Dienstag, 2. September 2008

„Plymouth“

Was macht eigentlich...Emile Mpenza? Emile Mpenza? Mpenza? Achja, bei THOR WATERSCHEI erinnert man sich noch an den inzwischen 30-jährigen Belgier, der in jungen Jahren um die Jahrtausendwende noch das Torungeheuer bei Standard Lüttich gab, dann bei Schalke 04 'ne durchaus große Nummer war. „Ebbe Sand und Emile Mpenza - das ist das beste Sturm-Duo in Europa und das beste, das Schalke je hatte“, besang dereinst sogar Schalkes Stürmerlegende Klaus Fischer die Qualitäten seiner S04-Erben.

Doch der stets schnelle Mpenza startete in seinem weiteren Karriereverlauf nicht wirklich durch, sondern verannte sich vielmehr bei mehr oder weniger amourösen Geschichtchen mit schönen Frauen und kaputten Sportwagen ebenso wie bei seinen wenig torreichen Stationen beim HSV, in Katar und jüngst bei Manchester City. Als alterndes Auslaufmodell kam Mpenza nach Vertragsende bei ManCity und kurzer Klublosigkeit nun beim englischen Zweitligisten Plymouth Argyle unter.

Plymouth ist ein Küstenstädtchen im Südwesten Englands, genauer gesagt in der Grafschaft Devon, das, wie Wikipedia erklärt, „einerseits für seine pittoresken Küstenstädte und andererseits für die Dartmoor- und Exmoor-Nationalparks bekannt ist“. Das hört sich alles nicht gerade nach dem Nabel der weiten Welt des Fußballs an und wird durch den derzeitigen viertletzten Rang von Plymouth Argyle, im Volksmund the Pilgrims (die Pilger) genannt, in Englands Fußballunterhaus nochmals unterstrichen.

Eine kleine Anekdote aus der Geschichte von Plymouth Argyle will TW dennoch nicht vorenthalten, die ihren Ursprung im Frühling 1984 hat. Plymouth hatte sich durch die Mühlen des FA Cups bis ins Halbfinale gekämpft, was bis heute den größten Erfolg der Pilgrims in deren Historie darstellt. In diesem Halbfinale scheiterte Plymouth als Drittligist seinerzeit im Villa Park in Birmingham am FC Watford, dem Elton John dieser Tage gern ein paar Pfund zusteckte. Ein gewisser George Reilly hatte für Watford das „goldenen Tor“ für den umjubelten Finaleinzug erzielt - lange her wird man annehmen.

Doch dieser gewisse George Reilly musste erkennen, dass ein spezieller und besonders bissiger Anhänger der Pilgrims offenbar ein Erinnerungsvermögen wie ein Elefant besaß sich als erwies und Reilly noch 19 Jahre nach dessen Siegtreffer von Birmingham im wahrsten Sinne des Wortes für diesen „bluten“ ließ. Wie? Reilly arbeitete 2003 mittlerweile als Maurer und wurde auf einer Baustelle von diesem unbekannten Plymouth-Fan zunächst erkannt, sodann „nur“ angefallen und zu Boden gerissen.

Bei dem anschließenden Gerangel im Schlamm kam es für Reilly gleichwohl noch schlimmer. Denn der Unbekannte biss ihm das rechte Ohr ab und sollte sich von Reilly mit einem gehauchten „Plymouth“ in dessen linkes unversehrtes Ohr verabschieden . Die Ohrmuschel Reillys konnte zwar später glücklicherweise im Krankenhaus wieder angenäht werden. Der Attentäter entkam jedoch und ist bis heute unerkannt. Daher kann Herrn Mpenza diese kleine Schauergeschichte, mit einem zwinkernden Auge gesagt, wohl nur lehren, für Plymouth Argyle schnell das richtige Tor zu treffen...

1 Kommentar:

Carsten hat gesagt…

Vom Flair des Vereins her, ist Lokonda wieder auf Schalke angekommen.