Samstag, 1. November 2008

111

Die mittlerweile 111-jährige Geschichte von Juventus Turin ist wahrlich wechselhaft. Der Rekordmeisternimbus, Dino Zoff, die Magath-Bogenlampe, Heysel, Manipulationsskandal et cetera. Doch seit diesem Manipulationsskandal will die „Alte Dame“ einfach nicht mehr so ansehnlich wirken wie ehedem -frei nach: Mit allen Abwassern gewaschen oder it tastes like Pippo Inzaghi, auch wenn dieser seit 2001 den Juve-Dress gar nicht mehr trägt.

Anlässlich des heutigen Grüdungstages hat TW aus den Weiten des Netzes eine kleine Anekdote aus der langen Juve-Geschichte herausgekramt, die die vecchia signora wieder in ein ehrwürdigeres Licht stellen soll.

Sie handelt von dem Waliser John Charles. Charles schnürte von 1957 bis 1962 die Stiefel für Juve und erwarb sich dort ob seiner fußballerischen Qualitäten und seines gentlemanliken Sportsgeistes einen derart guten Ruf, dass er als erster Nichtitaliener in die italienische Hall of Fame aufgenommen wurde und man ihn Mitte der Neunziger sogar zum besten Ausländer kürte, der jemals in der Serie A gespielt hat.

Von jenem John Charles ist jedenfalls überliefert, dass er in seiner ersten Saison im Juve-Dress im Turiner Lokalderby zwischen Juve und den ungeliebten Nachbarn vom AC Torino, ganz Gentleman, nach einem Foul auf ein sicheres Tor verzichtet hat. Der betreffende Kommentar* von Charles zu seiner „Tat“:
„Ich wollte sie ja in meinem ersten Turiner Derby nicht fertigmachen, aber leider traf ich unglücklicherweise den centre-half (Libero) mit meinem Ellbogen und knockte ihn aus. Jetzt hatte ich nur noch den goalie (Torwart) vor mir, aber es erschien mir nicht fair, also trat ich den Ball ins Seitenaus, sodass der fella (Kumpel) behandelt werden konnte.“

Vielleicht würde eine so genannte Neuauflage im Juve-Dress des 2004 verstorbenen John Charles dem Ansehen der vecchia signora tatsächlich gut tun.

*Quelle: Wikipedia