Samstag, 18. Oktober 2008

Meyer, die Zwote

Mensch, Meyer ist wieder da. Hach wie schön. Nach seiner vierjährigen Amtszeit von 1999 bis 2003 wird die Hans Meyer erneut bei Borussia Mönchengladbach die Zügel übernehmen. „Es ist alles geklärt, ich fange sofort an,” bestätigte der Trainer-Kauz seinen Dienstantritt im Fohlenstall. Ob die Fohlen nun wieder schneller laufen und in der Tabelle höhere Sprünge machen werden? Mal sehen, die Notizblöcke der Journaille dürften künftig wohl Ergiebigeres als die üblichen Trainerfloskeln enthalten.

Die Mannschaft jedenfalls soll sich bereits freuen - wie Verteidiger-Koloss Alexander Voigt: „Soweit ich gehört habe, muss er ein richtiger Heißmacher sein. Das wird mit Sicherheit ein Erlebnis." THOR WATERSCHEI freut sich ebenfalls. Auch wenn der augenzwinkernde TW-Kandidat Allan Simonson (→ Allan Simonsen calling) natürlich nicht die erste Wahl der Borussia war, präsentiert TW zur angemessenen Einstimmung auf den 65-jährigen gebürtigen Thüringer elf Schlaglichter aus dem Meyer'schen Konversationsfundus:

1. „Ich kann gar nicht alt genug werden, um alle Überraschungen, die der Fußball so parat hat, verkraften zu können.“

2. „Im Fußball baut man Dir schnell ein Denkmal, aber genauso schnell pinkelt man es an.“

3. „Ich kann die Taktik noch so geschickt wählen, die Spieler noch so gut motivieren, noch so perfekt trainieren: Wenn wir vier Mal nacheinander verloren haben, wenn Dich der Vorstand nicht mehr grüßt, wenn die Mannschaft in Grüppchen zerfällt, wenn im Umfeld das Hauen und Stechen beginnt, wenn alle sich gegenseitig nur noch Schuld zuweisen, dann hilft dem Trainer keine seiner Fähigkeiten, sondern nur noch ein Sieg.“

4. „Wir gehen nachts mit Fackeln in den Wald, damit die Jungs die Angst verlieren.“

5. „Wollten Sie mir einen Heiligenschein aufsetzen, ich würde ihn sofort herunterreißen.“

6. „Als ich mit knapp 28 Jahren Trainer in Jena geworden bin, hat das eingeschlagen wie eine Bombe. Das war, als ob ein 18-jähriger Schiedsrichter wird und dann noch aus der Leichtathletik kommt.“

7. „Bis 1990 habe ich nicht für Geld, sondern für den Sozialismus gearbeitet.“

8. „Hören Sie, ich bin von Haus aus Kommunist, das heißt, ich bin von Haus aus arm.“

9. „Wenn Du Fußball machst, dann lässt Dich der Beruf nicht mehr frei. Man entwurzelt sozial ein bisschen. Geh’ mal abends ins Theater, wenn Du drei Mal verloren hast. Da bist Du ein Laune-Schreck.“

10. (über alte Jenaer Zeiten) „Das Trainingsgelände war hier mein Heiligtum. Platzwart Erich Hage hat mit der Gartenschere das Unkraut gerupft. Wenn sich ein Rabe auf dem Rasen niedergelassen hatte, wurde der erschossen.“

11. „In jedem Kader gibt es fünf richtig blöde Spieler. Von denen würde einer auf jeden Fall unter der Brücke landen, wenn er nicht Fußball spielen würde.”

1 Kommentar:

JunMisugi hat gesagt…

Sensationell! Bleibt nur zu hoffen, dass bald auch der Paulaner Fußballstammtisch (oder wie er mittlerweile heißen mag) per Internetstream übertragen wird. Ein Herz für Exil-Deutsche, bitte...