Mittwoch, 27. Februar 2008

Cold Frontz

THOR WATERSCHEI präsentiert in seiner Eisenfuß-Galerie die "Eisenfüße" aus der weiten Welt des Fußballs. Heute: Bökelberg-Legende Michael Frontzeck.

In Bielefeld wird Michael Frontzeck zurzeit gefühlt für alles verantwortlich gemacht. Nicht nur für die bisherigen Pleiten seit er das Zepter auf der Alm unlängst übernommen hat. Weiter dürfte bei Frontzeck demnach ja auch nachträglich für die weiteren Bundesligaabstiege der Arminia die Schuld gesucht werden. Ebenso wie für die Umbenennung der Bielefelder Alm in eine herzlose Arena nach dem Namensmuster eines Küchenherstellers und natürlich obendrein für das Brutalo-Foul des Bremers Norbert Siegmann an Arminia-Legende Ewald Lienen Anfang der Achtziger.

Und wenn wir schon dabei sind, sollte man nicht vergessen, Michael Frontzeck anzulasten, dass Franz Beckenbauer anno 1984 sein Debüt als deutscher Teamchef gegen Argentinien vergeigte. In des Kaisers verunglücktem Debüt im damaligen Düsseldorfer Rheinstadion schlawenzelte nämlich auch der damals noch überaus juvenile Frontzeck mit wallendem Haupthaar auf der heute hohen Stirn über die linke deutsche Abwehrseite. Deutschland unterlag damals den seinerzeit maradonalosen Gauchos 1:3.

Da Frontzeck im Laufe seiner langen Laufbahn nicht nur einmal bewies, dass er neben einem ziemlich strammen Schuss auch eine gesunde Zweikampfhärte, garniert mit einer ordentlichen Grätsche, in Petto hat, hofft THOR WATERSCHEI nun, dass sich der momentan zum Bielefelder Alm-Öhi degradierte so wie einst auf dem Rasenrechteck bei der Arminia ordentlich dazwischenhaut und mit der Arminia einfach mal wieder nen Sieg feiern kann.

Denn die ganzen Sündenbock-Symphonien auf den Mann, der in England bei Manchester City dereinst wegen seiner Härte Cold Frontz genannt wurde, sind doch irgendwie so unerträglich wie Kerners Kochsendungen. Als kleine Aufmunterung hat THOR WATERSCHEI jedoch für Cold Frontz die Aufnahme in seine Galerie der Eisenfüße parat...

Dienstag, 26. Februar 2008

Über den Wolken

...muss die Freiheit bekanntlich grenzenlos sein. Ob Jogi Löw und Olli Bierhoff etwa als kleine Remineszenz an den Schlager von Reinhard Mey die Zugspitze als jenen nebelumwobenen Ort wählten, an dem das deutsche Aufgebot für die Euro Null Acht bekanntgegeben werden soll? "Wir haben nach einem attraktiven Platz gesucht, der Deutschland geographisch und symbolisch mit den beiden Ausrichterländern verbindet", meinte Golden Goal-Olli zur Auswahl des Präsentationsortes - der gläsernen Präsentationslounge auf dem Gipfel der Zugspitze. Naja, wenn Jogis 23 Löwen bei der Euro jedoch wieder mit Darbietungen des Ribbeckschen Zeitalters auf dem Boden der Tatsachen ankommen sollten, dürfte die Luft auch am Boden wohl recht dünn werden.

Sonntag, 24. Februar 2008

Rückkehr des Königs

Die Cruyffsche Nummer 14 wird bei Ajax Amsterdam schon lange nicht mehr vergeben. Man will bei Ajax seinem "König Johan" Cruyff huldigen, der den niederländischen Rekordmeister zu seiner Glanzzeit unter anderem zu einem Europapokalhattrick und auch später als Trainer zu einem Europapokalsieg geführt hat. Die Zeiten, in denen Cruyff direkt etwas bei Ajax zu sagen hatte, schienen bei Ajax, nachdem Cruyff Ende der achtziger Jahre überaus erfolgreicher Trainer des FC Barcelona werden sollte, lange vorbei.

Doch wie das Leben so spielte, braucht Cruyff das zuweilen etwas müde Spiel von Ajax, dass keinen mehr so wirklich vom Hocker reißt, nicht mehr einzig mit seinen Kolumnen kritisieren. "König Johan" wird zu Ajax Amsterdam zurückkehren und aus Sorge um die Qualität des Ajax-Fußballs wird Cruyff die Neuorganisation von Ajax leiten. Ein Amt werde er zwar nicht übernehmen, habe genaue Vorstellungen, wo er den Hebel anzusetzen gedenke. "Im Ausland ist Ajax immer noch eine gute Adresse. Es ist mein Klub. Es tut weh, zu sehen, dass es diesem Klub nicht gut geht", meinte Cruyff kürzlich besorgt im niederländischen Fernsehen.

Erste Hilfe hat der 60-Jährige im Übrigen schon geleistet und dazu beigetragen, dass sein Adlatus Marco van Basten ab der kommenden Saison neuer Ajax-Trainer wird. Man darf daher wohl gespannt sein, ob Ajax demnächst wieder mit dem von Cruyff stets propagierten Totalen Fußball seine Gegner auf dem Rasenrechteck matt setzen wird. THOR WATERSCHEI ist die Rückkehr von "König Johan" jedenfalls wert, Johan Cruyff zum neuen T(h)or der Woche zu ernennen.

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 23. Februar 2008

Für Gazza

Es ist eine ganz dunkle Zeit Englands Fußball-Ikone Paul Gascoigne. Dessen einst so hell leuchtender Stern ist im Laufe der abgelaufenen Woche weiter verblasst, nachdem Gazza in dem Nobelhotel Malmaison in Gateshead nahe Newcastle wieder einmal "in trouble" war. Dort residierte Gazza sein Kurzem und hatte sich im Malmaison von seiner nicht allzu vornehmen Seite gezeigt. Zum einen hatte der Kindskopf den Feueralarm ausgelöst und war daraufhin verhaftet worden und wurde mittlerweile sogar auf die Intensivstation der psychiatrischen Abteilung einer Klinik in der Nähe von Darlington eingewiesen.

In den Monaten zuvor war Gazza zum anderen, der in seinem Zimmer tagelang Alkohol und Drogen konsumiert haben soll, ebenfalls mit bizarrem Verhalten in dem Hotel aufgefallen. So soll er sich das Wort "mad" auf die Stirn geschrieben haben und sich außerdem rohe Leber auf sein Zimmer bestellt haben, die er stets am Tag darauf verdrückte. Gesellschaft geleistet haben Gazza, der schon immer als schräger Vogel galt, dabei batteriebetriebene und mit einem Sprachchip ausgestattete Plüsch-Papageien, den Gazza obszöne Wörter beigebracht hat und mit denen er Hotel-Gäste belästigte.

Vor dem morgigen Endspiel um den englischen Ligapokal, den Carling Cup, zwischen Chelsea und Tottenham stimmte unterdessen Tottenhams Robbie Keane mit Blick auf White Hart Lane-Hero Gascoigne seine Mitspieler auf das Finale ein: „Lasst uns für Paul den Carling Cup holen.“ Zumindest erhält der Careless Cup dann eine besondere Bedeutung. Auch wenn Gazza einen möglichen Finalsieg Tottenhams zurzeit nicht wirklich mitbekommen dürfte...

Frauen für Fredrikstad

Das ist ja mal ein starkes Stück. Dem norwegischen Traditionsverein Fredrikstad FK, immerhin neunmaliger norwegischer Meister und elfmaliger Pokalsieger, droht angeblich die Auflösung. Denn der Klub ist börsennotiert und muss nach einem zum Jahresbeginn in Kraft getretenen Gesetz dafür sorgen, dass 40 Prozent der Plätze in seinem Aufsichtsrat von Frauen besetzt sind. Da FFK diese Vorschrift aber bislang noch nicht umgesetzt hat, erhält der Verein wie 12 weitere Unternehmen von dem zuständigen norwegischen Handelsministerium nun die Warnung, die Gesetzesvorgaben innerhalb von einem Monat umzusetzen. Kommen die Frauenquotensünder dieser Vorgabe nicht nach, droht ihnen demnach eine Gerichtsvorladung zwecks Auflösung.

Freitag, 22. Februar 2008

Haaaaaannover

Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. Stefan Winter nennt heute elf Gründe, warum er während der Sportschau und auch sonst gerade mit Hannover 96 fiebert.

1. Wir haben Stürmer, die singen Torhütern ein gemeines Lied, wenn sich ungerecht behandelt fühlen.

2. Wir beschäftigen Trainer, die bei uns Stadionverbot haben.

3. Als Rahn aus dem Hintergrund schießen musste, waren wir amtierender Deutscher Meister.

4. Wir sind die Roten, obwohl unsere Vereinsfarben Schwarz – Weiß – Grün sind.

5. Unsere Spieler haben das „Erschöpfungssyndrom“ salonfähig gemacht.

6. Wir sind der einzige Zweitligist, der den DFB-Pokal gewonnen hat. Und danach im Europapokal der Pokalsieger in der ersten Runde rausgeflogen ist - gegen die einzige andere deutsche Mannschaft im Wettbewerb - Vorjahressieger Werder Bremen.

7. Viele Vereinsmitglieder sind nur in den Hannoverschen Sportverein eingetreten, um 97/98 Utz Claassen als Vereinpräsident abzuwählen.

8. Wir singen unsere Fangesänge auf Hochdeutsch.

9. Real Madrid? Haben die nicht mal 0:3 gegen Hannover 96 verloren?

10. Wir könnten mit Hanke, Fahrenhorst, Lauth, Brdaric, Tarnat, Balitsch, Schulz und den ehemaligen Asamoah, Ernst, Kehl und Mertesacker eine eigene Nationalmannschaft zur EM schicken.

11. Wir haben Trainer, die sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel betrunken nach dem Endstand erkundigen.

Stefan Winter ist auf den Bolzplätzen Niedersachsens auch als Dribbelkünstler gefürchtet und hat sich dort unter dem Pseudonym Ze Wintero einen Namen gemacht.

Dienstag, 19. Februar 2008

Sonntag, 17. Februar 2008

Kein Superheld

Von Ronaldinho hat man in den letzten Wochen recht wenig Positives vernommen. Irgendwie wollte das Bällchen bei dem früher dauergrinsenden Fußball-Filou aus Brasilien nicht mehr so richtig laufen. Formkrise, Fehlpässe, Partynächte, Ersatzbank - ein Teufelskreis an sich der Ballzauberer ja beinah seine etwas hervorstehenden Zähne ausgebissen hätte.

Da gemeinhin Einsicht der erste Weg zur Besserung ist, hat die Numero zehn des großen FC Barcelona diesen Weg nun beschritten. Er will ja sicherlich nicht von Barca-Coach Frank Rijkaard degradiert nach Saisonende als Sommerattraktion im Camp Nou herhalten müssen, wo bekanntlich für 40.000 Euro Amateurteams aus aller Welt auf dem heiligen Rasen des Fußball-Tempels Freundschaftsspiele austragen dürfen (→ Bolzen in der Kathedrale).

„Auch wenn es vielleicht viele Leute glaubten, aber ich bin auch kein Superheld sondern nur ein Mensch und habe keine Superkräfte. Ich hatte ein Monat ohne spielen zu können, jetzt muss ich meine Form wieder finden. Jetzt möchte ich kämpfen um meinen Platz in der Truppe wieder zu bekommen“, erklärte Ronaldinho jüngst demütig und setzte seine leisen Worte sogar bereits in Taten um.

So schnappte er sich am gestrigen Samstagabend nach seiner Einwechslung im Ligaspiel von Barca gegen Saragossa nach einem Strafstoßpfiff den Ball und verwandelte den Elfmeter eiskalt sechs Minuten vor dem Spielende - es war der Siegtreffer für Barca und für THOR WATERSCHEI der Grundstein der Entscheidung, Ronaldinho zum neuen T(h)or der Woche zu ernennen, gerade weil Ronaldinho halt doch nur ein Mensch ist.

Über den T(h)or der Woche

Von den Kötern gebissen

Ob Prince Charles am gestrigen Samstag etwa sein schmucker Liverpool-Kaffeepott bei der nachmittäglichen Einnahme des Gebäcks aus den adeligen Händen gefallen ist, als er die Niederlage seines Lieblingsvereins vernahm? Charlies' „Reds“ blamierten sich jedenfalls an der heimischen Anfield Road gegen den Zweitligisten Barnsley im Achtelfinale des ehrwürdigen FA Cups bis auf die Knochen.

Denn als der wuchtige Schuss von Barnsleys Kapitän Brian Howard in der Schlussminute überraschend in Liverpools Tornetz zappelte und dem Underdog den sensationellen 2:1-Siegtreffer bescherte, stand fest, dass Steve Gerrard und Kollegen trotz vorheriger Führung und über 90-minütiger Dominanz plötzlich gegen den Außenseiter die Segel streichen mussten , der auf den Spitznamen „The Tykes“ (Die Köter) hört.

Wenn man so will, wurde der große FC Liverpool und damit wohl auch irgendwie sein hundeliebhabender blaublütiger Edelfan von den Kötern aus Barnsley gebissen. Ja, werter Prince Charles - auch das ist Anfield!

Samstag, 16. Februar 2008

Abenteuer Irland

Wie im Laufe dieser Woche bekannt wurde, übernimmt Giovanni Trapattoni ab Juni das Zepter der irischen Nationalmannschaft. THOR WATERSCHEI wünscht „Trap“ jedenfalls viel Vergnügen bei seinem irischen Abenteuer und möchte nicht so bald ein wütendes „I have finished“ hören...

Dass es Giovanni Trapattoni irgendwann einmal nach Irland des Fußballs wegen verschlagen könnte, hätte der italienische „Maestro“ wohl nicht wirklich gedacht.

Abenteuer Irland

Aber der Pasta-Liebhaber folgt wohl nicht ausschließlich dem Ruf irischer Kulinessen auf die „Grüne Insel“ oder gastiert dort, um dem Guinness oder Whiskey zu frönen. Nein, er soll den irischen Fußball-Anhängern wieder die Freude an ihren „Boys in Green“ zurückbringen. Denn Freude entfachten diese in der kurzen Ära unter der Ägide des irischem Rekordinternationalen Steve Staunton wohl bei kaum jemandem im Land des dreimaligen WM-Teilnehmers.

Ein dritter Rang in der deutschen EM-Qualifikationsgruppe D, inklusive eines üppigen 10-Punkte-Rückstands auf das zweitplatzierte und qualifizierte Deutschland, hinterließen neben sang- und klanglosen irischen Vorstellungen, wie bei einer historischen 2:5-Pleite auf Zypern, einen bleibenden Kloß im kollektiven irischen Fußball-Hals. Irland zuvor durchaus berechtigt im oberen Bereich der europäischen Fußball-Mittelklasse gehandelt, versackte vollends ins fußballerische Niemandsland Europas.

„Greenhorn“ Staunton zu grün

Der Schuldige war auf der „Grünen Insel“ schnell ausgemacht. Er hieß Steve Staunton. Der Rothaarige hat zwar 102 Länderspiele auf dem Buckel und bis auf den legendären irischen Triumph bei der Euro 1988 über England so ziemlich jedes irische Fußballwunder der jüngeren Vergangenheit als Spieler auf dem Feld miterlebt. Als Teammanager war der inzwischen 39-Jährige nach kurzzeitiger vorheriger „Lehrzeit“ beim damals noch in Englands vierter Liga ansässigen FC Walsall doch einfach noch etwas zu grün und avancierte insofern nicht zur erhofften irischen Ausgabe von Jürgen Klinsmann.

Es spricht nunmehr für sich, dass Staunton erst jüngst beim mittlerweile in der dritten englischen Liga gestrandeten Traditionsverein Leeds United abermals als Co-Trainer anheuerte. Als zu grün oder als „Greenhorn“ kann man Giovanni Trapattoni dagegen wohl kaum klassifizieren. Auch wenn der 68-Jährige, dem der Ruf vorauseilt, erfolgreichster Trainer der Welt zu sein, kürzlich ein kolportiertes Engagement auf der „Grünen Insel“ noch in das weitläufige Reich der irischen Sagenwelt verbannte.

Trapattoni sucht neue Herausforderung

„Ich übernehme nach dem Meisterschaftsende die irische Nationalmannschaft, das ist eine große und neue Herausforderung für mich,“ gab Trapattoni dagegen heute bekannt und nahm das rund zehn Tage alte Angebot des irischen Fußballverbandes (FAI) letztlich doch an. Ab Juni 2008 wird „Trap“ die Iren nunmehr coachen und peilt ausdrücklich die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika an.

Ebenso wie Trapattonis Landsmann Fabio Capello auf der Nachbarinsel soll der Italiener dem kampfbetonten und manchmal etwas einfach angelegten irischen Spiel nicht nur mehr Stabilität in der Defensive verleihen. Auch auf Trapattonis taktische Feinheiten darf sich die irische Eleven um Abwehrkante Richard Dunne von Manchester City, Flügelflitzer Damian Duff von Newcastle United und Robbie Keane von Tottenham Hotspur freuen.

Als Empfehlung werden Trapattoni gewiss seine mehr als 20 Titel für Vereine aus vier Ländern und seine mehrjährige Amtserfahrung als italienischer Nationaltrainer genügt haben. Doch inwiefern den zuletzt überaus biederen „Boys in Green“ Signore Trapattoni und seine Weisheiten, wie zuletzt Red Bull Salzburg, Flügel verleihen werden, bleibt wohl abzuwarten.

Das gute Omen Jacky Charlton

Bevor man jedoch Feingeist „Trap“ nach womöglich schwieriger Orientierung im etwas herberen britisch-irischen Kulturkreis in der ihm typischen Art plötzlich auf Englisch parlierend „I have finished“ schimpfen hört, sollte der ganzen Skepsis zunächst ein gutes Omen entgegengehalten werden. Dereinst machte bekanntlich mit Jacky Charlton schon einmal ein nicht-irischer Nationaltrainer Irlands von sich Reden. Charlton war zwar Engländer. Dennoch ernannte man den großgewachsenen Jack in Irland nach seinen bis heute unerreichten Erfolgen als Nationaltrainer Ende der Achtziger bis Mitte der neunziger Jahre sogar zum irischen Ehrenbürger.

Davon ist Trapattoni vor Beginn seines irischen Abenteuers sicher noch etwas entfernt. Ein Meilenstein auf dem Weg zu neuen fußballerische Ufern könnte für „Trap“ und seine Iren aber unter anderem Achtungserfolge in der bevorstehenden WM-Qualifikation sein. Beispielsweise gegen Weltmeister und Gruppengegner Italien…

Der Artikel ist ebenso auf Goal.com zu finden.

Donnerstag, 14. Februar 2008

Bolzen in der Kathedrale

Spielt die frühere Bochumer Zaubermaus Dariusz Wosz, der nach dem Ende seiner Profikarriere beim VfL für den Bochumer Bezirksligisten SV Union Bergen eifrig seine feinen Pässchen spielt,
etwa demnächst im Camp Nou, der Fußball-Kathedrale des FC Barcelona? Wahrscheinlich nicht, aber könnte er. Denn Barca öffnet laut einem Artikel der spanischen Gazette El Pais öffnet für Hobbyfußballer aus aller Welt die Pforten des Camp Nou und gibt diesen in der Zeit von Mitte Mai bis Juli die Gelegenheit dort Freundschaftsspiele austragen. Wosz und seine neue Mitstreiter müssten dem FC Barcelona lediglich die Stadionmiete von 40.000 Euro auf den Tisch legen.

Die Gegenleistung: Barca stellt neben seiner Arena obendrein einen Schiedsrichter zur Verfügung, lässt die Mannschaftsaufstellungen über die Lautsprecheranlage durchgeben und überreicht jedem Spieler ein Barça-Trikot mit Namenszug sowie eine Urkunde mit der Aufschrift «Ich habe im Camp-Nou-Stadion gespielt». 35 Kicker dürfen dabei pro Spiel mitwirken. Das Zusatzpaket für das Camp Nou-Intermezzo enthält übrigens für weitere 800 Euro die Nutzung des Barca-Mannschaftsbusses. Wer zusätzlich noch weitere 6.000 Euro aufbringt, dem nimmt ein professionelles Kamerateam des vereinseigenen TV-Senders eine DVD von der Partie auf.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Fortuna Düsseldorf - alles andere ist (nur) Fußball!

Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. Heute gibt sich Carsten Koslowski die Ehre und berichtet über seine Fortuna, der Fortuna aus Düsseldorf, mit der er durch dick und dünn geht und die er für den besten Verein der Welt hält.

Fortuna Düsseldorf – was soll man darüber schon groß schreiben? Natürlich ist Fortuna der beste Verein der Welt, solchen Langweilern wie Bayern München oder Werder Bremen turmhoch überlegen, von den selbstbeweihräucherten Selbstdarstellern im Bahnhofskapellendorf etwas südlich von Düsseldorf mal ganz abgesehen – auch wenn dies im Umfeld nicht wirklich viele Leute so weit interessieren würde, dass sie mal regelmäßig ins Stadion kommen würden. In Düsseldorf gab und gibt es stets Wichtigeres, als dem lokalen Fußballverein zu huldigen. Und diesem Verein über Jahrzehnte anzuhängen, ist wohl nur möglich, wenn man das alles nicht so Ernst nimmt...

Meine ersten Spiele der Fortuna im alten Rheinstadion sah ich als kleiner Junge in den 1970er Jahren aus einem ganz profanen Grund – Mutti war hoffnungslos in Klaus Allofs verliebt. Immerhin, Fortuna spielte damals in der 1. Liga, und das sogar richtig gut, weshalb man in den Genuss einiger schöner Spiele kam. Unvergessen natürlich das 7:1 gegen Bayern München im Jahr 1978, als der Maier-Sepp die Orientierung verlor, so oft, wie der sich rumdrehen und den Ball aus dem eigenen Netz holen musste. Allein mit diesem Spiel werden wir wohl bis in alle Ewigkeit im kicker-Sonderheft auftauchen, das vor jeder Saison neu aufgelegt wird – nämlich wenn es bei der Vorstellung des FC Bayern um deren höchste Auswärtsniederlage in der Bundesliga geht. Wer da als kleiner Junge nicht Fan wird, dem ist nicht mehr zu helfen.

Größter Triumph der Fortuna war natürlich der Einzug ins Europapokalfinale der Pokalsieger 1979, als man der mit Weltstars gespickten Truppen des FC Barcelona unglücklich mit 3:4 nach Verlängerung unterlag. Mutti erlaubte mir die Reise nach Basel nicht, daher war ich nur vor dem Fernseher dabei. Da Fortuna natürlich immer etwas Besonderes bietet, ist für dieses Spiel, wohl ebenfalls bis in alle Ewigkeit, ungeklärt, wer den 1:1-Ausgleich erzielte. Ob Klaus Allofs oder sein Bruder Thomas oder beide am Ball waren – das wäre eine Frage, die selbst Galileo Mystery zwischen ihren drei Werbeblöcken nicht würde klären können. Das Europapokalfinale, die beiden DFB-Pokalsiege 1979 und 1980 – das waren die Höhepunkte der fortunistischen Neuzeit.

In den 1980ern hielt man noch gut mit im Konzert der Großen, aber schon damals war Fortuna eben Fortuna: die guten Spieler wurden verkauft, einer nach dem anderen, Klaus Allofs sogar nach Köln. Aber es wurde nicht entsprechend nachgekauft, lieber probierte man gefühlt 300 verschiedene Spieler aus, Masse statt Klasse, natürlich mit dem entsprechenden „Erfolg“.

Gleichzeitig begann die Ära der Präsidiums-Darsteller, denen die eigene Darstellung wichtiger schien als der Erfolg für den Verein. Langsam aber sicher ging es bergab, ein Abstieg in die 2. Liga konnte zwar schon zwei Spielzeiten später ausgebügelt werden, aber in den 1990er Jahren mutierten wir endgültig zur Fahrstuhlmannschaft: keine Liga war vor uns sicher, binnen drei Kalenderjahren stiegen wir von der 1. in die 3. Liga ab und wieder auf (1992 Abstieg aus 1. Liga, 1993 Abstieg aus 2. Liga, 1994 Aufstieg in 2. Liga, 1995 Aufstieg in 1. Liga). Bis heute unerreicht!

Nach den neuerlichen Abstiegen aus der 1. Liga 1997 und der 2. Liga 1999 dümpeln wir seitdem im Amateurbereich. 2002 ging es sogar für zwei Jahre runter bis in die 4. Liga, aber mittlerweile sind wir zumindest wieder in der Regionalliga angekommen. Und immer, wenn sie sich in Köln mal wieder auf die eigene Schulter schlagen und titeln: „Die leidensfähigsten Fans der Welt!“ (Anlass: mal eben wieder in die 2. Liga abgestiegen), dann denke ich daran, dass meine Mannschaft schon gegen Barcelona im Europapokal und gegen Borussia Freialdenhoven um Punkte gespielt hat, und dann muss ich lachen. Selbstmitleid ist bestimmt eine schöne Sache, aber nicht mein Ding.

Natürlich sind wir auch heute kein Verein wie jeder andere. In der Oberliga schafften wir es, dass fast jeder Heimverein bei den Spielen gegen uns Top-Zuschlag nahm und sich mit diesem einen Spiel seinen Jahresetat einfuhr. Wir finanzierten mit Thomas Berthold einen Weltmeister als Manager-Praktikanten, was dieser gerne annahm. Wir spielen mittlerweile in einer riesigen Arena, auch gegen solche Granatentruppen wie Bayer Leverkusen II oder SC Verl, nicht weil wir das toll finden, sondern weil wir das müssen.

Wir haben bei Herrn Kölmel und seiner sportwelt/kinowelt-Connection noch einen Deckel von ca. 6 Mio. Euro stehen, (ab)zahlbar bei Aufstieg in die 2. Liga, den wir routiniert jedes Jahr verpassen. Wir feuern schon mal unsere Trainer nach Siegen beim Tabellen-2. (Slavko Petrovic 2003), nach zuvor vom Manager-Praktikanten öffentlich angedachter Vertragsverlängerung (Massimo Morales, 2004) oder einfach, weil wir nur Tabellen-3. sind (Uwe Weidemann, 2007).

Nach 20 Spielen in der aktuellen Saison haben wir ganze 17 Tore erzielt, stehen damit allerdings nicht auf einem Abstiegsplatz, sondern haben nur zwei Punkte Rückstand auf den Aufstieg, weil wir nur 12 Gegentore kassiert und sechsmal 1:0 gewonnen haben. Wir haben aktuell allerdings auch nur fünf Punkte Vorsprung aufs Vergessen, da in dieser Saison Platz 11 den Abstieg bedeutet.

Die Ansprüche im Umfeld sind immens hoch. Alle können sich an alte Bundesliga-Zeiten erinnern, wenn es aber mal nicht läuft, vergessen sie sogar den Weg zur Arena, dann spielen wir wieder vor 4.000. Wir befinden uns also zwischen Hoffen und Bangen. Wie immer eigentlich. Ein seltsamer Verein. Aber ich kenne keinen Besseren. Egal, in welcher Liga. Und nie vergessen: Fortuna Düsseldorf – alles andere ist (nur) Fußball!

Carsten Koslowski ist in der weiten Welt des Fußballs möglicherweise besser bekannt als Janus, der sich in seiner kleinen Welt (→ www.janus-kleine-welt.de) regelmäßig zu seiner Fortuna auslässt.

Dienstag, 12. Februar 2008

My Arsenal # 14: Kein Uri Geller

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Jaja. Jens Lehmanns Ruf ist derweil nicht der Beste in der Heimat, wo sämtliche Wohnzimmer-Jogis der Republik Lehmann am liebsten aus dem deutschen Tor verjagen würden. Ohne Frage, Jensemann hat gegen Österreich mehr als einmal danebengegriffen. Deshalb jedoch sogleich die Kanonen aus dem Arsenal holen und auf den Torwächter zu schießen? Dass sollte man lieber Lehmann Gunners überlassen, die schließlich mehr Erfahrung darin haben. Oder ließen Lehmanns Darbietungen seit seiner Klinsmannschen Schilderhebung zum Häuptling aller deutschen Torsteher etwa zu wünschen übrig?

Gut, er ist kein Uri Geller. Kann weder Löffel noch die Torpfosten der weiten Fußball-Welt verbiegen. Das können Timo Hildebrand nicht und Wiese, Rost und Kahn schon gar nicht. Aber dennoch bleibt er ein überaus guter Torwart. Erst gestern blieb Arsenals Kasten übrigens dank des Anti-Gellers wiederum sauber. Mal sehen, was am Samstag gegen Manchester United auf ihn zukommt. THOR WATERSCHEI musste jetzt einfach einmal ne Lanze brechen. Und das obwohl im THOR WATERSCHEI-Klubhaus weder Lehmannitis herrscht noch irgendwelche Uri Gellers herumsitzen....

Aus dem Club, in den Club

Michael A. Roth hat in Nürnberg mal wieder den Teppichklopfer rausgeholt und Hans Meyer vor die Tür gesetzt. Neu im Club ist nun HSV-Legende Thomas von Heesen, den THOR WATERSCHEI eigentlich als kommenden Trainer des HSV auf der Rechnung hatte (→ Tommy Oper?)...

Sonntag, 10. Februar 2008

Weißer Häuptling

Wenn man das Internet nach Informationen über Otto Pfister durchforstet, bleiben irgendwie von Seite zu Seite und von Interview zu Interview dieselben Dinge hängen. Der 70-jährige gebürtige Kölner, der mit Kamerun bereits das achte Land vom afrikanischen Kontinent trainiert, ist Anfang der Siebziger Jahre nicht als Disziplin- und Taktik-Missionar nach Afrika aufgebrochen. Ebenfalls lässt er, geschult von seinen ganzen Expeditionen in die weite Welt des Fußballs, seine Schützlinge an der langen Leine.

Autorität verschaffte sich Pfister dennoch, wie der Erfolg mit zweiten Rang mit den unbezähmbaren kamerunischen Löwen um Rigobert Song oder Samuel Eto'o beim gerade beendeten Afrika-Cup seinem nonchalanten Prinzip Recht gibt und wird trotzdem anerkennend "weißer Häuptling" genannt. Als vielerorts gepriesener Anti-Vogts lässt er dabei die Dinge auf sich zukommen. "Es gibt hier immer eine Ist-Situation, die niemand ändern kann", so der weise Pfister: "Trainertypen, die glauben, grundlegende Neuerungen durchsetzen zu können vergeuden Energie, sie fahren irgendwann weinend zum Flughafen."

Das enge Korsett für seine Spieler hat Globetrotter Pfister somit erst gar nicht in seinen Koffer eingepackt, der übrigens stets darauf wartet, in einem weiteren Land Afrikas oder der weiten Welt des Fußballs aufgestellt zu werden. Denn trotz des zweiten Ranges mit Kamerun in Ghana, wird der eigenwillige Pfister sich selbst wohl treu bleiben und seine Pall Mall womöglich demnächst vor der Trainerbank Südkoreas oder der Vereinigten Staaten rauchen.

Nach den erfolgreichen letzten Wochen hat sich Pfisters guter Ruf selbst bis dahin herumgesprochen. Grund genug daher für THOR WATERSCHEI den "weißen Häuptling", der sich selbst dereinst als "heimatlosen Abenteurer" einstufte, zum neuen T(h)or der Woche zu küren.

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 9. Februar 2008

Ende des Terrors

John Hartson, die robuste Sturmkante aus Wales, hängt seine Fußballstiefel offensichtlich müde nach jahrelangen Schlachten auf den Fußballfeldern Britanniens an den berühmt-berüchtigen Nagel.

„Es war immer mein Traum, am Wochenende Dampf abzulassen und Verteidiger zu terrorisieren. Aber das Training werde ich nicht vermissen. Um ehrlich zu sein, ich habe die Lust verloren, mich zurück in die Mannschaft von West Brom zu kämpfen,“ begründete der inzwischen 32-Jährige seine Entscheidung, nachdem sein Kontrakt bei West Bromwich Albion zuletzt aufgelöst worden war.

Britanniens Verteidiger können nach dem offiziellen Ende des Hartson'schen „Terrors“ somit nunmehr aufatmen. Doch auch neben dem Rasenrechteck war der bullige Hartson bekanntlich kein Kind von Traurigkeit.„Ich habe in meiner Karriere gestohlen, getrunken, Drogen genommen und ein Schaf entführt. Sorry für alles.“ THOR WATERSCHEI ist daher gespannt, ob sich Big John daher in Zukunft auf walisischen Wiesen als Schafhirte verdingen wird...

3:0 verloren

Also, das laxe Gastspiel von Jogis Löwen im Wiener Ernst-Happel-Stadion musste man ehrlicherweise erst einmal drei Tage sacken lassen und damit wohl genauso lange, als wenn einem Falcos dahergeleiertes "Vienna Calling" aus dem Radio in die Ohren fährt. Das österreichische Geschwafel von einem neuen C* ( Vorsicht Unwort!) ist na klar nur ein Strohhalm, um dort allmählich so etwas wie Europhorie entstehen zu lassen.

Nur, der 3:0-Sieg fühlt sich im Nachhinein schon beinah wie eine neuerliche Pleite gegen Hickes Austria an. Ungewohnt merkwürdige Ausflüge und Flugeinlagen von Jens Lehmann, unmotivierte Ballschiebereien ohne Esprit sowie ein tobender Jogi, lassen erkennen. Da wurde der 94. der FIFA-Weltrangliste (Numero 94) von Schweini und Konsorten teilweise ganz schön auf die leichte Schulter genommen. Hätte Austria nicht zumindest einen Stürmer in seinen Reihen gehabt, der einen Hauch von Kranklnder Kaltschnäuzigkeit besessen hat. Österreich wäre endgültig auferstanden aus Ruinen...

Treffsicher war man in Österreich daher vor allem tags darauf in der Analyse 0:3-Sieges. Vor allem der Standard schlug dabei genau in die richtige Kerbe: „Ein schrecklich nettes Debakel. Das Erstaunliche an der Partie war nicht das Resultat, sondern die Art, wie es zustande kam. Denn der Euro-Gastgeber hatte wirklich tolle Momente. Bedauerlicherweise ist aber Deutschland halt doch Deutschland. Fazit: Selten noch war eine Niederlage, die nur wie ein Debakel ausschaut, derart erfreulich.“

Mittwoch, 6. Februar 2008

Munich Air Disaster

Heute vor fünfzig Jahren verunglückten die legendären „Busby Babes“ bei einem Flugzeugabsturz auf dem Flughafen München-Riem. Der 6. Februar 1958, an dem sich das „Munich Air Disaster“ (→ Goal.com - Anno 1958) ereignete und bei dem 21 der 44 Insassen, davon acht Spieler von Manchester United, starben ist der wohl schwärzeste Tag in der Geschichte von Manchester United.

Dienstag, 5. Februar 2008

Super Tuesday

Was funkelte da heute an diesem Dienstag in den Nachrichtenleisten in den Tagesgazetten? Lars Ricken, das in Dortmund vom Sockel geholte BVB-Denkmal, das in der Zweiten der Borussen kickt und zurzeit als Trainee in der BVB-Geschäftsstelle nützlich macht, hat eine Offerte aus Amerika vorliegen. Columbus Crew, ein im Bundesstaat Ohio ansässiges Mitglied der Major League Soccer, will Ricken offenbar verpflichten.

Ricken hält sich zwar, ganz im Stile eines eloquenten Fußballprofis, mit dem Worten, dass das Engagement prinzipiell eine interessante Aufgabe sei, jegliche Hintertürchen offen. Seine Wahl zu Gunsten eines Wechsels nach Übersee bis zum heutigen in den USA stattfindenden Super Tuesday (ja was machen die Amis von so ner Präsidenten-Vorwahl) offenbar noch nicht getroffen. In Ohio selbst macht freilich erst am 4. März die Vorwahl-Odyssee halt. THOR WATERSCHEI nimmt dem guten Lars Ricken daher einfach die Entscheidung ab - also, geh hin Lars!

Montag, 4. Februar 2008

Jenseits von Afrika?

Nagelprobe Nigeria hieß es einst für Berti Vogts. Jaja, der gute Hans-Hubert vom Niederrhein sollte den „Super Eagles“ Flügel verleihen und die sollten sich unter Berti aufschwingen, zunächst Afrika-Meister zu werden und sich danach für die WM Zwei Zehn in Südafrika qualifizieren. Den Weg zum Afrika-Cup nach Ghana schlug Berti mit Uli Stein und Assi Steffen Freund an seiner Seite zwar ein. Bei der gestrigen 1:2-Pleite gegen die Gastgeber wurden den vermeintlichen Super-Adlern des einstigen Tribünenadlers aber schon im Viertelfinale die Flügel gestutzt.

Mit Berti versuchten dies Nigerias Journalisten im Übrigen gemäß der Vogts'schen Auffassung schon vorher und mäkelten an dem jungen Team um Evergreen Nwanko Kanu (wo war eigentlich Jay-Jay Okocha?) herum, wo sie nur konnten. Das gab von Berti natürlich Zunder, da er sich die Darbietungen seines Teams offensichtlich nicht von den zuweilen nur vor den heimatlichen Fernsehschirmen sitzenden Schreiberlingen zerpflücken lassen wollte. In gewohnter Manier zeigte der Terrier aus Büttgen daher der bösen Fußball-Journalie Zähne und fühlte sich am Ende von dieser als „White Trash“ diffamiert in die Ecke gestellt.

Doch nicht nur Nigerias Fußball-Journalie hatten für den für Vogts unglücklich verlaufenen Afrika-Cup so manche Speerspitze über. Auch Benins Nationaltrainer Reinhard Fabisch ließ sich nicht lumpen : „In Nigeria spielen 1000 hervorragende Techniker, und was macht er? Er verpflichtet Icke Häßler als Techniktrainer.“ Ja, das saß. Vogts will trotz allem als nächste Mission die WM-Quali für Südafrika mit seinen Super-Adlern in Angriff nehmen. Schlägt sich der Terrier demnächst auch noch seine letzten Zähne aus, wird die niemals abgedroschen klingende Phrase „Jenseits von Afrika“ wohl die feine Alliteration „Nagelprobe Nigeria“ ersetzen.

Bergtour'08 # 2: „Ich kann Cordoba nicht mehr hören“

Unser Jogi feierte gestern seinen 48. Geburtstag, zu dem THOR WATERSCHEI dabei an dieser Stelle ebenso herzlich wie aufrichtig quasi ex post gratuliert. Das passende Geburtstagsgeschenk könnte Jogis Löwen ihrem akribischen Bundestrainer wohl mit einem Sieg am Mittwoch in der Generalprobe bei EM-Gastgeber Österreich in Wien beibringen. Doch das dürfte gar nicht so einfach werden, wird in Austria dem Anschein nach seit Wochen angesichts des bevorstehenden Duells bei der Euro Null Acht gefühlt nur noch über das so genannte Cordoba II schwadroniert.

Im österreichischen Blatt Kurier zeigte sich Jogi nun doch etwas angenervt ob etwaiger österreichischer Cordoba-Utopien. Und Löw machte in jenem Interview sogleich in seiner Auftaktantwort Nägel mit Köpfen. Er könne Cordoba langsam nicht mehr hören, diktierte Löw Kurier-Journalist Geiler dabei entwaffnend in dessen Notizblock. THOR WATERSCHEI wird es infolge dessen ebenfalls zu bunt und erklärt sein Klubhaus fortan zur Cordoba-Freien Zone...

P.S.: Außerdem hatte Austria sein C [...] II bereits am 29. Oktober '86...

Sonntag, 3. Februar 2008

Seit 1971

Sonntag, der 3. Februar 2008. Bremer Weserstadion, milder Vorabend. Gestern Abend lief zum x-ten Mal der James Bond-Streifen „Im Angesicht des Todes“ mit einem Roger Moore in seinen besten Jahren auf der Mattscheibe. Zum gefühlt x-ten Mal hat es heut der Verein für Leibesübungen 1848 von der Castroper Straße aus Bochum versucht, an der Weser einen Sieg zu landen. Jupp Tenhagen, Tiger Gerland, Ata Lameck, Katze Zumdick, Rob Reekers, Stefan Kuntz, Dariusz Wosz oder wie sie alle heißen, haben es seit dem ersten Bundesligaaufstieg 1-9-7-1 bislang vergeblich versucht, irgendwie einmal in Bremen einen Sieg zu landen. Eine der wenigen Bochumer, die im Weserstadion tatsächlich Siege bejubeln durften, waren wohl Torsten Legat und Frank „Sprungkraft wie ein Toaster“ (Ge-)Fahrenhorst.

Nur die ackerten ja bekanntlich in der Defensive von Werder herum. Zählt also nicht. Aber dafür zählte es heute. Der Verlauf, natürlich ganz Sabine Töpperwienesk: „Bremen. Führungstor durch Jensen - Vierundvierzigste, noch vor der Halbzeit. Dann kam VfL-Neuzugang Ono in der Siebensundsechzigsten für den blassen Azaouagh und bereitete ne Minute später den Ausgleich des heute überraschend in der Startelf gestandenen Auer vor. Vier Minuten vor Schluss war Ono wieder zur Stelle, flankte auf den Algerier Yahia, der Wiese im Bremer Tor keine Chance ließ. Das war der Siegtreffer für den VfL, ein historischer...“ Ja, was nun VfL? Nen Gruß an Herbie Grönemeyer. Ob er nun ne Hymne über den heutigen Abend schreiben wird? Zurück ins Funkhaus!

Der Eintrag ist ebenfalls auf Goal.com zu finden.

Abgebügelt

Die abgelaufene 5. Kalenderwoche war für das Ehepaar Beckham keine besonders erinnerungswürdige. Mrs. Beckham musste mit ihrer Girlie-Combo dem mangelnden Interesse ihrer Fans Tribut zollen und mehrere Konzerte ihrer Welttournee absagen. Auch Mr. Beckham wird dieser Tage, und wenn auch nur im übertragenen Sinne, Rotz und Wasser geheult haben.

Fabio Capello, jener italienische Maestro der die in den Euro-Qualifikationsfluten abgesoffenen drei englischen Löwen zu neuen Ufern führen soll und mit Beckham in der gemeinsamen Zeit bei Real Madrid schon so manche Scharmützel ausgetragen hat, versagte Beckham nun die Nominierung für das englische Testspiel am kommenden Mittwoch in Wembley gegen EM-Gastgeber Schweiz. Doppelt schmerzhaft für Beckham: es wäre sein 100. Länderspiel gewesen.

Trotz seines eingelegten Trainingsgastspiels bei Arsenal, wo sich Arsene Wenger angeblich über die formidable Fitness und Motivation seines prominenten Gasts wundern soll, bügelte Capello Beckhams Hoffnung auf das Hunderste, ohne mit den dichten Wimpern zu zucken, ab. Beckham solle erst einmal bei seinem Klub L. A. Galaxy Spielpraxis sammeln. Das sieht übrigens auch ein gewisser Sir Alex Ferguson genauso: „Ich bin nicht überrascht und glaube, dass Fabio das Richtige gemacht hat, wenn er sagt, dass er nicht in Form ist um spielen zu können.“

Für Beckham dürfte diese Aussage ähnlich wirken, wie jener Schuh, den ihm einst ein wutentbrannter Ferguson während seiner Zeit bei Manchester United an den Kopf geworfen hat. Zum Trost ernennt THOR WATERSCHEI den nunmehr doppelt abgebügelten verhinderten Jubilar zum neuen T(h)or der Woche...

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 2. Februar 2008

High Noon

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Der 5:1-Kantersieg von Celtic Glasgow im schottischen Pokal beim FC Kilmarnock...

Im Rugby Park von Kilmarnock, das etwa 40 Kilometer vor den Toren Glasgows liegt, konnten einem heute vor allem die Tornetze Leid tun. Denn sechs Treffer an einem solchen trüben Samstag Anfang Februar erlebt man beim FC Kilmarnock nicht alle Tage. Dass das Endresultat gegen den heutigen Gast, den amtierenden schottischen Meister Celtic Glasgow, allerdings nicht gerade zur Aufhellung der ohnehin infolge des vorletzten Ranges der Killies nicht besonders sonnigen Stimmung beitragen sollte, sprach für sich. Nach einer 1:5-Packung werden sich die Killies aus dieser keine schottischen Rosinen herauspicken können.

Das ging vielleicht noch an jenem 5. August 2007, als Kilmarnock doch recht überraschend am 1. Spieltag der langen schottischen Saison ein beachtenswertes 0:0 entführte. Sich Rosinen herauspicken zu können, blieben daher heute Mittag ab 12.00 Uhr in diesem Achtelfinalspiel des schottischen Pokals allein Celtic vorbehalten. Celtic-Striker McDonald brach nach nervösem Beginn der Elf von Gordon Strachan, dem einem irischen Kobold gleichenden rothaarigen Celtic-Coach, den Bann für die heute komplett grüngekleideten Bhoys, die sich doch merklich über ihren Führungstreffer freuten und ihren Torschützen erst einmal euphorisch ins bedauernswerte Tornetz Kilmarnocks schubsten.

Danach machte Celtic im Rugby-Park kurzen Prozess mit den tapferen Gastgebern, erzielte in Abschnitt Zwo weitere vier Treffer und ließ sich auch nicht vom zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Killies beeindrucken. Das Viertelfinale des schottischen FA Cups geht somit ohne den Klub mit zwei sympathischen Känguruhs im Wappen über die Bühne. Damit können sich die knauserigen Killies, der schottischen Schublade entsprechend, die Verpflichtung eines Barden sparen, der nach dem Einzug ins letztjährige schottische Ligapokalfinale unter intoniertem Backpipe-Gedudel im Gleichklang mit leichten Beats die Teilnahme an diesem Endspiel etwas bizarr hymnisierte...

Baskisches Déjà-vu

Der Baske an sich ist scheinbar ein recht eigenwilliger Mensch. Das gilt für das Baskenland als Teil als autonome Gemeinschaft innerhalb des spanischen Königreichs allerdings nicht nur bezüglich des Gehabes gegenüber den restlichen Untertanen des Königreichs von der Iberischen Halbinsel. Auch untereinander geht es zuweilen recht eigenwillig und sogar eigennützig zu.

Der in die zweite spanische Division durchgereichte Traditionsverein Real Sociedad San Sebastian wollte anno 2006 etwa von seinem baskischen Erzrivalen Athletic Bilbao für San Sebastians von Bilbao heißumworbenen Spieler Iban Zubiaurre die nicht gerade preisgünstige Ablöse von 30 Millionen Euro kassieren. Die wollte sich der stolze Nachbar aus Bilbao allerdings von den txuri-urdin nicht aus der Tasche ziehen lassen.

So ereignete sich in der Folgezeit eine baskische Transferseifenoper. Der Umworbene Zubiaurre erwirkte zwar zwischenzeitlich juristisch einen Wechsel, die beiden baskischen Streithähne balgten aber weiter um die Ablössumme. Inwiefern San Sebastian aus dem Umstand Kapital schlagen wollte, dass Bilbao gemäß seines heiligen Klubkodex nur Spieler baskischer Herkunft verpflichtet sowie sich darüber hinaus als inoffizielle baskische Nationalmannschaft ansieht, ist freilich nicht bekannt. Bei San Sebastian jedenfalls bröckelte diese in gewisser Hinsicht patriotische Transferpolitik bereits 1989, als San Sebastian den Iren John Aldridge ins Baskenland lockte.

Dass Bilbao, wo Jupp Heynckes dereinst die schöneren Tage seiner mittlerweile ausgeklungenen Trainerkarriere verbrachte, indes infolge dieser wenig nonchalanten Philosophie in der globalisierten Fußball-Welt nur über eine begrenzte Auswahl bei der Rekrutierung neuer Spieler verfügt, dürfte wohl nicht streitig sein. Da hat es in Bilbao den baskischen Streithahnenkamm durchaus anschwellen lassen, dass der böse Nachbar den Abschied des von Bilbao seinerzeit auserkorenen Zubiaurre ins Estadio San Mamés aus Bilbaos Perspektive perfide erscheinende Art und Weise verhindern wollte.

Der baskische Streithahnenkamm könnte nun aber vielleicht wieder abschwellen. Denn Real Sociedad San Sebastian machte Bilbao kürzlich einen kuriosen Vorschlag zur Bereinigung dieser nervenzehrenden Angelegenheit. Demnach soll Bilbao jetzt nur noch 12 Millionen Euro für Zubiaurre auf den Tisch legen und seinem Erzrivalen dafür garantieren, in den kommenden 100 Jahren 200 Freundschaftsspielen gegen San Sebastian auszutragen.

Bilbaos Antwort hierzu steht noch aus. Noch bleibt das baskische Tischtuch zerschnitten. Stimmt Bilbao zu, wäre das jedenfalls eine neue Art eines baskischen Déjà-vus. Darauf, dass nach Señor Zubiaurre in Bilbao bisher kaum ein Hahn kräht und er paradoxerweise konträr zur Höhe der für ihn geforderten Ablöse sich seine absolvierten Spiele für die inoffizielle baskische Nationalmannschaft gerade einmal an einer Hand abzählen kann, soll an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden.

Freitag, 1. Februar 2008

„Austrianer ist, wer es trotzdem bleibt!“

Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. Heute gibt Wolfgang Gams einen Einblick in seine Leidenschaft für Austria Wien, berichtet von Duellen mit Rapid sowie von missglückten Auswärtsfahrten nach Norwegen, die jedoch die Liebe zu seiner Austria nicht geringer werden ließen - frei nach Friedrich Torberg: „Austrianer ist, wer es trotzdem bleibt!“

Wie die Liebe allgemein ist wohl auch jene zu seinem Fußballverein etwas, das sich nicht rationell beschreiben lässt und eine, die von Jahr zu Jahr größer wird. Zwar zeigt sich bei vielen von uns die Begeisterung für den Fußball und „seinen“ Verein schon im frühen Kindesalter, den hohen Stellenwert seiner Klubfarben, seiner Tradition, der Gemeinschaft und allem, was man ihm verbindet, beginnt man jedoch erst mit der Zeit langsam zu verinnerlichen.

Und so war es auch bei mir, einem kleinen fußballbegeisterten Knabe aus einem kleinen Örtchen südlich von Wien, dessen älterer Bruder bereits Austrianer war und ich von daher schon „vorbelastet“ war - ohne mich anfangs jedoch selbst als großen Anhänger zu bezeichnen. Im Jahr 1992 sollte es dann soweit sein – und ich erinnere mich noch als ob es erst gestern gewesen wäre – der kleine Knabe sollte das erste Bundesligaspiel seines Lebens „live“ im Stadion erleben. Es war damals eine Zeit als der österreichische Klubfußball einmal mehr in der sportlichen Bedeutungslosigkeit zu versinken drohte und die Zuseherzahlen ein Spiegelbild dieser Entwicklung waren. Gerade einmal rund 2.700 Besucher verirrten sich an jenem Tag ins Wiener Franz Horr Stadion um das Spiel Austria Wien gegen FC Linz zu besuchen.

Und obwohl sich nur so wenige Zuseher eingefunden hatten, war ich vom ersten Moment an begeistert vom Spiel am Rasen, der einzigartigen Stimmung und der Atmosphäre in dem Stadion mit seinen alten Tribünen, die ein gewisses, ganz eigenes Flair hatten. Und ich war mir von Anfang an sicher, dass dies mit Sicherheit nicht mein letzter Stadionbesuch gewesen sein sollte.

Was als kleiner Virus angefangen hatte, entwickelte sich bald zu einer starken Infektion. Mit der Zeit wurden es immer mehr Spiele, die ich besuchte. Schließlich auch von der Westtribüne aus, der alten Stehplatztribüne im Horr Stadion, die von der Konstruktion sehr an alte englische Stadien erinnern lässt und die aufgrund des äußerst niederen Daches eine einmalige Akustik bietet und zu der ich bei meinem ersten Besuch noch fasziniert hinübergeblickt hatte. Längst war der Besuch eines Spieles mehr geworden als nur 22 Männern beim Laufen zuzusehen, denn das könnte man ja auch vom Fernseher aus tun - und wahrscheinlich sogar bequemer.

Nein, Fußball war und ist mehr als nur ein Fernsehevent, es ist Emotionen vor Ort zu erleben und dabei Teil einer Tribüne zu sein, die zu einer einzigen Gemeinschaft verschmilzt aus der in all den Jahren auch etliche echte Freundschaften hervor gewachsen sind. Während die Mannschaft am Platz versucht, ihr Bestes zu geben, tun dies die Fans auf den Rängen, vor allem wenn es gegen den großen Rivalen aus dem vierzehnten wiener Gemeindebezirk, Rapid, geht.

Dann, wenn nicht nur die zwei größten Vereine Österreichs aufeinander treffen, sondern sich auch historisch gesehen zwei Fußballphilosophien gegenüber stehen. Während Rapid immer als die rohe Kämpfertruppe galt, stand Austria immer für den technischen, feinen Fußball, für das verliebte Spiel mit dem runden Leder und für den für Wien so typischen „Wiener Schmäh“. Siege, die auf diese Art, auf der Tribüne als akustisch lauterer Block, errungen werden, können dabei sogar über Niederlagen auf dem Feld hinweg trösten.

Doch das wahre „Salz in der Suppe“ eines jeden begeisterten Fußballfans sind die Auswärtsspiele mit seiner Mannschaft. Während es anfangs (ab etwa Mitte der 90er Jahre) nur die Meisterschaftsspiele gegen die großen Gegner in der Ferne waren, entwickelte sich daraus bald eine Art Sucht, bei allen Spielen, ob national oder international, dabei zu sein, neue Länder und Stadien zu sehen, die Stimmung dort zu erleben und Woche für Woche mit den selben Leuten, eine eingeschworene Gemeinschaft, die Mannschaft zum Sieg zu singen.

In all den Jahren sammelte sich so, bei Fahrten quer durch Europa, eine Unzahl an Kilometern an, egal ob unsere Austria uns nun nach Portugal in den Westen, in die Türkei in den Osten oder nach Skandinavien in den Norden führte. Mit dabei unzählige, schöne, unvergessliche Stunden und Momente, die jeden Cent dieser Anstrengungen rechtfertigten.

Wie etwa die auswärts fixierten Aufstiege in die nächste Runde im Hexenkessel von Bilbao oder der Einzug ins EC-Viertelfinale in Saragossa. Mit dabei aber auch „historische“, persönliche Tiefpunkte wie die Auswärtsfahrt ins norwegische Stavanger, als man mit dem Auto von Wien bis ins norddänische Hirtshals fuhr, dort aber aufgrund eines Sturmes sämtliche Fähren gestrichen wurden, man das Spiel in Stavanger schließlich verpasste und somit über 3.500 km „für die Katz“ fuhr - wie man in Wien sagen würde - ohne etwas vom Spiel gesehen zu haben..

Doch das gehört wohl alles dazu. Fußballfan sein heißt eben nicht nur einmal in der Woche den Fernseher einzuschalten sondern aktiv für seinen Verein zu leben. Auch wenn dies auf den ersten Blick oft nicht leicht sein mag – vor allem in Anbetracht der zahlreichen Skandale, die der Fußballsport in den letzten Jahren erleben musste. Wenn der oft zitierte „Volkssport Nummer eins“ zu einem Spielball verschiedener Interessensgruppen verkommt und sich immer mehr von denen entfernt, ohne die es ihn gar nicht geben würde: seine Fans. Doch es wird wohl so sein, wie einst der große wiener Literat Friedrich Torberg meinte und was man wohl auch auf alle anderen Vereine erweitern könnte: „Austrianer ist, wer es trotzdem bleibt!“

P. S.: Wolfgang Gams ist im Übrigen von einem Cordoba II, wann immer es sich auch ereignen mag, fest überzeugt..