Sonntag, 7. September 2008

Wertvoller Skalp

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Den schockierenden 3:1-Triumph Österreichs gegen Vizeweltmeister Frankreich zum Auftakt der WM-Quali für Südafrika, teilweise angereichert durch einige reichlich meckernde Stimmen aus dem französischen Blätterwald.

Österreich - Frankreich 3:1 (2:0)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 48.000 (ausverkauft)
SR Claus Bo Larsen/DEN.
Gelbe Karten: Janko, Aufhauser

Österreich: Manninger - Garics, Prödl, Stranzl, Pogatetz – Scharner - Harnik (90. Standfest), Aufhauser, Ivanschitz (82. Leitgeb), Fuchs - Janko (89. Maierhofer)
Frankreich: Mandanda - Sagna (71. Gourcuff), Gallas, Mexes, Evra - Govou, L. Diarra, Toulalan, Nasri (80. Anelka)- Benzema, Henry

Tore: 1:0 ( 8.) Janko, 2:0 (41.) Aufhauser, 2:1 (61.) Govou, 3:1 (72.) Ivanschitz

„Die Ruinen rauchen noch. Die Tricolores haben nur eine Erklärung für ihre Niederlage: Nachlässigkeiten bei Standardsituationen und allgemein in den Zweikämpfen. Raymond Domenech würde eine fehlende Reaktion am Mittwoch gegen Serbien nicht überleben. Es gibt das, was die Geschichte lehrt: Frankreich hat sich niemals für eine Weltmeisterschaft qualifiziert, nachdem es das erste Ausscheidungsspiel verloren hat, weder 1968 (0:1 gegen Norwegen) noch 1992 (0:2 gegen Bulgarien).“ (L'EQUIPE)

„Brennende Niederlage für die Franzosen. Das erste Qualifikationsspiel für die WM 2010 endet mit einem völligen Zusammenbruch der Franzosen. Raymond Domenech muss sich Sorgen machen. Diese Niederlage schwächt natürlich die Position Domenechs nach dem Fiasko bei der EURO.“ (LIBERATION)

„Die Bleus ohne Verteidigung. Während dieses Spiel die Bleus eigentlich auf den Weg der Qualifikation für die WM 2010 bringen sollte, haben schwer zu entschuldigende Fehler in der Verteidigung am Samstag in Wien die Niederlage der Tricolore verursacht.“ (LE JOURNAL DU DIMANCHE)

„Es konnte nicht schlechter für die Franzosen beginnen. Beim ersten offiziellen Spiel seit dem Fiasko bei der EURO haben die Franzosen einen Alptraum erlebt. Die Affäre ist gewiss erst in ihren Anfängen, aber sie zeichnet sich sehr schlecht ab. Um eine Dynamik zu erwecken, die Polemiken des Sommers zu beenden, hätte es gewiss etwas anderes gebraucht als diese unwürdige Niederlage gegen Österreich.“ (LE PARISIEN)

„Die schöne blaue Donau färbte sich schwarz für die Bleus. Es ist sehr wohl die 15. Mannschaft der EURO, die im Ernst-Happel-Stadion gespielt hat und nicht der Vize-Weltmeister von 2006, den Wien mit Freude erwartete. Die Österreicher, angeblich mit quadratischen Füßen, haben die äußerst blassen Bleus ohne Schwierigkeiten genarrt. Ihre kleine Nachtmusik hatte
nichts von einem schimmernden Konzert und kein Mozart war im Orchester. Aber kräftige Burschen und Realismus haben gereicht.“ (OUEST-FRANCE)


„1998 qualifizierte sich Österreich letztmals für eine WM-Endrunde. Jetzt sind zwar erst 90 von 900 Minuten gespielt, doch in Österreich träumen sie von der nächsten WM-Teilnahme. In Wien bodigte die ÖFB-Auswahl mit dem neuen Trainer Karel Brückner Frankreich 3:1. Die Österreicher waren da stark, wo im internationalen Fussball oft die Differenz liegt: bei den Standardsituationen.“ (BLICK.CH)

„Unwirklich! Brückners Burschen radierten die Franzosen aus. Dieser Trainer soll zum alten Eisen gehören? Ganz falsch, der alte Fuchs hat wieder allen die Augen geöffnet. Mit den unterschätzten Österreichern ist er angetreten, eine Position zu erobern, die er mit den Tschechen einmal verlassen hat. Und dass er seinen Weg verdammt ernst nimmt, bestätigt schon das erste Qualifikationsspiel um die Weltmeisterschaft 2010, in dem Brückners Schäfchen das favorisierte Frankreich mit 3:1 schlugen.“ (Tschechien: TV NOVA/ONLINE)

„Karel Brückner hat die ganze Welt schockiert. Obwohl ihn die Österreicher nach dem sensationellen Samstag-Sieg von 3:1 gegen die Franzosen als Held feiern, behielt der tschechische Trainer Karel Brückner seine legendäre Ruhe. (...) Brückner hat jene Vorgangsweisen in das österreichische Team gebracht, die sich für ihn auch schon während seines Wirkens bei der tschechischen Reprezentace bewährt haben.“ (Tschechien: SPORT/ONLINE)

„Brückner begann hervorragend. Prachtvoll hat der Kampf um die Weltmeisterschaft 2010 für den tschechischen Trainer Karel Brückner begonnen. (...) Brückner hat bei der Wettbewerbspremiere auf der österreichischen Bank einen wertvollen Skalp geholt, umgekehrt wird sein Kollege Raymond Domenech kritisiert werden wie bei der Europameisterschaft im Juni. Die Österreicher begannen gegen die Favoriten von Anfang an aktiver, griffen gut an und gaben den Franzosen kaum Raum. Und der Erfolg stellte sich unmittelbar darauf ein.“ (Tschechien: MLADA FRONTA DNES/ONLINE)

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