Old Firm, New Firm, die Clasicos und Superclasicos. Die Namen der Derbys der weiten Welt des Fußballs klingen verheißungsvoll. Etwas in deren Schatten bewegt sich derzeit das so genannte Steel City Derby, welches seit dem 16. Oktober 1893 in der nordenglische Industriemetropole Sheffield ausgespielt wird.Nicht verwunderlich, wird der Kick im Mutterland bisweilen gerne auf die Fabolous Four der Premier League und deren Spirenzien auf dem Transfermarkt reduziert. Die 122. Auflage des Steel City Derbys wird Sheffield, immerhin Wiege des ältesten Klubs der Welt, elektrisieren.
Wie notierte die BBC auf ihrem Webportal: man sehe in den Straßen Sheffields wenige Fußball-Anhänger, die Manchester United-Trikots tragen und erst recht keine mit Shirts von Arsenal, Chelsea oder Liverpool. In Sheffield gebe es nur Wednesday und United. Entsprechend groß ist die Bedeutung des Steel City Derbys. So heizte United-Coach Kevin Blackwell seine Schützlinge an:
„Es ist kein Spiel wie jedes andere. Es geht schlichtweg darum, die Elite Sheffields zu krönen.“Zwei Derbys als Sahnehäubchen einer langen Saison. Da macht es für 90 Minuten wahrscheinlich auf beiden Seiten nicht so viel aus, dass Sheffield zurzeit nur im englischen Fußball-Unterhaus und nicht in der Premier League vertreten ist.
Ganz besonders, wenn morgen der Schopf des ungeliebten Rivalen aus dem Hillsborough Stadium getragen wird. Es darf also eine hitzige Atmosphäre erwartet werden. Unlängst dazu beigetragen den Hexenkessel Hillsborough zum Kochen zu bringen hat außerdem Wednesday-Manager Brian Laws mit seiner Ankündigung, nach langen 90 Jahren United endlich wieder in sämtlichen Pflichtspielen einer Saison schlagen wollen.
In der vergangenen Spielzeit wäre das mit einem 2:0-Heimsieg und einem 2:2-Remis an der Bramall Lane sogar beinah geglückt. Doch frei nach dem durch diverse Ruhrpott- und London-Derbys gestählten Jens Lehmann findet Fußball bekanntlich nicht im Konjunktiv statt. Fakt ist und da wird sich Herr der Ringe-Boromir und United-Edelfan Sean Bean sicher vergnügt die Hände reiben, haben seine Blades, wie United anlässlich zweier sich im United-Emblem kreuzender Klingen genannt wird, 44 Derbys gewonnen. Wednesday entschied dagegen lediglich 39 für sich und muss auf ehedem am 8. September 1951 eingefahrene 3:7-Klatsche zurückblicken.
Gelingt es Wednesday, zurzeit Zehnter der Football League, indes gegen die viertplatzierten Nachbarn den 90-jährigen Bann zu brechen, lässt sich die schmerzliche Erinnerung an die schlechtere Bilanz und das 51er September-Massaker sicher etwas besser verdrängen. Der erste Schritt hierzu kann morgen schon getan werden, auch wenn die Klingen der Blades traditionell ziemlich scharf sein werden.






4 Kommentare:
Ich hatte das Vergnügen Sheffield Wednesday in Ipswich zu sehen. Vor dem Spiel war die Stimmung in dem Pub der Gästefans vergleichbar mit der in einer Kölner Gaststätte während des Karnevals zu fortgeschrittener Stunde. Während des Spiels machten die Wednesday-Anhänger 90 Minuten lang Alarm. Eine großartige Erfahrung.
Etwa so?
http://de.youtube.com/watch?v=5FYMbLhpk1Y
Ja! So ungefähr - aber in der Kneipe war's noch besser - ich will's mal als "Bodenraupe" beschreiben, und wir mussten mitmachen!
Sheffield Wednesday - Sheffield United 1:0 (1:0)
http://news.bbc.co.uk/sport2/hi/football/eng_div_1/7665095.stm
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