Montag, 19. Mai 2008

Play up Pompey

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Der Triumph des FC Portsmouth im 127. englischen FA Cup-Endspiel gegen Cardiff City.

Dass der FA Cup eine besonders ruhmreiche Geschichte besitzt, ist wohl schon lange bis über die Grenzen Britanniens vorgedrungen (→ Oldie, but Goldie) . Daher wird es auch über den Ärmelkanal hinweg ein entsprechendes Echo erlangen, dass der FC Portsmouth, am vergangenen Samstag, dem 17. Mai 2008, im englischen FA Cup-Finale im neuen Wembley gegen Cardiff City (→ Walisische Wildcard) Geschichte schrieb und die Premier League-Fahne gegen den Zweitligisten unbefleckt hielt .

Allen voran dafür verantwortlich war dabei für den von der englischen Südküste stammenden Klub aus der Middle Class der Premier League, „Pompey“ war dort in der gerade abgelaufenen englischen Saisonschließlich respektabler Achter, Sturm-Veteran Nwankwo Kanu. Denn der baumlang anmutende Nigerianer, mittlerweile 32-jährig und so schlaksig wie eh und je, hielt gegen die tapferen Waliser in Minute 37 seinen rechten Fuß hin, nachdem Cardiffs finnischer Schlußmann Enckelmann zuvor einen Distanzschuss nur abklatschen konnte.

Kanus Abstauber sollte „Pompey“ letztlich vor knapp 90.000 Zuschauern in dem so genannten Duell der Underdogs gegen die „Bluebirds“ für den zweiten FA Cup-Sieg der Vereinsgeschichte nach 69 Jahren ausreichen. Kanu selbst ließ sich nach dem Schlusspfiff gar noch zum König krönen, indem er sich von seinen Mitspielern eine schwarze Mütze aufsetzen ließ, auf der in weißen Lettern das majestätische Wörtchen „King“ prangte. Dank seines Tores erhofft sich der altgediente zweimalige afrikanische Fußballer des Jahres nunmehr einen neuen Vertrag im Fratton Park, wo in der kommenden Saison im 101. Vereinsjahr von Portsmouth erstmals Europapokalspiele über die Bühne gehen werden.

Die können den „Pompey“-Kickern nun nicht mehr genommen werden. Anders als im Übrigen die nach dem Finale verteilten Siegermedaillen, die sich Portsmouth-Rechtsverteidiger Glen Johnson und Ersatzkeeper Jamie Ashdown, die sich offenbar leicht fahrlässig zu diebisch gefreut haben, aus ihrem Kulturbeutel bzw. Jackett stibitzen ließen, was die stets ehrenfeste Sun dazu veranlasste, die diebischen Elstern mit einem wütenden „Give them back!“ zur Rückgabe der unschuldigen Medaillen aufzufordern...

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