Sonntag, 2. November 2008

Kein Quantum Trost

Sieht Timo Hildebrand trotz blue eyes und blondem Haarschopf aus wie James Bond? Nein! Kann Timo Hildebrand Wunderdinge in seinem Torwartkasten vollbringen wie der britischen Superagent in seinen Streifen? Nein! Gut, verlassen wir die Bühne der hanebüchenen wie peinlichen Vergleichsversuche von Timo H. mit James B., wobei eine Vokabel aus dem Bond-Universum auf Herrn Hildebrand passt: geschüttelt! Hildebrand ist geradezu durchgeschüttelt worden von seiner waghalsigen Karriereplanung, einst seinen betonsicheren Stammplatz bei seinem Stuttgarter VfB fahrlässig aufzugeben.

War es Selbstüberschätzung, das große Geld beim FC Valencia? Was suchte Herr Hildebrand? Eine Spur Glamour, die in der schwäbischen Bedächtigkeit nicht existierte? Etwa der Gedanke bei dem spanischen Spitzenklub zu einem internationalen Topstar zu erwachsen, an dem Jogi Löw nicht mehr vorbei kann? Pustekuchen. Es wird wahrscheinlich von allem etwas gewesen sein. Mittlerweile scheinen die Tage Hildebrands als Portero des FC Valencia jedenfalls gezählt. Wie schrieb er jüngst einsichtig vor einem „Treff mit den Chefs“ auf seiner Homepage:
„Ich bin Profi genug um nachvollziehen zu können, dass unser Trainer keine Notwendigkeit zum Torwartwechsel sieht. Schließlich sind wir mit Valencia ungeschlagen an der Tabellenspitze. Es läuft prima für den Klub. Was aber nichts daran ändert, dass ich unzufrieden bin mit meiner eigenen aktuellen sportlichen Situation. Denn die letzten Wochen haben mir gezeigt, dass der Klub mittlerweile keine Verwendung mehr für mich hat, ich keinerlei Feedback seit dem ersten Ligaspiel bekommen habe und im Kader keine Rolle spiele. Ich habe versucht die letzten zwei Monate gut zu trainieren,mich anzubieten, mich nicht hängenzulassen, aber es ist nur logisch, dass ich manchmal schlecht drauf war, alles andere als gut gelaunt.“
Spaniens Presse, vor allem die Gazette Marca, spekuliert bereits, dass Hildebrand im Januar im Falle einer Rückkehr in die Bundesliga ablösefrei gehen dürfe. Von THOR WATERSCHEI gibt es jetzt kein Mitleid, erst Recht kein Quantum Trost, lediglich die Ernennung Hildebrands zum neuen T(h)or der Woche. Im Übrigen inklusive des Tipps, dass sich Hildebrand nach fünf tollen Partien zwischen den Pfosten der TSG Hoffenheim dank aufkommender Frühlingsgefühle 1899-prozentig für Jogis ideale Nummer eins halten könnte.

Über den T(h)or der Woche

1 Kommentar:

Jun Misugi hat gesagt…

Wenn es auf dieser verrückten Welt eines gibt das ich verstehen kann, dann ist es wenn jemand vom VFB Stuttgart zu Valencia wechseln will. Ein mutiger Schritt, der leider nicht belohnt wurde. Trotzdem, wie schon Condoleezza in George Ws. Poesiealbum geschrieben hat: "Bereue nie das was du getan hast, sondern nur was du nie getan hast". War nen Versuch wert, Timo!