Freitag, 1. Februar 2008

„Austrianer ist, wer es trotzdem bleibt!“

Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. Heute gibt Wolfgang Gams einen Einblick in seine Leidenschaft für Austria Wien, berichtet von Duellen mit Rapid sowie von missglückten Auswärtsfahrten nach Norwegen, die jedoch die Liebe zu seiner Austria nicht geringer werden ließen - frei nach Friedrich Torberg: „Austrianer ist, wer es trotzdem bleibt!“

Wie die Liebe allgemein ist wohl auch jene zu seinem Fußballverein etwas, das sich nicht rationell beschreiben lässt und eine, die von Jahr zu Jahr größer wird. Zwar zeigt sich bei vielen von uns die Begeisterung für den Fußball und „seinen“ Verein schon im frühen Kindesalter, den hohen Stellenwert seiner Klubfarben, seiner Tradition, der Gemeinschaft und allem, was man ihm verbindet, beginnt man jedoch erst mit der Zeit langsam zu verinnerlichen.

Und so war es auch bei mir, einem kleinen fußballbegeisterten Knabe aus einem kleinen Örtchen südlich von Wien, dessen älterer Bruder bereits Austrianer war und ich von daher schon „vorbelastet“ war - ohne mich anfangs jedoch selbst als großen Anhänger zu bezeichnen. Im Jahr 1992 sollte es dann soweit sein – und ich erinnere mich noch als ob es erst gestern gewesen wäre – der kleine Knabe sollte das erste Bundesligaspiel seines Lebens „live“ im Stadion erleben. Es war damals eine Zeit als der österreichische Klubfußball einmal mehr in der sportlichen Bedeutungslosigkeit zu versinken drohte und die Zuseherzahlen ein Spiegelbild dieser Entwicklung waren. Gerade einmal rund 2.700 Besucher verirrten sich an jenem Tag ins Wiener Franz Horr Stadion um das Spiel Austria Wien gegen FC Linz zu besuchen.

Und obwohl sich nur so wenige Zuseher eingefunden hatten, war ich vom ersten Moment an begeistert vom Spiel am Rasen, der einzigartigen Stimmung und der Atmosphäre in dem Stadion mit seinen alten Tribünen, die ein gewisses, ganz eigenes Flair hatten. Und ich war mir von Anfang an sicher, dass dies mit Sicherheit nicht mein letzter Stadionbesuch gewesen sein sollte.

Was als kleiner Virus angefangen hatte, entwickelte sich bald zu einer starken Infektion. Mit der Zeit wurden es immer mehr Spiele, die ich besuchte. Schließlich auch von der Westtribüne aus, der alten Stehplatztribüne im Horr Stadion, die von der Konstruktion sehr an alte englische Stadien erinnern lässt und die aufgrund des äußerst niederen Daches eine einmalige Akustik bietet und zu der ich bei meinem ersten Besuch noch fasziniert hinübergeblickt hatte. Längst war der Besuch eines Spieles mehr geworden als nur 22 Männern beim Laufen zuzusehen, denn das könnte man ja auch vom Fernseher aus tun - und wahrscheinlich sogar bequemer.

Nein, Fußball war und ist mehr als nur ein Fernsehevent, es ist Emotionen vor Ort zu erleben und dabei Teil einer Tribüne zu sein, die zu einer einzigen Gemeinschaft verschmilzt aus der in all den Jahren auch etliche echte Freundschaften hervor gewachsen sind. Während die Mannschaft am Platz versucht, ihr Bestes zu geben, tun dies die Fans auf den Rängen, vor allem wenn es gegen den großen Rivalen aus dem vierzehnten wiener Gemeindebezirk, Rapid, geht.

Dann, wenn nicht nur die zwei größten Vereine Österreichs aufeinander treffen, sondern sich auch historisch gesehen zwei Fußballphilosophien gegenüber stehen. Während Rapid immer als die rohe Kämpfertruppe galt, stand Austria immer für den technischen, feinen Fußball, für das verliebte Spiel mit dem runden Leder und für den für Wien so typischen „Wiener Schmäh“. Siege, die auf diese Art, auf der Tribüne als akustisch lauterer Block, errungen werden, können dabei sogar über Niederlagen auf dem Feld hinweg trösten.

Doch das wahre „Salz in der Suppe“ eines jeden begeisterten Fußballfans sind die Auswärtsspiele mit seiner Mannschaft. Während es anfangs (ab etwa Mitte der 90er Jahre) nur die Meisterschaftsspiele gegen die großen Gegner in der Ferne waren, entwickelte sich daraus bald eine Art Sucht, bei allen Spielen, ob national oder international, dabei zu sein, neue Länder und Stadien zu sehen, die Stimmung dort zu erleben und Woche für Woche mit den selben Leuten, eine eingeschworene Gemeinschaft, die Mannschaft zum Sieg zu singen.

In all den Jahren sammelte sich so, bei Fahrten quer durch Europa, eine Unzahl an Kilometern an, egal ob unsere Austria uns nun nach Portugal in den Westen, in die Türkei in den Osten oder nach Skandinavien in den Norden führte. Mit dabei unzählige, schöne, unvergessliche Stunden und Momente, die jeden Cent dieser Anstrengungen rechtfertigten.

Wie etwa die auswärts fixierten Aufstiege in die nächste Runde im Hexenkessel von Bilbao oder der Einzug ins EC-Viertelfinale in Saragossa. Mit dabei aber auch „historische“, persönliche Tiefpunkte wie die Auswärtsfahrt ins norwegische Stavanger, als man mit dem Auto von Wien bis ins norddänische Hirtshals fuhr, dort aber aufgrund eines Sturmes sämtliche Fähren gestrichen wurden, man das Spiel in Stavanger schließlich verpasste und somit über 3.500 km „für die Katz“ fuhr - wie man in Wien sagen würde - ohne etwas vom Spiel gesehen zu haben..

Doch das gehört wohl alles dazu. Fußballfan sein heißt eben nicht nur einmal in der Woche den Fernseher einzuschalten sondern aktiv für seinen Verein zu leben. Auch wenn dies auf den ersten Blick oft nicht leicht sein mag – vor allem in Anbetracht der zahlreichen Skandale, die der Fußballsport in den letzten Jahren erleben musste. Wenn der oft zitierte „Volkssport Nummer eins“ zu einem Spielball verschiedener Interessensgruppen verkommt und sich immer mehr von denen entfernt, ohne die es ihn gar nicht geben würde: seine Fans. Doch es wird wohl so sein, wie einst der große wiener Literat Friedrich Torberg meinte und was man wohl auch auf alle anderen Vereine erweitern könnte: „Austrianer ist, wer es trotzdem bleibt!“

P. S.: Wolfgang Gams ist im Übrigen von einem Cordoba II, wann immer es sich auch ereignen mag, fest überzeugt..

Kommentare:

Xianjun Ranqin hat gesagt…

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