Donnerstag, 8. Mai 2008

Klinsmannesk

Die Leidenschaft von Campino, dem Sänger der Toten Hosen, für den FC Liverpool dürfte landläufig wohl spätestens bekannt sein, seitdem Herr Frege im feinem roten Pool-Dress nach dem glorreichen Champions League-Finaltriumph der Reds von Istanbul anno 2005 freudetrunken in SAT 1-Kameras lächelte. Das Lachen verging dem Hosen-Frontmann allerdings, nachdem Gerrard und Konsorten jüngst im Halbfinalrückspiel in der Königsklasse bei Michael Ballacks FC Chelsea im Londoner Regen den Kürzeren zogen. Ganz klinsmannesk trat Campino nach dem Zwei zu Drei seiner Reds daher wutschnaubend in eine unschuldige Mülltonne und brach sich dabei den Fuß.

Oder frei nach einer Meldung der Pressestelle der Hosen: „Ein gezielter harter Kick mit dem Vollspann gegen eine öffentliche Mülltonne sollte der Enttäuschung über das Scheitern seines Teams Ausdruck verleihen.“ Die österreichische Zeitung Kurier kommentierte gar schelmisch, dass der einbetonierte Stahlrahmen des Abfallbehälters sich von der Geste Campinos relativ unbeeindruckt gezeigt habe und auch Campino im Nachhinein einsehen müsse, dass er sich diesen Tritt besser erspart hätte. Denn nun muss der arme Campino erst einmal den gebrochenen Fuß in Gips tragen.

Das obligatorische „You'll never walk alone“ will THOR WATERSCHEI sich an dieser Stelle zur simplen Aufmunterung Campinos zwar einfach mal sparen, hat nach kurzweiliger kausaler Ursachenforschung den mittelbar Schuldigen für Liverpools Pleite und somit Campinos unvermeidbaren Fehltritt aber gefunden. Jaja, natürlich ganz im Konkunktiv: säße noch Mr. Mourinho auf Chelseas Trainerbank... So wie dereinst bei Chelseas Pleiten in den Königsklassenhalbfinals Null Fünf und Null Sieben, hätte Campino wohl eher nach nem gepflegten Schluck aus der Altbierpulle die Basler-Säge ausgepackt anstatt sich an der Mülltonne abzureagieren...