertz' Qualitäten erinnerten sich nun Clydes Cheftrainer John Brown und sein Torwarttrainer Andy Goram, denen das Wasser bei dem nach dem durch Glasgow fließenden Strom benannten gleichnamigen Klub am Tabellenende der zweiten schottischen Spielklasse liegend sprichwörtlich bis zum Halse steht und überredeten den mittlerweile 37-Jährigen zum überraschenden Comeback.

Comeback ein Freundschaftsdienst für alte Rangers-Kumpel

Es sei laut Albertz, der vor acht Monaten bei Fortuna Düsseldorf seine Karriere eigentlich beendet hatte, ein „Freundschaftsdienst“ für Brown und Goram, mit denen er früher bei den Glasgow Rangers gespielt habe. Er solle mit meiner Routine im Abstiegskampf helfen, hinten die Schotten dichtzumachen. Und vorne mit meiner Schusskraft das eine oder andere Tor erzielen. Wenn der Klub absteige, seien Albertz‘ beide Kumpel ihren Job los. Albertz, der es im deutschen Nationalteam auf drei Länderspiele brachte, soll der „Gypsy Army“, wie der Clyde Football Club im schottischen Volksmund infolge seiner regelmäßig wechselnden Spielstätten etwas abschätzig genannt wird, tatkräftig und schussgewaltig unter die Arme greifen.

Die mit diesem Spitznamen suggerierte Heimatlosigkeit des Klubs passt im Übrigen auch ganz gut auf den Verlauf der wechselhaften Albertz-Karriere. Denn der Mittelfeldspieler mit dem rotblonden Schopf und dem linken Hammer verließ seine Glasgow Rangers nach etlichen Titel mit dem schottischen Rekordmeister zunächst anno 2001 für gut fünf Millionen Euro und kehrte zum Hamburger SV zurück. Dort wurde der gebürtige Mönchengladbacher, der einst bei der Borussia am Bökelberg für untauglich abgestempelt worden war, allerdings in den Folgejahren ebenso wenig heimisch wie auf seinen nachfolgenden Stationen.

Letztes Karrierehighlight bei der Gypsy Army?

Die sollten ihn sogar bis nach China zu Shenhua Shanghai, in die zweite deutsche Liga nach Fürth und letztlich zurück zu Fortuna Düsseldorf führen, wo Albertz sich Anfang der Neunziger seine ersten Sporen im Profifußball verdiente und wo er im Sommer 2007 seine Treter schon an den berühmten Nagel gehängt hatte. Richtig heimisch wird der Mittelfeldspieler sicher auch beim Clyde F. C. nicht mehr werden.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen, weil er eigenen Angaben zufolge nur zu Clydes Punktspielen am Wochenende aus Deutschland anreist. Zum anderen, weil er höchstens acht Partien für Clyde bis zum Saisonende der First Division bestreiten wird. Allerdings könnte sich Albertz mit der „Gypsy Army“ mit dem anvisierten Klassenerhalt zum Karriereabschluss noch ein letztes Highlight gönnen.

Den Anfang hierzu hat Albertz übrigens selbst gemacht. Jüngst erzielte Albertz bei seinem Debüt im Kellerduell gegen den Tabellenletzten Stirling Albion, das vor knapp 1.100 Zuschauern 1:1-Remis endete, mit einem direkt verwandeltem Freistoßtreffer in typischer Albertz-Manier schon immerhin einen Treffer. Die eingangs erwähnte Prophezeiung, mit der beim Clyde Football Club nunmehr die „Hammer-Time“ ist eingeläutet wurde, hat sich insofern also schon bewahrheitet. Auch wenn es höchstwahrscheinlich die allerletzte in der langen Karriere des Jörg Albertz sein wird.

Der Artikel ist auch in der Globetrotter-Serie auf Goal.com zu finden.

Freitag, 21. März 2008

Ich weigere mich aufzugeben

Wie es einem hochverehrten Ehrenspielführer wie Lothar Matthäus gebührt, hat THOR WATERSCHEI „LM“ in seinem Klubhaus eine gemütliche Loge eingerichtet und lässt den einstigen Weltmeister und Weltfußballer dort seine Bonmots zum Besten geben...

Stilblüten über Lothar Matthäus existieren bekanntlich in Hülle und Fülle. Ob es zuletzt der eigens für „LM“ initiierte Trainerlehrgang war, seine kruden Dampfplaudereien auf Pressekonferenzen in irgendwelchen ghanaischen Supermärkten oder die Schlagzeilen über Matthäus' Verflossenen, inklusive Brustvergrößerungen, Vorwürfen und alles was ansonsten noch zum wahren Leben dazugehört. Gerne erinnert sich THOR WATERSCHEI natürlich ebenfalls daran, wie „LM“ vor 18 Jahren den Weltmeisterpokal als Kapitän der glorreichen deutschen 90er-Truppe in den Himmel von Rom emporhob. Ja, 18 Jahre ist dies schon wieder und Matthäus natürlich auch etwas älter geworden.

Wie beispielsweise heute an diesem so regnerischen Karfreitag, an dem Matthäus sein 47. Lebensjahr vollendet. Aus diesem Grund sendet THOR WATERSCHEI die besten Grüße an den Franken und spielt anstelle eines Geburtstagestusches unter Anspielung auf Matthäus' schier endloser Suche nach dem perfekten Trainerjob im THOR WATERSCHEI-Klubhaus das Lied „Ich weigere mich aufzugeben“ von der Pop-Punk-Combo Superpunk. Es steht hierbei sicherlich außer Frage, dass der Titel in lupenreinem Matthäus-Sprech tatsächlich „Ein Lothar Matthäus weigert sich, aufzugeben“ heißen müsste.

Dienstag, 18. März 2008

Bergsteiger

Gemäß dem Fall, dass der große Diego Maradona sich zu irgendeinem Thema Wort meldet, sollte man es wohl so handhaben, wie früher auf dem Spielfeld. Erst in Deckung gehen, Diego kommen lassen, Ball abnehmen (auch wenn es gegen Diego Armando nie so einfach gewesen ist) und dann messerscharf kontern. Ob sich die mächtige FIFA allerdings überhaupt zu einem Konter gegenüber dem argentinischen Idol mit der Schwäche für südamerikanische Autokraten ( Linksaußen?) herablässt? Abwarten ist hier wohl angesagt.

Jedenfalls profilierte sich Senor Maradona nun in der Streitfrage des von der FIFA eingeführten Höhenlimits für Fußballpartien, nachdem in FIFA-Wettbewerbe in einer Höhe von über 2.750 Metern Partien nur noch ausgetragen werden dürfen, wenn den betroffenen Gästeteams eine Woche Zeit zur Akklimatisierung eingeräumt wird und ab einer Höhe von 3.000 Metern diese Zeitspanne sogar zwei Wochen beträgt. Offenbar hatte Maradona nach einem Benefizspiel in der Höhe der 3.600 Metern hoch gelegenen bolivianischen Kapitale La Paz gerade die zweite Luft...

Die Maßnahme ist lächerlich. Sie ist schändlich, wurde von Menschen entschieden, die niemals einem Fußball hinterhergejagt sind. Es ist eine rein politische Entscheidung,“ ereiferte sich Diego und setzte im Zuge eines verbalen Doppelpasses mit Boliviens Präsident Morales zu einer Grätsche gegen FIFA-Boss Blatter an:„ Man muss dort spielen, wo man geboren wurde. Nicht einmal Gott kann das verhindern, und ganz bestimmt nicht Blatter.“ Man hätte Diego das bewiesene Bergsteigerherz auf den Blick gar nicht zugetraut...

Realo?

Diegos Papa Djair da Cunha möchte, dass sein begabter Sohn mit den filigranen Füßen demnächst bei Real Madrid das runde Leder durch das Bernabeu jagt. Und der gute Diego selbst anscheinend auch, glaubt man den Aussagen seines besorgten Papas in der spanischen Zeitung Marca:„ Diego würde sehr gerne bei Real Madrid spielen. Das ist ein ganz großer Klub. Ich kann aber versichern, dass es momentan noch nichts Offizielles gibt. Wenn aber ein Angebot kommt, müssen wir darüber reden.“ Was Onkel Klaus aus Bremen wohl dazu sagt? Und Onkel Bernd aus Madrid erst?

Montag, 17. März 2008

Kamera Viola

Dass die ruhmreiche Wiener Austria schier jedes Jahr ihre Trainer austauscht, scheint bei 23 Meisterschaften und 26 Pokalsiegen in der Alpen-Republik eigentlich gar nicht notwendig. Nachdem für die stolzen Violetten jedoch der Meisterschaftszug in der österreichischen Bundesliga bei Schlusslicht FC Kärtnen abgefahren zu sein scheint, erklärte Trainer Georg Zellhofer enttäuscht seine Ära zum Saisonende für beendet und gab damit der Austria auf der Trainerbank erneute Umbaumaßnahmen in Auftrag. Umbaumaßnahmen scheinen bei dem Traditionsverein ohnehin derzeit ziemlich en Vogue zu sein, baut der Klub momentan sein ehrwürdiges Franz-Horr-Stadion am Laaer Berg im zehnten Wiener Stadtbezirk Favoriten um.

Den ordnungsgemäßen Umbau können die interessierten Austria-Anhänger (→ Austrianer ist, wer es trotzdem bleibt) übrigens dank der innovativen Nutzung bestehender Technologien (...) selbst am heimischen Computer überprüfen, installierte der Klub doch für diesen Zweck extra eine Webcam, damit die Fans der Violetten insbesondere bezüglich des Neubaus der alten Osttribüne sich von den Fortschritten stets einen Bild machen können. Schade eigentlich, dass am morgigen Dienstagabend, wenn die Austria auf seinen Erzrivalen Rapid im "wichtigsten Spiel des Jahres" trifft, dieses 285. Violett-Grüne Wiener Derby im Hütteldorfer Gerhard-Hanappi-Stadion, in der Heimat der Rapidler, steigt. Die "Kamera Viola" in der Heimat der Violetten hätte ja vielleicht das eine oder andere Tor einfangen können...

Zur Kamera Viola

Sonntag, 16. März 2008

Oldie, but Goldie

Einem Blick in den schier allwissenden historischen Wikipedia-Kalender sei Dank, kann man dem ältesten Fußball-Wettbewerb der Welt, dem englischen FA Cup, heute anlässlich des 136. Jahrestages des ersten FA Cup-Finales quasi zum „136. Geburtstag“ gratulieren. Altehrwürdig dürfte heutzutage wohl allerorten das erste aus der Feder fließende Attribut sein, sofern man über den wichtigsten Pokalwettbewerb des Mutterlands des Fußballs schreibt.

Das „Kennington Oval“ öffnet seine Pforten

Fünfzehn Mannschaften anstelle von heutzutage 871 Teams hatten sich dereinst für den erstmals ausgetragenen Wettbewerb angemeldet. Am Tag genau vor 136 Jahren öffnete dann das „Kennington Oval“, das heute als Cricket-Stadion genutzt wird und bis 1892 insgesamt stolze 20 Mal Austragungsort des Cup-Endspiels war, im Londoner Bezirk Lambeth für das erste FA Cup-Finale überhaupt seine Pforten.

Im alten Londoner Wembley Stadion, das bis ins Jahr 2000 Austragungsort des FA Cup-Finales blieb, wurde übrigens erst im Jahre 1923 zum ersten Mal ein englisches Pokalfinale veranstaltet, welches als das sogenannte „White Horse Final“ zwischen Bolton und West Ham vor der unglaublichen Kulisse von rund 240.000 Zuschauern über die Bühne ging.

Wanderers F.C. erster FA Cup-Gewinner

Als erster FA Cup-Sieger ging sodann vor der im Gegensatz zur Finalauflage von 1923 geradezu mickrigen Kulisse von 2.000 Zuschauern im „Oval“ der Wanderers Football Club aus Battersea, einem Stadtteil aus dem Londoner Südwesten, in die FA Cup-Annalen ein.

Gegner der Wanderers bei der Finalpremiere waren seinerzeit die elf Offiziere des Armeesportklubs Royal Engineers, infolge ihrer Funktion in der britischen Armee im Volksmund „The Sappers“ (die Pioniere) genannt, die den Wanderers an jenem 16. März 1872 trotz großem handwerklichem Geschick und unermüdlichem Einsatz in den 90 Minuten auf dem Rasenrechteck des „Oval“ knapp mit 0:1 unterlagen.

Als Siegtorschütze sollte schließlich ein gewisser Morton Betts in die englischen Geschichtsbücher eingehen. Der eisenharte Innenverteidiger staubte glücklich ab, nachdem Engineer-Keeper Merriman zuvor den Schuss von Betts' zu jenen Tagen überaus prominenten Mitspielers Robert Vidal nur hatte abklatschen können.

Vidal, in den strengen Tagen des Viktorianischen Zeitalters aufgrund seiner Dribbelkünste mit dem huldvollen Spitznamen „Prince of Dribblers“ bedacht, hatte sich vor seinem von Merriman zunächst abgewehrten Schuss mit einem sehenswerten Solo durch die Defensive der Engineers gedribbelt und seinem damals bestehenden Ruf insofern alle Ehre gemacht.

Die Chuzpe des Morton Betts

Nach dem Spiel nahmen die Offiziere die Niederlage übrigens gentlemanlike hin und gratulierten ihren Kontahenten britisch fair zum historischen Finalsieg. Dass Betts allerdings erst dank einer kleinen Unverfrorenheit zum Finalhelden avancierte, ist erst auf den zweiten Blick erkennbar. Denn der damals 25-Jährige tauchte nicht etwa unter seinem normalen Namen Morton Peto Betts auf dem Spielberichtsbogen auf. Vielmehr nutzte der durchtriebene Betts an jenem Tag das Pseudonym A. H. Chequer.

Der Grund hierfür: der Spieler Betts wäre nach dem damaligen Regelwerk in diesem Finale nach einem vorherigen Einsatz für die Harrow Chequers in der 1. Runde, ausgerechnet übrigens gegen die Wanderers, eigentlich gesperrt gewesen und machte mit seiner kurzweiligen Namensänderung insofern einen eleganten Schlenker um die bestehenden Regeln.

Oldie, but Goldie

Doch damals störte das im Mutterland des Fußballs offensichtlich niemanden so richtig. Für Mr. Betts hatte dies ebenso wie für seine Wanderers keine nachträglichen Konsequenzen. Betts lief anno 1877 sogar einmal für England, als Torhüter wohlgemerkt, in einem Freundschaftsspiel gegen Schottland auf, die Wanderers sind weiter erster FA Cup-Gewinner. Und der FA Cup an sich hat bekanntlich in den folgenden Jahren nichts von seiner Faszination verloren. Ganz im Gegenteil sogar.

Ringen anno 2008 mit West Bromwich, Cardiff und Barnsley doch gleich drei englische Zweitligisten, von denen sich insbesondere Barnsley einen Ruf als „Giant-Killer“ erworben hat, und mit dem FC Portsmouth als übrig gebliebener Vertreter aus der Premier League in den Halbfinalpartien sowie im späteren Endspiel im neuen Wembley-Stadion um den Triumph in dem wichtigsten englischen Pokalwettbewerb, den Manchester United mit elf Siegen bislang am häufigsten gewann.

Der FA Cup ist und bleibt also im Mutterland des Fußballs ein Evergreen oder halt ein „Oldie, but Goldie“, wenn man so will. Auch wenn der FA Cup seit jeher silber glänzt...

Der Artikel ist ebenfalls auf Goal.com veröffentlicht.

Blumen für den Beißer

Warum es Christian Nerlinger während seiner Tage als Mittelfeldbeißer des FC Bayern München, Borussia Dortmund und den Glasgow Rangers* in der deutschen Nationalmannschaft, die zu Nerlingers großen Momenten in den Epochen des endenden Vogtsschen und des Ribbeckschen Zeitalters sich über die Rasenrechtecke dieser Fußballwelt rumpelte, bleibt wohl ein ungelöstes Rätsel. Der bissige wie zu Beginn seiner Laufbahn überaus torgefährliche Bayer kann wohl dennoch auf eine ziemlich erfolgreiche Karriere zurückblicken. Mehrmaliger deutscher und schottischer Meister und Pokalsieger sowie Gewinner des UEFA-Pokals. Das lässt sich schon hören, auch wenn die Laufbahn des potenziellen Dremmler-Erbes im Bayern-Mittelfeld Mitte der Neunziger letztlich von gesundheitlichen Problemen niedergerungen wurde.

Gleichwohl, ganz vergessen ist der Nerlinger Christian bei seinem Leib- und Magen-Verein FC Bayern noch nicht. Erinnerte sich nun ausgerechnet Jürgen Klinsmann, der bekanntlich ab Juli auf der Brücke der Allianz Arena das Kommando übernimmt, an seinen ehemaligen Mitspieler. Kurzum: Nerlinger ist ab Juli beim FCB wieder im Geschäft und soll dort den neu ins Leben gerufenen Posten des Teammanagers, quasi als FCB-Ausgabe von Olli Bierhoff, übernehmen. Er solle Bindeglied zwischen Trainerstab, Mannschaft und Vorstand sein. Vor allem im organisatorischen Bereich, aber auch bei Merchandising und Marketing, meinte Nerlinger. Dass der Nerlinger Christian auch durch seine Berufung schon als Nachfolger des Hoeneß Uli anzusehen wäre, davon will Letzterer zwar noch nichts wissen.

Dass Nerlinger aber dann aber wahrscheinlich den Hoeneßschen Platz auf der Bayern-Bank einnehmen wird, kann man wohl sogleich als mächtigen Willkommensstrauß für den designierten Teammanager des FC Bayern werten. THOR WATERSCHEI gratuliert daher schon mal vorab zu feststhenden Festanstellung und wünscht dem Nerlinger Christian durch die Ernennung zum neuen T(h)or der Woche gutes Gelingen.

Über den T(h)or der Woche

* Das kurze Gastspiel des Nerlinger Christians am Betzenberg ist im THOR WATERSCHEI irgendwie wohlwollend in Vergessenheit geraten.

Samstag, 15. März 2008

Bis auf die Knochen

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Der 2:0-Triumph von Energie Cottbus über den FC Bayern München...

Machen wir es kurz. In gut eineinhalb Stunden beginnt das Sportstudio im Zweiten und dort wird sicher nochmals über die Ereignisse des heutigen Samstagnachmittags erschöpfend sinniert. Dennoch bogen sich heute in der Zeit zwischen 15:30 Uhr und 17:15 Uhr im THOR WATERSCHEI-Klubhaus gewaltig die Balken, als der FC Bayern München sich im Stadion der Freundschaft in Cottbus arg freundschaftlich bis auf die Knochen blamierte. Der Held des Tages in der Lausitz hört auf den Namen Branko Jelic ist Serbe und legte Olli Kahn in dessen 550. Spiel gleich zwei verfrühte Ostereier ins Netz.

Um nicht ohne Esprit über den Spielverlauf zu schwafeln, zitiert THOR WATERSCHEI nun einfach den heute ebenso schnell aus der Feder geflossenen wie messerscharf zutreffenden Kommentar von 11 FREUNDE-Chef Philipp Köster auf Spiegel Online:

Energie Cottbus wirkte heute wie einer jener Filmgestalten, die längst für mausetot gehalten werden, sich dann aber eigenhändig ausbuddeln und dann zur allgemeinen Überraschung röchelnd durch die Straßen wanken. Statt sich, wie in den Spielen zuvor, willenlos die Punkte abnehmen zu lassen, wurden die Bayern mit zumindest in diesem Jahr noch nicht gesehenen Kampfgeist und erstaunlichem Spielwitz niedergerungen. Und es muss für Coach Prasnikar beglückend gewesen sein, dass diesmal all das umgesetzt wurde, was er zuletzt schon beinahe resignativ angemahnt hatte: Disziplin in der Abwehr und schnelles, kreatives Spiel im Mittelfeld.

Das war also wirklich ne wahre Energieleistung der Lausitzer. Verzeihen Sie, werte Leser, dieses verkrampfte Wortspiel. Zur Feier des Tages war es hier jedoch unvermeidlich. Danke daher an Herrn Köster, dessen liebstes Kind Arminia Bielefeld nicht über ein Zwo zu Zwo in Hannover hinauskam, aber ja noch zehn Spieltage Zeit hat, um aus dem Bundesliga-Fahrstuhl zu springen. Ottmar Hitzfeld sprach übrigens heute von einem „rabenschwarzen Tag“, an dem seine Bayern einfach alles falsch gemacht hätten. So, jetzt dauerts wirklich nicht mehr lange, bis der gute Poschi vor der Torwand endlich beginnt, über die Sensation dieses 24. Bundesliga-Spieltags zu schwadronieren...

PS.: Unbekannt ist leider, ob Angie Merkel als lupenreine Cottbus-Sympathisantin schon ein paar Glückwünsche in die Energie-Kabine gesimst hat...

Endlich angekommen

Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. Uwe Strootmann hat hingegen gleich zwei - mit Rot-Weiß Essen einen fürs Herz und mit Eintracht Nordhorn einen lokalen Liebling - und philosophiert im Gästeblock von THOR WATERSCHEI einfühlsam über diese komplizierte „Dreiecksbeziehung“.

Fußball ist unser Leben, ja König Fußball regiert die Welt“, mit dieser „gesungenen“ Weisheit zur WM 1974 könnte ich eigentlich den Gästeblock schon wieder verlassen und einfach nur meine beiden Vereine, Rot Weiß Essen und den lokalen SV Eintracht Nordhorn als Fakt hinterlassen. Doch, so einfach ist das auch nicht.

Der Weg an den heimischen Heideweg zum SV Eintracht war väterlicherseits vorgezeichnet. (Ebenso anscheinend die Trennung unserer Sackgasse in „unten: HSV“ und „oben: FC Bayern“, Aber dem Druck der Bayern, da „oben“ wohnend konnte ich langfristig erfolgreich widerstehen, Gottseidank.). Aber etwas ließ mir keine Ruhe, nämlich die Geräusche, die bei gutem Wind von einem Fußballspiel in erreichbarer Nähe zeugten.

Es waren die Geräusche aus der „Bernhard-Niehues Kampfbahn“, dem heutigen Eintracht Stadion am Heideweg. Das war so im Alter von 6 Jahren Mitte der 70ziger. Wir sind also öfters hin, und wenn nicht am Platz, dann wurden Fahnen tragende Jugendliche auf dem Rad nach dem Ergebnis befragt. Die Ergebnisbeschaffung war zu diesen Zeiten noch ungleich schwerer. Der SV Eintracht hatte damals eigentlich auch eine recht gute Szene und der ewige Rivale war blau-weiß, kommt aus dem Emsland und sollte später mal eine Dekade in der 2. Bundesliga verbringen.

Aber Anfang der 80ziger bekam ich auch den Blick für den Fußball außerhalb der Grafschaft und irgendwie radelte ich des öfteren „R-R-RWE“ grölend durch Nordhorn. Vorzugsweise nach einigen Pils. RWE war Essen, Hafenstraße, Gewalt und somit fußballerischer Gruseleffekt pur. Ich war also bis dato nie da und wusste doch immer Bescheid. Der Szene in Nordhorn trat ich auch nicht direkt bei, sondern nur den Spielen. Aktiv wurde ich dann doch, und zwar Anfang der 90ziger. Man konnte sich halt hier in Nordhorn nicht aus dem Weg gehen und die Zeit der aktiven Stehtraversengestaltung begann. Hilfreich dazu mein Beruf als Pädagoge, denn so konnte ich unter dem pädagogischen und integrativen Aspekt viel Material basteln.

Und so rief ich die Faninitiative „stureNordhorner“ ins Leben, denn die Fans wurden immer älter, immer weniger und Nachwuchs kam nicht dazu. Dieser trug mittlerweile Trikots aus Herne-Ost, Dortmund oder natürlich München. Keine Chance also, um Fußball Nordhorn wieder ein wenig zu reanimieren. Zudem schöpfte und schöpft der heimische Handballbundesligist mittlerweile den Rahm ab. Somit stand fest: Fußball Nordhorn bleibt weiterhin stur.

RWE hatte ich aber weiter fest im Blick und war über jedes Spiel informiert, nicht zuletzt durch einen Eintracht Fan, der den Fußball lebt wie kein zweiter und aus dem Ruhrgebiet stammend....RWE Fan ist. Und eines Tages bin ich dann endlich mit, nach Essen. Und nach dem Spiel fühlte ich mich, als ob ich endlich Zu Hause angekommen bin.

Hört man sich im RWE Umfeld um, so ist der Mythos Hafenstraße längst Geschichte, für mich existiert er noch, und lässt mich mit mittlerweile über 40 Jahren eine Gefühlswelt durchleben, die es in Nordhorn so nicht gibt, oder geben wird. Der SV Eintracht ist und bleibt mein lokaler Verein, Der RWE aber ist mein Zu Hause, nur habe ich über 20 Jahre gebraucht, um das zu erkennen.

Uwe Strootmann bereichert übrigens mit seinem pädagogisch wertvollen Blog „Im Schatten der Tribüne“ schon seit geraumer Zeit die Blogosphäre.

Freitag, 14. März 2008

„Perico“ bis ins Grab

Fußball-Fan bis in alle Ewigkeit zu sein, scheint künftig durchaus möglich. THOR WATERSCHEI blickt augenzwinkernd nach Spanien, wo Traditionsverein Espanyol Barcelona für seine Fans demnächst in seiner neuen Arena einen Friedhof errrichten wird.

Barcelona. Falls man jüngst etwas in den Blätterwald hineingehorcht hat, da vernahm man nicht nur das übliche Rauschen von Schlagzeilen. Man hörte mit einem zwinkernden Auge gesagt insbesondere ein Piepen. Dieses Piepen stammte dabei aus dem fernen Spanien von den „Pericos“ (Wellensittiche). Auf diesen Spitznamen hört dort der Traditionsverein Espanyol Barcelona.

Im Schatten Barcas

Bekanntlich flattern die „Pericos“ von Espanyol trotz ihres derzeitigen Superstars und Fanlieblings Raul Tamudo (Foto) schon lange im Schatten ihres schier übermächtigen Erzrivalen Barca und scheinen in der autonomen Region Katalonien im Gegensatz zu Barca gemeinhin wegen ihrer Affinität zur spanischen Monarchie entgegen separatistischer Strömungen nicht sonderlich beliebt.

Um Schlagzeilen war Espanyol allerdings nicht verlegen und wartete schon zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit im besagten Blätterwald mit einem bemerkenswerten Bonmot auf. Zunächst hatte Espanyol per Rundschreiben an alle Konkurrenten in Spanien Mitte Januar bekannt gegeben, künftig auf das Fairplay pfeifen zu wollen. Wenn ein Gegenspieler am Boden liege, kündigte Espanyol an, werde man den Ball nicht mehr ins Aus spielen. Foul sei vielmehr, wenn der Schiedsrichter pfeife.

Adios Fairplay

Das Brechen mit dieser im Fußball ungeschriebenen Regel rechtfertigten die eigenwilligen „Gutmenschen“ von Espanyol damit, gegen die anhaltende Betrügerei im Fußball zu Felde ziehen zu wollen. „Wir werden den Ball nicht mehr ins Aus spielen, weil sich das Ganze zu einer Betrügerei entwickelt hat“, so Espanyols Trainer Ernesto Valverde. Eine gewisse Extravaganz bewiesen die „Pericos“ im Übrigen nun ebenfalls bei der Veröffentlichung der Baupläne für ihr neues Stadion.

Nachdem der zweimalige UEFA-Pokalfinalist, 1997 das von seinen Anhänger geliebte Estadio de Sarrià verließ, bezog Espanyol das Olympiastadion Barcelonas auf dem Montjuïc, dem Hausberg der katalanischen Metropole. Das ungeliebte Exil in der Leichtathletikarena soll nun aber bald beendet sein und im Westen Barcelonas gelegenen Vorort Cornellà stattdessen eine neue Arena entstehen.

Und offensichtlich wollen sich die Verantwortlichen des viermaligen spanischen Pokalsiegers bei ihren einst brüskierten Anhängern, die das Estadio de Sarrià auch nach dem Abschied weiter für die wahre Heimstatt des Klubs ansahen, mit der neuen Arena insofern etwas rehabilitieren. Denn das „Cornellà-Prat“ soll nicht nur modernsten Anforderungen, inklusive einer vollständigen Überdachung, für den sechserfolgreichsten spanischen Klub genügen.

Urnen für bis zu 20.000 Espanyol-Fans

Ebenso wird das „Cornellà-Prat“ 5.000 Grabnischen beherbergen. In jeder werden vier Urnen Platz haben, wodurch in dem Ende des Jahres fertiggestellten Bau insgesamt 20.000 Espanyol-Fans die Möglichkeit haben werden, sich in dem Stadion ihres Lieblingsvereins bestatten zu lassen.

Insgesamt soll der Friedhof des katalanischen Vereins auf drei Etagen 1.000 Quadratmeter umfassen. Man kann daher wohl nur hoffen, dass jene Fanscharen Espanyols, die ihrem Klub den Wegzug aus dem legendären Estadio de Sarrià übel genommen haben, spätestens am Ende ihres langen Fanlebens insofern besänftigt sind.

Wenn man so will, zeigt Espanyol damit, etwas ketzerisch gesagt, zumindest gegenüber seinen Fans ein gewisses „Fairplay“ und gibt denen die Möglichkeit, Espanyol-Fan, also „Perico“, bis ins Grab zu sein. Dieses Privileg besitzt schließlich auch jeder, oder? Natürlich ungeachtet dessen, dass eine Nische stolze 4.000 Euro kosten soll…

Der Artikel ist ebenfalls in der Globetrotter-Serie auf Goal.com veröffentlicht.

Donnerstag, 13. März 2008

Vizelow

THOR WATERSCHEI präsentiert in seiner Eisenfuß-Galerie die "Eisenfüße" aus der weiten Welt des Fußballs. Heute: Grätsch-Gott Carsten Ramelow, der nach 333 Bundesligaspielen nicht mehr für seine Werkself auflaufen wird...

Carsten Ramelow war auf dem Rasenrechteck sicher kein Ballzauberer. Aufgefallen ist der semmelblonde gebürtige Berliner in erster Linie durch seinen unermüdlichen Einsatz, seinen Biss im Zweikampf sowie seiner Leidenschaft, denn seiner filigranen technischen Fertigkeiten. Der Spitzname "Weißer Brasilianer" war und ist bei Bayer 04 Leverkusen schließlich schon an "Schnix" Schneider vergeben. Über ein Jahrzehnt hielt Ramelow nun bei der Werkself seine Knochen hin und machte auf und neben dem Rasen gern Nägel mit Köpfen.

Entweder um unnachahmlich den Rivaldos, Zidanes dieser Fußballwelt den Ball wegzuspitzeln oder einfach mal in Höhe des Mittelkreises dazwischenzupreschen, wenn es dem guten Carsten zu bunt wurde. Zu bunt wurde es Ramelow übrigens in der deutschen Nationalmannschaft, für die der bald 34-jährige Mittelfeldrecke doch beachtliche 46 Länderspiele absolvierte. Denn nach einer bösen 1:5-Schlappe der damals von Rudi Völler gecoachten zumeist etwas rumpeligen DFB-Kicker in Rumänien im Vorfeld der Euro 2004 in Portugal wollte sich Ramelow nicht allein für die Rumpeleien verantwortlich machen lassen und trat zurück, obwohl er bei dem guten Rudi außer Diskussion stand.

Den Schritt zurück wagte Ramelow übrigens auch gestern in Leverkusen. Dort bat er nach ungezählten Schlachten in der BayArena und sonstwo in der weiten Welt des Fußballs selbst um Freistellung bat. "Ich habe das Gefühl, dass ich hier keine Einsatzchance mehr habe. Als 17. oder 18. Mann dabei zu sein, das bringt mir nichts. Da soll der Trainer lieber ein jungen Spieler mitnehmen", verabschiedete sich der Haudegen recht selbstlos vom aktiven Fußball. Bayer bleibt Ramelow, der nach vielen Verletzungen zuletzt nicht mehr auf die Beine kam, zunächst noch bis Saisonende noch als Standby-Profi erhalten, um danach seinen Anschlussvertrag anzutreten. Ansonsten irgendwo mit 80 Prozent zu kicken, sei nicht sein Ding.

Schade eigentlich, dass der Leverkusener "Heino", ja - er nahm tatsächlich mal ne CD auf, seine Stiefel wahrscheinlich ohne jeglichen Titel an den Nagel hängen wird. In seiner durchaus beeindruckenden Vita taucht demnach neben dem glorreichen Leverkusener Vize-Jahr, inklusive des verlorenen Champions League-Endspiels, des missglückten Pokalfinales und dem zweiten Rang in der Meisterschaft, das 2002 verlorene WM-Finale sowie ein weiteres DFB-Pokalendspiel mit unglücklichem Ende auf. Jenes Finale anno 1993 gewann zwar ausgerechnet Bayer Leverkusen.

Ramelow hätte insofern zumindest einmal zum Titelow avancieren können, rackerte aber dieses Mal ausgerechnet auf Seiten des Gegners, der Amateuretruppe von Hertha BSC. Erst zwei Jahre später heuerte Ramelow für die kommenden 13 Jahren am Rhein an. Im Resümee ist Ramelow zwar ohne Spott insofern nur ein Vizelow. Zum Dank für seine rustikalen Grätschen und ehrenhaften Selbstlosigkeiten nimmt ihn THOR WATERSCHEI aber nun in seine Galerie der Eisenfüße auf.

Mittwoch, 12. März 2008

Nur ein Augenblick

Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. Heute beschreibt André Zechbauer die magischen Momente, in denen er erstmals jenem Fußballverein begegnete, dem er noch heute die Treue hält - dem FC Bayern München.

Etwas verschwommen habe ich die Szenerie in Erinnerung, und letztendlich ist sie auch eher symbolischen Charakters, als dass es hier um Details ginge: Sie lächelte mir von der anderen Straßenseite im Vorbeigehen zu, und ich versank für einen kurzen Augenblick in ihren brauen Augen. Mein Herz pochte auf ein Mal wie verrückt, und wenn ich es nicht schon längst war, dann verliebte ich mich spätestens in diesem Moment in dieses bildhübsche Mädchen. Sie war die Schwester eines Schulfreundes, und ich war ihr schon ein paar Mal zuvor begegnet. Dieser Moment hat sich in meinem Gedächtnis verewigt. Ich muss so sieben oder acht Jahre alt gewesen sein.

Nicht, dass ich mich danach nie wieder verliebt hätte, oder dass ich heute wüsste, wo sie lebt und was sie macht – es war nur dieser kurze Moment, ein Blick, ein Lächeln, ein Augenblick im Leben eines kleinen Jungen, den er nicht mehr vergessen konnte, und dessen Romantik mich heute noch einfängt, wenn ich zurückdenke. Es war das erste Mal, dass ich so etwas empfand. Meine erste Verliebtheit.

So wie dieser verschwommene Moment, diese vergilbte Fotografie des Gedächtnisses, war auch meine erste Begegnung mit dem Fußballverein, dem ich bis heute die Treue halte. Ich kann nicht mehr erklären, was es war – die Farbe der Trikots, das Vereinsemblem, ein bestimmter Spieler, der Kommentar eines Sportreporters im Radio – das mich so vereinnahmte. Vermutlich war es nur der richtige Augenblick – einer, der sich unauslöschlich einprägte. Ein kurzer Moment, der reicht um sich zu verlieben. Und dass es für die Ewigkeit sein sollte, war mir irgendwie von Beginn an vollkommen klar.

In Köln geboren, in Leverkusen aufgewachsen, kann ich nicht behaupten einen lokalen Bezug zum FC Bayern München – ja so heißt er, mein Verein – gehabt zu haben. Aber man kann sich auch über Stadtgrenzen hinaus „verlieben“, oder? Ich hatte kein Fan-Vorbild dem ich nacheiferte, niemand in meiner Familie mochte diesen Klub. Während mein Cousin die Gladbacher Borussia liebte, sein bester Kumpel den KSC favorisierte, lauschte ich mit den beiden gebannt den Rundfunkreportagen an Samstagnachmittagen. Meine Faszination begann erst mit den Live-Berichterstattungen über den FCB – ich lauschte dieser mir noch fremden Welt ungefähr so gebannt, wie ich stundenlang in die Augen dieses Mädchens auf der anderen Straßenseite hätte starren können. Irgendwann kamen dann die Momente des ersten Stadionbesuchs, des ersten Bayern-Heimspiels, der ersten Auswärtsfahrten, des ersten Europa Cup-Finals – allesamt so aufregend wie erste Dates.

Aus einem gewissen Pragmatismus heraus wurde ich dann eines Tages Mitglied meines Fußballklubs, und bin es mittlerweile schon über zwanzig Jahre. Heute hat das Ganze etwas von Verheiratet sein. Ich kenne diesen Klub, seine Marotten und Launen, seine Stärken und Schwächen. Ich kann voraussehen und lesen, was passieren wird – irgendwann im Laufe der Jahrzehnte entwickelt man ein Gefühl dafür. Krisen und Höhepunkte gehören genauso dazu, wie auch die steten Anfeindungen derer, die sich in Andere verliebten.

Ich nehme mir immer noch Zeit für meine Fußballdame, leide während ihrer schwachen Phasen, jubiliere in ihren starken Momenten. Alles wie bei einer richtigen Ehe. Nur scheiden lassen kann ich mich nicht. Diese Verbindung war vom ersten Augenblick eine fürs ganze Leben.

André Zechbauer betreibt übrigens den überaus lesenswerten Blog Cox Orange - Ohne Filter (→http://www.cox-orange.blogspot.com/).

Dienstag, 11. März 2008

Netzer-Nachfolger?

Als Mehmet Scholl im letzten August von der Fußballbühne abtrat (→ Superscholly macht sich frei), da wurde es im THOR WATERSCHEI-Klubhaus vor lauter Wehmut sozusagen pseudo-philosophisch. Weisheiten des ollen Sartre machten die Runde: der Mehmet sei ja jetzt frei und als Mensch ja ohnehin verurteilt, frei zu sein. Nachdem sich jüngst rumsprach, dass der gute Mehmet nunmehr dem Kegelvergnügen frönt und bald bei einem Trainerlehrgang einen gewissen Lothar Matthäus abschreiben lässt, wird Mehmet übrigens, frei nach dem amüsanten Streifen "Lammbock", bald wieder brennen.

Zwar nicht so wirklich mit dem Bällchen am Fuß. Dafür spielt er sich bei der vor der Tür stehenden Euro Null Acht im Team der ARD als Experte frei und dann mit dem Beckmannschen Rheinhold den verbalen Doppelpass. Hört sich ja eigentlich schon jetzt ganz gut an. Schließlich war Scholli bekanntlich noch nie auf den Mund gefallen. Wie klang es aus dem Mund des einstigen Ballkünstlers doch so schön: "Ich kann nicht sagen, dass ich es nicht gesagt habe,weil ich es gesagt habe." Jaja, der gute Jünter Netzer wird sich warm anziehen müssen...

Schätzchen

Ja, da hat sich 11 FREUNDE, das lesenswerte Magazin für Fußball-Kultur, ja mit Hannover 96-Ikone Dieter Schatzschneider ein richtig gewichtiges Schätzchen an Land gezogen. Allwöchentlich gibt „Schatz“ nun auf der 11 FREUNDE-Onlineseite den zwölften Freund und philosohiert dort quasi im Max Merkel-Idiom über die Bundesliga. Gleich zum Auftakt regt sich „Schatz“ übrigens über seine 96er (→ Haaaaaannover) auf, beschützt den Schalke-Slomka, wünscht „Torero“ Mario Gomez ein Duell mit Eisenfuß Dieter Schlindwein und sinniert darüber, dass große Spieler am besten die Fresse halten sollten. Kurzum: das kann ja von nun an heiter werden, wenn der Ex-Torjäger ab sofort Woche für Woche seine verbalen Treffer versenkt...

Montag, 10. März 2008

Widerspruch und Opposition

„Inter ist zerbrechlich und menschlich. Inter ist manchmal frigide, manchmal eine Hure, episch oder pathetisch. Inter ist Widerspruch und Opposition“, schrieb einst Schriftsteller Michael Serra über Inter Mailand, das am gestrigen Sonntag sein 100-Jahr-Jubiläum feierte.

Geklefft

In den Gazetten und Magazinen dieser Welt ist das "Was macht eigentlich..."-Genre ne recht beliebte Rubrik. Man könnte sich dort beispielsweise fragen, was Wolfgang Kleff, die dem deutschen Blödel-Barden Otto so verdächtig ähnelnde Gladbacher Torwart-Legende eigentlich so macht. Mit der Borussia sammelte Kleff in den Siebzigern bekanntlich Titel um Titel, war als dritter Torwart des deutschen 74er-Kaders sogar Fußball-Weltmeister und hütete in den Achtzigern sogar noch bis ins Zoffsche Torwartalter von über 40 Jahren die Pfosten des damaligen Zweitligisten Salmrohr.

Mittlerweile betreibt der nunmehr 61-Jährige eine Fußballschule, hat unter anderem ein paar Gastauftritte in einigen Filmen gehabt und sich jüngst sogar als Buchautor verdingt und mit zwei Co-Schreibern „Das ultimative Fußballbuch“ verfasst, welches übrigens vor gut fünf Tagen im Handel erschienen ist. Kleffs vermeintlich schon lange beendeter Fußballkarriere fügte der Torwart-Methusalem allerdings am Wochenende noch ein weiteres Kapitel hinzu. Denn Kleff sprang gestern beim Mittelrhein-Landesligisten FC Rheinbach infolge großen Personalmangels bei dem Amateurklub kurzfristig ein und zog für gut 35 Minuten die Torwarthandschuhe noch einmal an.

Kleffs Comeback endete beim TuS Oberpleis nach einem unglücklich Zusammenprall zwar recht jäh und war laut FC-Manager Klier "kein PR-Gag, sondern Rettung in höchster Not". Zum alten Eisen scheint man die Otto-Epigone aber noch nicht ganz zählen zu können. Immerhin kassierte Kleff beim deutlichen 1:4 keinen Gegentreffer. Insofern ist es doch schön, dass es mal wieder geklefft hat...

Der Tag, an dem Trap fertig hatte

Auf den Tag genau zehn Jahre ist sie bereits her: Giovanni Trapattonis legendäre Wutrede. THOR WATERSCHEI blickt zurück:

Sonntag, 9. März 2008

Auf die Wiese

Dass Tim Wiese, der eitle Pfau zwischen den Pfosten von Werder Bremen, zum neuen T(h)or der Woche ernannt wird, war bereits am Donnerstag im THOR WATERSCHEI-Klubhaus nach Wieses blöden Patzern bei den Glasgow Rangers klar. Jaja, die Wiese-Rolle von Turin aus dem März Null Sechs schoss einem sofort durch den Kopf. War zudem ne doofe Sache, dass er gestern in Stuttgart auch noch gleich sechs Dinger eingeschenkt bekam. All das wäre ja nicht so schlimm, wenn der gebürtige Kölner als gestandener Bundesligatorsteher, wie man so schön sagt, nicht nach jeder halbwegs gepflegt auf den Putz hauen und den Millionen Bundes-Jogis in den Fernsehsesseln mit seinem Anspruchsdenken, endlich den Bundesadler tragen zu dürfen, auf den Zeiger gehen würde.

Legt Wiese sich immer wiederkehrend weiter solch faule Eier wie in Glasgow ins Nest und markiert nach der Bekanntgabe von Jogis Länderspielaufgeboten stets die beleidigte Leberwurst, wird man ihm seine Fehlgriffe wohl nicht so richtig verzeihen. Beispielsweise die taz ging mit dem Bremer Schlussmann doch recht hart ins Gericht und machte sogleich eine „Witzfigur“ im Kasten ausfindig. Sogar im Gästebuch seiner eigenen Homepage wurde ihm mächtig reiner Wein eingeschenkt.

So ließ der gute User namens Günter dort die Guillotine auf Tim Wieses Kopf fallen: „Woran erkennt man einen arroganten Fliegenfänger, der sich innerhalb von zwei Tagen acht Dinger einschenken lässt und danach Sätze wie "irgendwie dumm gelaufen" und "irgendwie alles Scheiße" absondert? Ganz einfach: am Namen - Tim Wiese nämlich. Man könnte fast meinen, der junge Großverdiener sei wieder mal ein wenig unpässlich. In zwei Jahren hält er bestimmt auch mal wieder den einen oder anderen Elfer. Bis dahin - viel Glück, Werder Bremen.“ Ob es sich bei diesem Nutzer etwa um den werten Günter Netzer handelt, ist natürlich im THOR WATERSCHEI-Klubhaus nicht bekannt, obschon die ansprechende Spekulation dort durchaus die Runde machte.

Wie dem auch sei, bevor der Möchte-Gern-Nationaltorhüter tatsächlich den potenziellen Erben von Toni Schumacher im Tor der deutschen Nationalmannschaft gibt, wird er sich wohl noch etwas mehr beweisen müssen. Er muss also quasi noch etwas auf die Wiese, wie man so schön sagt...

Über den T(h)or der Woche...

Weg vom Fenster

Zu einer ordentlich Fußball-Saison gehört bekanntlich nicht nur die fesche Sportschau-Tante Monika Lierhaus, Uli Hoeneß und seine regelmäßigen Wutanfälle oder etliche Tore, die den geneigten Betrachter mit der Zunge schnalzen lassen. Seit über drei Dekaden gehört auch das gute Panini-Album dazu. Packung kaufen, aufreissen und über das x-te Oliver Kahn-Konterfei fluchen, welches sich im Tauschbeutel befindet. Die Panini-Ära neigt sich allerdings nunmehr dem Ende zu. Denn die Deutsche-Fußball-Liga als Lizenzvergeber die Rechte zum Vertrieb von Sammelkarten und Klebebildchen an die amerikanische Kaugummifirma "Topps" verkauft.

Diese 1938 gegründete Firma besitzt heute die Lizenzen der wichtigsten Profi-Ligen beim Football, Baseball oder Wrestling. Vor einem Jahr hat der ehemalige Disney-Chef Michael Eisner "Topps" für 385 Millionen Dollar gekauft und will es zum Medienunternehmen umbauen. Das im italienischen Modena beheimatete Unternehmen Panini kann da nicht mithalten. Nach Angaben des Fußball-Magazins 11 Freunde zahlt "Topps" von der kommenden Saison an für drei Jahre 12,4 Millionen Euro für die Bundesliga-Rechte. Panini hatte 11,25 Millionen geboten.

Freitag, 7. März 2008

Letzte Tänze für Hull City

Jay-Jay Okocha gab unlängst bekannt, im Sommer seine lange Laufbahn, die ihn nach Deutschland, in die Türkei, Frankreich, Katar und nach England führte, beenden zu wollen. THOR WATERSCHEI erinnert an den Ballkünstler, der nach eigenem Bekunden aber einen Schlenker um die Trainerbänke dieser Fußballwelt machen will...

Um Augustine, der Welt des Fußballs besser bekannt als „Jay-Jay“, Okocha ist es in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden. Denn mittlerweile wagt der zu seinen besten Tagen als Fußballer zu Beginn dieses Jahrhunderts vielfach als „afrikanischer Maradona“ gepriesene Dribbelkünstler seine letzten Tänze mit dem Ball bei Hull City, im gehobenen Mittelfeld der zweiten englischen Liga.

Okocha, der „afrikanische Maradona“

Letzte Tänze, weil das inzwischen 35-jährige nigerianische Fußball-Idol nunmehr bekanntgab, seine „Tanzstiefel“ im Juni an den berühmten Nagel hängen zu wollen. Gut, das KC Stadium in Kingston-upon-Hull verspricht vielleicht nicht die größte Bühne für einen Abschied des Ballzauberers zu sein, den der große Pele einst auf seine Liste der besten 125 lebenden Fußballspielern erhob. Doch im rauen Norden Englands bekam Okocha im gelb-schwarzen Dress der „Tigers“ nochmals die Gelegenheit seine herausragende Technik, seine unvergleichlichen Tricks sowie sein mitunter brillantes Spielverständnis aufblitzen lassen.

Denn nachdem Okochas einjähriges Abenteuer in Katar im Sommer 2007 ohne neuen Vertrag endete, erinnerte man sich bei Hull City an den raffinierten offensiven Mittelfeldspieler. Der gewann in seiner knapp 20-jährigen Profilaufbahn zwar nicht die ganz großen Titel, dafür mit seinen feinen zuweilen schelmenhaft anmutenden Kabinettstückchen aber stets die Herzen der Fans auf den Rängen.

Oliver Kahn und die Knoten in den Beinen

Ein gewisser Oliver Kahn, selbst im Fahrwasser einer sich dem verdienten Ende mündenden langen Karriere, wird jenen Abend im August 1993 im Frankfurter Waldstadion sicher noch in Erinnerung haben, als der damalige Shooting-Star von Eintracht Frankfurt zunächst seinen Vorderleuten und dann Kahn selbst aufsehenerregend Knoten in die Beine dribbelte, um danach an Kahn vorbei , seinerzeit noch Torhüter des Karlsruher SC, den Ball zum Tor des Jahres 1993 über die Torlinie zu schieben.

„Jay-Jay“, wenig zuvor aus dem saarländischen Neuenkirchen zur Frankfurter Eintracht gekommen, war plötzlich in der Bundesliga eine große Nummer. Spätestens, seitdem Okocha dem Dresdner Sven Kmetsch, der gar nicht wusste, wie ihm geschah, dereinst überaus alt aussehen ließ, als der Nigerianer sich den Ball aus dem Dribbling heraus zwischen die Beine klemmte, die Kugel über den armen Kmetsch schleuderte und danach munter weiterdribbelte. Im bisweilen etwas tristen Bundesliga-Alltag sorgte Okocha somit für einige Sonnenstrahlen, auch wenn der Grat zur brotlosen Kunst für den Filigrantechniker stets schmal war.

Das blieb für ihn zum einen in der nigerianischen Nationalmannschaft, mit der Okocha in über 70 Länderspielen einmal Afrikameister und 1996 sogar Olympiasieger wurde sowie dreimal an einer WM teilnahm, so. Das änderte sich nicht bei beim türkischen Spitzenklub Fenerbahce Istanbul und auch nicht später im Prinzenparkstadion von Paris St. Germain. Anno 2002 machte Okocha dann schließlich erstmals auf der Insel Station und streifte den Dress der Bolton Wanderers über. Wer nun glaubte Boltons neuer feingliedriger Spielmacher wäre dem harten britischen Kick nicht gewachsen, irrte. Okocha sollte auf der Insel mit seinen Raffinessen ebenfalls schnell zur Attraktion avancierten.

Letzte Bühne Hull City

„Come to see Okocha - you've only come to see Okocha (Ihr seid nur gekommen, um Okocha zu sehen)“, verhöhnten die Fans der Bolton Wanderers seinerzeit die Anhänger der Gastmannschaft, wenn sich ihre nigerianische Perle auf dem Rasenrechteck des Reebok Stadiums mal wieder in Galaform präsentierte. Daran wird man sich also in jenem Sommer 2007 bei Hull City erinnert haben, als man dem etwas in die Jahre gekommenen „Dribbelveteran“ besagten Einjahresvertrag anbot. Es bleibt daher zu hoffen, dass auch Okochas letzte Tänze auf dem Fußballparkett noch in Erinnerung bleiben. Auch wenn nur Hull City dieses zur Verfügung stellt...

Der Artikel ist ebenfalls in der Globetrotter-Serie auf Goal.com veröffentlicht.

Dienstag, 4. März 2008

Uhrwerk Oranje

Die Zeit läuft in der weiten Welt des Fußballs wie im wahren Leben stets gnadenlos weiter. Das gilt speziell für das (imaginäre) Uhrwerk Oranje. Es ist schon einiges an Zeit verstrichen, seitdem die 74er-Ausgabe der Elftal mit ihrem König Johan (→ Rückkehr des Königs) zunächst das WM-Finale von München und vier Jahre drauf ohne ihren König mit der 14 das Endspiel von Buenos Aires verlor. Trotz Cruyffscher Brillanz sowie Ernst Happels taktischer Finesse auf der Trainerbank gingen die Oranjes, wie auch mit ihrer beinah goldenen Generation in den Neunzigern um die Bergkamps, Seedorfs, Kluiverts, de Boers und heute den Robbens oder van der Vaarts eigentlich immer leer aus.

Einzig die Generation um die beiden schwarzen Tulpen Ruud Gullit und Frank Rijkaard, Ronald Koeman und einen gewissen Marco van Basten, angeführt von Trainer-Legende Rinus Michels triumphierte bekanntlich im Finale der Euro 88 in München. Seither sind nunmehr schon wieder 20 Jahre verstrichen. Marco van Bastens Ende als Bondscoach steht bevor und der gestrenge Bert van Marwijk, von der Bild-Zeitung uns einst als "Holland-Berti" vorgestellt, quasi in den Startlöchern. Das Rad der Zeit wird freilich auch für den 38. Bondscoach in der Geschichte des königlich-niederländischen Fußball-Bundes KNVB nicht still stehen, soll Hollands Berti Oranje künftig zur WM-Endrunde nach Südafrika führen und von dort am besten gleich die güldene WM-Trophäe mit in seine Heimat bringen.

Klar, bis dahin fließt natürlich noch eine Menge Wasser durch die Maas. Doch van Marwijk forderte schon von vornherein Geduld für sein Schaffen: "Als Trainer braucht man Zeit, und das ist auch grundsätzlich richtig. Aber aus meiner Sicht ist das auch ein bisschen zu einfach. Ich finde, dass man sich die Zeit auch verdienen muss." In dem Königreich wird man sicherlich meinen, dass die Zeit schon lange reif für einen weiteren Triumph nach dem Gewinn der 88er Euro sei. Das Uhrwerk Oranje wird daher auch während der Ära des Schwiegervaters von Mark van Bommel (→ Immer Ärger mit der Stinkefaust) unerbittlich weiterlaufen. Fraglich ist halt nur, ob die Zeit für oder gegen ihn laufen wird...

Montag, 3. März 2008

Letzte Ausfahrt Colchester

Er jagt tatsächlich noch dem runden Leder hinterher. Nach 26 Profijahren ist damit für Englands Sturmveteran Teddy Sheringham aber im Alter von 42 Jahren bald Schluss. Der einst von der Queen zum Ritter geschlagene gab am 1. März bekannt, seine Karriere mit dem Ablauf dieser Saison beenden zu wollen. Gegen seinen Sohn Charlie wird Teddy zwar nicht mehr kicken, dafür versuchen seinen derzeitigen Klub Colchester United vom letzten Rang der zweiten englischen Liga zu hieven.

Dass natürlich am besten noch mit ein paar Toren. So wie einst im Champions League-Finale des Jahres 1999, als der frühere kongeniale Partner von Jürgen Klinsmann den Bayern bekanntlich den Ausgleich einschenkte und damit damals den Weg zum Gewinn des Silberpotts von Manchester United ebnete. Mr. Sheringham wird uns fehlen, war der passionierte Pokerspieler doch nicht gut auf dem Rasenrechteck für so manches Törchen gut, sondern ebenso ansonsten für so manche Anekdote.

Sonntag, 2. März 2008

Kein Gitarrengott

Für Wayne Rooney hat das Leben außerhalb des Rasenrechteckes immer wieder Überraschungen parat. Insbesondere zu Gitarren scheint die Ikone von Manchester United eine besondere Beziehung zu besitzen. Seine unbedarfte Verlobte Colleen beispielsweise wollte Wazza im vergangenen Herbst zu dessen Geburtstag eine Klampfe schenken und dachte sich, diese sich eben von OASIS-Frontmann Noel Gallagher signieren zu lassen.

Als eiserner Anhänger von ManU-Erzrivale Manchester City ließ Mr. Gallagher es sich freilich nicht nehmen, das übersandte Instrument hellblau in den Farben Citys, zu besprühen und auf das feine Stück den Refrain der City-Fanhymne Blue Moon zu kritzeln. Nun gut, dieses gute Stück wurde mittlerweile für einen guten Zweck versteigert. Das hinderte den angehenden Hobbymusiker Rooney aber natürlich nicht, auf einem anderen Exemplar Akkorde zu üben.

Mittlerweile sah Rooney offensichtlich ein, dass der Weg zum Gitarrengott unbestreitbar ist. Es sei einfach zu kompliziert und macht seinen Kopf kaputt, stand der der englische Nationalspieler dem Boulevardblatt Sun offen Antwort auf die Frage, warum er keine Gitarren-Stunden mehr nehmen wolle. Wayne habe Schwierigkeiten mit dem Greifen von Akkorden gehabt, und das Lesen von Noten fiele ihm nach wie vor nicht leicht, heißt es dabei aus Rooneys Umfeld. Auf ManU-City-Duetts im Old Trafford neben Noel Gallagher wird man in Zukunft als verzichten müssen. Denn Rooney will jetzt angeblich lieber Schlagzeug spielen. Mal sehen, ob er es eines Tages bis zu einem Gastauftritt in die amerikanische Combo Rooney schafft.

Immer Ärger mit der Stinkefaust

Schaut man sich sämtliche Vornamen von FC Bayern Mittelfeld-Haudrauf Mark van Bommel an, da wird einem eigentlich gar nicht so Angst und Bange. Peter, man höre und staune Gertruda und schließlich Andreas stehen in dem Pass der niederländischen Ausgabe von Roy Keane. Jaja, man kann es schon verstehen, dass jemand den guten Mark auf dem Rasenrechteck mit einem geflüsterten "Gertruda" oder einem gekichertem "Ey, du Trudi" ärgert, dass der 30-Jährige dann seine Stinkefaust hervorholt...

Warum der hitzige van Bommel, beim bajuwarischen Weltklub von der Säbener Straße schon lange mit dem Stempel "Aggressive Leader" versehen, seine Stinkefaust aber auch ansonsten bei jeder möglichen Gelegenheit auspackt, wird Bayerns Siebzehner wohl nur selbst wissen. Man denke daran, wie er mit dieser Geste im Frühjahr 2007 die armen Anhänger von Real Madrid erzürnte und sich nun am vergangenen Sonntag zur Stinkefaust gegenüber Referee Wagner hinreissen ließ, nachdem dieser ihn binnen weniger Sekunden erst verwarnt und ihn dann mit der Ampelkarte zum Duschen geschickt hatte.

Der DFB sperrte van Bommel nun für zwei Spiele und verurteilte ihn weiter zu einer saftigen Geldstrafe von 15.000 Euro. Die Aktion könne man als doof bezeichnen. Da habe er sich gehen lassen, meinte van Bommel nach dem Duell gegen den HSV kleinlaut. THOR WATERSCHEI fand van Bommels Einlage ebenfalls doof und stellt den Niederländer zur Strafe für eine Woche in seinem Klubhaus als neuen T(h)or der Woche an den Pranger.

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 1. März 2008

Schleicht Euch, Ihr bösen Geister

Den Fans der Sechziger werden in dieser Woche ihre Semmeln wohl nicht besonders gut geschmeckt haben. Dass Franck Ribery, dieser französische Filou, in dem packenden Pokalfight in der Allianz Arena zunächst einen Platzverweis mit seinem Umfaller provozierte und dann in der letzten Minute der Verlängerung mit einem Panenkaesken Elfmeter ins Herz der Löwen traf, war ja schon hart genug.

Dass im Vorfeld des 204. Münchner Lokal-Derbys obendrein ganz böse Bayern-Aktivisten das Sechzger-Stadion an der Grünwalder Straße bzw. die Fankurve der Löwen in rot-weißer Farbe gestrichen haben sowie unter der altehrwürdigen Anzeigetafel in großen roten Lettern ihren FC Bayern verewigt haben, wird den gemeinenn Löwen-Fan darüber hinaus bis ins Mark getroffen haben. Der Fluch dieser bösen Tat soll aber nicht nur durch einen kostspieligen Einsatz von Reinigungskräften beseitigt werden. Ebenso soll das Stadion nun einen neuen Segen erhalten.

Die Zeremonie soll am heutigen Samstag vor dem Regionalliga-Spiel der "Löwen"-Amateure gegen Hessen Kassel von Pfarrer Sebastian Rass von der Gemeinde St. Peter in Wörth/Erding abgehalten werden. "Damit ist der Friede wieder hergestellt", sagte 1860-Vizepräsident Karsten Wettberg am Freitag, "die bösen Geister sind dann hoffentlich wieder weg."