Donnerstag, 2. Oktober 2008

Mythos Midtjylland?

BVBkloppt? Oder warum wollen die Borussen ihre eigene kleine Zidan-Ausgabe offenbar schon nach wenigen Bundesligapartien fast vom Hof jagen, wie man heute so liest? Die Beziehung BVB - Zidan scheint gleichwohl bereits nach wenigen Wochen die Fragilität eines Kartenhauses auf der Theke einer Eckkneipe zu besitzen.

BVB-Wirtschaftsrat Wirsing ätzte jedenfalls in der Sport-Bild über die mit dem HSV eingegangene Tauschaktion von Mladen Petric und jenem Mohamed Zidan:

„Unser Stürmer Mladen Petric, der 13 Tore in 29 Spielen geschossen hat, wurde gegen Zidan getauscht. Jemand, der in Hamburg und Bremen kein Stammspieler war. Warum sollte Zidan dann bei uns groß rauskommen?“
Sicher, dem Ägypter fehlt nicht nur im Nachnamen im hanebüchenen Vergleich zum großen Zinedine etwas. Aber das dürfte doch auch in Westfalen bekannt gewesen sein. Ebenso, dass Zidan das Toreschießen schwerer fällt, wenn Jürgen Klopp gemäß der schönsten Schublade seinen Zögling nicht vor dem Anpfiff liebevoll am Spielfeldrand geherzt hat.

Doch die Zidan-Affinität könnte für den ehemaligen Vorzeigefernsehonkel des Zweiten durchaus zu einer Hypothek werden. Und die fängt halt gerade dann an zu drücken, wenn Zidan wider Klopp'scher Kuschelei nicht das Runde ins Eckige bringt. Nach noch einmal einer Handvoll Einsätzen hinkt der Vergleich zu Petric, der seinem HSV momentan Tor um Tor schenkt zwar noch ein wenig. Doch die schlaue FAZ erkannte unlängst, dass es Zidan etwas schwerer hat und stufte den streitbaren Stürmer jüngst als sportlich vorbelastet ein:

„In Bremen und Hamburg, bei zwei Klubs, die dort sind, wo Dortmund hinwill, hat der dribbelstarke Stürmer sich nicht durchzusetzen vermocht, dafür aber zuweilen Unverständnis unter etablierten Kollegen hervorgerufen, nicht nur weil er zum Training mit einer englischen Edelkarosse aus dem Hause Bentley vorfuhr.“

Allem Futter- und Karossenneid zum Trotze klingt das ganz nach dem strengen Sound, den Frank Rost ehedem während Zidans Hamburg-Abstecher in laufende Kameras trötete:

„In Bremen hast du es nicht geschafft, in Mainz bist du abgestiegen, und hier läufst du nicht, erzählst aber allen, wie es geht.“
Zidan bleibt jetzt wohl nicht viel anderes übrig, als sich den Mund abzuwischen und für den BVB Tore zu schießen. Es muss ja für ihn nicht gleich derart enden, wie weiland beim dänischen Klübchen FC Midtjylland, der Zidans damalige Nummer 14 seit dessen überaus torreicher Stippvisite nicht mehr vergibt.