Sonntag, 22. Juni 2008

Bergtour' 08 # 16: Auf die Nerven

Marcel Reif ist einer jener Kommentatoren, denen im TW-Klubhaus nicht der Ton abgedreht wird. Auch wenn so manche Reif'sche Bemerkung aus dem spitzen Winkel mal ganz gerne überhört wird. Bei der Euro Null Acht ist Reif fürs Erste und Zweite bekanntlich nicht im Einsatz und hat nun offenbar genügend Zeit via seiner Kolumne im Tagesspiegel mitzuteilen, was ihm bei der Euro persönlich auf die Nerven geht. Das sind mit Verlaub die Türken, weil sie laut Reif „einfach nicht begreifen wollen, wenn sie tot sind“.

„Die waren einmal tot gegen die Schweiz, die waren mausetot gegen die Tschechen und gegen die Kroaten waren sie schon zwei Meter unter der Erde. Trainer sagen in solchen Situationen gerne, dass man nur daran glauben müsse, dann ginge schon noch etwas, die Türken aber glauben gar nichts, die wissen, das was geht. Und nun erobern sie Europa, obwohl sie dort gar nicht zugelassen sind. Dabei sind sie fußballerisch nicht wirklich gut, es fehlt ihnen die halbe Mannschaft – und was kann man gegen sie machen?

Man kann sie nur besiegen, einfach nur besiegen, nicht mit einem Tor in den letzten zehn Sekunden des Spiels, sondern besser mit zweien, noch besser mit dreien. Erst wenn das letzte Gegentor gefallen ist, erst wenn der Schiedsrichter wirklich abgepfiffen hat, erst wenn sie wirklich im Kabinengang verschwunden sind, werden sie akzeptieren, verloren zu haben. Das müssen die Deutschen am Mittwoch kapieren, denn nüchtern betrachtet haben die Türken keine Chance auf den Finaleinzug, weil Löws Männer sich gesteigert haben, wie ich es ihnen nicht mehr zugetraut hätte. Nüchtern betrachtet. Allein, die Türken sind selber nicht nüchtern und schon mal gar nicht nüchtern zu betrachten. Erst wenn abgepfiffen ist. Der Schiri sollte laut pfeifen.“

Ob Jogi seinen Löwen die Reif'schen Zeilen wohl vorlesen wird? Die Hinweis auf die olle Herberger-Weisheit mit den 90 Minuten kann er sich dann jedenfalls sparen.

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