Sonntag, 4. Mai 2008

Verbockt

So eine Fußballsaison ist manchmal so wie früher in der Schule eine Klausur oder Klassenarbeit. Zunächst ist man froh, dass sie vorbei ist. Dann stellt man, dass man sie völlig verbockt hat. Dass trifft übrigens auch auf den englischen Traditionsklub Derby County und seinen unglücklichen Trainer Paul Jewell zu. Derby war vor einem Jahr als Zweitligameister nach mehrjähriger Abstinenz wieder in die Premier League aufgestiegen, hatte jedoch dort nach einigen deftigen Niederlagen schnell die Rote Laterne in der Hand. Daher verpflichteten die Rams (Schafböcke) Ende November letzten Jahres den robusten gebürtigen Liverpudlian Paul Jewell, der in den letzten Jahren die Nobodys von Wigan Athletic im englischen Fußball-Oberhaus etablierte, anstelle von Aufstiegstrainer Billy Davies.

Jewell gelangen mit den Rams letztlich aber nur zwei Dinge. Zum einen lotste er eine Entourage von zuletzt wenig erfolgreichen Kickern wie dem walisischen enfant terrible Robbie Savage in den Pride Park. Zum anderen geriet der zweifache Familienvater jüngst durch ein außereheliches Amusement mit einer Blondine dank eines entsprechenden Videotapes, auf dem Jewells launigen Stellungswechsel verewigt sind, in die Schlagzeilen der gnadenlosen Yellow Press.

Treffer positiver Art oder gar Siege mit Derby County durfte der wenig lammfromme Jewell dagegen in der Premier League trotz des unermüdlichen Engagements seines mittlerweile zum Kapitän ernannten Ober-Rams Savage oder seines eigenen vorbildlich zur Schau gestellten Körpereinsatzes nicht bejubeln. Nach 37 Spieltagen steht bereits nicht nur die unmittelbare Rückkehr Derby Countys in die zweitklassige Football League fest.

Von der Sun darf sich Jewell seit gestern zusätzlich vorrechnen lassen, dass Derby den FC Sunderland mit seinem zwei Jahre alten Negativ-Rekord von 15 Zählern aus 38 Spielen nicht mehr an Punkten übertrumpfen kann und nun mit seinen elf Zählern das schlechteste Team in der Premier League-Historie ist. THOR WATERSCHEI möchte Paul Jewell hierzu zwar nicht gratulieren, ernennt ihn dafür aber aufmunternd zum neuen T(h)or der Woche.

Über den T(h)or der Woche

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