Samstag, 15. März 2008

Bis auf die Knochen

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: Der 2:0-Triumph von Energie Cottbus über den FC Bayern München...

Machen wir es kurz. In gut eineinhalb Stunden beginnt das Sportstudio im Zweiten und dort wird sicher nochmals über die Ereignisse des heutigen Samstagnachmittags erschöpfend sinniert. Dennoch bogen sich heute in der Zeit zwischen 15:30 Uhr und 17:15 Uhr im THOR WATERSCHEI-Klubhaus gewaltig die Balken, als der FC Bayern München sich im Stadion der Freundschaft in Cottbus arg freundschaftlich bis auf die Knochen blamierte. Der Held des Tages in der Lausitz hört auf den Namen Branko Jelic ist Serbe und legte Olli Kahn in dessen 550. Spiel gleich zwei verfrühte Ostereier ins Netz.

Um nicht ohne Esprit über den Spielverlauf zu schwafeln, zitiert THOR WATERSCHEI nun einfach den heute ebenso schnell aus der Feder geflossenen wie messerscharf zutreffenden Kommentar von 11 FREUNDE-Chef Philipp Köster auf Spiegel Online:

Energie Cottbus wirkte heute wie einer jener Filmgestalten, die längst für mausetot gehalten werden, sich dann aber eigenhändig ausbuddeln und dann zur allgemeinen Überraschung röchelnd durch die Straßen wanken. Statt sich, wie in den Spielen zuvor, willenlos die Punkte abnehmen zu lassen, wurden die Bayern mit zumindest in diesem Jahr noch nicht gesehenen Kampfgeist und erstaunlichem Spielwitz niedergerungen. Und es muss für Coach Prasnikar beglückend gewesen sein, dass diesmal all das umgesetzt wurde, was er zuletzt schon beinahe resignativ angemahnt hatte: Disziplin in der Abwehr und schnelles, kreatives Spiel im Mittelfeld.

Das war also wirklich ne wahre Energieleistung der Lausitzer. Verzeihen Sie, werte Leser, dieses verkrampfte Wortspiel. Zur Feier des Tages war es hier jedoch unvermeidlich. Danke daher an Herrn Köster, dessen liebstes Kind Arminia Bielefeld nicht über ein Zwo zu Zwo in Hannover hinauskam, aber ja noch zehn Spieltage Zeit hat, um aus dem Bundesliga-Fahrstuhl zu springen. Ottmar Hitzfeld sprach übrigens heute von einem „rabenschwarzen Tag“, an dem seine Bayern einfach alles falsch gemacht hätten. So, jetzt dauerts wirklich nicht mehr lange, bis der gute Poschi vor der Torwand endlich beginnt, über die Sensation dieses 24. Bundesliga-Spieltags zu schwadronieren...

PS.: Unbekannt ist leider, ob Angie Merkel als lupenreine Cottbus-Sympathisantin schon ein paar Glückwünsche in die Energie-Kabine gesimst hat...