Dienstag, 29. April 2008

Torhagel

Der 29. April ist ein ganz besonderer Tag in der Geschichte der deutschen Bundesliga. Es war der letzte Spieltag der Saison 1977/78, die WM in Argentina stand schon unmittelbar vor der Tür. Titelverteidiger Borussia Mönchengladbach und der von dem großen Hennes Weisweiler gecoachte 1. FC Köln balgten sich damals um die silberne Schale. Köln war die Schale eigentlich kaum noch zu nehmen. Doch im Düsseldorfer Rheinstadion empfing Gladbach die andere Borussia aus Dortmund zu seinem höchstpersönlichen Schützenfest, dem Dortmunds damaliger Trainer Otto Rehhagel seinen kurzweiligen Spitznamen "Torhagel" verdanken sollte.

Trotz des ein Dutzend Treffern der von Udo Lattek trainierten Gladbacher um Berti Vogts und ihren fünfmaligen Torschützen Jupp Heynckes, von manch irritiertem Zeitgenossen noch heute empört als dreckiges Dutzend bemeckert, reichte der bis heute höchste Sieg der Bundesliga-Historie nicht mehr, um den 1. FC Köln noch vom Bundesliga-Thron zu stoßen. Denn der Geißbock-Klub versohlte im alten Hamburger Volksparkstadion Absteiger St. Pauli mit 5:0 ebenfalls recht heftig den Hintern, was für den letzten Meistertitel bis heute reichen sollte. Gereicht hat es im Übrigen nach dem denkwürdigen Debakel auch dem BVB. Der gab seinem Otto Torhagel nochmals eins auf die Zwölf und drückte diesem seine Papiere in die Hand.

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