Sonntag, 17. August 2008

One-Hit Wonder?

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Der gestrige historische 3:0-Triumph von Bundesligaaufsteiger TSG 1899 Hoffenheim bei Energie Cottbus.

Die Tabelle des 1. Spieltags der Saison 2008/2009 wird sich die TSG Hoffenheim, pardon die TSG 1899 Hoffenheim (man spielte freilich nicht leichtsinnig mit der Tradition), sicher einrahmen. Obacht, es wurden nicht nur im Stadion der Freundschaft zu Cottbus die ersten drei Treffer in der noch so juvenilen Bundesligageschichte der 1899er erzielt. Sozusagen auf Augenhöhe mit Schalke 04, die militaritisch angehauchte Floskel des Gleichschritts soll geflissentlich in der Metaphernschublade gelassen werden, grüßen die 1899er als erster Tabellenführer der 46. Bundesligaspielzeit.

Das Emblem der 1899er prägt sich somit im Angesicht der guten alten kicker-Stecktabelle getreu dem einfachen Motto „Hopp, Hopp, Hopp - gleich innen Kopp.“ sofort gut ein. Wieso der Hoffenheimer Premierentriumph sich in der Lausitz so fulminant bewerkstelligen ließ, sezierte 11 FREUNDE-Boss Philipp Köster in seinem Kommentar für Spiegel Online und stellte recht zielsicher fest: „Temporeich und zugleich taktisch diszipliniert traten die Hoffenheimer auf, zu sehen war weniger der Hurra-Fußball eines überschwänglichen Aufsteigers, als vielmehr das abgeklärte Ausnutzen Cottbuser Überheblichkeiten und Unzulänglichkeiten.“

In die Wunde Cottbusser Überheblichkeiten streute übrigens auch kein Geringerer als Energie-Torsteher Gerry Tremmel, nachdem er sich den ernüchternden Dreierpack eingefangen hatte die notwendige Prise Salz und resümierte tachelesartig: „Das war arrogant und überheblich. Wir wollten gegen den Aufsteiger mal so locker spielen. Das war noch nie die Cottbuser Stärke“. Arrogant und überheblich, gegen die tapferen 1899er locker aufspielen? Da klebte bei den Fußballgöttern aus der Lausitz wohl der Titel der leicht angestaubten Sportfreunde Stiller-Scheibe „So wie einst Real Madrid“ in den Köpfen.

Die 1899er sind halt doch kein Wald- und Wiesenklübchen. Inwiefern sie ein One-Hit Wonder an der Tabellenspitze sind, bleibt gleichwohl abzuwarten. Das sieht im Übrigen offensichtlich Ralf Rangnick so, der gebetsmühlenartig in die Journalistenblöcke predigte: „Wir stehen dort nur, weil H wie Hoffenheim vor S wie Schalke kommt.
Bild: Welt.de