Sonntag, 14. Dezember 2008

Zu Gast bei Leyton Orient

Am 20.Spieltag der drittklassigen englischem League One unterlag gestern der Londoner Traditionsklub Leyton Orient seinem Gast Cheltenham Town mit 1:2. Grund genug für Kristof Mithöfer in einem Gastbeitrag für den THOR WATERSCHEI-Gästeblock sich an einen ereignisreichen Stadionbesuch im Herbst 2006 bei Leyton Orient zu erinnern, als jene Kicker aus Cheltenham an der Brisbane Road auf keinen so erfolgreichen Abstecher im Londoner Osten zurückblicken konnten.

Erst in unmittelbarer Nähe der Brisbane Road mehren sich die Anzeichen, dass an diesem Samstagnachmittag im östlichen Londoner Stadtteil Leyton das Kellerduell der dritten englischen Liga, der „Football League One“, stattfindet. Die erste größere Ansammlung von Fans des Leyton Orient Football Club, dem nach Fulham zweitältesten Londoner Fußballclub, findet sich mit einem Pint Bier in der Hand vor dem Supporters Club an der Rückseite einer der beiden Haupttribünen.

In das sich im Umbau befindliche Matchroom Stadium gelangt der geneigte Fan durch einen Eingangsbereich, der sich seit dem Baujahr 1937 nicht verändert haben dürfte. Für die erste Unterhaltung des sehr familiären Publikums im Stadion sorgt das Maskottchen der Heimmannschaft, ein Drache namens Theo. Dessen fußballerische Qualitäten lassen jedoch erahnen, warum der Aufsteiger Leyton Orient den letzten Platz der 24er Liga belegt.

Zu Beginn der Partie übt vor allem der Drittletzte aus Cheltenham Druck auf das von Glyn Garner, der bereits einen Länderspieleinsatz für Wales aufzuweisen hat, gehütete Tor aus. Nach kurzer Zeit nehmen jedoch die „O´s“ das Heft des Handelns in die Hand. Dies gelingt vor allem durch das schnelle Überbrücken des Mittelfeldes – man könnte auch sagen: durch das traditionelle englische Kick and Rush. Folgerichtig fällt nach einer feinen Einzelleistung des bulligen Stürmers Gary Alexander im Anschluss an eine Ecke in der 6. Minute das 1:0.

Zu Ende der ersten Halbzeit verflacht die Partie jedoch zusehends und es kommen leichte Zweifel am Fitnesszustand der 22 Akteure auf dem Platz auf. Dagegen zeigt sich das Schiedsrichtergespann während der gesamten 90 Minuten äußerst spritzig. So ist bei-spielsweise ein Ergänzungsspieler von Cheltenham beim Aufwärmen an der Seitenlinie nicht vor dem Elan des Schiedsrichterassistenten sicher und wird von diesem sehr zur Freude der heimischen Fans einfach über den Haufen gelaufen.

Die zweite Hälfte beginnt mit einem Handelfmeter für die Gästeelf. Wie es sich sich für eine englische Mannschaft beinahe schon gehört, wird die Chance auf den Ausgleich jedoch vergeben, da Glyn Garner in die richtige Torecke abtaucht. Besser macht es auf der Gegenseite der Orient-Spieler Matt Lockwood, der in der 66. Spielminute einen ebenso berechtigten Elfmeter sicher verwandelt. Nachdem die Partie somit mehr oder weniger entschieden ist, zeigen die „O´s“ unter dem anerkennenden Raunen ihrer Fans mehrmals ihr fußballerisches Können durch flüssige und schnelle Kombinationen, verpassen jedoch die Gelegenheit, ihr Torverhältnis weiter zu verbessern.

Die 90 Minuten enden in einem englischen Platzregen, der einen Regenbogen über die Londoner Brisbane Road zaubert, was sich als ein gutes Zeichen für den weiteren Saisonverlauf des traditionsreichen Londoner Klubs herausstellen sollte.