Sonntag, 15. Juni 2008

Messerscharf

Der morgige 16. Juni könnte bei der Euro Null Acht ein durchaus historischer Tag werden. Vor allem für die Österreicher, die für ein Weiterkommen ins Viertelfinale einen Sieg gegen Jogis Löwen benötigen.

Schier berauscht von ihrem eins zu eins gegen Polen klammern sich die Krankl-Nachfahren sowie offenbar sämtliche rot-weiß-rote Fußballanhänger an ihren „Cordoba“-Strohhalm versuchen Poldi & Co. mit dem Heraufbeschwören eines cordobaesken Wunders von Wien einzulullen.

HSV-Ikone Manni Kaltz, anno 1980 selbst Europameister, war 1978 bei der Schmach von Cordoba ebenfalls auf dem Rasenrechteck der zweitgrößten Stadt Argentiniens zugegen und hat seine Kickerkarriere bekanntlich schon lange beendet. Beinahe ebenso messerscharf wie er in seinen besten Tagen maßgenaue Flanken nach Kaltzscher Bananenart trat, gab Kaltz nun im Vorfeld des österreichisch-deutschen Aufeinandertreffens in einem Interview mit der WELT Jogis Löwen Flankenschutz:
„Die Österreicher sind stehen geblieben. So sieht’s doch 30 Jahre später aus. Die träumen doch heute noch davon. Sie haben ein Spiel gewonnen. Und was hat es ihnen gebracht? Gar nichts! Ich glaube, sie haben das Spiel nie verkraftet.“
Da könnte der einstige Flankengott durchaus Recht mit haben und wird für seine maßgenaue Analyse über das Dilemma der kranklnden österreichischen Fußballseele zum neuen T(h)or der Woche ernannt. Im THOR WATERSCHEI-Klubhaus wird jedenfalls zurzeit inständig gehofft, dass die überspannten Cordobareien bald wieder eingemottet werden. Wie sagte schon Jogi Löw im Vorfeld der DFB-Bergtour: „Ich kann Cordoba nicht mehr hören.“

Über den T(h)or der Woche