Montag, 4. Februar 2008

Jenseits von Afrika?

Nagelprobe Nigeria hieß es einst für Berti Vogts. Jaja, der gute Hans-Hubert vom Niederrhein sollte den „Super Eagles“ Flügel verleihen und die sollten sich unter Berti aufschwingen, zunächst Afrika-Meister zu werden und sich danach für die WM Zwei Zehn in Südafrika qualifizieren. Den Weg zum Afrika-Cup nach Ghana schlug Berti mit Uli Stein und Assi Steffen Freund an seiner Seite zwar ein. Bei der gestrigen 1:2-Pleite gegen die Gastgeber wurden den vermeintlichen Super-Adlern des einstigen Tribünenadlers aber schon im Viertelfinale die Flügel gestutzt.

Mit Berti versuchten dies Nigerias Journalisten im Übrigen gemäß der Vogts'schen Auffassung schon vorher und mäkelten an dem jungen Team um Evergreen Nwanko Kanu (wo war eigentlich Jay-Jay Okocha?) herum, wo sie nur konnten. Das gab von Berti natürlich Zunder, da er sich die Darbietungen seines Teams offensichtlich nicht von den zuweilen nur vor den heimatlichen Fernsehschirmen sitzenden Schreiberlingen zerpflücken lassen wollte. In gewohnter Manier zeigte der Terrier aus Büttgen daher der bösen Fußball-Journalie Zähne und fühlte sich am Ende von dieser als „White Trash“ diffamiert in die Ecke gestellt.

Doch nicht nur Nigerias Fußball-Journalie hatten für den für Vogts unglücklich verlaufenen Afrika-Cup so manche Speerspitze über. Auch Benins Nationaltrainer Reinhard Fabisch ließ sich nicht lumpen : „In Nigeria spielen 1000 hervorragende Techniker, und was macht er? Er verpflichtet Icke Häßler als Techniktrainer.“ Ja, das saß. Vogts will trotz allem als nächste Mission die WM-Quali für Südafrika mit seinen Super-Adlern in Angriff nehmen. Schlägt sich der Terrier demnächst auch noch seine letzten Zähne aus, wird die niemals abgedroschen klingende Phrase „Jenseits von Afrika“ wohl die feine Alliteration „Nagelprobe Nigeria“ ersetzen.

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