Sonntag, 27. April 2008

Kalter Kaffee

Basta! Der italienische Medienmogul, zugleich Politik-Stehaufmännschen und Presidente des AC Milan Silvio Berlusconi haute in der abgelaufenen Woche in einem Radio-Interview ordentlich auf die Pauke und forderte nachdrücklich eine Meisterschaft nur für die Top-Vereine Europas.

„Wenn man eine so teure Mannschaft aufbaut, kann man nicht in der Provinz vor weniger als 20 000 Zuschauern spielen“, so Berlusconi, der als Vertreter der fußballdarwinistischen Schule nicht vergaß hinzuzufügen: „Wenn zwei große Clubs gegeneinander spielen, füllen sich die Stadien und die TV-Sender melden hohe Einschaltquoten.“

Schon zu Anfang der Neunziger war Signore Silvio Vorreiter einer Liga der europäischen Spitzenvereine. Das sei sein „altes Steckenpferd“, gähnte daher die Gazetta dello Sport in schwarzen Lettern auf ihren rosafarbenen Seiten am Tag nach Signore Silvios kühnem Interview. Tenor für Kaffeesatzleser: Berlusconi wollte wohl wieder kalten Kaffee aufwärmen.

Genau schmeckte auch speziell Fabrizio Corsi nicht, der versuchte Signore Silvio in seiner Funktion Präsident des „kleinen“ FC Empoli schnell den Wind aus den Segeln zu nehmen: „Im Fußball, wie bei anderen Sportarten, müssen die Leistungen zählen. Wenn ich gut bin, habe ich das Recht, in der Serie A zu spielen. Viele Spieler größerer Clubs sind in kleinen Vereinen aufgewachsen.“

Da kalter Kaffee im Übrigen im THOR WATERSCHEI-Klubhaus ebenfalls nicht sonderlich beliebt ist und dort ohnehin nach dem Motto „Pro Provinz“ das Herz eher für die Kleinen aus der weiten Welt des Fußballs schlägt, also den Merthyr Tydfils, Valur Reykjaviks und Twente Enschedes, ernennt THOR WATERSCHEI Signore Silvio nun infolge seiner antiquierten Einlassungen zum neuen T(h)or der Woche.

Welch Treppenwitz übrigens, dass ausgerechnet Signore Silvios heiß geliebter AC Milan wenige Spieltage vor dem italienischen Saisonende in der heimischen Serie A zielgenau auf den UEFA-Pokal zusteuert...

Über den T(h)or der Woche

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