Sonntag, 16. November 2008

Outstanding

Goodbye! Der olle Andy Cole, mit 181 Treffern hinter Alan Shearer zweitbester Torschütze der englischen Premier League, hat in der vergangenen Woche ja beinah derart klammheimlich seinen Rücktritt erklärt, dass sein Stiefel-an-den-Nagel-hängen fast im alltäglichen Stakkato der Schlagzeilen untergegangen wäre.

Ironischerweise tat Cole dies bei Nottingham Forest, dem einstigen Europapokalsieger der Landesmeister. Wie Forest war Cole früher im Fußballmutterland eine richtig große Nummer und feierte während seiner 19-jährigen Profilaufbahn u. a. fünf englische Meisterschaften, zwei Pokalsiege und einen Champions League-Sieg.

Sowohl für Cole als auch für Forest änderten sich allerdings die Zeiten. Forest rangiert nach seinem Aufstieg aus der dritten englischen Liga in der zweiten englischen Division derzeit auf dem vorletzten Platz und hatte mit Goal King Cole eigentlich im Sommer einen Einjahresvertrag vereinbart. Nach elf torlosen Partien im roten Forest-Dress wurde der Kontrakt jedoch aufgelöst. Der inzwischen 37-Jährige erkannte offenbar die Zeichen der Zeit und erklärte sodann seinen Rücktritt.

Coles 12 Klubs lesen sich dabei wie das Who is Who des englischen Fußballs. Arsenal, Fulham, Bristol City, Newcastle, Manchester United, Blackburn Rovers, Manchester City, Portsmouth, Birmingham, Sunderland, Burnley und schließlich Nottingham Forest. Es fehlen in dieser tor- und titelreichen Vita eigentlich nur noch Stippvisiten bei Liverpool, Chelsea und Tottenham. Mit einer Stippvisite vergleichen lässt sich wohl ebenfalls Coles Laufbahn im englischen Nationalteam, die mit mickrigen 15 Einsätzen und einem Tor freilich wenig spektakulär verlief .

Statt als hochprofilierter Nationalkicker in die Ehrengalerie der Three Lions fügte sich Cole im Übrigen in eine ganz andere Ehrengalerie ein. In die Reihe jener englischer Profis um den unverwüstlichen Ober-Barden Chris Waddle ein, die es sich nicht haben nehmen lassen neben dem Rasenrechteck zusätzlich zum Mikro zu greifen und ohne Rücksicht auf fremde Ohren und sonstige Verluste verzichtbare Songs zu schmettern, zu rappen oder zu schnattern.

Andy Cole, den THOR WATERSCHEI zum neuen T(h)or der Woche ernennt, tat dies anno 1999. Offenbar euphorisch angeheizt von den drei Titeln, die er mit Manchester United in jenem Jahr gewann, veröffentlichte Cole die Single Outstanding, die zwar zum Ladenhüter avancierte. Das wird Mr. Cole sicher verkraftet haben, wenn man sich anschaut, wie viele Treffer Goal King Cole auf dem Rasenrechteck bekanntlich gelandet hat. Wie resümierte etwa ein kritischer YouTube-Kommentator mit der Treffsicherheit von Andy Cole in dessen besten Tagen: „Terrible song, brillant player.“



Über den T(h)or der Woche

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