Freitag, 27. Juni 2008

Bergtour' 08 # 18: Seelenlose Maschinen?

Die Ursache des Bildausfall während des deutschen Zittersieges im Euro-Halbfinale von Basel gegen Terims tapfere Türken ist mittlerweile aufgeklärt, Bela R. als mäßiger Radiokommentator enttarnt und der nervenaufreibende Krimi allmählich verdaut.

Gut, das wenig ästhetische Spiel von Jogis Löwen riss lange Zeit kaum jemanden vom Hocker oder im St. Jakob-Park aus der Sitzschale, bis schließlich die Herren Klose und Lahm mit ihren Last-Minute-Krachern der darbenden deutschen Fußball-Seele Erlösung brachten und die Tür ins Wiener Finale öffneten, in dem nun Spanien wartet. THOR WATERSCHEI mit einem internationalen Presseecho der beinah verbaselten deutschen Halbfinal"schlacht":
1. „Der letzte Atemzug der Deutschen wirft die Türkei um. Das Team von Trainer Löw kaschiert seinen ärmlichen Fußball mit einem Glückstreffer in der letzten Minute.“ (El País)

2. „Die Türkei bekam ihre eigene Medizin zu kosten. Die Deutschen machten mit der Türkei das, was diese während des gesamten Turniers mit anderen Mannschaften getan hatte. Sie gewannen das Spiel in der letzten Minute.“ (Marca)


3. „Das Glück ist das Eigentum der Deutschen. Der Fußball hat sich in 25 Jahren nicht verändert. Er ist so grausam wie eh und je. Es gilt noch immer der Satz von Gary Lineker, wonach im Fußball elf gegen elf spielen und am Ende die Deutschen gewinnen.“ (La Vanguardia)

4. „Nachdem die Deutschen gegen Österreich und Portugal geglänzt hatten, kehrten sie nun zu ihrer grauen Spielweise zurück. Das Team wirkte wie eine seelenlose Maschine. Und so wird es sicher auch im Finale auftreten.“ (As)

5. „Deutscher Sieg in letzter Minute. Spektakulärer Schlusspunkt für die Euro-Stadt Basel: Deutschland ringt die Türkei 3:2 nieder. In einem dramatischen Halbfinalspiel gewann die deutsche Nationalmannschaft in Basel gegen die Türkei, ohne zu überzeugen.“ (Basler Zeitung)

6. „Den Deutschen gelangen nur drei Schüsse direkt aufs Tor. Dass alle drei erfolgreich waren, spricht für die Effizienz. Dass sie diese schlechte erste Halbzeit letztendlich ungestraft überstanden, spricht auch für ihre Kampf- und Willenskraft. Und genau darum sind diese Deutschen so gefürchtet bei großen Turnieren. Und am Sonntag in Wien.“ (Tages-Anzeiger)

7. „Unglücklicherweise haben wir diesmal in der letzten Kriegsminute verloren. Das kann passieren. Unser Kopf ist erhoben. Danke Jungs. Danke Terim. Sie sind im Finale, wir sind die Champions.“ (Vatan)

8. „Deutschland stahl das türkische Wunder. Das Löw-Team wurde vom flinken Auftreten seines Gegners überrascht. Die Mannschaft machte nicht den Eindruck, besonders eingespielt zu sein.“ (Sowjetski Sport)

9. „Die Deutschen wissen besser als die anderen, wie man die richtigen Dinge zum richtigen Zeitpunkt tut. Das ist kein Glück, sondern Klasse.“ (Ekstra Bladet)

10. „Die Zeit der Wunder ist vorbei. Fast hätten die Türken noch eine Sensation geschafft. Sie spielten besser, waren aber vor dem Tor wirkungslos. Deutschland arbeitete hart und vor dem Tor höchst effektiv.“ (B.T.)

11. „Altintop war souverän, der beste Spieler auf dem Platz. Hier konnte nur eine Mannschaft dribbeln, Pässe schlagen, dominieren und einen ganzen Kontinent bezaubern. Aber die andere gewann. Das 3:2 zeigte die Urkraft in den deutschen Nationaltrikots.“ (Aftonbladet)

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