Samstag, 6. September 2008

Von Rudi Emotionale

Am 6. September, da war doch was? Richtig! Am 6. September 2003 blamierte sich die deutsche Nationalelf in der EM-Quali in Reykjavik bei der Nullnummer gegen Island bis auf die Knochen. Die Herren Delling und Netzer legten gnadenlos den Finger in die Rumpelwunde.

Rudi Völler gab sodann beim unschuldigen Waldi Hartmann mit seiner so genannten „Wutrede“ den Rächer seiner „Rumpelkicker“, die im bestem Völler-Sprech, nach exemplarischer Subsumtion auf Olli Bierhoff, heute als „Malta-Füße“ bezeichnet würden. Meine Herren, ist das Ganze also auch schon wieder fünf Jahre her, TW protokolliert die „Wutrede“ nochmals:

„Delling, das ist eine Sauerei, was der sagt. Die Geschichte mit dem Tiefpunkt, und nochmal ein Tiefpunkt. Da gibt's nochmal einen niedrigen Tiefpunkt. Ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören. Das muß ich ganz ehrlich sagen. Da stelle ich mich vor die Mannschaft.“ [Waldi reibt sich gedanklich die Hände, Rudis Augenbraue zuckt jedoch bereits verdächtig.]

„Natürlich war das heute nicht in Ordnung. Aber ich weiß nicht, woher die das Recht nehmen, so etwas zu sagen. Das verstehe ich nicht. Dann soll er doch Samstagabend Unterhaltung machen und keinen Sport, keinen Fußball. Dann soll er 'Wetten dass' machen und den Gottschalk ablösen.“ [Rudi kommt bei der Abgabe von findigen Beschäftigungstipps immer mehr in Fahrt, Waldi klammert sich unterdessen erschrocken an sein Mikro.]

„Der Scheiß, der da immer gelabert wird. Da sollten sich alle wirklich mal Gedanken machen, ob wir in der Zukunft so weiter machen können. Immer diese Geschichte, alles in den Dreck ziehen, alles runter ziehen. Das ist das Allerletzte - und ich lasse mir das nicht mehr so lange gefallen, das sage ich euch ganz ehrlich.“ [Rudis dicker Hals steht kurz vor der Explosion, Waldi rutscht in seinem Sessel immer tiefer - sein Puls beginnt ungesund zu puckern.]

„Der Günter, was die früher für einen Scheiß gespielt haben, da konntest du doch früher überhaupt nicht hingehen, die haben doch früher Standfußball gespielt.“ [Rudi bewirft seine Idole mit faulen Eiern.]

„Aber Rudi, ich kann jetzt nicht verstehen, warum du Schärfe reinbringst.“ [Waldi, ungewöhnlich nonchalant, lässt nichts auf Jünter kommen.]

„Die Schärfe bringt ihr doch rein, müssen wir uns denn alles gefallen lassen?“ [Rudi lässt sich nicht in die Suppe spucken.]

„Aber ich bringe doch keine Schärfe rein.“ [Waldi rutscht auf seinem Sessel hin und her und bangt winselnd um die spätere „Blaue Stunde“ mit Völler und Konsorten.]

„Ja, du nicht. Du sitzt hier bequem auf deinem Stuhl, hast drei Weizen getrunken und bist schön locker.“ [Rudi, der Marketingfuchs, kaltschnäuzig wie früher vor dem Tor verschafft Waldi lukrative Werbeverträge und hat später fertig.]

Keine Kommentare: