Sonntag, 27. April 2008

Nebenkaiser

THOR WATERSCHEI präsentiert in seiner Eisenfuß-Galerie die "Eisenfüße" aus der weiten Welt des Fußballs. Heute: Bayern-Legende Bulle Roth...

Gewiss. Die ganz große Zeit des FC Bayern München in den goldenen Siebzigern prägte vor allem die Achse Maier - Beckenbauer - Müller. Doch stets mittendrin und nicht nur dabei waren bekanntlich auch dem Kaiser sein Putzer, Katsche Schwarzenbeck, und insbesondere Franz Roth, das unermüdliche Kraftpaket wie dem Kaiser sein Putzer ebenso wohl im Laufe seiner tollen Laufbahn ohne sämtliche Außenristschmankerl ausgekommen.

Infolge seiner körperbetonte Spielweise und Schussstärke hatte Roth schnell den Spitznamen Bulle weg und kann sich noch heute dafür rühmen durchaus nervenstark gleich in drei Europapokal-Endspielen des FC Bayern entscheidende Treffer erzielt zu haben. Wegen seiner Bedeutung an der Seite des filigranen wie eleganten Beckenbauer war Roth somit eine Art Nebenkaiser im Bayern-Spiel. Das waren jedoch nicht Roths einzige Qualitäten.

Denn weiter trug der Mittelfeld-Bulle dem Anschein nach ebenfalls maßgeblich an der Entwicklung der Karriere eines gewissen und Anfang der Siebziger noch juvenilen Uli Hoeneß bei, der dereinst über den Trainingsalltag mit Roth überliefern ließ:„Ich habe mir früher im Training Schienbeinschützer angezogen, weil ich wußte: Wenn der Franz 'Bulle' Roth sauer auf mich ist, dann fegt der mich auf die Aschenbahn. Das Training war für mich Überlebenskampf - und ich habe mich dabei wunderbar entwickelt.“

Heute vollendet Franz Roth sein 62. Lebensjahr, wozu THOR WATERSCHEI natürlich seine Glückwünsche ausspricht und der kernigen Bayern-Legende schon einen Platz in seiner Galerie der Eisenfüße reserviert hat. Sein verdientes Ende seiner Profikarriere hat Roth übrigens bei Casino Salzburg anno 1979 genommen. Zumindest aus wortspielerischer Perspektive wohl gut 20 Jahre zu früh - Nomen est omen.

Denn ein Bulle Roth würde Casino Salzburgs gesichtslosem Nachfolgeklub Red Bull heute wohl nicht nur auf dem Papier ziemlich gut zu Gesicht stehen. Äh pardon, in korrekter Red Bull-Schreibart heißt es ja heuer Flügel verleihen...