Freitag, 25. April 2008

Ohren zu

Als in dieser Woche eine Ausgabe der BILD-Zeitung ins THOR WATERSCHEI-Klubhaus hineinflatterte, da durfte man Beachtliches bestaunen. Trotz, dass sich eine Postille wie BILD eher zum Lesen oder sich zumindest Bilder betrachten eignet, ward ein kollektives Ohren zuhalten zu beobachten. Diese etwas eigentümliche Regung war eine Reaktion auf das kleine Scharmützel, welches sich der angehende Praktikant Lothar Matthäus (→ Lothars Loge) und good old Berti Vogts lieferten.

„Ich hatte Pech, dass mich Berti Vogts aus mysteriösen Gründen drei Jahre nicht berücksichtigt hat. Er hat mir drei Jahre geraubt. Sonst wäre ich auf 180 oder mehr Länderspiele gekommen, dann wäre es vielleicht ein Rekord für die Ewigkeit gewesen“, spielte „LM“ wehklagend in einem dpa-Interview auf seinen Stubenarrest in der deutschen Elf Mitte der Neunziger an - zufälligerweise die erfolgreichste Etappe in der Vogtsschen Ära.

Via Springers Boulevard-Guillotine ließ sich Vogts (→ Auf nach Aserbaidschan) nicht lange zu der nicht gerade überraschenden an „LM“ gerichteten verbalen Retourgrätsche bitten: „Lothar hat eher 50 Länderspiele zuviel gemacht. Matthäus hat offensichtlich vergessen, dass ich ihn trotz härtesten Widerstandes zurück in die Nationalelf geholt habe.“ Damit der gemeine BILD-Leser nicht den Eindruck erhielt, dass es Vogts bei einem schnöden wie schnippischen Sliding Tackling beließ, setzte der Terrier noch eine mittlere Blutgrätsche hinterher: „Ich hätte gedacht, dass er im DFB-Sonderlehrgang dazugelernt hat. Doch Matthäus leidet an Selbstüberschätzung.“

Das saß freilich. Im THOR WATERSCHEI-Klubhaus freut man sich aber nun darauf, wenn es demnächst Meldungen von Triumphen aus Aserbaidschan und Israel hagelt. Sich derart die Ohren zuhalten zu müssen, kann ja schließlich kein Dauerzustand werden. Wäre ja beinah so, als wenn sich eine Scooter-Scheibe in einen CD-Player verirrt...

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