Sonntag, 26. Oktober 2008

It’s me!

An Cristiano Ronaldo scheiden sich ja schon beinah traditionell die Geister. Nicht nur auf der Insel, sondern auch in der restlichen weiten Welt des Fußballs. Zweifellos ein genialer Kicker, dessen eitle Selbstverliebtheit so abschreckend wirkt wie Kerner'sche Kommentare nach Live-Spielen im Zwoten. Wie jüngst, als der Portugiese sich unverblümt über seine Chancen ausließ, Europas Fußballer des Jahres nebst Weltfußballer zu werden. Dass er sich selbst offenbar für die glorreichste Sieben hält, ließ er nebenbei auch die fleißigen Schreiberlinge der Gazzetta dello Sport wissen:

„Wenn man sich anschaut, was ich in diesem Jahr geschafft habe, dann habe ich glaube ich mehr als alle anderen erreicht. Was soll ich noch alles tun, um die Ehrungen zu gewinnen.“
Sicher, Champions League-Triumph und englischer Meistertitel, dass sind schon gewaltige Hausnummern, die sich der Superstar von Manchester United in seinen persönlichen Almanach Null Acht schreiben darf. Ebenso wie seine 42 Pflichtspieltore für die Ferguson-Eleven, mit denen George Bests 40 Jahre alten Ewigrekord überbot. Well done! Doch den Abend des 19. Juni, als CR sich im Viertelfinale der Euro der Schneid recht einfach durch den emsigen Arne Friedrich abgekauft ließ und somit ingesamt ziemlich wenig zustande außer nervigen Wechselwünschen zustande brachte, wurden wohl von ihm ausgeblendet.

Erinnerungslücken gibt es scheinbar auch das Champions League-Endspiel von Moskau betreffend. Die Statistik weist Ronaldo freilich als Führungstorschützen aus. Doch ansonsten ward Mr. Ronaldo in dem Endspielfight doch überaus wenig gesehen, eigentlich erst wieder, als ihm im Elfmeterschießen die Nerven bei seinem Pfostenschuss versagten. Inwieweit Ronaldo die UEFA und die FIFA CR als vermeintlichem Favoriten die beiden Titel nun hinterhertragen, wird man sehen.

Die Ernennung zum T(h)or der Woche soll dem 23-jährigen Kindskopf jedenfalls schon jetzt gewiss sein. Man kann sich allerdings nur wundern, dass Ronaldos Dress bei seiner außerordentlich stolz geschwellten Brust bislang noch nicht geplatzt ist. Obwohl, Ronaldo als eine Art Hulk-Verschnitt, das wäre des Guten indes wirklich etwas zuviel.