Freitag, 6. Juni 2008

Gibbs, nich!

Der FC St. Pauli hat ja schon so einiges seit seiner Gründung anno 1910 mitgemacht. Spieler mit mehr und auch weniger klangvollen Namen kamen und gingen. Aktuell ist es dem Traditionsverein vom Millerntor ja bekanntlich gelungen, seinen langjährigen Stammplatz im Fahrstuhl zwischen den drei obersten deutschen Ligen abzugeben. Rang neun in Liga Zwo im Jahr eins nach dem erneuten Aufstieg aus der Drittklassigkeit verhieß für die einstigen Weltpokalbesieger daher beinah jene Bodenständigkeit, die man gelegentlich beim Genuß einer deftigen Bulette verspürt.

Da die Kiezkicker aber nicht Jahr ein Jahr aus auf Rang neun in Liga Zwo Wurzeln schlagen wollen, werkeln die verantwortlichen Pauli-Legenden Helmut Schulte, Holger Stanislawski und Andre Trulsen derweil an einem schlagkräftigen Kader für die kommende Zweitligasaison, um dann mal wieder öfter mit den rothosentragenden Seeler-Erben messen zu können. Mögliches Mitglied der neuen Pauli-Truppe soll nun übrigens mit US-Boy Cory Gibbs ein alter Bekannter werden, dessen Verpflichtung das Trio offenbar ins Auge gefasst hat. Der ehemalige US-Nationalverteidiger trat bereits von 2001 bis Ende 2003 in St. Paulis Abwehr in die Fußstapfen von Eisenfuß Dieter Schlindwein. Ist ja auch soweit so gut, wenn man bedenkt, dass es Gibbs nach seinem Millerntor-Intermezzo unter anderem mit Feyenoord Rotterdam und Charlton Athletic auf der Insel zu durchaus namhaften Klubs verschlagen hat.

Doch die Sache mit Gibbs hat leider zwei Haken. Zum einen hat der Rückkehrerkandidat seit 2005 gerade einmal 20 Pflichtspiele bestritten. Zum anderen ist der Kiezklub trotz der anmutenden und unermüdlichen Rasenumpflügeaktionen von Gibbs nacheinander aus der Bundesliga und der Liga Zwo abgestiegen. Lässt man sich jedenfalls als gemeiner Pauli-Sympathisant im Falle eines Gibbs-Transfer von seinem irrlichternden Aberglauben geleitet den Verlauf der kommenden Saison orakeln, riecht das für den FC St. Pauli doch erheblich nach Büchse der Pandora und damit womöglich nach einer Fahrstuhlfreikarte für Liga Drei. Mithin die falsche Richtung. Also mit zwinkerndem Auge gesagt: Gibbs, nich!

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