Donnerstag, 31. Januar 2008

Hand drauf

Diego Maradona hat gegenüber dem Mutterland des Fußballs mehr oder minder leise sorry für seine Handtor im Viertelfinale der WM 1986 in Mexiko gesagt. „Wenn ich eine Zeitreise machen könnte und die Geschichte umschreiben, ich würde es tun“, sagte Maradona in einem Interview mit der Sun: „Aber ich kann es nicht. Das Tor ist immer noch ein Tor. Wir wurden Weltmeister, und ich war der beste Spieler der Welt.“ Ok, Diego. Hand drauf!



Über Diego

Für Fidel

Für Fidel: Reinhold Fanz wird neuer NationaltrainerKubas. Der gebürtige Schwabe soll Kuba zur WM 2010 nach Südafrika und damit zur ersten Endrundenteilnahme nach 1938 führen.

Kallon United

Der Wahlspruch der lange vom Bürgerkrieg gebeutelten westafrikanischen Republik Sierra Leone ist „Einheit, Freiheit, Gerechtigkeit“. Das rege Unterfangen der Einheit hat sich dabei speziell Sierra Leones bekanntester Fußballer Mohammed Kallon zur Aufgabe gemacht, legte sich Kallon doch anno 2002 für gut 30.000 Dollar den in Sierra Leones Hauptstadt Freetown ansässigen Klub Sierra Ficheries zu.

Diesen benannte er dann kurzerhand in Kallon Football Club um und schuf sich damit ein heimatliches Nest, in das er nach langen Jahren der Wanderschaft durch die Fußball-Welt zurückkehren kann. Denn ein solches Nest hat der eigenwillige Stürmer, in seiner Zeit bei Inter Mailand mit der für einen Stürmer überaus unüblichen Rückennummer drei sowie durch einen Dopingverstoß aufgefallen, steht dem Wandervogel durchaus gut zu Gesicht. Schließlich ist Kallon im Laufe seiner Karriere mit 13 Stationen in 13 Jahren im Fußball-Makrokosmos ganz schön herumgekommen.

Zur Familieneinheit dürfen insofern Kallons ältere Brüder Kemokai und Musa beitragen, die Kallons Nest hegen und pflegen. Bruder Kemokai, selbst einst in schwedischer Fußballprovinz gescheitert, fungiert dabei in Kallons eigenem Mikrokosmos als Abwehrchef und Mannschaftskapitän. Bruder Musa hingegen mimt den Klubchef. Doch das der Kallon F.C. deswegen sogleich mit Eintracht Kallon gleichzusetzen wäre, war nicht immer anzunehmen. Denn jener Musa versuchte sich dereinst auch schon einmal als Coach des Kallon'schen Familienklubs.

Der unbeliebte Musa, wurde allerdings, nachdem seine Spieler ihm die Gefolgschaft gekündigt hatten, von seinem brüderlichen Klubeigner von seiner Traineraufgabe entbunden.Diese Maßnahme trug verständlicherweise nicht besonders zu einem Fortbestand der Familieneintracht bei den Kallons bei. Das äußerte sich unter anderem dadurch dass der gekränkte Musa in einem seinem unehrenhaften Rausschmiss folgenden Ligaspiel einfach seine kleine Tochter in den Mittelkreis setzte und damit erfolgreich verhinderte, dass gegen verblüfften Diamond Stars of Kono ein regelkonformer Anstoß erfolgen konnte.

Dass sich diesem wohl einmaligen „Anstoßboykott“ eine einjährige Sperre anschloß, wird Musa aber wahrscheinlich spätestens seit seiner Ernennung zum Klubchef durch Bruder Mohammed endgültig verkraftet haben.Bruder Mohammed ist übrigens mittlerweile, nachdem er in den letzten Jahren beim AS Monaco und speziell in Saudi-Arabien mit seinen Treffern für Furore sorgte, beim griechischen Tradionsverein AEK Athen gelandet. Dort soll der Wandervogel an der Seite von Altstar Rivaldo griechische Fußballherzen glücklich machen.

Man braucht zwar keine griechischen Orakel beschwören, um zu ahnen, dass Mohammeds Kallons Stippvisite unterhalb der Akropolis irgendwann einmal zu Ende gehen wird. Ebenso sind solche Orakel nicht notwendig, um vorauszusagen, dass Sierra Leones einziger Superstar dann irgendwann zu seinem Kallon F. C. zurückkehren wird. Und wie es derweil aussieht, wird er dort also wieder eine (Familien-)Eintracht vorfinden - man könnte Kallon F. C. deshalb beinah schon Kallon United nennen...

Dieser Artikel ist auch auf Goal.com zu finden.

Montag, 28. Januar 2008

Mehr als Per

THOR WATERSCHEI präsentiert in seiner Eisenfuß-Galerie die "Eisenfüße" aus der weiten Welt des Fußballs. Heute: Dänemarks Ex-Rekordnationalspieler Per Røntved.

Der Däne Per Røntved kann sich in vielerlei Hinsicht mit Franz Beckenbauer die Hand geben. Beide dürfen wohl als wenige Protagonisten aus der weiten Welt des Fußballs den Titel „zwischenzeitlicher Rekordnationalspieler“ ihres Landes führen. Der deutsche Fußball-Kaiser bringt es bekanntlich auf 103 Einsätze, Røntved weist nach seinem letzten Länderspiel für Dänemark gegen die nordischen Nachbarn aus Norwegen im November 1982 75 Einsätze vorweisen. Der Lauf der (Fußball-)Geschichte führte jedoch mittlerweile zur jeweiligen Ablösung als Rekordinternationaler - speziell der blonde dänische Torwarthüne Peter Schmeichel hat dabei mehr Länderspiele auf dem Buckel als der gute Per.

Røntved und Beckenbauer waren ebenfalls immer mal wieder für ein Eigentor gut. Gut genug war Røntved, der gestern sein 59. Lebensjahr vollendete, übrigens auch in den Siebzigern für Werder Bremen. Dort glänzte Dänemarks Fußballer des Jahres von 1972 zunächst als Mittelfeldspieler, danach als torgefährlicher Abwehrspieler sowie als erster ausländischer Kapitän der Hanseaten. Das Ottonische Zeitalter erlebte Röntved an der Weser zwar nicht mehr mit. Das frischgebackene Mitglied in THOR WATERSCHEIs "Galerie der Eisenfüße" wollte seine Laufbahn eigentlich in seiner dänischen Heimat und in den USA genügsam ausklingen lassen. Doch diese wurde infolge einer Hirnblutung, die Røntved während eines mit seinem Bruder ausgetragenen Seilspringwettkampf erlitt, abrupt beendet.

Sonntag, 27. Januar 2008

Irrläufer

Im Laufe des gestrigen Samstags ist offenbar irrtümlich ein an Lothar Matthäus adressiertes Telegramm des Deutschen Fußball-Bundes ins THOR WATERSCHEI-Klubhaus hineingeflattert. Der Wortlaut der irrgelaufenen Depesche? Seht selbst:

Deutscher Fußball-Bund e.V. (DFB)

Postanschrift:
Hermann-Neuberger-Haus
Otto-Fleck-Schneise

660528 Frankfurt/Main

Herrn
Lothar Matthäus
Postfach 0815
80066 München

Betreff: Trainerschein

Hatten ein Gespräch mit Franz +++ Brauchst ja noch den Trainerschein +++ Haben daher einstimmig einen Sonderlehrgang für Dich beschlossen +++ Haste Dir ja schließlich nach den ganzen Jahren verdient +++ Halte Dich in der Zeit von Februar bis Mai bereit +++ Dein Lehrer wird Rute +++ Besorg Dir schon mal Stifte, nen Block und ein paar Schnellhefter (Herlitz) +++ Die Bücherliste schickt Matze Sammer Dir noch zu +++ Die Antwortliste auf die Prüfungsfragen ebenfalls +++ Rückfragen bitte an Rute +++ Machet Lothar +++ ENDE

THOR WATERSCHEI hat das Telegramm natürlich unverzüglich und diskret in Lothars Loge im Klubhaus weitergereicht.

Wegweiser in Lothars Loge

Alter Schwede

Alter Schwede, hat der sich aber eine „Alte Dame“ angelacht, mag man in feinstem Plauderton sinnieren. Es geht hier um Olof Mellberg, seines Zeichens Abwehrchef der schwedischen Nationalmannschaft und des englischen Traditionsvereins Aston Villa. Im Villa Park zu Birmingham gefiel Mellberg stets durch verlässliche Leistungen, robustes Spiel, zielgenaue Grätschen und brillantes Kopfballtiming, war jedoch mit Villa die meiste Zeit im Mittelmaß der Premier League vertieft.

Gefallen an Mellbergs Qualitäten hat kürzlich übrigens Juventus Turin gefunden. Und ohne zu Lavieren hat sich die mittlerweile wieder etwas ehrwürdiger erscheindende italienische Signora die Dienste des Innenverteidigers gesichert. Für Mellberg ist dies mit 30 Jahren noch einmal ein kleiner Karrieresprung. Mellberg wandelt damit bei Juve auf den (schwedischen) Spuren des legendären Kurt Hamrin und heutzutage nicht gänzlich unbekannten Zlatan Ibrahimovic. Die Rückennummer 4, die Mellberg bisher auch bei Aston Villa trug, ist bei der Vecchia Signora für den neuen T(h)or der Woche jedenfalls noch frei.

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 26. Januar 2008

Kein Waterloo

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich daher von nun an in seiner Rubrik SATURDAY regelmäßig ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Das Gastspiel des englischen Sechstligisten Havant & Waterlooville an der altehrwürdigen Liverpooler Anfield Road.

Da blieb den treuen Liverpools-Fans auf dem Kop doch glatt ihr sonores "You'll never walk alone" im Halse stecken, als der tapfere Sechstligist Havant & Waterlooville heute an der altehrwürdigen Anfield Road in den ersten 45 Minuten der teilweise bizarr anmutenden Viertrundenpartie im FA Cup zweimal in Führung ging. Abwehrrecke Jamie Carragher strich sich dabei besonders nervös auf der Liverpooler Ersatzbank sitzend mit seinen großen Händen über seine Stirn. Wischte er angesichts der drohenden größten Blamage der glorreichen Liverpooler Klubhistorie etwa den Angstschweiss fort? Mr. Carragher konnte jedenfalls am Ende doch noch aufatmen.

Denn Liverpools Schlüssel zum Erfolg kam heute aus Israel, heißt Yossi Benayoun und erzielte, wie zuletzt bei einem den Reds etwas leichter gefallenden 8:0-Sieg über Besiktas Istanbul in der Champions League, drei Treffer und sorgte doch noch irgendwie für ein halbwegs standesgemäßes Ergebnis gegen den Underdog aus dem Süden Englands. Dass Sturmschlaks Peter Crouch letztlich noch das 5:2 drauflegte, machte da für Havant & Waterlooville den Kohl auch nicht mehr fett.

Einzig für Havants Torsteher Kevin Scriven, da dieser sich den ihm zuvor von der Sun für einen "cleen sheet"* hoch und heilig versprochenen Mercedes nun abschminken kann. Dem Kop wars egal. Der hatte seine Stimme schließlich wiedergefunden. Nicht verwunderlich, hatten Gerrard & Co. ein Waterloo gegen die Halbprofis von Havant & Waterlooville ja gerade noch vermieden. Man kann sich denken, welches Liedchen der Kop noch kräftig intonieren sollte. Ein gewisser Abba-Schlager war es jedenfalls nicht...

*Als "cleen sheet" wird auf der Insel ein Spiel ohne Gegentreffer bezeichnet.

Ball rein und Ende

Lukas Podolski unser aller Prinz Poldi hat derweil beim FC Bayern, ebenso wie sein Schweini-Bruder im Geiste, recht wenig zu lachen. Weder einen Wechsel zu Manchester City noch einen Wechsel zu seinem FC gestattete ihm Uli Hoeneß. Von einer Prinzen-Rolle zu Werder Bremen ganz zu schweigen. Da bleibt dem guten Poldi wohl beim FCB wohl wieder nur die Ersatzbank. Ersatzbank, puh.

Diesen bösen Begriff erläutert Poldi auf seiner Homepage zwar ziemlich nüchtern a la da kann man durchaus mal sitzen. Dann muss man eben im Training wieder beweisen, dass man zur ersten Elf gehört. Mittlerweile hat Poldi dort beim FCB aber wohl ausreichend Sitzfleisch bewiesen. Der Typ Thomas Berthold ist er freilich noch nicht. Bisweilen macht man sich jedoch gewaltige Sorgen, ob "General" Ottmar seinem Schützen Poldi genügend Gelegenheiten gibt, sich für die Euro Null Acht warmzuschießen.

Wie gut, dass Matthias Sammer die Sorgen nicht mehr zu Falten auf der höher werdenden Stirn verkommen lässt, sondern Poldi nun riet, sich nicht zu schade sein zu dürfen auch in der Regionalliga Spielpraxis zu sammeln. Das, lieber Poldi, sieht THOR WATERSCHEI, auch wenn es Dir auf den Keks (*Räusper*) gehen sollte, genauso. Denn der Feuerkopf aus Dresden meint es ja schließlich nur gut.

Deshalb hat THOR WATERSCHEI dann auch schon mal die nächsten Termine der Zweiten des FC Bayern herausgesucht. Zunächst gehts nach Frankfurt, nicht zur Eintracht, sondern zum FSV an den Bornheimer Hang. Dann kommt Unterhaching mit dem Bruder von Schweini. Ne Woche drauf warten die Stuttgarter Kickers in ihrem schmucken Stadion unterm Fernsehturm. Mal sehen, ob Du Dich darauf einlässt. Wie heißt es noch auf Deiner Homepage, lieber Poldi? Ach ja, Ball rein und Ende...

Hopp Schwyz

Ottmar Hitzfeld wird im Sommer Abschied von der Trainerbank des FC Bayern nehmen. Das ist amtlich. Nur wen „der General“ künftig kommandieren wird, dass steht bislang noch in den Sternen. Kühne Kaffeesatzleser vermuteten bislang zum einen, dass Hitzfeld wohl endgültig in Rente gehen wird, sofern ihm die Hoebeckennigge-Troika weiter zusetzt.

Zum anderen galt auch der Trainerposten bei der Schweizer Nati als mögliche Option, zumal Hitzfeld in der Schweiz in seiner einstigen Wahlheimat noch immer über eine gute Reputation verfügt. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hat Hitzfeld die These der letzterer Analytiker, die gewissermaßen die Wahrscheinlichkeit der Schweizer Option errechneten, bestätigt.

„Ein Land zu vertreten, auf einen Punkt genau eine Mannschaft zu trainieren und sich für die WM 2010 zu qualifizieren, das wäre doch ein guter Übergang für mich in den Trainerruhestand“, offenbarte sich der 59-Jährige. Der Druck und die Erwartungshaltung wären zwar auch in der Schweiz groß, aber laut Hitzfeld „wäre alles überschaubar“. Wenn man so möchte, ist Fußball also doch Mathematik, gell Herr Rummenigge. Manchmal muss man halt nur eins und eins zusammenzählen. Hopp Schwyz, Herr Hitzfeld.

Freitag, 25. Januar 2008

My Arsenal # 13: EINS zu FÜNF

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Wie heißt es auf der Insel doch so schön: Carling Cup gleich Careless Cup. Bevor dieser kleine Eintrag hier zustande kam, herrschte im THOR WATERSCHEI-Klubhaus angesichts der Klatsche von sage und schreibe - EINS zu FÜNF - des im Klubhaus doch so hochverehrten FC Arsenal bei seinem Erzrivalen Tottenham Totenstille. White Hart Pain wird daher schon die ehrwürdige Arena in Tottenham genannt.

Gut, wandte so mancher Klubhaus-Besucher ein, es sei doch nur das Rückspiel in dem nich so wirklich ehrwürdigen englischen Ligapokals,des Carling Cups, gewesen. Doch sich solch eine deftige Packung ausgerechnet bei den ungeliebten Spurs abzuholen, da rutschte dem Adebayor vor lauter Frust sogar gegen Bendtner die Hand aus. Armes Arsenal, zumal es die erste Niederlage gegen den Nachbarn im neuen Millenium sowie nach acht Jahren war. Acht Jahre ungeschlagen...wahrlich ein lange Durststrecke. Da wird man sich an der White Hart Lane möglicherweise noch lange von erzählen.

Und wie die hochverehrte Frau B in ihrem charmanten Blog mitteilte, kann der gemeine Heißsporn Tottenhams Triumph bereits auf DVD im Fanshop der Spurs erwerben und sich diesen nun so oft auf dem heimischen Bildschirm anschauen, wie er möchte. Die Mindesthaltbarkeitsdauer der schnell gepressten Film-Scheibe soll übrigens acht Jahre betragen...

P.S.: Jens Lehmann hat sich die fünf Dinger im Übrigen nicht eingefangen...

Drei von der Tankstelle?

Sind das die Drei von der Tankstelle? Bei einer Abstimmung auf dem Internetportal thepeoplesclub.com wurde der ganz links abgebildete junge Herr zum hässlichsten Kicker der Welt gewählt.

Der Herr auf der rechten Seite, der an seinem formvolledeten Überbiss zu erkennen ist und den Daumen in Richtung des sogenannten Schönheitskönigs hebt, wurde Zweiter. Der Dritte im Bunde, der angeblich auf den Spitznamen "Apache" hören soll und von dem Sieger dieser kleinen Wahl herzhaft in den Armen genommen wird, wählten die abstimmenden rund zweieinhalb Tausend britischen "Ladys" auf Rang drei...

Donnerstag, 24. Januar 2008

Ohne Geparden

Hilfe, die Euro ist ja bereits in diesem Jahr. So mancher Zeitgenosse hat sein Urteil daher schon gefällt. Co-Gastgeber Österreich darf zwar in seiner Kapitale Wien das Endspiel dieser Euro veranstalten. Ansonsten spielt der Organisator anno Null Acht trotz etwaiger Cordoba-Fantasien angesichts seiner wenig Prohaskaesken Kicker keine Hauptrolle. Damit sich solch skeptische Visionen nicht bewahrheiten, rottet der gute Josef Hickersberger zurzeit seine besten Akteure vor den letzten Freundschaftsspielen zusammen.

Plötzlich beorderte "Hicke" dabei unter anderem den zuletzt suspendierten England-Legionär Emanuael Pogatetz sowie in den Portugal stürmenden Roland Linz, der jüngst bekanntlich im UEFA-Cup einen Treffer im Tor von Olli Kahn versenkte, in seinen Kader für das österreichische Testspiel gegen Deutschland - die "Cordoba-Wiederholungsgeneralprobe". Einer der besten Kicker Österreichs findet sich hingegen in Hickes erlauchten Kreis nicht wieder: Paul Scharner, der gemäß dem Motto seiner Internetseite den Weg des Geparden *Hüstel. Pardon.* beschreitet.

Der selbsternannte Gepard hatte seinerzeit etwas zu laut in Richtung Hickersberger und sich damit bei diesem aufs sogenannte Gepardenabstellgleis gebrüllt. "Hicke" wandte Scharner trotz dessen beachtlichen Leistungen beim Premier League-Klub Wigan den Rücken zu und schloss eine EM-Teilnahme Scharners kategorisch aus. Inzwischen ging der Gepard freilich etwas auf Kuschelkurs zu Hicke und hat nach versöhnlichem Knurren und einem missglückten Anruf auf dem Handy des österreichischen Fußballidols wohl dafür gesorgt, dass "Hicke" eine EM-Teilnahme Scharners unterdessen nur noch als "sehr unwahrscheinlich" einstuft.

Dass darf man wohl wiederum derart werten, dass "Hicke" seinem aufsässigen Gepard nicht sogleich das Fell über die Ohren ziehen wird und der vielleicht bei der Euro Null Acht doch noch seine Krallen ausfahren darf. Die Scharner-Soap wird also unverrichteter Dinge weitergehen...

Only Jari Lightmanen?

Jari Litmanen, die finnische Ausgabe von Johan Cruyff, ist wohl zweifellos Finnlands bester Fußballer aller Zeiten. Gut, aus dem Rostocker Ostseestadion wurde "Litti", wie er in seiner Heimat auch gerne genannt wird, vor wenigen Jahren recht schnell weggeweht. Mit Ajax Amsterdam, Barcelona und Liverpool kann der mittlerweile 36-Jährige aber in seiner titelreichen Vita mit so einigen beeindruckenden Stationen aufwarten. In den letzten Jahren ist es nun um den filigranen Spielmacher etwas ruhiger geworden. Vor allem nagte der Zahn der Zeit an dem neunmaligen (!) finnischen Fußballer des Jahres, der sich zuletzt beim südschwedischen Erstligisten Malmö FF verdingte.

Denn nach einer langwierigen Achillessehnenverletzung wurde Litmanens Vertrag in Malmö aufgelöst. Das hinderte den vereinslosen 110-fachen Nationalspieler allerdings nach seiner Genesung nicht daran, weiter den blau-weißen Dress seines Heimatlandes zu tragen. Gleichwohl schien sich Ende letzten Jahres Litmanens lange Karriere allmählich seinem verdienten Ende zuzuneigen, erblickte doch so mancher finnische Fernsehzuschauer bei Litmanen in einem Interview nach der finnischen EM-Qualifikationspartie gegen Aserbaidschan feuchte Augen und führte diese Gefühlsregung der eher emotionslos wirkenden Mittelfeld-Ikone darauf zurück, dass dieser wahrscheinlich sein letztes Heimspiel im Trikot der Huuhkajats (Uhus) bestritten hatte.

Doch Litmanen spielte nichtsdestotrotz die EM-Quali munter zu Ende und ließ jüngst mal wieder aufhorchen, als er eine Einladung zum Probetraining beim FC Fulham, dem Vorletzten der Premier League, annahm. Dass der finnische Cruyff sich den harten Abstiegskampf auf der Insel mit seinen mitunter maladen Knochen noch einmal antun würde, hätte man wohl nach sämtlichen vor den finnischen Fernsehschirmen gebrauchten Tempos nicht unbedingt für möglich gehalten. Trainer bei dem Klub aus dem Londoner Südwesten ist übrigens Roy Hodgson.

Der Schotte war noch bis Dezember finnischer Nationaltrainer und hat seit dem Beginn seines Engagement bei den Cottagers wahrlich noch keine Bäume ausgerissen. Von fünf Pflichtspielen verlor Fulham vier und unterlag kürzlich sogar im Wiederholungsspiel im FA Cup dem Drittletzten der dritten englischen Liga, den Bristol Rovers. Nach dem unglücklichen Auftakt seiner Amtszeit möchte Hodgson offenbar tatsächlich Veteran Litmanen im tiefsten Spätherbst seiner Karriere ins Craven Cottage lotsen .

Diesem Plan zugrunde liegt im Übrigen Hodgsons einfache Theorie, dass solch große Spieler wie Litmanen trotz mehrmonatiger Spielpause das Fußballspielen nicht so einfach verlernen könnten. Man darf also gespannt sein, wie sich die Angelegenheit weiterentwickelt. Eine Lightausgabe des besten finnischen Kickers aller Zeiten, eine Art "Jari Lightmanen" können die tapferen Cottagers aber wohl eher nicht gebrauchen. Für Litmanen selbst könnte es daher trotz seiner noch so beeindruckenden Vita im Falle eines negativen Endes seines zweiten England-Abenteuers heißen: Alter schützt vor Torheit nicht...

Der Artikel ist ebenfalls auf Goal.com zu finden.

Dienstag, 22. Januar 2008

From Russia with Love

Die Nachhut von Roman, dem großen Abramowitsch, will offenbar London erobern. Neue russische Oligarchen, die sich bedürftige englische Traditionsklubs auf dem Silbertablett servieren lassen, sind damit freilich nicht gemeint. Mit dem russischen Meister Zenit St. Petersburg und dem FK Moskau wollen künftig zwei Klubs aus der ersten russischen Liga Gastspiele in der Themse-Metropole veranstalten. Diese sollen natürlich beim im "Stadionski" des FC Chelski an der Stamford Bridge steigen.

Neben dem Werbeeffekt, den die cleveren Initiatoren dieser Idee sich für die erste russische Liga erhoffen, haben diese in liebevoller russischer Nächstenliebe auch an ihre in London lebenden Landsleuten gedacht, denen ein gepflegter russischen Kaviar-Kick geboten werden soll. Damit dies klappt, plant man übrigens zufälligerweise Roman, den großen Abramowitsch, ins Boot zu holen. Ungeklärt ist allerdings bislang, ob die beiden Klubs noch kurzfristig ein paar einheimische britische Kicker für ihr Insel-Intermezzo loseisen wollen, damit sich womöglich auch noch ein paar englische Zuschauer an der Stamford Bridge verlieren. Daswidanje in London.

Montag, 21. Januar 2008

Ein Gruß in Volzys Cottage

THOR WATERSCHEI präsentiert in seiner Eisenfuß-Galerie die "Eisenfüße" aus der weiten Welt des Fußballs. Heute: England-Legionär Moritz Volz

Moritz Volz ist schon irgendwie ein besonderer Fußballer. Denn den Bogen mit der Leichtigkeit des Seins hat der gebürtige Siegerländer, der schon mit 16 zu Arsenal wechselte, wohl raus. Nimmt "Volzy", der in der Klinsmannschen Bundestrainer-Ära zum Beinahe-Nationalspieler avanciert ist, sein Kicker-Dasein im Craven Cottage seines FC Fulham im Südwesten Londons mit einem gehörigen Schuss Selbstironie hin.

Ganz zu schweigen von Volz' augenzwinkernder Affinität zu einem gewissen David Hasselhoff, die der Journalist Ronald Reng schon in einem bemerkenswerten Artikel über Volz Anfang 2007 in der ZEIT schrieb. Da wunderte sich gar der seriöse Guardian und klopfte dem deutschen Rechtsverteidiger anerkennend auf die Schulter: "Moritz Volz ist auf Mission, sämtliche Stereotype zu unterlaufen. Er ist ein Deutscher mit Humor. Er ist sogar ein Deutscher und ein Fußballer mit Humor." Das saß, ebenso wie ansonsten so manche Grätsche des seit heute 25-Jährigen im Abstiegskampf der Premier League oder sein Treffer im November 2006 bei Chelsea, der zugleich der 15.000 in der Geschichte der Premier League war.

Dort steht Volz, im Nebenberuf übrigens Kolumnist der Times, zwar zurzeit mit Fulham als Vorletzter mitten im Fahrstuhl in Richtung zweiter englischer Liga. Aber in der Nähe des Tabellenkellers haben sich Volzys Cottagers ja in den vergangenen Jahren ebenfalls stets aufgehalten und mit ihrem deutschen Publikumsliebling noch immer recht humorlos den Klassenerhalt zustande gebracht . Wer zuletzt lacht, lacht schließlich am besten. THOR WATERSCHEI sendet einen Geburtstagsgruß in Volzys Cottage und nimmt den Jubilar ehrenhalber in seine Galerie der Eisenfüße auf...

Querpass: Zu Volzy.com

El Muro

Niederländischer Walter Ulbricht? "Jeden Tag heißt es, dass ich etwas falsch mache. Aber sobald ich aus dem Auto steige, schaue ich in acht Kameras. Die Presseleute kommen sogar in die Kabinen", jammerte Valencias Coach und unserer einstiger T(h)or der Woche Ronald Koeman den Bau einer Mauer um das Trainingsgelände des spanischen Traditionsvereins. Der Klub von Timo Hildebrand ist nach seiner Talfahrt und einigen Patzern von Hilde nur noch wenig glorreicher Siebter der Primera Division. Ob der gute Timo hinter den Steinen seinen wackeligen Stammplatz untermauern kann?

Sonntag, 20. Januar 2008

Don Quichotte

Der Jürgen ist ein Weltmann. Er war ja immer ein Gegenpool zu mir“, sagte dereinst Lothar Matthäus über seinen Intimfeind Jürgen Klinsmann. Klinsmann ein Weltmann, Matthäus in der Welt lediglich herumgekommen?

Jedenfalls scheint Klinsmann, der eigenwillige schwäbische Eigenbrötler, nicht nur ein Mann von Welt zu sein, sondern zugleich „LM“ all das zu nehmen, was dieser begehrt. Übernahm Klinsi doch zunächst das Bundestrainer-Zepter, krempelte den DFB und die Nationalelf um und feierte eine furiose WM. Jüngst schienen die Nachrichtenticker schier zu explodieren, als bekannt wurde, dass Klinsi neuer Bayern-Coach wird. Und Matthäus, der Leidgeplagte? „LM“ ward wieder einer Chance beraubt, endlich als Trainer Fuß zu fassen und seinem FC Bayern als Coach vorzustehen.

Die Reaktion? Getreu dem Credo, Klinsmann nicht die Butter auf dem Brot zu gönnen, propagierte „LM“, dass auch er als Hitzfeld-Nachfolger im Gespräch gewesen sei. „Ich hatte auch ein Gespräch mit Karl-Heinz Rummenigge. Ob ich die 1a- oder die 1b-Lösung war, bleibt einmal dahingestellt.“ Die Entscheidung der Bayern zugunsten Klinsmann sei ohnehin diskussionswürdig und ebenfalls zu diskutieren, ob der dritte Rang bei der WM 2006 ein Erfolg gewesen sei.

Dass Matthäus Klinsmann offenbar nicht als Trainer von seinem Range ansieht. Mit dieser kühnen Auffassung hielt der Franke erwartungsgemäß nicht hinterm Berg. Klinsmann sei „ein Neuling, ein Neueinsteiger als Trainer, was das Tagesgeschäft betrifft. Auch bei der Nationalelf war er mehr Repräsentant und nicht Trainer“.

Leider kommen Matthäus' verbale Scharmützel gegen Klinsmann einem aussichtslosen Kampf gegen Windmühlen gleich. So watschte ausgerechnet Kalle Rummenigge Matthäus, allmählich dem Ritter von der traurigen Gestalt Don Quichotte anmutend, in dieser Woche gehörig ab. Matthäus habe bei der Suche nach einem neuen Coach keine Rolle gespielt. Seither ist es still um den fränkischen Don Quichotte geworden, dessen Kampf gegen die Klinsmannschen Windmühlen, wie THOR WATERSCHEI prophezeien möchte, vermutlich weitergehen wird.

THOR WATERSCHEI will nun an dieser Stelle keine Lanze für den traurigen Ritter Lothar Matthäus brechen und ernennt diesen stattdessen zum neuen T(h)or der Woche...

Über den T(h)or der Woche

Pro Plebiszit

Welch huldvolle Geste. Auf den Webseiten des englischen Traditionsvereins FC Middlesbrough und von Eintracht Frankfurt ist der werten und treuen Anhängerschaft nun jeweils gestattet, über das künftige Trikot-Design ihres Lieblingsklubs zu entscheiden. Das direkt demokratisch anmutende Prinzip des Daumen hoch und Daumen runter per Mausklick hält also Einzug in den Fußball-Zirkus.

Während es man sich im nordenglischen Middlesbrough, wo ja ein gewisser Robert Huth inzwischen seine Zelte aufgeschlagen hat, mit drei kaum von einander zu unterscheidenden Designvorschlägen noch recht einfach macht, gingen einem Aufruf der Eintracht folgend über 600 Vorschläge von den Fans für das neue Jersey ein. Aus diesem Sammelsurium wählte nun eine Jury um Eintracht-Kapitän Ioannis Amanatidis 16 Entwürfe aus, aus denen die Frankfurter Anhänger bis zum 24. Januar das Eintracht-Auswärtsdress für die kommende Saison küren dürfen.

Samstag, 19. Januar 2008

Einwurfkönig

Uwe Reinders ist ja eigentlich der ungekrönte Einwurfkönig der Fußball-Welt. Hach, wie gerne erinnert man sich an jenen Tag im Sommer 1982, als Reinders Bayern-Keeper Jean-Marie Pfaff bei dessen Bundesliga-Debüt im Bremer Weserstadion einfach ins Tor warf. Gut, hätte der Belgier den Ball einfach ins Tor trudeln lassen, dann wäre dem Tor die Anerkennung versagt geblieben.

So ist aber der Verlauf dieser kleinen Geschichte. Etwas anders verlaufen ist übrigens die Geschichte der Nationalmannschaftskarriere des Bremer Einwurfkönigs. Anno 1982 nominierte Jupp Derwall, der liebe (Fußball-) Gott hab ihn selig, Reinders für die anstehende WM in Spanien. Wie das hochverehrte VFLog hat THOR WATERSCHEI Michael Schanzes formidables (*Hüstel*) WM-Liedchen Olé Espana übrigens ebenso noch im Ohr.

Und offensichtlich, frei nach Cindy und Bert, angetrieben von wohlklingenden spanischen Gitarren sollte Reinders schließlich in Espana drei seiner vier Länderspiele bestreiten. Ein Einsatz in dem deutsch-französischen Elfmeter-Thriller von Sevilla sowie im Finale gegen Italien blieb dem späteren Frankreich-Legionär aber verwehrt. Denn der Legende zufolge war der gebürtige Essener mit dem kultig-buschigen Schnauzbart kurz vor dem WM-Halbfinale gegen Platinis Equipe auf seinen Adiletten in der Dusche seines Hotelzimmers ausgerutscht und hatte sich dabei schwer verletzt.

Das hatte für Deutschlands damaligen Dreizehner (ja Reinders war ein "numerischer" Nachfolger des Bombers der Nation) leider zur Folge, dass die WM und letztlich auch Karriere des unglücklichen "Adiletten-Uwe" mit dem Adler auf der Brust beendet war. Nichtsdestotrotz feiert Reinders heute übrigens seinen 53. Geburtstag und ist "eigentlich" Mitglied in der Trainergilde. Dort ist ihm aber schon lange kein großer Wurf mehr gelungen, anders als 1982 gegen Monsieur Pfaff...

Freitag, 18. Januar 2008

Uerdinger

Schon bei Goethes Faust schlugen bekanntlich zwei Herzen in einer Brust. Warum soll das nicht auch bei Pete Doherty, den exzentrischen britischen Barden, möglich sein. Der war zwar wortspielerisch gesagr schon immer irgendwie ein Libertine (Freigeist), auf die Loyalität zu seinen Lieblingsfußballklubs lässt Doherty offenbar nichts kommen.

Dass die Queens Park Rangers in seiner englischen Heimat Dohertys Leib- und Magen-Verein sind, wurde den werten Lesern dieses kleinen Blogs bereits erschöpfend aufs Butterbrot geschmiert. Doherty bekannte nun allerdings, dass in Deutschland ausgerechnet der KFC Uerdingen, der früher als Bayer 05 Uerdingen anno '85 einen DFB-Pokalsieg feierte, sein Klub sei. „Mein Club in Deutschland ist Bayer Uerdingen. Leider krebsen die jetzt ziemlich weit unten rum. Aber das ist ein netter kleiner Betrieb“, erläuterte der 28-Jährige jüngst in einem Interview. Mit seinen Eltern wohnte Doherty, dessen Vater als Major der britischen Streitkräfte am Niederrhein stationiert war, seinerzeit an der Gutenbergstraße in Krefeld.

Als Siebenjähriger soll Doherty im Frühjahr 1986 auch das „Wunder von Uerdingen“, den 7:3-Europapokal-Triumph über Dynamo Dresden selbst live in der Grotenburg-Kampfbahn miterlebt haben. Die Initiatoren des Bündnis zur Rettung des kurz vor der Insolvenz stehenden KFC Uerdingen, „Krefeld wählt“, haben bereits Kontakt zum Management des Skandal-Rockers aufgenommen, um Doherty, der im Rahmen seiner Deutschland-Tournee ohnehin in seiner alten Heimat weilt, zu einem Kommen zu den beiden Benefiz-Partie am 19. und 21. Januar gegen Rot-Weiß Oberhausen und den MSV Duisburg zu bewegen.

Elf Weisheiten von „King Kev“

In Newcastle herrscht nach der Rückkehr von „Mighty Mouse“ Kevin Keegan auf die Trainerbank der zutiefst mittelmäßigen „Magpies“ zurzeit eine regelrechte Keeganmania. Gilt der 1,64 Meter große frühere Weltklassenkicker doch dort als der neue Heilsbringer. THOR WATERSCHEI hat aus diesem Anlass in dem bunten Zitatenschatz* gekramt, den „King Kev“ im Laufe seines langen Fußballerlebens hinterlassen hat...

1. „Die Tasche des Schiedsrichters ist wie ein Toaster, nach jedem Tackling springt eine gelbe Karte heraus.“

2. „Ich glaube nicht, dass irgendwer größer oder kleiner als Maradona ist. “

3. „Ich weiß, was um die Ecke passiert, ich weiß nur nicht, wo die Ecke ist.“

4. „Die heute 33- oder 34-jährigen werden bei der nächsten Weltmeisterschaft 36 oder 37 Jahre alt sein, wenn sie nicht aufpassen.“

5. „Trotz seiner weißen Schuhe ist er wirklich schnell.“

6. „Und seine Stärke, das ist seine Stärke.“

7. „Sie sind die zweitbeste Mannschaft der Welt, und es gibt kein größeres Lob als das.“

8. „Ich bin nicht enttäuscht, sondern nur enttäuscht.“

9. „Chile hat drei Möglichkeiten: Sie können gewinnen oder verlieren.“

10. „Auf eine Art sind Krämpfe schlimmer als ein gebrochenes Bein.“

11. „Die Deutschen haben nur einen Spieler unter 22 Jahren, und der ist 23.“

*[Quelle: Wikipedia]

PS.: Für diejenigen, die King Kev auch noch ein Liedchen trällern hören wollen.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Uns Udo

Ja, was hat Udo Lattek nicht alles in seiner Trainerkarriere erreicht. Titel über Titel mit dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach, hat uns mit seinem tristen blauen Pullover beglückt und überdies noch versucht, einem Jüngling namens Diego Maradona zu Anfang der Achtziger beim FC Barcelona Manieren beizubringen.

Sonntag für Sonntag schenkt "Uns Udo" uns nun seine Kommentare, Sprüche und verbalen Blutgrätschen in dem Stammtisch von Jörg Wontorra, an dem es nur das olle Krombacher gibt. Heute vollendet der Trainer-Rentner seinen 73. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch, Udo, der Du uns den Satz schenktest: "Die spielen taktisch gut, obwohl sie ohne Takti spielen." Darauf ein olles Krombacher, auch ohne den ollen Wonti.

Englischer Torhüter?

Der arme Timo Hildebrand kommt in Valencia einfach nicht auf die Beine. Zuletzt wurde die deutsche Nummer zwei nach einem spielentscheidenden Patzer bei Atletico Madrid von der bösen spanischen Presse gar als „englischer Torhüter“ verballhornt...

Montag, 14. Januar 2008

Eiche aus der Abwehr

THOR WATERSCHEI präsentiert in seiner Eisenfuß-Galerie die "Eisenfüße" aus der weiten Welt des Fußballs. Den Anfang macht HSV-Ikone Peter Nogly...

Wenn der heute nicht mehr ganz so blutjunge HSV-Anhänger den Namen Peter Nogly hört, da werden ihm wohl die Ohren klingen . Denn der Eisenfuß aus Travemünde sorgte schon lange vor Ditmar Jakobs in der HSV-Hintermannschaft für Ordnung . Ab anno 1969, als sogar noch "Uns Uwe" und Charly Dörfel ihre Kreise bei den Rothosen zogen, verschaffte sich Nogly in der Bundesliga durch seine kompromisslose Art schnell Respekt bei der Stürmer-Zunft und ward im Hamburger Volkspark ob seiner Zuverlässigkeit und Standfestigkeit nur noch Eiche gerufen.

In den Siebzigern folgte für Nogly dann an der Elbe unter anderem mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft anno 1979, des DFB-Pokals '76 und ein Jahr darauf des Europapokals der Pokalsiegers eine große Zeit. Noglys Zweikampfstärke blieb daher auch Bundestrainer Helmut Schön nicht verborgen, der den Rautenträger in seinen Kader für die EM 1976 berufen sollte, nach der sich auch der einsatzlose Reservist Nogly nach Uli Hoeneß' Schuß in den Belgrader Nachthimmel Vize-Europameister nennen durfte.

1977 , ausgerechnet beim letzten und 103. Beckenbauerschen Länderspiel in Paris sollte dann für die Hamburger Abwehr-Eiche die erste Stunde im deutschen Nationaldress schlagen - Nogly kam und der Kaiser ging also. Letztlich brachte es der amtierende Trainer des Hamburger Amateurvereins VfL 93, der heute sein 61. Lebensjahr vollendet hatauf insgesamt vier Länderspiele. Nach dem Ende der Nogly-Ära im Volkspark ließ dieser nach Ausflügen in Nordamerikas Operettenliga und zur Berliner Hertha Mitte der Achtziger ausgerechnet beim FC St. Pauli seine Laufbahn ausklingen. Aus der Eiche aus der Abwehr wurde in seinen letzten Karrieretagen somit eine Eiche auf (leichten) Abwegen. Für den heute nicht mehr ganz so blutjungen HSV-Anhänger jedenfalls...

Sonntag, 13. Januar 2008

Einwerfer

FIFA-Präsident Sepp Blatter ist der weltweit höchste Fußball-Funktionär und meldet sich demgemäß gerne auch einmal ungefragt zu Wort. Entweder um als sogenannter Vertreter der Fußball-Avantgarde den Fußball stets weiter zu bringen (oder etwa mehr Einnahmen zu generieren?) oder um sich mit Dingen zu beschäftigen, die ihn als grundsätzlich neutralen Schweizer mitunter gar nichts angehen sollten.

Gelinge gesagt, etwas unverfroren warf Monsieur Blatter daher zu Anfang dieser Woche in einem Interview mit der BBC ein, dass England mit der erneuten Verpflichtung eines ausländischen Trainers ein nach Blatters Ansicht bestehendes „ Grundprinzip im internationalen Fußball gebrochen“ habe. Deutschland, Italien, Brasilien oder Argentinien hätten nie Trainer aus dem Ausland verpflichtet. Er sei sehr verwundert, dass das Mutterland des Fußballs dieses eigentlich unantastbare Gesetz ignoriere, echauffierte sich der Schöpfer des dereinst so grandiosen Silver Goals über die armen Engländer, die sich unlängst Fabio Capello als ihren neuen Nationalcoach auserkoren hatten.

Mon dieu! Ob Monsieur Blatter etwa bei seinem Antrittsbesuch im neuen Londoner Wembley-Stadions kein Pints gereicht wurden? Wo hat sich denn dieser Verdruss aufgestaut? Vor allem scheint Monsieur Blatter ja entgangen zu sein, dass sein Schweizer Heimatfußballverband zurzeit gewaltig um Ottmar Hitzfeld als Nachfolger des Trainer der Nati Köbi Kuhn buhlt.

Jaja, da möchte THOR WATERSCHEI durchaus den Finger in die Wunde legen. Freilich, nur weil Hitzfeld jahrelang in der Schweiz gearbeitet hat, besitzt er noch weiter die deutsche Staatsbürgerschaft. Und was tat denn der Portugiese Artur Jorge bei der Euro 96 etwa auf der Trainerbank der Eidgenossen...Wer im Glashaus sitzt, gell! Ganz nonchalant ernennt THOR WATERSCHEI Sepp Blatter daher zum neuen T(h)or der Woche...

Über den T(h)or der Woche

Alter schützt vor Toren nicht

Zweifellos, Altstar Henrik Larsson gehört neben seinen unvergessenen Landsleuten Nils Liedholm, Gunnar Gren, Gunnar Norddahl und Kurt Hamrin sicher zu den größten Exporten, mit den Schweden die weite Welt des Fußballs bereichert hat.

Larsson mit prall gefülltem Torkonto

Für die schwedische Nationalelf sowie auf seinen Stationen bei Feyenoord Rotterdam, Celtic Glasgow, Barca, Manchester United und natürlich in seiner schwedischen Heimat tat Larsson stets eines - er beförderte den Ball mit feiner Technik und Eleganz regelmäßig ins gegnerische Netz.
Das prall gefüllte Torkonto des dreimaligen WM-Teilnehmers spricht insofern für sich und weist über 300 Treffer für die Klubs, in denen er die Stiefel schnürte, und ebenso satte 36 Treffer in seinen 93 Länderspielen für die „Tre Kronor“ auf.

Bester schwedischer Kicker der letzten 50 Jahre

Wahrlich nicht verwunderlich ist es daher, dass eine Menge nationale wie internationale Titel Larssons beeindruckende Vita zieren und der schwedische Fußballverband Larsson, unter anderem bis heute Rekordtorschütze der schottischen Premier League und einstiger Gewinner des Goldenen Schuhs, anno 2004 zum besten schwedischen Kicker der vergangenen 50 Jahre ernannte. Das kam für den bescheidenen Larsson, der in seiner Zeit bei Celtic in Anbetracht seiner zahlreichen Verdienste zum „Member of the British Empire“ ernannte wurde, sogleich der Krönung „zum schwedischen Fußballkönig“ gleich.

Nachdem mit dem FC Barcelona errungenen Champions League-Sieg 2006 entschied Larsson jedoch, seinen Karriereherbst auf kleinerer Fußball-Bühne ausklingen zu lassen und diesen etwas gemächlicher bei seinem schwedischen Stammverein Helsingborgs IF zu verbringen. Gleichwohl erinnerte sich im Winter 2007 ein gewisser Sir Alex Ferguson an die Qualitäten des Vollblutstürmers, der trotz seines für einen Fußballer gehobenen Alters noch immer für „di röe“ (die Roten) in Schwedens erster Liga, der Fotbollsallsvenskan, kontinuierlich gegnerische Abwehrreihen durcheinanderwirbelte.

Kurzgastspiel in Old Trafford

Fergie gelang es schließlich, Larsson für drei Monate aus seinem südschwedischen Alterssitz ins ehrwürdige Old Trafford zu lotsen, wo dieser an der Seite von Wayne Rooney nochmals sein Können aufblitzen ließ. Inzwischen hat Larsson nun 36 Jahre auf dem Buckel und sollte Mediengerüchten von der Insel zufolge abermals bei Manchester United die schwedische Winterpause überbrücken. Aber auch wenn sich ein erneutes Engagement bei den Red Devils bisher noch nicht ergab, wird der schwedische Fußballkönig, wie er bekanntgab, in seiner beschaulichen Residenz in Helsingborg jedenfalls noch ein weiteres Jahr dranhängen.

„Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil ich noch motiviert bin. Wenn man keine Motivation mehr hat, macht es keinen Sinn, weiterzumachen. Ich habe noch das Gefühl, Top-Leistungen bringen zu können“, meinte der Veteran zu seiner Entscheidung. Das bedeutet also, dass sich in der Fotbollsallsvenskan die Verteidiger weiter warm anziehen müssen. Denn für Larsson gilt in jedem Fall das ungeschriebene Gesetz: Alter schützt vor Toren nicht. Alter Schwede, mag man da wohl nur bewundernd denken!

Der Artikel ist ebenso auf Goal.com zu finden.

Samstag, 12. Januar 2008

Klinsmann sucht Mister X...

Die Sensationsnachricht von gestern kommte man nun etwas sacken lassen - Jürgen Klinsmann wird neuer Bayern-Trainer. Um seinen neuen Masterplan jedoch erfolgreich umsetzen zu können, wird Klinsi aller Voraussicht einen neuen "Jogi" an seiner Seite brauchen. THOR WATERSCHEI hat sich intensiv über Mister X den Kopf zerbrochen und stellt teilweise augenzwinkernd seine elf Kandidaten in seiner neuen Rubrik ELEVEN vor:

Die 90er Generation

Lothar Matthäus: Klinsmanns einstiger Intimfeind als sein Assistent? Das wäre zwar für Matthäus so, als wenn der Teufel höchstpersönlich Weihwasser saufen würde. Aber „LM“ wäre dem Trainerposten bei seinem FCB damit sicher ein gutes Stückchen näher. Allerdings sollte der Bayern-Greenkeeper die allzu plötzlich entstehenden Maulwurfshügel an der Säbener Straße schnell entfernen.

Andreas Brehme: Die Trainerlaufbahn des Siegtorschützen des 90er WM-Finales ist nach Stationen beim 1. FC Kaiserslautern und in Unterhaching zuletzt etwas ins Stocken geraten. Der blonde Hamburger Jung duldet als Trainer zwar angeblich keine weiteren Weltmeister neben sich, würde bei „Klinsi“ aber sicher eine Ausnahme machen.

Klaus Augenthaler: Der Ur-Bayer hat sich als Trainer mittlerweile einen guten Ruf erarbeitet und ist bei dem Rekordmeister noch immer eine Institution. Hätte sicherlich nicht nur ein „Auge“ auf die Disziplin der Klose und Riberys bei den Übungen mit dem Deuser-Band, vielleicht aber auch auf…

Guido Buchwald: Mit „Guido-San“ hätte Klinsmann einen schwäbischen Gefolgsmann an seiner Seite, der so wie einst sein Jogi kühne Pläne am Taktiktisch schmieden könnte und in Japan sogar schon erfolgreich als Trainer gearbeitet hat. Außerdem hört sich das Duo "Klinswald" auch ganz gut an, oder?

Die Überväter

Giovanni Trapattoni: Mit den wenig schmeichelhaften Worten „vai a cagare“ strafte Klinsmann „Trap“ einst nach einer Auswechselung ab und trat sodann eine Werbetonne kaputt. Es ist daher fraglich, ob der Maestro seinem ehemals so wüsten Schützling tatsächlich mit Rat und Tat zur Seite stehen würde. Die Prämisse mit der Taktik- und Kluberfahrung erfüllt der italienische Titelsammler natürlich im Vorbeigehen.

Franz Beckenbauer: Klinsmann als Bayern-Trainer von Kaisers Gnaden? Oder Beckenbauer als Trainer-Assistent von Klinsis Gnaden? Ist ja auch egal. Die BILD-Zeitung wird uns schon über die richtige Konstellation informieren. Schaun mer einfach mal…

Berti Vogts: Mit dem „Terrier“ aus Büttgen hat Klinsi sich ja bekanntermaßen schon immer gut verstanden. Und als Trainer macht Berti ja wohl keiner mehr was vor, auch wenn er ähnlich wie sein schwäbischer Ex-Kapitän noch keinen Verein zum Champions League-Titel geführt hat.
Paule Breitner: Klinsi und Paule Breitner – das wäre was. Paule stellt für Klinsi alltäglivh die Hütchen auf, verteilt Leibchen und klingelt Freitag nachts bei Jan Schlaudraff durch, ob der auch brav die „Tagesthemen“ schaut. Und wenn nicht, erzählt er es allen, die es nicht wissen wollen, am Sonntag darauf in seiner BAMS-Kolumne.

Die Außenseiter

Werner Olk: Der ehemalige Bayern-Kapitän, früher ehrfurchtsvoll „Adler von Giesing“ genannt, hat seine Trainerlaufbahn schon lange beendet. Mittlerweile sitzt der bald 70-jährige Olk im Bayern-Verwaltungsbeirat, könnte aber als Abgesandter dieses Gremiums „Greenhorn“ Klinsmann täglich auf die Finger schauen.

Peter Neururer: Der weitgereiste Schnauzbartträger und Harley-Fahrer aus dem Ruhrgebiet könnte Klinsmanns mangelnde Erfahrung als Klub-Trainer mit seinen bislang gefühlten 120 Trainerstationen sicher aufwiegen. Ob beide nur die gleiche Sprache sprechen?

Jogi Löw: Eine Wiedervereinigung des kongenialen schwäbischen Duos käme überraschend. Aber den netten Herrn Löw kann Klinsi sich halt verlassen. Vielleicht empfiehlt sich Jogi ja sogar mit dem Europameistertitel.

Freitag, 11. Januar 2008

Californication?

"Ach, du Scheiße", reagierte heute gar Jürgen Klinsmanns werte Mutter unverblümt geschockt. Denn die Nachricht, dass kein Geringerer als ihr Sohn ab dem 1. Juli Nachfolger von Ottmar Hitzfeld wird, schlug heute wie eine Bombe in Fußball-Deutschland und die bajuwarische Rekordmeistergeselligkeit ein.

Bayern-Vordenker Kalle Rummenigge pries den gerne querdenkenden Schwaben, der seinen Wohnsitz übrigens aus dem kalifornischen Huntington Beach nach Deutschland verlegt, als "Wunschlösung", während der Kaiser himself, die Entscheidung zugunsten Klinsmanns als "klug und durchdacht" lobte. Klinsmann selbst teilte mit, dass er wisse, auf was er sich beim FC Bayern, mit dem er als Spieler Meister und UEFA-Pokalsieger wurde sowie einst eine unschuldige Werbetonne mit einem wütenden Tritt über den Jordan schickte, einlasse. Klinsi hat seine Batterien offensichtlich wieder aufgeladen.

Donnerstag, 10. Januar 2008

Aus dem engeren Kreis

Wie es einem hochverehrten Ehrenspielführer wie Lothar Matthäus gebührt, hat THOR WATERSCHEI „LM“ in seinem Klubhaus eine gemütliche Loge eingerichtet und lässt den einstigen Weltmeister und Weltfußballer dort seine Bonmots zum Besten geben...

Bayern, Bosnien, Bayern. „LM“ hat einen bewegten Jahreswechsel hinter sich gebracht. Denn beinah wäre der stolze Franke Nationaltrainer von Bosnien-Herzegowina geworden. Matthäus befinde sich im engeren Kandidatenkreis hieß dabei aus bosnischen Kreisen. Doch mittlerweile hat sich die Angelegenheit für „LM" erledigt, da ihm mit Ex-Barca-Stürmer Meho Kodro eine einheimische Fußball-Ikone vorgezogen wurde. Angeblich, weil Matthäus die Gage für den Trainerposten von 5.000 Euro per anno doch etwas zu mager ausgefallen sein soll.

Magere Zeiten, insbesondere eine magere Euro 2008, prophzeite Matthäus übrigensnun der deutschen Nationalmannschaft. Die hält er nämlich für überbewertet und ebenso nicht in der Lage den EM-Titel zu holen. In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung moserte „LM“:„Mal ehrlich: ist sie wirklich so erfolgreich? Erstens: wir sind in der EM-Qualifikation zwar gut gestartet - soweit ich weiß am Ende aber nur Zweiter geworden. Zweitens: wir hatten bei der Fifa-Wahl zum weltbesten Fußballer nur zwei Deutsche unter den 30 Nominierten. Drittens: wir sind bei der WM im eigenen Land Dritter geworden hinter zwei anderen europäischen Mannschaften. Vor diesem Hintergrund wird niemand ernsthaft behaupten können, wir seien der große EM-Favorit.“

„Man muss nur die Ergebnisse anschauen: Wir waren die letzte goldene Generation, die es in Deutschland gegeben hat. Wir sind Weltmeister geworden. Heute hat sich die Nationalmannschaft zwar verbessert - mir fehlen aber nach wie vor die Typen“, so der Kapitän der Weltmeisterelf von 1990, der als kerniger Mittelfeldrenner ja selbst dereinst mitreißend und dynamisch über das Rasenrechteck hetzte und derweil als einer der zahlreichen Nachfolgekandidaten von Ottmar Hitzfeld gilt. Ob „LM“ natürlich wie Bosnien zum engeren Kreis gehört, wird man angesichts seines fehlenden Trainerscheins wohl bezweifeln können. Dann hat Matthäus aber immerhin mit Jogis Löwen etwas gemeinsam, die zählt er ja in Österreich und der Schweiz bekanntlich auch nicht zum engeren Kreis...

Dschungel-Camper

Drei, Zwo, Eins...

Hey, da geht Aleks...in der Krefelder Grotenburg-Kampfbahn aber nur für ein Spiel. Denn Aleks Ristic, der schillernde bosnische Trainer des vor der Insolvenz stehenden Krefelder Fußball-Club von 1905 Uerdingen, wird für ein Spiel, sprich für das Testspiel am 19. Januar gegen Rot-Weiss Oberhausen, zum Assistenten des KFC degradiert.

Der Grund: der einstige unter dem Namen Bayer 05 Uerdingen lange Jahre in der Bundesliga spielende und hochverschuldete Traditionsverein versucht derzeit alles, um die drohende Insolvenz abzuwenden und versteigert daher Ristics Trainerposten für den Freundschaftskick gegen RWO. "Reihen Sie sich in die Namen wie Karl-Heinz Feldkamp, Horst Köppel, Rolf Schafstall, Friedhelm Funkel oder Jos Luhukay ein, die schon vor Ihnen auf diesem Stuhl saßen und ringen Sie nach Worten, wenn Sie nach Spielende von Ihrer Entlassung erfahren", werben die Uerdinger auf ihrer Homepage.

Eine Woche vor dem Ende der Aktion soll das Höchstgebot übrigens bei rund 401 Euro liegen. Ob sich Lothar Neururer, äh Matthäus, und die gerade aus Versehen genannte Ruhrpottikone auch unter den Bietern befinden, davon ist im THOR WATERSCHEI-Klubhaus nichts bekannt...

Über Nackte Grotifanten

Dienstag, 8. Januar 2008

My Arsenal # 12: Bye, bye in Burnley?

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Am vergangenen Sonntag, dem ersten im neuen Jahr, durfte Jens Lehmann mal wieder zwischen den Arsenal-Pfosten stehen. In der auf der Insel traditionell am ersten Januarwochenende steigenden 3. Runde des FA Cups gastierte Arsenal beim Zweitligisten FC Burnley. Und von den Dächern des altehrwürdigen Turf Moors, des zweitältesten englischen Stadions, pfiffen die Spatzen in der englischen Wintersonne die traurige Melodie des Abschieds.

Weil Arsene Wenger anstelle von Jens Lehmann demnächst wohl wieder seinem spanischen Torwarthandschuhträger Almunia den Vorzug geben wird und Lehmann aller Voraussicht in diesem Januar doch noch in die Bundesliga zurückkehren wird, darf man Lehmanns Intermezzo im beschaulichen Burnley wohl als sein Abschiedsspiel für die Kanoniere aus dem Londoner Norden ansehen. Sein Abschiedsspiel für Arsenal hatte Lehmann sich zwar getreu dem Motto „Barcelona statt Burnley“ wahrscheinlich etwas anders vorgestellt. Der Gedanke dürfte jedenfalls nicht so einfach von der Hand zu weisen sein.

Denselben Gedanken hatte nach dem 2:0-Sieg wohl auch Arsene Wenger und wurde bei dem Gedanken, dem guten Jens „Au Revoir“ sagen müssen, unerwarteterweise sogleich etwas wehmütig: „Jens hat eine fehlerlose Vorstellung abgeliefert und zu 100 Prozent professionell agiert. Wird er bleiben? Ich wünsche mir, dass er bleibt.“

Da das Fußballerleben aber kein Wunschkonzert ist und Wenger den Lehmannschen Wunsch nach einer Degradierung Almunias offensichtlich nicht erfüllen wird, wird der weise Monsieur Wenger zu seinem einstigen Meisterkeeper dem Anschein nach tatsächlich Lebe wohl sagen müssen.

Sonntag, 6. Januar 2008

Echter Maltafuß

Dass Mr. Golden Goal Oliver Bierhoff angesichts seiner früher nicht außerordentlich filigranen Fähigkeiten in seinen Füßen im Rahmen eines öffentlich ausgetragenen Scharmützels von Rudi Völler als Malta-Fuß abgewatscht wurde, ist noch gar nicht so lange her. Auf der Insel macht derweil jedenfalls ein waschechter Malta-Fuß von sich Reden. Michael Mifsud heißt er und hat vor wenigen Jahren noch sein Glück beim 1. FC Kaiserslautern versucht, erlebte am Betzenberg aber keine höheren Weihen als im drittklassigen Regionalligateam kicken zu dürfen.

Ein waschechter Malta-Fuß zu sein bedeutet bei Mifsud aber nicht, dass ihm ab und an mal wenig schmeichelhaft der Ball vom Fuß springt, eher deutet das auf seine Qualitäten als dribbelstarker, quirliger Angreifer hin, der den Abwehrrecken in Englands Stadien das Leben schwer macht. Denn nach einer Zwischenstation im norwegischen Lilleström ist Mifsud inzwischen beim Zweitligisten Coventry City gelandet und hat dort offensichtlich sein fußballerisches Glück gefunden.

Satte 15 Treffer in 19 Pflichtspielen hat der maltesische Nationalkicker bereits in dieser Saison erzielt und unter anderem vor wenigen Monaten dem großen Manchester United mit seinem Doppelpack im Old Trafford quasi im Alleingang das blamable Aus im englischen Ligapokal beschert. Als „maltesischen Messi“ hat ihn daraufhin das italienische Blatt Gazetta dello Sport geadelt.

Einen Doppelpack hat Mifsud übrigens erst gestern erneut erzielt. Dieses Mal im weitaus renommierteren englischen FA Cup beim überraschenden 4:1-Triumph Coventrys bei den Blackburn Rovers, die ja immerhin in der Premier League mitmischen. Wie gesagt, Mifsud scheint offensichtlich sein Glück im Mutterland des Fußballs gefunden zu haben und darf sich nun überdies mit dem Titel T(h)or der Woche schmücken...

Über den T(h)or der Woche...

Nee!


Quo vadis, Rafael van der Vaart? Der Spielmacher des HSV hat ein Angebot der Hanseaten auf eine vorzeitige Verlängerung seines noch bis 2010 laufenden Vertrages abgelehnt. VdV erklärte, weiter den großen Traum zu hegen, bei einem Top-Klub zu spielen. Das erklärt vielleicht, wieso er derweil mit einer Alten Dame aus Turin schäkert. Ob die fesche Sylvie das duldet?

Samstag, 5. Januar 2008

Das war Ailton

Ailton ist beim MSV Duisburg Geschichte, wo derzeit kein Zebra mehr nach dem Brasilianer wiehert. Kleines dickes Ailton trabt bummelt nun weiter zu Metalurgs Donezk in die Ukraine...

Donnerstag, 3. Januar 2008

Beerdigung

Wenn der große Sir Alex Ferguson einmal wütend wird, dann fliegen in der Kabine von Manchester United bekanntlich lautstark die Fetzen oder auch David Beckham einst ein Schuhe gegen das wohlfrisierte Haupt . Nicht ganz in den Kram gepasst hat dem knorrigen Schotten wohl ebenfalls die Sperre, die er sich zuletzt wegen Schiedsrichterbeleidigung eingehandelt hat und wegen der er zwei Punktspiele seiner Red Devils von der Tribüne aus verfolgen musste. Weniger als das schaurige Geplänkel seiner Stars am Neujahrstag gegen Aufsteiger Birmingham City, einen Tag nach Fergies 66. Geburtstag, störte die Trainer-Legende aber die Stimmung im Old Trafford.

Gab er nach dem überaus glanzlosen gegenüber dem vereinseigenen Sender doch enttäuscht über die Zuschauer zu Protokoll: „Die Menge war tot. So leise habe ich die Fans noch nie erlebt. Wir haben sie in diesem Spiel gebraucht. Die Spieler brauchen die Menge, um zu reagieren und umgekehrt. Aber es war wie bei einer Beerdigung, und das hat uns nicht geholfen.“ Schon ManU-Legende Roy Keane hatte sich einst über Manchesters kreuzbrave Schlachtenbummler echauffiert. Viele der Zuschauer seien mehr daran interessiert, Garnelen-Sandwiches zu essen als das Spiel zu verfolgen, empörte sich das irische Rauhbein bereits anno 2000.

Ob Manchester Uniteds Supporters Trust irgendwann zurückschlägt? Nicht dass es nachher von Seiten der treuesten der Treuen der Sandwich-Verdrücker heißt, für ziemlich gepfefferte Dauerkartenpreise von 643 bis 1.131 Euro könne man sich noch nicht einmal in Ruhe die Partien von ManU anschauen.

Das kann gar nicht anders sein

Roberto Donadoni, der in seinem Heimatland nicht allzu beliebte Trainer des amtierenden Weltmeister, hält seine Schützlinge in den hellblauen Hemden für die Titelfavoriten auf den Europameistertitel in diesem Jahr und orakelte in einem Interview mit der La Gazzetta dello Sport: „Das kann gar nicht anders sein.“ In Österreich und der Schweiz spielt Italien bekanntlich die Vorrunde in der sogenannten „Todesgruppe“ (ja, es gibt immer eine...) mit Frankreich, den Niederlanden und Rumänien.

Seien wir darauf gespannt, ob Signore Donadoni tatsächlich prophetische Züge besitzt. Neulich verglich sich graumelierte Lockenkopf ja bereits mit dem Papst. Wer sonst kommt dem großen Brückenbauer auch derart nahe, wie der einstige Stratege aus dem Mittelfeld des AC Mailand. Das kann halt gar nicht anders sein...