Sonntag, 20. April 2008

Il Bomber

Als Phänomen oder Phantom werden bekanntlich in der weiten Welt des Fußballs eine Vielzahl von Stürmer betitelt.

Ein wahrhaftes Phänomen ist aber sicherlich Luca Toni, den Uli Hoeneß und Ottmar Hitzfeld im Sommer 2007 aus Florenz an die Isar lotsten und sich dessen Dienste bekanntlich einiges kosten ließen.

Dienste, das bedeutet bei Luca Toni, dem großgewachsenen italienischen Weltmeister von 2006, bekanntermaßen, dass dieser seinen großartigen Torriecher unter Beweis stellt. Tonis unglaubliche Bilanz von 20 Treffern in 27 Bundespartien, zehn Toren in zehn UEFA-Cup-Spielen sowie bis zum heutigen DFB-Pokalfinale drei Treffer in drei Pokalspielen sprach ohnehin für sich und damit seine Qualitäten.

Doch auch diesem intensiven und teilweise dramatischen Pokalfinale von Berlin drückte der 30-Jährige, den man in seiner Heimat unter anderem in Anlehnung an den großen Gerd Müller il Bomber nennt, seinen Stempel auf. Weniger freilich dadurch wie Franck Ribery im Umgang mit dem Ball zu brillieren oder Mark van Bommel die Mitspieler mitzureißen. Wie der echte Bomber trumpfte Toni insbesondere vor dem gegnerischen Tor auf, heute dem Gehäuse des guten Dortmunder Schlussmannes Marc Ziegler, auf.

So wie in der 10. Minute, als Toni nach einer guten Kombination über Ribery genau richtig am Fünfmeterraum stand und zum Führungstreffer einschob. Ebenso gute 93 Spielminuten später, von Toni war bis auf sein Tor wenig zu sehen gewesen. Podolski brach in einer von Dortmund völlig dominierten Phase durch, ließ einen nicht allzu harten Schuss in Richtung des Ziegler-Tores ab und fand den goldrichtig stehenden Luca Toni, der unnachahmlich derart den Ball verlängerte, dass dieser über die Torlinie des BVB trudelte.

Es war der Siegtreffer für den FC Bayern, gleichbedeutend mit dem 14. DFB-Pokalsieg. Il Bomber hatte mit seinem 35. Pflichtspieltor seinem guten Ruf wieder alle Ehre gemacht und zweimal zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle gestanden. Ein wahrhaftiges Phänomen halt, dieser Signore Toni! THOR WATERSCHEI bleibt da nichts anderes übrig, als den italienischen Bomber zum neuen T(h)or der Woche zu ernennen.

Über den T(h)or der Woche

Der Artikel ist ebenfalls auf Goal.com zu finden.

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